LH Mikl-Leitner: Eine niederösterreichische Vorzeigegemeinde und aussichtsreiche Kandidatin für einen europäischen Spitzenplatz

Der Vertreter Niederösterreichs beim 16. Europäischen Dorferneuerungspreis ist die Waldviertler Landgemeinde Großschönau. Das gaben Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, der Vorsitzende der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, Landeshauptmann a. D. Erwin Pröll, und Bürgermeister Martin Bruckner in einem Pressegespräch im Landhaus in St. Pölten bekannt.

„Die niederösterreichische Dorferneuerung ist eine Erfolgsgeschichte, in der das letzte Kapitel noch lange nicht geschrieben ist. Verantwortlich dafür zeichnen eine engagierte Bürgerschaft in den Dörfern und eine umsichtige Kommunalpolitik, die von Innovationsbereitschaft und Lösungsorientierung gekennzeichnet ist“, erklärte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner. Aufgabe des Landes sei es, diesen dynamischen Gestaltungswillen in den Regionen zu unterstützen, zu begleiten und in übergeordneten Fragen auch richtungsweisend zu steuern. An konkreten Maßnahmen nannte sie regionale Beschäftigungs-Initiativen, die gerade in turbulenten Zeiten wichtig sind, laufende Verbesserungen in der Verkehrs-Infrastruktur auf Straße und Schiene, den Ausbau der Kinderbetreuung in den Regionen – besonders für unsere Kleinsten – oder auch die NÖ Dezentralisierungs-Offensive mit der Verlagerung von Arbeitsplätzen in die Regionen. Und auch bei der Neuausrichtung der Landesstrategie 2030 würde die Entwicklung der Regionen in Niederösterreich einen großen Stellenwert einnehmen.

Die Landeshauptfrau erinnerte, dass der Sieger in der Kategorie „Ganzheitlichkeit“ des Projektwettbewerbes der Niederösterreichischen Dorf- und Stadterneuerung stets ein Aushängeschild in Sachen Dorferneuerung sei. Daher komme diesem die Ehre zu, Niederösterreich beim Europäischen Dorferneuerungswettbewerb zu vertreten. In Summe werden sich 26 Teilnehmer unter dem Motto „Lokale Antworten auf globale Herausforderungen“ um die renommierte Auszeichnung matchen und dabei auch ihre Erfahrungen austauschen. „Das macht den Europäischen Dorferneuerungspreis so wertvoll, denn von den Besten kann man am meisten lernen“, so Mikl-Leitner, die sich auch davon überzeugt zeigte, dass die internationale Jury bei ihrer Sitzung Anfang Oktober in München Großschönau ein sehr gutes Zeugnis ausstellen werde.

ARGE-Präsident Erwin Pröll erklärte, dass der Wettbewerb um den Europäischen Dorferneuerungspreis seit dem Jahr 1990 ausgelobt werde und 2020 zum 16. Mal hätte vergeben werden sollen. „Die Pandemie hat uns aber nicht nur zu einigen Verschiebungen gezwungen, sondern auch vielen die Augen dafür geöffnet, dass die ländlichen Räume unverzichtbar sind, weil sie wichtige Funktionen für die Gesellschaft erfüllen.“ Das beginne bei der Versorgung, beträfe die Bereitstellung von Ausgleichsräumen und nicht zuletzt auch den achtsamen Umgang miteinander. 

Die Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, so Pröll weiter, wirke seit mehr als 30 Jahren als „PR-Agentur“ für Europas Dörfer, fördere mit ihren Aktivitäten den Blick über den Tellerrand und sei eine wichtige Orientierungshilfe für die Landgemeinden bei der Bewältigung lokaler und globaler Herausforderungen. „Es braucht sicher Vieles, um unsere Dörfer zukunftsfit zu gestalten. Aber der wichtigste Schlüssel für eine erfolgreiche Entwicklung ist ihr menschliches Potenzial als Orte, in denen das Ehrenamt gepflegt und das soziale Miteinander über gesellschaftliche Gruppen hinweg gelebt wird.“

Bürgermeister Martin Bruckner betonte, dass die Wettbewerbsteilnahme für Großschönau eine besondere Auszeichnung sei. Die Suche nach lokalen Antworten auf globale Herausforderungen habe in seiner Gemeinde bereits vor Jahrzehnten begonnen und in vielen Bereichen zu beachtlichen Erfolgen geführt. Allem voran sind es Maßnahmen im Bereich Energiewende und Klimawandel, wie die Etablierung der Umweltmesse BIOEM oder die Errichtung des Kompetenz- und Forschungszentrums „Sonnenplatz“, die Schaffung sozialer Infrastrukturen sowie die Bereitschaft zu Kooperationen und internationalem Wissenstransfer, die Großschönau auszeichnen.

NLK Pfeiffer
NLK Pfeiffer

„Unsere niederösterreichischen Dörfer sind lebens- und liebenswerte Heimat für unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger. Gerade in der Pandemie haben das viele wieder bewusster wahrgenommen und unsere Dörfer als Rückzugsorte schätzen gelernt“, so Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner beim Treffen mit Theres Friewald-Hofbauer, Geschäftsführerin der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung. „Dank des Miteinanders der vielen Gemeindefunktionärinnen und Funktionäre, der NÖ Dorf- und Stadterneuerung und der NÖ.Regional gelingt es uns unsere blau-gelben Dörfer stetig weiterzuentwickeln und auch für nachkommende Generationen attraktiv zu halten. Wertvolle Impuls- und Ideengeberin ist dabei seit mehr als 30 Jahren die Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung“, so LH Mikl-Leitner weiter.

„Die gegenwärtige öffentliche Wahrnehmung und Wertschätzung der gesamtgesellschaftlichen Bedeutung der ländlichen Räume kann rasch wieder verstummen, ebenso wie sich auch ihre aktuelle Sogwirkung nur dann als anhaltender und wünschenswerter Trend erweisen wird, wenn sie von einer ganzheitlichen und sozialverträglichen Dorfentwicklungsarbeit begleitet wird, die der Heterogenität der DorfbewohnerInnen und der Vielfalt an Aufgabenstellungen gerecht wird“, betonte Theres Friewald-Hofbauer.

Einig waren sich Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Geschäftsführerin Theres Friewald-Hofbauer dabei, dass die Weiterentwicklung der ländlichen Region ressourcenbewusst, klimaschonend und sozialverträglich gestaltet werden müsse. Das verlange nach neuen Antworten auf die Herausforderungen unserer Zeit, wie einer verantwortungsvollen Raumordnung, wie sie Niederösterreich in der neuen Raumordnungsnovelle realisiert, kürzere Alltagswege, mehr Nahversorger und der Nutzung der Digitalisierung, dort wo sie den Menschen und der Wirtschaft dienlich ist.

Die Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung wurde 1989 gegründet und berät, vernetzt und ermöglicht europaweit neues Wissen und Fertigkeiten im Bereich einer nachhaltigen regionalen Entwicklung. Dies alles wird auch im bekannten Europäischen Dorferneuerungspreis ausgezeichnet, der auf Initiative der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung und des Landes Niederösterreich nach Corona-bedingten Verschiebungen nun zum 16. Mal vergeben wird.

© NLK Pfeiffer

Nach zahlreichen Covid bedingten Verschiebungen wartet die begehrte Trophäe für den Europäischen Dorferneuerungspreis 2020 immer noch darauf, an jenes Dorf, jene Gemeinde oder jene Region vergeben zu werden, die den Wettbewerb, der bereits im Herbst 2019 ausgerechnet unter dem Motto „Lokale Antworten auf globale Herausforderungen“ ausgelobt worden ist, für sich entscheiden kann.

„Neben dem Studium und der Auswertung der umfangreichen Einreichunterlagen ist die Vorort-Begutachtung durch die international und interdisziplinär besetzte Jury das Herzstück des Bewertungsprozesses. Und hier sind wir in den vergangenen Monaten – Stichwort Reise- und Kontaktbeschränkungen – immer wieder im wahrsten Sinne des Wortes an unsere Grenzen gestoßen, so dass erst die Hälfte der 26 Teilnehmer aus zwölf europäischen Staaten begutachtet werden konnte“, erläutert der Vorsitzende der den Wettbewerb austragenden Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung Erwin Pröll. In den kommenden Wochen werde die Jury nun alles daran setzen, die restlichen ländlichen Gemeinwesen – von Estland bis in die Niederlande und von Norddeutschland bis Slowenien – einer Evaluierung an Ort und Stelle zu unterziehen, um bei der abschließenden Jurysitzung im Spätherbst finale Entscheidungen treffen zu können.

Know-how-Transfer seit 30 Jahren im Zentrum des Wettbewerbs

„Der Europäische Dorferneuerungspreis wird seit 1990 im Intervall von zwei Jahren vergeben und gilt mit seinem umfassenden und integrativen Ansatz europaweit als Trendsetter in der dörflichen und ländlichen Entwicklung. Die bislang weit über 300 teilnehmenden Dörfer, Gemeinden und Regionen, die hinsichtlich ihrer Vitalität, ihrer Resilienz und damit ihrer Zukunftsfähigkeit auf ökonomischer, ökologischer, sozio-kultureller, sozialer und baukultureller Ebene evaluiert worden sind, gelten vielfach als Leuchtturm-Projekte, die zum Nachahmen einladen“, lässt Geschäftsführerin Theres Friewald-Hofbauer wissen.

Seit der Austragung des ersten Wettbewerbes vor mehr als 30 Jahren stehen der Erfahrungsaustausch, das Voneinander-Lernen und die Vernetzung der Akteurinnen und Akteure im Mittelpunkt. Wohl einer der Hauptgründe dafür, dass bei den Teilnehmern, darunter auch die vier österreichischen Gemeinden Groß Schönau (NÖ), Prutz (Tirol), Trebesing (Kärnten) und Rohrbach bei Mattersburg (Burgenland), nicht nur die Spannung über den Ausgang des Wettbewerbes, sondern auch die Vorfreude auf die Preisverleihung, die im Mai 2022 in der Gemeinde Hinterstoder, die den Europäischen Dorferneuerungspreis 2018 gewinnen konnte, schon sehr groß ist. Schließlich erwartet sie dort ein stimmungsvolles Fest der Begegnung mit Menschen mit den europaweit besten Konzepten und Projekten für ihren Lebensraum.

9. September 2020

26 Teilnehmer aus ebenso vielen Regionen aus zwölf verschiedenen Staaten matchen sich um den begehrten Europäischen Dorferneuerungspreis 2020, der unter dem Motto „Lokale Antworten auf globale Herausforderungen“ steht. Die international und interdisziplinär besetzte Jury hat – COVID-bedingt mit einer mehrmonatigen Verspätung –  Anfang September im Rahmen eines Meetings in Prag mit dem mehrstufigen Bewertungs-Vorgang begonnen, der in den kommenden Wochen mit Vor-Ort-Besichtigungen der Wettbewerbs­orte seine Fortsetzung findet. Die Entscheidung fällt voraussichtlich im Frühsommer 2021, wann und in welchem Rahmen die Preisverleihung im Siegerort von 2018, der oberösterreichischen Gemeinde Hinterstoder, stattfindet, hängt von der Entwicklung der Pandemie ab. Den erfolgreichsten Teilnehmern winkt ein Eintrag auf einer Online-Roadmap der besten Dorf- und Gemeindeentwicklungsprojekte Europas.

„Gerade in Zeiten, in denen das Wort Krise viele zu lähmen, zu verunsichern oder zu deprimieren scheint, ist es von unschätzbarem Wert, wenn Menschen die Initiative ergreifen und aktiv die Zukunftsfähigkeit ihres unmittelbaren Lebens­raumes stärken. Genau das geschieht in den Dörfern, die sich um den
16. Europäischen Dorfer­neuerungspreis beworben haben“, zeigte sich der Vorsitzende der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, Landeshauptmann a. D. Erwin Pröll , anlässlich der ersten Bewertungssitzung Anfang September in Prag, Tschechien, überzeugt. Es sei beeindruckend, mit wie viel Mut, Kreativität, Beharrlichkeit, Weitblick und Offenheit Projekte umgesetzt werden, die nachhaltig die ökonomische Potenz, die ökologische Qualität, den sozialen Zusammenhalt und den kulturellen Reichtum der jeweiligen Dörfer festigen.

Eintrag in virtuelle „Roadmap“ winkt

Veranstalterin des Wettbewerbes, der seit 1990 im Zweijahresrhythmus ausgelobt wird, ist die Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung. Neben dem „Europäischen Dorferneue­rungs­preis 2020“ werden auch Europäische Dorferneuerungspreise in Gold, Silber und Bronze sowie „Lobende Anerkennungen“ vergeben. Neben Trophäe und Plakette winkt den erfolgreichsten Teilnehmern ein Eintrag in eine elektronische „Roadmap“, auf der die europaweit besten Dorferneuerungsorte auf einer virtuellen Landkarte per Mausklick auffind- und abrufbar sind.

Die Mitglieder der Wettbewerbsjury werden in den nächsten Wochen sowie gegebenenfalls auch im ersten Jahresdrittel 2021 alle teilnehmenden Orte zu besichtigen versuchen, ehe im Zuge einer weiteren Bewertungssitzung im Frühsommer 2021 die Entscheidung fällt. In welcher Form und zu welchem Zeitpunkt die Preis­verleihung in Hinterstoder, Oberösterreich, Österreich, der Siegergemeinde des Wett­bewerbes 2018, stattfinden wird, bleibt zum gegenwärtigen Zeitpunkt bedingt durch die Ungewissheiten im Zusammenhang mit der COVID-Entwicklung noch offen. Bewertet wird, wie das teilnehmende Gemeinwesen auf die festgestellten Stärken und Schwächen sowie internen und externen Gefahren und Chancen reagiert hat. Dabei geht es um konkrete Maßnahmen im Sinne einer wirtschaftlichen Entwicklung, der Schaffung zeitgemäßer sozialer Einrichtungen, der Architektur, Siedlungsentwicklung, Ökologie und Energieversorgung, Umgang mit der Digitalisierung sowie um kulturelle und Bildungsaktivitäten. In gleicher Weise von Bedeutung sind die gewählten Methoden und verfolgten Strategien, die von einem ganzheitlichen und nachhaltigen Ansatz sowie von Partizipation und Kooperation gekennzeichnet sein sollen.

Das Wettbewerbsmotto „Lokale Antworten auf globale Herausforderungen“ trägt der Tatsache Rechnung, dass jeder Ort, auch die kleinste Siedlung, mit überregionalen, kontinentalen und vielfach auch weltweiten Entwicklungen, seien es nun Gefahren oder Chancen, konfrontiert ist – Corona hat übrigens, auch wenn es diesen absolut nicht gebraucht hätte, einen weiteren Beweis dafür geliefert. Das Motto soll ein Signal dafür sein, diese Herausforderungen zu erkennen und sich ihnen zu stellen. Es wirft demgemäß einen besonderen Fokus auf jene Gemeinwesen, die sich ihrer Verantwortung über den eigenen Tellerrand hinaus bewusst sind und im Rahmen ihrer Möglichkeiten Antworten auf die großen Fragen des 21. Jahrhunderts finden, die dazu beitragen, das Leben auf unserem Planeten zu einem besseren zu machen.

„Ziel des Wettbewerbes ist es, Landgemeinden in ihrem Engagement zu bestätigen, zu weiteren Aktivitäten zu motivieren und den Erfahrungsaustausch mit anderen ländlichen Gemein­wesen in Europa zu fördern. Darüber hinaus wollen wir Dörfer und Regionen zur Nachahmung anregen, die gesamtgesellschaftliche Bedeutung der ländlichen Regionen der europäischen Öffentlichkeit bewusst machen und nicht zuletzt auch Europas Zusammenwachsen stärken“, erläutert die Geschäftsführerin der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, Theres Friewald-Hofbauer.

Presseaussendung

Press release

2. und 3. September 2020

Anfang September 2020 ist es der Jury im Wett­bewerb um den Europäischen Dorferneuerungspreis 2020 nach einer Corona bedingten Verschiebung endlich gelungen, wenn auch in sehr reduzierter Runde, die erste Sitzung abzuhalten. Sie setzte sich dabei mit den einge­reichten Unterlagen der 26 Wett­bewerbsteilnehmer auseinander­ und konnte insgesamt ein sehr hohes Niveau konstatieren. Darüber hinaus beriet sich die Jury auch hinsichtlich der Vor-Ort-Besichtigungen und entschied sich dafür, den schwierigen Umstände zu trotzen und den Versuch zu wagen, in gewohnter Weise alle Teilnehmerorte besuchen zu wollen.

12. September 2019

Ländlicher Raum: Austausch auf europäischer Ebene in Erfurt

Die seit kurzem im Tullnerfeld ansässige Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung lud Mitte September Expertinnen und Experten aus ihren Mitgliedsländern und -regionen zur Vollversammlung, die unter dem Vorsitz der thüringischen Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft Birgit Keller geführt wurde und am Rande der Konferenz „Das soziale Dorf. Gemeinsam fit für die Zukunft“ stattfand. Neben einer Rückschau auf die zahlreichen Aktivitäten der vergangenen Monate wurden aktuelle Herausforderungen an und für die ländlichen Räume Europas thematisiert sowie die in der näheren Zukunft geplanten Aktivitäten der ARGE vorgestellt und diskutiert.

Highlights der nächsten Zeit werden die Europäische Dorferneuerungs-Studienfahrt zu Best Practise-Beispielen nach Südtirol, die Herausgabe einer Ausgabe der Zeitschrift „Dorferneuerung International“, ein Treffen des PraktikerInnen-Netzwerkes sowie insbesondere der bereits ausgelobte Europäische Dorferneuerungspreis 2020 unter dem Motto „Lokale Antworten auf globale Herausforderungen“ mit seinem mehrstufigen Bewertungsverfahren und der mehrtägigen Verleihungsfeier im Herbst 2020 in Hinterstoder, dem Siegerdorf des Jahres 2018.

Europäischer Dorferneuerungspreis 2020 unter dem Motto “Lokale Antworten auf globale Herausforderungen” ausgelobt!

Der Wettbewerb um den 16. Europäischen Dorferneuerungspreis ist geleitet von der Intention, besonders herausragende und beispielhafte Entwicklungs- und Erneuerungs­prozesse in ländlichen Gemeinwesen „vor den Vorhang“ zu bitten und – unter Berück­sichtigung der jeweiligen Ausgangsbedingungen, des ökonomischen und sozio-kulturellen Kontextes sowie der länderspezifischen Standards, Besonderheiten und Möglichkeiten – zu prämieren.

Vorrangiges Kriterium ist, dass die gesetzten Maßnahmen gemäß dem „Leitbild der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung für eine nachhaltige Entwicklung europäischer Dörfer und Landgemeinden“ zu einer Stärkung der Zukunftsfähigkeit ländlicher Räume und zu einer Hebung der Lebensqualität der DorfbewohnerInnen beitragen.

Der Wettbewerb forciert daher jene ländlichen Gemeinwesen,

  • die sich den aktuellen Herausforderungen ihres Lebensraumes mit nachhaltigen, innovativen und zeitgemäßen Projekten stellen und ganzheitliche Entwicklungsprozesse in Gang gebracht haben;
  • die eine Einbindung aller Bevölkerungsgruppen in das örtliche Geschehen verfolgen und auf diese Weise unterschiedliche Perspektiven, weitere Horizonte und vielfältigere Ideen gewinnen;
  • die sich des Wertes und der Notwendigkeit von Kooperationen bewusst sind und demgemäß auf Netzwerke sowie interkommunale und regionale Zusammenschlüsse setzen.

Das Wettbewerbsmotto „Lokale Antworten auf globale Herausforderungen“ trägt der Tatsache Rechnung, dass jeder Ort, auch die kleinste Siedlung, mit überregionalen, kontinentalen und vielfach auch weltweiten Entwicklungen, seien es nun Gefahren oder Chancen, konfrontiert ist.

Es soll ein Signal dafür sein, diese Herausforderungen zu erkennen und sich ihnen zu stellen. Das Motto wirft demgemäß einen besonderen Fokus auf jene Gemeinwesen, die sich ihrer Verantwortung über den eigenen Tellerrand hinaus bewusst sind und im Rahmen ihrer Möglichkeiten Antworten auf die großen Fragen des 21. Jahrhunderts finden, die dazu beitragen, das Leben auf unserem Planeten zu einem besseren zu machen.

Kriterien

Formular

Criteria

Form

25. und 26. März 2019

Der Europäische Dorferneuerungspreis 30 Jahre alt

2020 wird der Europäische Dorferneuerungspreis 30 Jahre alt. Grund genug, die VertreterInnen der Mitgliedsländer und -organisationen zu einem Workshop einzuladen, um mit ihnen zu beraten, ob und welcher Veränderungen es bedarf, um den renommierten Wettbewerb erfolgreich in die Zukunft zu führen. Die Argumente waren wohlüberlegt, die Diskussionen intensiv, die Ergebnisse durchaus aufschlussreich und wegweisend.

Was uns allen, deutlicher noch als bisher, bewusst wurde: Europasländliche Gemeinwesen sind (glücklicherweise) von einer enormen Vielfalt und großer Unterschiedlichkeit gekennzeichnet. Nationale, regionale und kommunale Bestimmungen, Gesetze und Strategien verstärken diese Heterogenität. Dazu kommt eine wachsende Komplexität der Funktionen und Aufgabenstellungen, denen Entwicklungsprozesse Rechnung tragen müssen, um die ländliche Lebenswelt lebenswert und zukunftsfähig zu gestalten.

Fazit: Es wird auch 2020 nicht einfacher werden, die Gewinner zu ermitteln. Allerdings: Bei diesem Wettbewerb sind ohnehin nur die Besten ihres Landes im Rennen, allesamt Wegweiser, Trendsetter und Beispielgeber, qualifiziert für die Champions-League der europäischen Dorferneuerung und Landentwicklung. Sieger eben!

24.09.2018

Champions-League der Dörfer: Hinterstoder als Sieger gekürt

Die Oberösterreichische Gemeinde Hinterstoder gewinnt den Europäischen Dorferneue­rungspreis 2018, der von der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung unter ihrem Vorsitzenden Landeshauptmann Erwin Pröll diesmal unter dem Motto „we!ter denken“ ausgetragen wurde. Mehr als 1.000 Menschen aus ganz Europa wohnten der stimmungsvollen Preis­verleihung in der Tiroler Gemeinde Fließ, die den Wettbewerb vor zwei Jahren für sich entschieden hatte, bei – unter ihnen der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter, Landeshauptmann-Stv. Richard Theiner aus Südtirol sowie zahlreiche Prominenz aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Der Festakt war in ein buntes Rahmenprogramm eingebettet, das sich vom 20. bis 22. September 2018 über drei Tage erstreckte und bei dem sich sowohl die Gastgeber als auch die 23 Wettbewerbsteilnehmer auf vielfältige Weise präsentierten und begegneten.

Das Motto des 15. Europäischen Dorferneuerungspreises lautete „we!ter denken“ und trug der Tatsache Rechnung, dass in einer zunehmend komplexen Welt ländliche und dörfliche Entwicklung zunehmend mit Herausforderungen konfrontiert sind, die weder in engen räumlichen Grenzen, noch mit kurzsichtigen oder engstirnigen Antworten zu bewältigen sind. „Dorferneuerung, so wie wir sie in der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung sehen, meint neben dem äußerem Erscheinungsbild und sichtbaren oder in Zahlen messbaren Maßnahmen auch die ‚inneren’, die ‚weichen’ Qualitäten einer Kommune, die es zu stärken gilt“, erläuterte der Vorsitzende der ARGE, Landeshauptmann Erwin Pröll, im Rahmen eines Talks. Gerade der Gestaltungswille und das bürgerschaftliche Engagement seien auch wirksames Mittel gegen die größten Bedrohungen Europas der Gegenwart, nämlich den Nationalismus und den Radikalismus.

Die enorme Bedeutung der Dorferneuerung für prosperierende ländliche Räume mit hoher Lebensqualität betonte auch der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter: „Das Zusammenspiel von ökonomischen, ökologischen, gestalterischen, sozialen, kulturellen und sozio-kulturellen Maßnahmen kann der Landflucht erfolgreich die Stirn bieten, vor allem dann, wenn die Erneuerungsprozesse wie beispielsweise im gastgebenden Dorf Fließ von großen Teilen der Bevölkerung und den zahlreichen Vereinen getragen werde.

Die Herausforderungen für die ländlichen Räume Europas sind enorm, demografische Veränderungen, Stadt- und Landflucht, Klimawandel, Ressourcenknappheit, infrastrukturelle Ausdünnung und schrumpfende Wertschöpfung zählen zu den zentralen Problemen, die es zu lösen gelte. Die finanziellen Mittel wie auch die strukturellen Rahmenbedingungen dafür sind vielfach alles andere als optimal. „Umso wichtiger ist es für Dörfer, Gemeinden und Kleinregionen, zuweilen auch unkonventionelle Wege an den Tag zu legen“, zeigten sich der Vorsitzende der international und interdisziplinär besetzten Jury, der Luxemburger Charles Konnen, und Jurorin Nadja Häuplvon der TU München überzeugt. Der Fließer Bürgermeister Hans-Peter Bockführte darüber hinaus die besondere Rolle der Frauen im ländlichen Raum ins Treffen, wenn es um Zukunftsfähigkeit gehe.

Dorfführungen, Besichtigungen, ein Open Space mit den WettbewerbsjurorInnen, eine Aus­stellung der Wettbewerbsprojekte mit Verkostungen regionaler Produkte und ein mitreißen­des wie auch berührendes kulturelles Programm, das von Gastgebern und Gästen gemeinsam gestaltet wurde, ließen Fließ zum Schauplatz für ein grandioses dreitägiges Fest der Begegnung werden, bei dem Europa nicht als abstraktes Gebilde, sondern als vielfältige, pulsierende Gemeinschaft erlebt wurde.

Hinterstoder überzeugt auf allen Ebenen

Die siegreiche Gemeinde Hinterstoder konnte dank eines über zwei Jahrzehnte konsequent umgesetzten, umfassenden Erneuerungsprozesses, der sich in mehr als 30 kleineren und größeren Projekten von höchster Qualität manifestiert hat, die Trendwende von der Abwanderungsgemeinde hin zu einem Ort mit stabiler Bevölkerung schaffen. In der Begründung der Jury werden dabei insbesondere die Hebung der Lebensqualität, der rege Ideenaustausch in zahlreichen Kooperationen mit ruralen wie auch urbanen Lebenswelten sowie die vorbildliche Partizipationskultur hervorgehoben.

Enorm hohe Qualität aller teilnehmenden Dörfer – drei Vizeeuropameister aus Österreich

Neben der Siegergemeinde haben es noch weitere 13 der insgesamt 23 teil­nehmenden Dörfer, Gemeinden oder Regionalverbände in die höchste Kategorie geschafft, die jene Teilnehmer umfasst, die sich durch eine ganzheitliche, nachhaltige und motto­gerechte Dorfentwicklung von herausragender Qualität auszeichnen. Darunter befinden sich auch alle drei weiteren Teilnehmer aus Österreich, die sich damit als Vizeeuropameister bezeichnen dürfen: Hopfgarten in Defereggen (Tirol), St. Andrä (Kärnten) und Waidhofen an der Ybbs (Niederösterreich).

Erstmals wurde darüber hinaus ein „Innovationspreis in memoriam Camille Gira“ an die niedersächsiche Dörfergemeinschaft Flegessen-Hasperde-Klein Süntel verliehen, die in besonderer Weise regionale Antworten auf globale Herausforderungen gefunden hat. Der Preis wurde zu Ehren des im Mai 2018 überraschend verstorbenen Luxemburger Staatssekretärs für Nachhaltigkeit, Camille Gira, gestiftet, der 15 Jahre lang der Jury zum Europäischen Dorferneuerungspreis angehört hatte.

19. bis 21. Juni 2018

Europäischer Dorferneuerungspreis 2018

Hinterstoder Oberösterreich, Österreich

Der Entwicklungsprozess „talaufwärts – vom Schlusslicht zum Vorzeigeort“ hat in der rund 930 Einwohner/innen zählenden Gemeinde bereits im Herbst 1991 begonnen. Die zentralen Erfolgsfaktoren des integrierten und ganzheitlichen Entwicklungsprozesses in Hinterstoder sind konsequente und aktive Bürgerbeteiligung, zahlreiche kreativ und kooperativ mitgestaltende Akteure sowie das Selbstverständnis, mit dem Nachhaltigkeit, Innovation und Modernität verfolgt und gelebt werden. Mit dem Ziel, für Bewohner/innen wie auch für Gäste ein Mehr an Lebensqualität zu verwirklichen, hat die Gemeinde 1994 mit der dorfgerechten Umgestaltung der Durchgangs­straße sowie mit der Schaffung von attraktiven Dorfplätzen oder Begegnungspunkten im Ortskern begonnen. Die Bestellung eines externen Architekten und Ortsplaners und insbesondere die Organisation von Architektur-Wettbewerben als Novum der Hinterstoderer Gemeindepolitik führten zu mehr Qualität bei kommunalen Gestaltungsfragen sowie zu neuen Formen von Partnerschaft und strategischer Zusammenarbeit. In diesem Geiste entstanden mehrere baukulturelle Highlights wie das preisgekrönte Veranstaltungszentrum Höss-Halle und das Vereinshaus.

Weitere integrierte Projekte fallen unter die Themenbereiche der nachhaltigen Raumentwicklung, der Verbesserung der Lebensqualität im Dorf sowie der Stärkung des lokalen Wirtschaftspotenzials und des touristischen Angebotes. Unter aktiver Einbindung und Mitgestaltung der lokalen Land- und Forstwirte/innen, der Tourismus­betriebe sowie weiterer lokaler Engagierter wurden ebenfalls innovative kommunale Projekte umgesetzt. Besonders erwähnenswert sind die Etablierung der Dachmarke „Hinterstoder pur“ für sämtliche touristische Winter- wie auch Sommerangebote sowie die Teilnahme am internationalen Netzwerk „Alpine Pearls“ mit einem klaren Bekenntnis zum Ökotourismus und sanfter, nachhaltiger Mobilität für Einheimische wie auch Gäste.

Zahlreiche Maßnahmen dokumentieren das Engagement zur Stärkung der lokalen Identität und des Selbstbewusstseins der Dorfgemeinschaft, zur Hebung der „inneren Wertschöpfung“, zeugen von gesellschaftlichem Engagement und sind von der Bildung von Netzwerken und lokalen wie auch überregionalen Kooperationen geprägt. Besonders stechen dabei die Initiativen „Stodertaler WIR-te“ und „Landinger Sommer“ als jährliche Sommerfrische-Woche zum kreativen Themen-Input von engagierten Menschen aus Stadt und Land sowie zahlreiche regelmäßige Veranstaltungen in den Bereichen Kunst und Kultur wie „Landschaft revisited“, „Augenblicke“, „Ars Vivendi“, „Stodertaler Advent“ und viele mehr ins Auge. Erwähnenswert ist auch das mit dem Museum of the Year 2000 Award ausgezeichnete Dokumentationszentrum Alpineum. Zusammenfassend zeigt Hinterstoder eindeutig und äußerst facettenreich, wie die Hebung der Lebensqualität in einem attraktiven, innovativen und zukunftsfähigen Dorf zum Schlüsselfaktor eines partizipativen Entwicklungsprozesses werden kann. Die Dynamik und der Erfolg basieren maßgebend auf dem regen Ideenaustausch über kreative Kooperationen mit den ruralen wie den urbanen Lebenswelten. Weitere Highlights aus einer Vielzahl an realisierten Projekten sind die Erstellung eines Naturraum-Entwicklungskonzeptes für das Stodertal, die konkrete Rückwidmung von Baugrundstücken in Grünland, die Renaturierung des Naturjuwels Schiederweiher, die effiziente Nutzung von endogenen Rohstoffen zur Wärmegewinnung, die Umnutzung der alten Post für zentrumsnahes Wohnen und die Umstellung der Ortsbeleuchtung, die einem qualitätvollen Konzept folgt und neben der Energieeffizienz und der Verkehrssicherheit auch gesundheitliche Aspekte des Phänomens Licht berücksichtigt.

Methodik, Nachhaltigkeit, vorbildliche Partizipationskultur und beispielhaftes bürgerschaftliches Engagement sind sehr hoch zu bewerten, auch dem Motto „we!ter denken“ wird man in Hinterstoder auf vielfältige und strahlkräftige Weise gerecht. Das bewusste Einbringen von konsequenter Beratung durch externe Fachplaner/innen oder Behörden sowie eine abgestimmte Prozessplanung erscheinen als deutlicher Pluspunkt des integrierten Entwicklungsprozesses. Dies ist „we!ter denken“ über den eigenen Tellerrand in bester Form und höchster Qualität.

Innovationspreis in Memoriam Camille Gira

Die Dorfgemeinschaft Flegessen – Hasperde – Kleinsüntel, Niedersachsen, Deutschland, als Verwaltungseinheit der Gemeinde Bad Münder im Weserbergland besticht durch einen außergewöhnlichen Bottom Up-Prozess einer selbstbestimmten und selbstverantworteten Erneuerung, der Inspiration für viele ländlichen Regionen Europas sein kann. Auf Basis eines vernetzten globalen Wissens- und Erfahrungsaustausches mit Vertretern/innen der Transition-Town-Bewegung und der Nutzung konkreter Potenziale vor Ort werden in einer partizipativen, basisdemokratischen, vereins-, parteien- und generationenübergreifenden „Ideenwerkstatt Dorfzukunft“ Maßnahmen und Projekte generiert, konzipiert, finanziert, realisiert und betrieben.

Die konkreten Umsetzungen reichen vom Programmkino in der Kirche, einer zu ironischer Selbstreflexion anstiftenden Film-AG, der Dorfzeitung „Süntelblatt“, einer Immobilien-Leerstands-Vermittlungs-AG für „Neues Leben in alten Mauern“, einem Repair-Café, einem Mitfahrpunkt mit Mitfahrplan, einem in Planung befindlichen gemeinschaftlichen Wohnprojekt im ehemaligen Pfarrhaus und – ein echter Leuchtturm – einem als Unternehmer- und Verbrauchergemeinschaft geführten Dorfladen mit ausschließlich biologischen oder regionalen Lebensmitteln. Durch den ehrenamtlich mitgliederbasierten Betrieb können die hochwertigen Produkte bemerkenswert günstig angeboten werden. Ganzheitliche Wirtschaftsförderung als Regionalwert AG und eine regionale Währung im Weserbergland sind die längerfristigen Planungen in der Überzeugung, dass ein zukunftsorientiertes und nachhaltiges Leben im ländlichen Raum vor allem durch eine regionalisierte und gemeinwohlorientierte (Land-) Wirtschaft, Ernährung, Energieerzeugung und Mobilität verwirklicht werden kann.

Der Preis wird in Erinnerung und Wertschätzung an den kürzlich verstorbenen luxemburgischen Staatssekretär Camille Gira, Bürgermeister der Siegergemeinde 1996 Beckerich und langjähriges Mitglied der Jury um den Europäischen Dorferneuerungspreis, vergeben.

Europäischer Dorferneuerungspreis für eine ganzheitliche, nachhaltige und mottogerechte Dorfentwicklung von herausragender Qualität

(in alphabetischer Reihenfolge)

Verbandsgemeinde Bad Schandau, Sachsen, Deutschland, hat im Zuge einesbeispielhaften Prozesses unter einer überdurchschnittlich breiten Einbeziehung der Bürger/innen die Entwicklung des Leitbildes „Perspektive Bad Schandau“ vorangetrieben und daran anschließend konsequent umgesetzt. Besonders stechen dabei die grenzüberschreitende Koordination der Maßnahmen bei Hochwasserschutz und zeitgemäßen touristischen Erlebnisangeboten, die vorausschauende Umgestaltung der gesundheitlichen Dienstleistungen, das logistisch und räumlich sorgfältig ausgearbeitete öffentliche Bussystem sowie die elektronische Plattform „Gutes von Hier“ zur Direktvermarktung heraus. Zusammen mit der behutsamen baulichen Restaurierung von Altbauten mit komplexen architektonischen Maßnahmen ergibt sich eine mottogerechte Denkweise. Hervorzustreichen sind schließlich noch die partnerschaftliche Zusammenarbeit der drei Verbandsgemeinden Bad Schandau, Rathmansdorf und Reinhardtsdorf-Schöna mit ihren jeweiligen Zentralorten und Ortsteilen sowie das Engagement der Ehrenamtlichen für Flüchtlinge in einem sehr schwierigen Umfeld.

Duchroth und Oberhausen an der Nahe, Rheinland-Pfalz, Deutschland, zeichnen sich durch eine begrüßenswerte intensive interkommunale Zusammenarbeit aus. Der Start des Dorferneuerungs­prozesses in Duchroth stand unter der Devise „Unser Neubaugebiet ist der Ortskern“ und damit einem starken Bekenntniss zur Innenentwicklung. Die Revitalisierung von über 50 Objekten im Ortskernbereich bestätigt eindrucksvoll die Nutzung des Leerstandes und damit die Inwertsetzung der vorhandenen Infrastruktur. Eine weitere große Stärke stellt die Gestaltung des öffentlichen Raumes, die sich insbesondere in der Reaktivierung des historischen Ringpfades zeigt, dar. In Oberhausen werden die Umnutzung des alten Bahnhofgebäudes in ein High-Tech-Zahnlabor, die Innovationskraft der Winzerbetriebe und die bauliche Umsetzung zeitgemäßer Architekturlösungen hervorgehoben. Die Erarbeitung einer Zukunftsvision Dorf 4.0 in Zusammenarbeit mit der Hochschule Offenbach verdient ebenfalls besondere Erwähnung.

Groß Schönebeck, Brandenburg, Deutschland, besticht durch die Bewältigung des radikalen Funktionswandels in der Forstwirtschaft und in der Jagd nach der Wende und durch das Annehmen und innovative Weiterentwickeln der neuen Gegebenheiten, die durch die Ausweisung des Biosphärenparks Schorfheide entstanden sind. Auffällig ist die intensive Auseinandersetzung mit der Geschichte, die unter anderem in der Ausstellung „Jagd und Macht“ ihren Ausdruck findet und als sinnvolle „Nachnutzung der Vergangenheit“ gewertet werden darf. Die Schaffung eines neuen Lebensgefühls durch eine herausragende und durchgängige Offenheit gegenüber Neuem und Andersartigem, die sich in mehreren erfolgreichen Projekten manifestiert, sowie die Entwicklung und konsequente Umsetzung hochwertiger partizipatorischer Prozesse werden dem Motto „we!ter denken“ besonders gerecht. Diese Leistung ist umso bedeutender, als dass Groß Schönebeck innerhalb der Großgemeinde Schorfheide in vielen Entwicklungsfragen und Projektgenehmigungen von der Meinungsbildung in der Großgemeinde abhängig ist.

Hopfgarten in Defereggen, Tirol, Österreich, wählte im Laufe des rund 20-jährigen Entwicklungsprozesses seinen ganz eigenen autonomen Weg, dem eine intensive Auseinandersetzung mit den vorhandenen Potenzialen und den daraus resultierenden mittel- und langfristigen Chancen für die rund 700 Seelen zählende Gemeinde zugrunde liegt. Viele facettenreiche und integrierte Projekte und Initiativen dokumentieren eine konsequente Neu-Orientierung, in deren Mittelpunkt die Schaffung von hoher Lebensqualität für alle Dorfbewohner/innen mit ihren unterschiedlichen Bedürfnissen sowie die Wahrung von Authentizität und starker Identität bei gleichzeitig ansteckender Offenheit stehen. Alle Projekte und Initiativen orientieren sich an der Devise: Wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun. Sie sind einerseits von breitem ehrenamtlichen Engagement und aktiver Teilnahme der Bürger/innen und andererseits von tragfähigen überregionalen Kooperationen geprägt.

Iszkaszentgyörgy, Komitat Fejér, Ungarn, zeichnet sich durch eine umfassende und ganzheitliche Entwicklung aus, die den Bedürfnissen der Einwohner/innen gerecht wird. Die Gemeinde bemüht sich dabei, alle vorhandenen Potenziale auszuschöpfen. Mit Problemen setzt man sich sehr bewusst auseinander, was sich auch bei der Lösungsfindung als zielführend erweist.  Mit enormer Eigeninitiative wurde Bemerkenswertes erreicht. Vorbildhaft sind der Umgang mit dem kulturellen Erbe, die effizienten und attraktivn Infrastrukturen für die Bewohner/innen, insbesondere für ältere Menschen einerseits und die Jugend andererseits, sowie das hochwertige Gesundheitswesen. Das alles spiegelt sich auch an der hohen Zahl an Arbeitsplätzen im Dorf. Erwähnenswert ist schließlich auch der große ehrenamtliche Einsatz der Bevölkerung.

Iszkaszentgyörgy fejlődése a falufejlesztés összes tématerületére kiterjedően átfogó jellegű, az ott élők igényeihez alkalmazkodik. Igyekszenek az összes rendelkezésükre álló erőforrást, lehetőséget kihasználni. Tudatosan és célratörően oldják meg a községben felmerülő problémákat. Jelentős eredményeket értek el saját önálló kezdeményezéseik végrehajtásával. Példaszerűen gondoskodnak a rájuk bízott kulturális örökségről, a lakosság, különösen a fiatalok és az időskorúak szociális, egészségügyi ellátásáról. Ez a gondoskodás a helyi munkahelyek számában is megnyilvánul. Mindezen teljesítmények a lakosság nagymértékű közreműködésével valósultak meg. Ezért Iszkaszentgyörgy község Európai Falumegújítási Díjban részesül átfogó, fenntartható és a mottónak megfelelő magas színvonalú falufejlesztési tevékenységéért.

Kašava, Region Zlín, Tschechische Republik, zeichnet sich durch eine nachhaltige Dorfentwicklung auf Basis guter Planungsgrundlagen und intensiver Kooperationen mit Nachbarregionen aus. Mit der Umsetzung der Konzepte unter Einbindung von Bevölkerung und Experten/innen wurden wichtige Schritte für eine zukunftsorientierte Weiterentwicklung gesetzt. So wurde etwa mit der Erhaltung der Biotope, Wiesen und alten Obstsorten ein wichtiger Beitrag zur Artenvielfalt geleistet. Auch das Engagement der Gemeinde zur Förderung des sozialen Lebens ist hervorragend, Bauprojekte verstärken den sozialen und gemeinschaftlichen Aspekt. Erwachsenenbildung wird groß geschrieben, ein Zweckfonds unterstützt kulturelle und sportliche Aktivitäten. Dadurch ist es möglich, das Zusammengehörigkeitsgefühl zu festigen und Projekte gemeinschaftlich umzusetzen. Dem Motto des Preises „we!ter denken“ wird darüber hinaus mit weiteren Maßnahmen in den Bereichen Ökologie und alternativer Energie entsprochen. Insgesamt ist Kašava damit sehr gut für eine Bewältigung der zukünftigen Herausforderungen gerüstet.

Kašava se vyznačuje udržitelným rozvojem obce na základě dobrého plánování a intenzivní spolupráce se sousedními regiony. Důležité kroky k dalšímu rozvoji orientovanému na budoucnost představuje realizace konceptů, do nichž jsou zapojení obyvatelé a experti. Tak se například výrazně přispělo k druhové pestrosti péčí o biotopy, louky a staré druhy ovoce. Také nasazení obce v oblasti podpory sociálního života je nadstandardní, stavební projekty posilují sociální a komunitní aspekt. Vzdělávání dospělých hraje důležitou roli, účelový fond podporuje kulturní a sportovní aktivity. Díky tomu je možné posílit cit pro pospolitost a realizovat společně projekty. Mottu soutěže kromě toho odpovídají další aktivity v oblasti ekologie a alternativních zdrojů energie. Celkově je Kašava díky tomu velmi dobře vybavena pro zvládání budoucích výzev. Kašava se vyznamenává Evropskou cenu obnovy vesnice za celistvý, udržitelný a mottu odpovídající rozvoj vesnice vysoké kvality. Kašava se vyznamenává Evropskou cenu obnovy vesnice za celistvý, udržitelný a mottu odpovídající rozvoj vesnice vysoké kvality.

Loikum, Nordrhein-Westfalen, Deutschland, hat sich dem Leitspruch „Keiner kann alles, niemand kann nichts, gemeinsam schaffen wir viel“ verschrieben, der 2003 gestartete Entwicklungsprozess folgt nicht zuletzt deshalb dem Bottom up-Prinzip, das von Instrumenten wie der Zukunfswerkstatt unter Zuhilfenahme externer Berater/innen getragen wird. Ein Highlight des zukunftsorientierten Entwicklungsprozesses ist das Glasfasernetz, das bereits 2013 in Eigeninitiative und Eigenleistung installiert wurde, hochwertigste Homeoffice-Arbeitsplätze für global operierende Unternehmen sind dadurch entstanden. Großes Augenmerk wird auf die Siedlungsentwicklung, auf unterschiedliche Bedürfnisse abgestimmtes Wohnen, eine attraktive Nahversorgung, die in enger Kooperation mit den örtlichen Biobauern/Biobäuerinnen gewährleistet wird, gelegt. Bemerkenswert ist auch der Betrieb des Bürgerbusses, der von rund 50 Ehrenamtlichen betrieben wird. Positiv sind darüber hinaus der eingeschlagene Weg in Richtung Energieautarkie, die Ortsbildpflege und das rege Vereinsleben zu bewerten.

Markt Stamsried, Bayern,  Deutschland, besticht in seinem 35-jährigen Entwicklungsprozess durch außerordentliche Kontinuität bei gleichzeitiger Innovationskraft, dank derer aus dem strukturschwachen Dorf am Eisernen Vorhang eine moderne Marktgemeinde entstanden ist. Zu den interessantesten Projekten zählen die Revitalisierung des barocken Schlossparks mit dem Naturbad und dem „Pfad der Selbsterfahrung“ sowie die Renaturierung der Kirchbachaue, die sich mit Kneipptretbecken, Barfußpfad, Spielplatz und keltischem Baumkreis zu einem attraktiven Naherholungsgebiet entwickelt hat. Die gute und solide städtebauliche Planung mit viel externer Expertise ist wegweisend, in diesem Geiste sind auch der Umgang mit Baulücken und Leerständen und die fußgängerfreundlichen Maßnahmen im Ortszentrum vorbildlich. Kooperationen, etwa im Bereich des Tourismus sind ebenso erwähnenswert wie der Umgang mit neuen Bürgern/innen. Bestechend ist der Weg hin zur Energieautonomie, der sich in zahlreichen aufeinander abgestimmten Projekten manifestiert.

Oravská Polhora, Region Žilina, Slowakische Republik, beeindruckt mit herausragendem bürgerschaftlichem Engagement, einem mit Experten/innen erstellten, richtungweisenden Entwicklungskonzept und einer Schwerpunktsetzung auf Umweltbildung, die bereits in der Grundschule beginnt und auf breiter Basis gelebt wird. Eine eingerichtete Seniorenuniversität verstärkt den Bildungsansatz. Auf dem Weltkulturerbe des Dudelsackes aufbauend hat sich die Gemeinde zum weit überregionalen Zentrum dieser Kultur entwickelt. Sie ist bestrebt, den nachhaltigen Tourismus zu fördern, wozu die Nutzung einer vorhandenen Heilquelle für die Errichtung eines Heilzentrums und von Radwegen wichtige Beiträge sind. Begleitend dazu wird die Schaffung von Arbeitsplätzen im Gewerbebereich aktiv vorangetrieben und der Abwanderung entgegengewirkt. Als wichtige Herausforderungen sind die sozialen Dienste und die Schaffung von Wohnraum erkannt worden und befinden sich in der Lösungsphase. Die Mottogerechtigkeit ist durch ein facettenreiches „we!ter denken“ in vielen Bereichen gewährleistet.

Oravská Polhora získava Európsku cenu obnovy dediny za komplexný, trvalo udržateľný a motto sledujúci rozvoj vynikajúcej kvality.

Oravská Polhora imponuje vynikajúcou občianskou angažovanosťou, expertmi zostavenou smerodajnou koncepciou rozvoja a ťažiskovou orientáciou na environmentálne vzdelávanie, ktoré začína už na základnej škole a je aplikované v širokom meradle. Tu zriadená univerzita seniorov posilňuje prístupy vo vzdelávaní. Nadväzujúc na svetové dedičstvo gajdošov, sa obec stala centrom tejto kultúry. Snaží sa podporovať udržateľný cestovný ruch, pre ktorý sú významným potenciálom cyklotrasy a miestny liečivý prameň. S tým súvisí aj aktívne vytváranie pracovných miest v komerčnom sektore, čo pôsobí proti odchodu mladých. Dôležitou výzvou sú služby v sociálnej oblasti a výstavba bytov. Súlad s mottom sa prejavuje rozmanitým „myslením dopredu“ v mnohých oblastiach života obce. Oravská Polhora získava Európsku cenu obnovy dediny za komplexný, trvalo udržateľný a motto sledujúci rozvoj vynikajúcej kvality.

St. Andrä, Kärnten, Österreich, schaffte mit dem 2013 begonnen Prozess die Trendwende weg von der Depression zur zukunftsfähigen Entwicklung, die von reger Bürgerbeteiligung und intensivem Austausch zwischen Gemeindeverwaltung und Bürger/innen getragen wird. So konnte sowohl im privaten wie auch im unternehmerischen Bereich proaktiv ein positives Investitionsklima geschaffen werden, das insbesondere dem Stadtkern zu neuem Leben verholfen hat. Das dabei angewandte aktive Leerstandsmanagement zur Förderung von neuen Nutzungskonzepten ist genauso als beispielhaft zu nennen wie das innovative Public-Private-Partnership-Modell, das beim Bau und Betrieb des neuen Rathauses zur Anwendung kommt. Die architektonische und bauliche Qualität der sanierten, umfunktionierten oder neu errichteten Objekte ist hoch. Die Lebendigkeit des Stadtkerns manifestiert sich schließlich auch in regem kulturellen Leben und steigender touristischer Attraktivität, wobei insbesondere der Exkursionstourismus hinsichtlich Orskernbelebung zu nennen ist, der gleichzeitig auch eine positive Bestätigung des eingeschlagenen Weges darstellt.

Truden, Südtirol, Italien, lief aufgrund der abseitigen Lage und wenig touristischen Entwicklung Gefahr, in vielen zentralen Bereichen der Gemeindeentwicklung den Anschluss zu verpassen. Zahlreiche Leerstände vor allem in der historischen Bausubstanz im Ortskern sowie fehlende Einrichtungen für Kinder und Senioren/innen waren nur einige der vielen anzupackenden Aufgaben. In einer beispielhaften neuen Partizipationskultur gelang es der erst 2015 neu gewählten Gemeindeverwaltung, das Blatt zu wenden. Im Rahmen eines gemeindlichen Leerstandsmanagements konnten zahlreiche junge Familien überzeugt werden, statt neu zu bauen, vorhandene Bausubstanz zu nutzen, damit den Ortskern zu beleben und zum schonenden Umgang mit der Ressource Boden beizutragen. Wegweisend sind auch der Ausbau der Elektromobilität, die Inwertsetzung des gemeindeeigenen Waldes, zahlreiche Einrichtungen für Jugendliche und Senioren und die Verknüpfung von Landwirtschaft und Tourismus, die durch den bewussten Verzicht auf Hagelnetze sichtbaren Ausdruck findet.

Waidhofen an der Ybbs, Niederösterreich, Österreich, zeichnet sich durch einen langjährigen Entwicklungsprozess aus, der 1988 in den Katastralgemeinden begann und 1993 einen umfassenden Stadterneuerungsprozess induzierte, der in der ambitionierten Vision 2030 mündete – einem hochkarätigen Leitfaden für die gesamte Gemeinde im Bereich Wohnen, Arbeiten und Tourismus, der gemeinsam von Bürgern/innen, Experten/innen und politisch Verantwortlichen formuliert wurde. Die Umsetzung dieser Vision ist bereits weit fortgeschritten und in einer Vielzahl von Leuchtturmprojekten in den Bereichen Baukultur, Regionalwirtschaft, Kunst und Kultur, zeitgemäßer sozialer Infrastruktur wie auch Ökologie ersichtlich. Zahlreiche Maßnahmen wurden in interkommunaler Zusammenarbeit realisiert, so arbeitet die Gemeinde beispielsweise beim Breitbandausbau, der gemeindeübergreifenden Flächenwidmung und im Rahmen des ÖPNV unter anderem mit der Hauptregion Mostviertel, der Kleinregion und der Leaderregion Eisenstraße zusammen.Herausragend erscheint auch die Installierung eines „Stadtkümmerers“, der die Innenstadt-Unternehmer und die Verwaltung koordiniert und somit zur Innenstadtaufwertung beiträgt. Generell sind die Offenheit für Heterogenität und Vielfalt, zeitgemäße Beteiligungs­strukturen und breites bürgerschaftliches Engagement sowie das beispielhafte Miteinander von Stadt und Land auf Augenhöhe positiv zu erwähnen.

Europäischer Dorferneuerungspreis für besondere Leistungen in mehreren Bereichen der Dorfentwicklung

Germerode, Hessen, Deutschland, baut seinen Entwicklungsprozess auf den bestehenden Potenzialen wie historische Klosteranlage, Bildungsstätte „Altes Forsthaus“, Gastronomie und Wildpark, Gewerbe- und Handwerksbetriebe sowie viele aktive Vereine auf, wagt aber auch Neues. Dank einer Inspiration aus Österreich wird Germerode durch das Thema Mohnblüte geprägt. Der innovative Ansatz zur ihrer Vermarktung integriert die Landwirtschaft, die Herstellung von regionalen Spezialitäten sowie den Vertrieb vor Ort und funktioniert hervorragend als eine Attraktion für Touristen, die den Geo-Naturpark Frau Holle-Land besuchen. Die Förderung der standortverträglichen Erwerbsmöglichkeiten mit Blick auf regionale Wertschöpfungsketten gelingt dadurch beispielhaft. Die Gesellschaft zur Erhaltung der Klosteranlage, der viele Dorfbewohner/innen angehören, kümmert sich um das einzigartige Kulturerbe vor Ort. Dank der Evangelischen Communität Koinonia wird Germerode zum Zentrum der Spiritualität und Besinnung. Unter den Aktivitäten zahlreicher Vereine ist vor allem die Initiative des Vereins Dorfzentrum Germerode zu nennen, die auf eine seniorengerechte und familienfreundliche Entwicklung des Dorfes etwa mit barrierefreiem Wohnen für Jung und Alt abzielt. Mit der Eröffnung des Dorflandens mit einem Café ist es gelungen, die Grundversorgung im Dorf zu gewährleisten.

Heřmanov, Region Vysočina, Tschechische Republik, zeichnet sich nach dem politischen Umbruch durch die zuerst erbrachten Leistungen und Investitionen im Infrastrukturbereich – Wasser, Gas, Elektrizität, Telefon und Kanal – sowie die hervorragend gelungene Renovierung des Pfarrhofs aus. Hervorzuheben ist auch die Steigerung der Lebensqualität im Dorf durch ein sehr reges Vereinsleben und die Schaffung des Kulturzentrums Hermanek im ehemaligen Volksschulgebäude, in dem sehr vielen Akzente für Jung und Alt gesetzt werden. Der Ansatz, den „sanften Tourismus“ mit einem Wander- und Radwegenetz in einer so großartigen Naturlandschaft zu forcieren, wird als richtig und zukunftsweisend beurteilt und es gibt auch schon erste Erfolge. Dazu zählen ein realisierter Naturlehrpfad mit 16 Stationen und ein Biobetrieb mit 27 Hektar, der auch ein Ferienhaus vermietet. Das Motto „weiter denken“ wird durch viele geplante neue Projekte hier offensichtlich gelebt.

Počítají se k nim ponejprv aktivity a investice v oblasti infrastruktury – voda, plyn, elektřina, telefon a kanalizace, jakož i nadstandardně vydařená renovace fary. Vyzdvihnout je třeba také zvýšení kvality života díky čilému spolkovému životu a vytvoření kulturního centra Heřmánek v budově bývalé obecní školy s mnoha aktivitami pro mladé i starší. Přístup zaměřený na podporu „šetrného turismu“ se sítí turistických a cyklistických tras v tak nádherné přírodní krajině je také hodnocen jako správný a směrodatný pro budoucnost a vykazuje již první úspěchy. K nim se počítá realizovaná přírodní naučná stezka se 16 zastávkami a zemědělský podnik zaměřený na bioprodukci s 27 hektary, který nabízí také ubytování pro turisty. Motto „MYSLET DÁL“ je zde díky mnoha nově plánovaným projektů viditelně žito. Heřmanov se vyznamenává Evropskou cenou obnovy vesnice za zvláštní výsledky ve více oblastech rozvoje vesnice. Heřmanov se vyznamenává Evropskou cenou obnovy vesnice za zvláštní výsledky ve více oblastech rozvoje vesnice.

Holzheim, Ostbelgien, Belgien, begann seinen Entwicklungsprozesses mit der Gründung eines Dorfvereines im Jahr 2003, mit Hilfe dessen es gelungen ist, nahezu alle Dorfbewohner/innen zu mobilisieren und damit eine hohe und qualitätvolle Bürgerbeteiligung zu etablieren. Das daraus resultierende überdurchschnittliche bürgerschaftliche Engagement ist allgegenwärtig und verdient hohe Anerkennung. Die derzeit laufende Realisierung des Dorfhauses mit zwei „Sprungbrett-Wohnungen“, das Pilotprojekt zur Abwasserklärung, die hohe Sensibilität für ökologische Fragen, die sich unter anderem in der hohen Dichte biologisch wirtschaftender Landwirte/innen manifestiert, und die Installation alternativer Energieformen sowie das Bauland-Modell in der Ortsmitte stellen herausragende Projekte für das kleine Dorf mit seinen rund 100 Einwohnern/innen dar.

Langenstein, Sachsen-Anhalt, Deutschland, hat es für ein vom Umbruch nach 1990 betroffenes Dorf in einem seit Jahrzehnten laufenden Entwicklungsprozess mit großem Engagement von Bürgern/innen sehr gut geschafft, die vorhandenen Potenziale zu nutzen und fortzuentwickeln. Langenstein verfolgt das Ziel, sich in der Nordharzregion als ein Standort mit Lebens- und Wohnqualität für jüngere und ältere Menschen zu etablieren. Der Dorfkern wurde mit dem Ausbau der Kultur- und Festscheune auf dem denkmalgeschützten Schäferhof gestärkt, die einzigartigen Höhlenwohnungen wurden restauriert, erhalten und in Wert gesetzt, die Erinnerungskultur an die Opfer des ehemaligen Konzentrationslagers wird für die Gegenwart nutzbar gemacht, eine neue Schule wurde in Bürgerverantwortung gegründet, das Vereinsleben gestärkt und weitere Projekt angedacht und ausdiskutiert.

Nahetal-Waldau, Thüringen, Deutschland, hat den strukturellen Wandel, der durch die Wiedervereinigung Deutschlands notwendig wurde, aktiv gestaltet und kann auf einige hervorragende Ergebnisse des mit Bürgerbeteiligung durchgeführten Entwicklungsprozesses verweisen. Das Bekenntnis zur Ortsinnenentwicklung und die Revitalisierung historischer und ortstypischer Gebäude mit Fachwerk und Schieferfassade ist vorbildhaft gelungen. Besonders erwähnenswert ist die Aufrechterhaltung des Schulstandortes als Privatinitiative und damit verbunden die Stärkung der Identität und des Selbstbewusstseins der örtlichen Bevölkerung. Die Bemühungen um den sanften Tourismus im Zusammenhang mit dem Naturpark Thüringerwald tragen bereits Früchte.

Oosterlo, Flandern, Belgien, hat sich in besonderer Weise des Themenkreises Inklusion verschrieben und auf dem Niveau von Leuchtturmprojekten umfassende, aufeinander abgestimmte Maßnahmen umgesetzt. Die Arbeitsgruppe BuitenMaten hat eine qualitativ hochwertige Analyse des Dorflebens erarbeitet. Wichtige Projekte haben eine nachhaltige Belebung des Dorfes angestoßen: Die Natur wird als Erlebnis inszeniert, was in mehreren Projekten Berücksichtigung findet, die alte Schule wurde zu einem Dorfhaus umgebaut, das als Begegnungszentrum gemeinsam mit der Öffnung des Parks zu einer maßgeblichen Belebung des Ortszentrums geführt hat. Die Wiedereinführung des Jahrmarkts, die gemeinschaftliche Aussaat von Dinkel und einige weitere Projekte stärken das soziale Miteinander, lassen ein hohes Maß an nachhaltigem Bewusstsein erkennen und sind auf kluge Weise miteinander vernetzt.

Oosterlo, Vlaanderen, België, zet zich bijzonder in voor inclusie en heeft in vuurtorenprojecten alomvattende, gecoördineerde maatregelen geïmplementeerd. De werkgroep BuitenMaten voerde een kwalitatief hoogwaardige analyse van het dorpsleven uit. Belangrijke projecten brachten een duurzame opleving van het dorp op gang: De natuur wordt geënsceneerd als een ervaring in verschillende projecten en de oude school werd herbouwd tot een dorpshuis. Dat leidde als ontmoetingscentrum samen met de opening van het park tot een aanzienlijke heropleving van het dorpscentrum. De herintroductie van de jaarlijkse boerenmarkt, het gezamenlijk zaaien van spelt en enkele andere projecten versterken de sociale verbondenheid en zijn op intelligente wijze aan elkaar gelinkt. Oosterlo krijgt daarvoor een Europese prijs voor dorpsvernieuwing voor uitstekende prestaties op verschillende gebieden van de dorpsontwikkeling.

Ujazd, Opole, Polen, überzeugt mit einem 1997 begonnenen Erneuerungsprozess, der positive gesellschaftliche Entwicklungen ausgelöst hat. Es sind zahlreiche Dorferneuerungsgruppen entstanden, die sich im Zusammenwirken mit der Stadt Ujazd erfolgreich um die finanzielle Sicherung der dörflichen Projekte bemühen. Die Wirtschaftsentwicklung, gefördert vor allem durch die gute Anbindung an die Autobahn, aber auch die Sozial- und Wohnungspolitik, das breite kulturelle Angebot und die gepflegte Landschaft bewirken eine deutlich größere Attraktivität, die eine stark gesunkene Arbeitslosigkeit, leicht steigende Einwohnerzahlen und erste Rückkehrer zur Folge hat.

Gmina Ujazd przekonana do procesu odnowy wsi zainicjowanego w 1997 r., a który wywołał pozytywne zmiane społeczne. Powstały liczne grupy odnowy wsi, które współdziałając z miastem Ujazd z sukcesem starały się o środki finansowe na projekty wiejskie. Ich realizacja skutkowała prężnym rozwojem gospodarczym, któremu sprzyja przede wszystkim skomunikowanie z autostradą A4, ale również polityka społeczna i mieszkaniowa, a do tego bogata oferta kulturalna jak rownież ład krajobrazowy, wszystko to złożyło się w konskekwencji się na wyraźny wzrost atrakcyjnosci gminy, mocny spadek stopy bezrobocia, umiarkowany wzrost ilości mieszkańców i pierwsze powroty osób, które wyjechały za pracą.Gmina Ujazd zostaje wyróżniona Europejską Nagrodą Odnowy Wsi za szczególne osiągnięcia w wielu obszarach odnowy wsi.

Warta, Łódzkie, Polen, zeichnet sich in besonderer Weise dadurch aus, dass es als Großgemeinde mit 68 verstreuten Ortsteilen und einer denkbar schlechten infrastrukturellen Ausgangslage einen Entwicklungsprozess mit zwei großen Schwerpunkten und etlichen kleineren Projekten in Gang gesetzt hat. Die beiden Schwerpunkte beziehen sich auf den Hauptort Warta mit der Schaffung von Außen- und Innenräumen für kulturelle und kreative Veranstaltungen sowie von interessanten touristischen Angeboten rund um den Wassersport im Jeziorsko-Staubecken. Gleichzeitig wurde durch viele kleinere Projekte in verschiedenen Bereichen das Vereinsleben in den Ortsteilen gefördert. Aufbauend auf bemerkenswert hohen Eigenleistungen konnte eine große Zahl an identitätsstiftenden Aktionen realisiert und damit die Dorfgemeinschaften deutlich gestärkt werden.

Warta wyróżnia się szczególnie tym, że jest wielką powierzchniowo gminą miejsko-wiejską składającą się z 68 rozproszonych sołectw i miejscowości, która będąc w trudnej sytuacji wyjściowej, jeżeli chodzi o infrastrukturę, wdrożyła proces zmian opierający się na dwóch priorytetach jak również na bazie licznych pomniejszych projektach. Priorytety dotyczyły miasta Warty, siedziby gminy i stworzenia odpowiedniej przestrzeni publicznej i infrastruktury lokalowej przeznaczonej na działalność kulturalną i imprezy kreatywne, jak również przygotowano interesującą ofertę turystyczną dotyczącą sportów wodnych na terenie zbiornika Jeziorsko. Dodatkowo liczne mniejsze projekty doprowadziły do ożywienia działalności organizacji pozarządowych i stowarzyszeń na terenie poszczególnych sołectw. Bazując na godnym podziwu wysokim zaangażowaniu społeczności lokalnej i wkładzie własnym zrealizowano cały szereg działań budujących tożsamość lokalną i wyraźnie zacieśniając wspierając wspólnotę wiejską. Gmina Warta zostaje wyróżniona Europejską Nagrodą Odnowy Wsi za szczególne osiągnięcia w wielu obszarach odnowy wsi.

 

Witteveen, Niederlande, liegt als eines von 35 Dörfern der Gemeinde Midden-Drenthe in einem der am dünnsten besiedelten Teile der Niederlande. Die drohende Schließung der Grundschule sorgte 2011 für ein Erwachen, die Problematik des demografischen Wandels ehrlich zu erfassen und eigenbestimmt Lösungen für die Zukunft zu finden: Fusionierung von Grundschule und Jugendsport mit dem Nachbarort bei gleichzeitiger engerer Vernetzung der Radwegeverbindungen, Installierung der Arbeitsgruppe Nieuw Grijs (Neues Grau), das Projekt Naoberkracht, das Wünsche und Möglichkeiten der Dorfbewohner/innen in einer digitalen Kartei erfasst, private Hilfsanfragen und -angebote miteinander vernetzt und neue Projekte initiiert, sowie das ehrenamtliche Engagement für ein Hochgeschwindigkeits-Glasfasernetz. Aus der leer gefallenen Grundschule ist ein voll funktionierendes Mehrgenerationenzentrum geworden. Zusammenhalt und Engagement werden heute in Witteveen in außergewöhnlichem Maße und mit modernem Geist gelebt.

Witteveen is onderdeel van de 35 dorpen tellende gemeente Midden-Drenthe en geldt als één van de dunst bevolkte delen van Nederland. De dreigende sluiting van de basisschool in 2011 was het startmoment om de problematiek van de demografische veranderingen op een eigen, oorspronkelijke wijze aan te pakken. Witteveen nam het initiatief tot de fusie van de basisschool met het nabije buurdorp. Evenzo werd de voetbalverenigingen samengevoegd, werd gericht gestuurd op betere fietspaden-verbindingen tussen de dorpen, werd de werkgroep Nieuw Grijs in het leven geroepen, het project Naoberkracht gestart dat wensen en mogelijkheden van de dorpsbewoners zeer uiteenlopend inventariseert waardoor vraag- en aanbod met elkaar verbonden kunnen worden. De jury ontmoette in Witteveen enthousiaste dorpsbewoners die zelfbewust uiteenlopende vraagstukken succesvol aanpakken; in het bijzonder is daarbij te benoemen het initiatief om in de gemeente Midden-Drenthe een hoogwaardig en snel glasvezel-netwerk te realiseren. Uit de niet meer in gebruik zijnde basisschool in Witteveen is een centrum ontstaan voor alle generaties. Sociale samenhang, eigentijdse benadering en actief burgerschap zitten in de vezels van de Witteveen samenleving. De jury van de Europese Dorpsvernieuwingsprijs bekroont Witteveen met een prijs voor bijzondere prestaties op meerdere terreinen van de dorpsontwikkeling.

19. bis 21. Juni 2018

Hinterstoder, Oberösterreich, Österreich, von internationaler, interdisziplinärer Jury zum Sieger im Wettbewerb um den Europäischen Dorferneuerungspreis 2018 unter dem Motto „we!ter denken“  gekürt; außergewöhnlich hohe Qualität aller 23 Einreichungen; Preisverleihung vom 20. bis 22. September 2018 in Fließ, Tirol.

Der Wettbewerb um den Europäischen Dorferneuerungspreis 2018 ist entschieden: Eine interdisziplinäre internationale Jury hat dieser Tage nach einer um­fassenden Begutachtung vor Ort bei der abschließenden Bewertungssitzung in St. Pölten die Gemeinde Hinterstoder, Oberösterreich, Österreich, zum Sieger gekürt.

„Hinterstoder zeigt äußerst facettenreich, wie die Hebung der Lebensqualität in einem attraktiven, innovativen und zukunftsfähigen Dorf zum Schlüsselfaktor eines partizipativen Entwicklungsprozesses werden kann. Die Dynamik und der Erfolg basieren maßgebend auf dem regen Ideenaustausch über kreative Kooperationen mit den ruralen wie den urbanen Lebenswelten. Highlights aus einer Vielzahl an realisierten Projekten sind die Erstellung eines Naturraum-Entwicklungskonzeptes für das Stodertal, die Rückwidmung von Baugrundstücken in Grünland, die Renaturierung des Naturjuwels Schiederweiher, die effiziente Nutzung von endogenen Rohstoffen zur Wärmegewinnung, die Umnutzung der alten Post für zentrumsnahes Wohnen, die Umstellung der Ortsbeleuchtung gemäß Energieeffizienz, Verkehrssicherheit und Gesundheit, die Schaffung von Begegnungs-und Dokumentationsräumen in hoher architektonischer Qualität, die Stärkung des lokalen Wirtschaftspotenzials und des touristischen Angebots unter der Dachmarke „Hinterstoder pur“, die Förderung einer nachhaltigen Mobilität für Einheimische und Gäste sowie eine Vielfalt an herausragenden Aktivitäten im Bereich Kunst und Kultur. Kurz und gut: Hinterstoder wird dem Motto ‘we!ter denken‘ auf eine umfassende und strahlkräftige Weise in bester Form und höchster Qualität gerecht“, heißt es in der Beurteilung der Bewertungskommission.

23 Einreichungen aus ganz Europa auf hohem und höchstem Niveau

Neben der Siegergemeinde Hinterstoder haben es noch 13 weitere Teilnehmer in die höchste Kategorie geschafft, die jene Orte umfasst, die sich durch eine ganzheitliche, nachhaltige und mottogerechte Dorfentwicklung von herausragender Qualität auszeichnen. An neun Teilnehmer wird ein Euro­päischer Dorferneuerungspreis für besondere Leistungen in mehreren Bereichen der Dorfentwick­lung verliehen. Aufgrund der ungewöhnlich hohen Qualität der 23 Einreichungen, wurde heuer erstmals weder ein „Dorferneuerungspreis für besondere Leistungen in einzelnen Bereichen der Dorfentwicklung“ noch eine „Lobende Anerkennung besonderer Leistungen“ vergeben.

Innovationspreis in Memoriam Camille Gira

Auf Anregung der Geschäftsführung der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung wird in Erinnerung an und Wertschätzung für den kürzlich verstorbenen luxemburgischen Staatssekretär Camille Gira, Bürgermeister der Siegergemeinde 1996 Beckerich und langjähriges Mitglied der Jury um den Europäischen Dorferneuerungspreis, ein „Innovationspreis in Memoriam Camille Gira“ in Leben gerufen. Er geht an die niedersächsische Dorfgemeinschaft Flegessen – Hasperde – Kleinsüntel für einen herausragenden basisdemokratischen Prozess, der von globalem Verantwortungsbewusstsein und nachhaltiger Orientierung geprägt ist.

Die Preisverleihung, die den Höhepunkt einer mehrtägigen Veranstaltung mit Exkursionen, Ausstellungen und kulturellen Begegnungen bildet und ein großes europäisches Fest sein wird, findet vom 20. bis 22. September 2018 in der Siegergemeinde des vergangenen Wettbewerbes, nämlich in der Tiroler Gemeinde Fließ, statt.

Anlässlich der 2. Bewertungssitzung empfängt Landesrat Martin Eichtinger die Jury des Europäischen Dorferneuerungspreises am 20. Juni 2018 im NÖ Landhaus.

3. Mai 2018

Der Vertreter Niederösterreichs beim 15. Europäischen Dorferneuerungspreis ist die Statutarstadt Waidhofen an der Ybbs. Das gaben Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, der Vorsitzende der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, Landeshauptmann a. D. Erwin Pröll, und Bürgermeister Werner Krammer in einem Pressegespräch im Landhaus in St. Pölten bekannt.

Für Landeshauptfrau Mikl-Leitner verbindet die Dorferneuerung und das Land Niederösterreich eine lange Erfolgsgeschichte. Viele Menschen seien bereit, sich in der Dorferneuerung freiwillig und ehrenamtlich zu engagieren und Verantwortung zu übernehmen. Aufgabe des Landes sei es, diese Dynamik in den Regionen zu unterstützen, zu begleiten und in übergeordneten Fragen auch richtungsweisend vorzugeben. An konkreten Maßnahmen nannte sie regionale Beschäftigungs-Initiativen, die Breitband-Offensive für schnelles Internet in allen Regionen, die Initiative Landarzt zur bestmöglichen Gesundheitsversorgung am Land, die Dezentralisierungs-Offensive mit der Verlagerung von Arbeitsplätzen in die Regionen und den Ausbau von Straße und Schiene.

Die Landeshauptfrau erinnerte, dass die Projektwettbewerbe der Niederösterreichischen Dorf- und Stadterneuerung alle zwei Jahre durchgeführt werden. Der Sieger der Kategorie „Ganzheitlichkeit“ sei „ein Aushängeschild in Sachen Dorferneuerung“ und vertrete Niederösterreich auf europäischer Ebene im Zuge des Europäischen Dorferneuerungswettbewerbs. „Nur die Besten eines Landes aus 38 Regionen werden entsendet, das macht den Europäischen Dorferneuerungspreis, der heuer unter dem Motto ‚weiter denken‘ steht, so wertvoll“, so Mikl-Leitner. Die Preisverleihung findet im Herbst (September) in Fließ in Tirol statt. Die Landeshauptfrau ist überzeugt, dass Waidhofen an der Ybbs gut abschneiden werde und wünschte der Stadtgemeinde viel Erfolg.

Für Erwin Pröll soll die ARGE Orientierungshilfe geben bei der Weiterentwicklung des ländlichen Raums. Entscheidend bei der Dorferneuerung sind für ihn die Ganzheitlichkeit und Nachhaltigkeit, die Bereitschaft „das Heft selber in die Hand zu nehmen“ und in Zeiten der Globalisierung „die Eigenschaften, Einzigartigkeit und Lebensweisen“ der Regionen zu erhalten.

Der ARGE-Präsident betonte, dass der Wettbewerb um den Europäischen Dorferneuerungspreis seit dem Jahr 1990 ausgeschrieben wird und heuer zum 15. Mal stattfindet. Pröll ist überzeugt, dass Waidhofen an der Ybbs „unglaublich viel Potenzial in sich birgt und Chancen für ein gutes Abschneiden bei diesem Bewerb hat“.

Für Bürgermeister Krammer ist es eine besondere Auszeichnung, dass Waidhofen an der Ybbs als Niederösterreichs Vertreter teilnimmt. Waidhofen habe bereits seit 1988 in verschiedenen Ortsteilen im Rahmen der Dorferneuerung zahlreiche Projekte initiiert und umgesetzt. Heute zeichne Waidhofen neben einem historischen Stadtzentrum auch eine dörfliche Struktur aus.

13. April 2018

Das Gute bestmöglich präsentieren – um diesem Anspruch gerecht zu werden, haben sich  Vertreter/innen zahlreicher, am Europäischen Dorferneuerungspreis 2018 teilnehmenden Dörfer, Gemeinden und Regionen zu einem Workshop mit Juroren/innen in München eingefunden. Vor allem für die Gestaltung der Begutachtungen vor Ort, die im Mai und Juni stattfinden, konnten wichtige Anregungen und Tipps vermittelt und erste Bekanntschaften mit den Mitgliedern der Jury geknüpft werden.

2018-Einladung-Workshop.pdf

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16. Oktober 2017

Die Vollversammlung 2017 der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, die am 16. Oktober 2017 in Krakau, Polen, stattfand, bot eine Rückschau auf ein beeindruckendes Arbeitsprogramm und einen Ausblick auf nicht minder ambitionierte Zukunftsprojekte. Neu im Kreis der Vollversammlungsmitglieder ist Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, die ab sofort das Land Niederösterreich in der ARGE vertritt. Als jüngstes Mitglied konnte die Niederösterreichische Dorf- und Stadterneuerung aufgenommen werden, die künftig von Erwin Pröll und Landesobfrau Maria Forstner repräsentiert wird.

“Große Ideen brauchen Zeit, um verstanden und in sinnvollen Projekten umgesetzt zu werden. Das betrifft auch die Entwicklung der ländlichen Räume in Europa, die lange nur aus der agrarpolitischen Perspektive gesehen wurde. Nicht zuletzt dank des 28-jährigen Engagements der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung sind Themen wie Leerstandsmanagement und Ortskernentwicklung, demographischer Wandel und soziale Erneuerung der Dörfer, um nur einige zu nennen, in der Gesellschaft und wohl auch bei vielen AgrarpolitikerInnen als zentrale Zukunftsthemen angekommen“, betonte der Präsident der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, Landeshauptmann a. D. Erwin Pröll, bei der Vollversammlung 2017 der ARGE, die am 16. Oktober in der Landwirtschaftlichen Universität Krakau, Kleinpolen, abgehalten wurde. Die Wojewodschaft Kleinpolen ist seit September 2016 Mitglied der ARGE.

Die Bilanz, die Erwin Pröll und Geschäftsführerin Theres Friewald-Hofbauer über die vergangenen Monate zogen, konnte sich jedenfalls sehen lassen: Mit Konferenzen, Workshop, Netzwerktreffen einem Multimediawettbewerb und Ausstellungen auf der Grünen Woche in Berlin und der Agrotravel in Kielce zu Themen wie „European Rural Benefits & Innovations 2020“, „Naturschutz und Landwirtschaft – Vom Gegensatzpaar zum Erfolgsgespann einer inno­vati­ven Entwicklung der ländlichen Räume in Europa“ oder „Kleine Dörfer in großen Verwaltungsgemeinschaften“ wurde man auf überzeugende Weise dem Anspruch auf europaweitem Know-how-Transfer gerecht. Zum grenzüberschreitenden Erfahrungsaustausch trugen insbesondere auch eine Dorferneuerungsstudienfahrt nach Luxemburg und Belgien sowie der 14. Wettbewerb um den Europäischen Dorferneuerungspreis unter dem Motto „offen sein“ bei. Die abschließende Preisverleihung im September 2016 im ungarischen Tihany mit mehr als 1000 Gästen aus zahlreichen europäischen Ländern erwies sich dabei als ein wahres Fest der Begegnung, bei dem das europäische Wir-Gefühl reiche Nahrung erhielt. Die Herausgabe mehrerer Publikationen, darunter eine „Rural Roadmap –  Best Practice einer nachhaltigen Entwicklung europäischer Dörfer und Landgemeinden“, und die Installierung einer interaktiven Online-Landkarte, wo man per Mausklick die besten europäischen Dorf- und Gemeindeentwicklungsprojekte aufrufen kann, komplettieren das umfangreiche und vielfältige Aktivitätenspektrum.

Von großer Brisanz für die Entwicklung der ländlichen Räume sind die Themen, derer sich die Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung 2015 annehmen will. „Zusammen wachsen – Zusammenwachsen. Integration und Migration im ländlichen Raum“ wird dabei ebenso Raum gegeben werden wie „Potenziale des LEADER-Programms für die ländliche Entwicklung“ oder „Aktive BürgerInnen und starke Regionen in einem geeinten Europa“. Zentralen Stellenwert wird schließlich auch der Europäische Dorferneuerungswettbewerb 2018 haben, der unter dem Motto „weiter denken“ steht und im Juni 2017 ausgelobt wurde.

Einstimmig und mit großer Freude haben die Ordentlichen Mitglieder der ARGE der Aufnahme des Vereins „NÖ Dorf-und Stadterneuerung – Gemeinschaft der Dörfer und Städte“, der durch Erwin Pröll und Landesobfrau Maria Forstner repräsentiert wird, in ihren Kreis zugestimmt.

Als eine große Wertschätzung, die der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung entgegengebracht wird, ist schließlich auch anzusehen, dass niemand Geringerer als die Regierungschefin selbst, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, das Land Niederösterreich in der ARGE vertritt. „Die Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung ist ein wertvolles und starkes Netzwerk, das Europas Dörfern eine Stimme gibt, grenzüberschreitenden Erfahrungsaustausch im Bereich der Entwicklung ländlicher Räume fördert und herausragende Leistungen der Landbevölkerung weithin sichtbar macht. Niederösterreich hat hier von Beginn an eine Schlüsselrolle eingenommen und daran soll sich auch in Zukunft nichts ändern. Daher ist es mir ein großes Anliegen, die politische Repräsentanz des Landes Niederösterreich in der Generalversammlung der ARGE persönlich zu übernehmen“, so das Statement der Landeshauptfrau.

27. bis 29. September 2017

Wage zu denken! Potenziale und Grenzen für eine nachhaltige regionale Entwicklung – unter diesem Titel organisierte der Universitäts.club Wissenschaftsverein Kärnten vom 27. bis 29. September 2017 in Weissensee eine dreitägige Konferenz. ARGE-Geschäftsführerin Theres Friewald-Hofbauer war der Einladung zu einem Impulsreferat unter dem Titel “Dorfentwicklung und Dorfentdeckung – Bewährtes bewahren. Unbekanntes zulassen. Neues wagen.” genauso gefolgt wie der Sprecher des Netzwerkes erfolgreicher Teilnehmer am Europäischen Dorferneuerungspreis Helmuth Innerbichler und Bürgermeister Martin Netzer aus Gaschurn, ebenfalls eine im Europäischen Dorferneuerungswettbewerb preisgekrönte Gemeinde.

Arbeit der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung durch „Masterplan. Aufschwung für den ländlichen Raum“ bestätigt. Erfolgreicher Teilnehmer am Europäischen Dorferneuerungspreis als Pilotgemeinde.

„Der von Minister Andrä Rupprechter initiierte Masterplan für den ländlichen Raum weist in die richtige Richtung, weil er Schwerpunkte aufgreift und Maßnahmenvorschläge bringt, die auf einen modernen, den Anforderungen von Gegenwart und Zukunft gerecht werdenden Lebens-, Arbeits- und Erholungsraum abzielen“, zeigt sich die Geschäftsführerin der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung,Theres Friewald-Hofbauer, erfreut.

Dass die im Masterplan aufgegriffenen Kapitel nahezu deckungsgleich jene Themenfelder widerspiegeln, die die ARGE in ihrer „Rural Roadmap. Leitbild für eine nachhaltige Entwicklung europäischer Dörfer und Landgemeinden“ vor drei Jahren herausgegeben hat, zeige deutlich, dass man in Österreich einen ganzheitlichen, tiefgreifenden und vernetzten Ansatz wähle, um die Vitalität des ländlichen Raumes zu gewährleisten. Friewald-Hofbauer: „Der Masterplan trägt in vielem die Handschrift der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung. Das ist letztlich nicht verwunderlich, ist er doch unter der Schirmherrschaft von ARGE-Präsident Erwin Pröll und – wie auch die Rural Roadmap – unter Einbindung von Bürgern/innen, Politik, Verwaltung sowie Experten/innen, nur eben auf europäischer Ebene, entstanden.“

Nun gelte es mit aller Anstrengung, Schritt für Schritt die Konkretisierung, Umsetzung und das Aufeinander-Abstimmen der im Masterplan angeregten Maßnahmen voranzutreiben und damit einen nachhaltigen Mehrwert für die gesamte Gesellschaft zu erwirken – dies sei freilich der mindestens genauso schwierige Part. „Unsere Erfahrungen in unserem Netzwerk von Akteuren in erfolgreichen Dorferneuerungsgemeinden zeigen aber, dass der Erfolg ländlicher Entwicklung maßgeblich vom politischen Willen und den entsprechenden Rahmenbedingungen sowohl auf nationaler als auch auf regionaler und kommunaler Ebene abhängig ist.“ Der Masterplan sei daher auch als wichtiges Signal für Verantwortungsträger/innen im ländlichen Raum zu werten.

Kirchberg an der Pielach: Erfolgreiche Teilnahme am Europäischen Dorferneuerungspreis und Pilotgemeinde für Audit

Das im Einklang mit dem Masterplan neu entwickelte Communal Audit des Landwirtschaftsministeriums ist für die ARGE, die seit vielen Jahren auf die Bedeutung von umfassender Prozessbegleitung setzt, besonders begrüßenswert. Mit dem niederösterreichischen Kirchberg an der Pielach fungiert denn auch ein Dorf als Audit-Pilotgemeinde, das im Zuge des im Zwei-Jahres-Rhythmus stattfindenden Wettbewerbes um den Europäischen Dorferneuerungspreis erfolgreich von der interdisziplinären und international besetzen Jury evaluiert worden ist. Kirchberg an der Pielach erreichte bei seiner Teilnahme 2016 die höchste Kategorie und war damit Sieganwärter.

Potenzielle Preisträger kommender Jahre können vom neuen Communal Audit zweifelsohne profitieren – der Europäische Dorferneuerungspreis 2018, der unter dem Motto „WE!TER DENKEN“ steht, wurde erst vor wenigen Tagen ausgeschrieben.

Elektronische Landkarten als Wegweiser in eine prosperierende Zukunft

Dass das, was die Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung mit ihrer elektronischen Roadmap, einer interaktiven Landkarte zu ausgewählten Best-Practice-Beispielen in ganz Europa, vor rund eineinhalb Jahren auf www.ruralroadmap.eu begonnen hat, auf der Homepage des Landwirtschaftsministeriums nun ein österreichisches Pendant gefunden hat, ist ebenfalls eine begrüßenswerte Neuerung. „Auch wenn es für ländliche Kommunalwesen keine fertigen Entwicklungskonzepte von der Stange geben kann und jedes Dorf, jede Gemeinde und jede Region ihre eigenen, auf die spezifischen Stärken aufbauenden Strategien entwickeln muss, sind Ideen-Pools, Know how-Transfer und Erfahrungsaustausch von unschätzbarem Wert. Elektronische Roadmaps wie die der ARGE und des BMLFUW können alle diese Funktionen erfüllen“, gibt sich Theres Friewald-Hofbauer abschließend überzeugt.

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29. August 2017

Die Generalversammlung der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung heißt die niederöster­reichische Landeshauptfrau in ihrem Gremium herzlich willkommen und freut sich über ihre damit einhergehende maßgebliche Verstärkung und Aufwertung.

„Die Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung ist ein wertvolles und starkes Netzwerk, das Europas Dörfern eine Stimme gibt, grenzüberschreitenden Erfahrungsaustausch im Bereich der Entwicklung ländlicher Räume fördert und herausragende Leistungen der Landbevölkerung weithin sichtbar macht. Niederösterreich hat hier von Beginn an eine Schlüsselrolle eingenommen und daran soll sich auch in Zukunft nichts ändern. Daher ist es mir ein großes Anliegen, die politische Repräsentanz des Landes Niederösterreich in der Generalversammlung der ARGE persönlich zu übernehmen“, erklärte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner anlässlich der Jahres­hauptversammlung 2017 der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, die am 16. Oktober in Krakau, Polen, abgehalten wurde und mit der offiziellen Installierung Mikl-Leitners ihren Höhepunkt fand. Sie folgt damit Landeshauptmann a. D. Dr. Erwin Pröll nach, der weiterhin die Funktion des ARGE-Vorsitzenden innehat.

Die Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung wurde 1989 als eine Plattform des Ökosozialen Forums Österreich gegründet. Seit Februar 2007 ist sie ein eigenständiger Verein mit Sitz in St. Pölten, zu dessen Mitgliedern vorrangig europäische Regionen, Länder und Staaten zählen. Die Mitglieder sind durch jeweils zwei wahl- und stimmberechtigte Personen, üblicherweise ein/e PolitikerIn und eine/en MitarbeiterIn der Verwaltung, in der Vollversammlung/Generalversammlung vertreten.

Ziel der ARGE ist es, die Lebensqualität im ländlichen Raum zu steigern, das Selbstbewusstsein der Bürger/innen zu heben und deren Identität als lokal verwurzelte Europäer/innen mit gemeinsamen Werten zu stärken sowie die gesamtgesellschaftliche Bedeutung des ländlichen Raumes als zukunftsfähige Lebens-, Erholungs- und Wirtschaftsräume bewusst zu machen.

Davon ausgehend wurde mittlerweile eine Fülle von Aktivitäten in verschiedenen europäischen Regionen gesetzt, die sich schwerpunktmäßig auf ökologische, öko­no­mische, soziologische und kulturelle Fragen des Dorflebens konzentriert haben. Neben internationalen Kongressen, Fachtagungen und Diskussions­veranstaltungen, Foto- und Multimediawettbewerben, zahlreichen Publikationen und regelmäßigen Studienfahrten sind hier vor allem die Wettbewerbe um einen Europäischen Dorferneuerungspreis, die im Zwei-Jahres-Rhythmus durchgeführt werden, zu nennen. Die Auslobung des Europäischen Dorferneuerungspreises 2018 unter dem Motto „weiter denken“ erfolgte im Juni 2017.

19. bis 22. Juni 2017

Die Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung organisiert heuer zum 17. Mal eine Studienfahrt zu beispielhaften und richtungweisenden Dorferneuerungs- und Landentwicklungsprojekten. Die Exkursionsziele liegen diesmal in Luxemburg und Belgien.

Besichtigt und besprochen werden Projekte im Kanton Redange (LUX), im Naturpark OUR (LUX) sowie in Ostbelgien. Inhaltlich wird ein bunter Mix aus Klimaschutz, erneuerbaren Energien und Energieeffizienz, Ressourcenschonung sowie Verbesserung der ökologischen Qualität, Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit im ländlichen Raum, Integration/Migration im ländlichen Raum, touristische Inwertsetzung des ländlichen Raums, Wertschöpfung und Wirtschaft im ländlichen Raum, Verbesserung der Lebensqualität für unterschiedliche Alters- und Interessensgruppen etc., geboten.

Die Exkursion per Bus startet am Montag, 19. Juni 2017 um etwa 13.00 Uhr in Luxemburg und endet ebendort am Donnerstag, 22. Juni 2017, gegen 15.30 Uhr. Der Kostenbeitrag für Bus, Eintritte und Gebühren, Nächtigung und Mahlzeiten während der gesamten Exkursion wird sich voraussichtlich auf € 300,– für TeilnehmerInnen aus ARGE-Mitgliedsregionen (Bayern, DG Belgien, Burgenland, Kleinpolen, Luxemburg, Niederschlesien, Niederösterreich, Opole,  Rheinland-Pfalz, Sachsen, Salzburg, Schweiz, Slowakei, Slowenien, Südtirol, Thüringen, Tirol, Tschechische Republik, Ungarn, Vorarlberg) sowie auf € 350,– für alle anderen TeilnehmerInnen belaufen. Die verbleibenden Kosten werden von der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung getragen. Arbeitssprache ist deutsch. Eventuell erforderliche Dolme­tscherInnen sowie An- und Abreise nach und von Luxemburg müssen von den Teil­neh­merInnen finanziert werden.

Ich darf Sie nun im Namen des Vorsitzenden der ARGE, Landeshauptmann a.D. Dr. Erwin Pröll, sehr herzlich zu dieser Studienfahrt einladen und Ihnen darüber hinaus die Möglichkeit einräumen, maximal fünf weitere TeilnehmerInnen Ihres Landes (Behörden, NGOs, Gemeindeverbände, Gemeinden, Dörfer) bzw. Ihrer Region bzw. Ihrer Gemeinde zu nominieren. Die Teilnahme einer größeren Delegation ist aber möglich, sollten nach Ablauf der Anmeldefrist (2. Juni 2017) noch Plätze frei sein.

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10. bis 11. Mai 2017

Der Wettbewerb um den 15. Europäischen Dorferneuerungspreis ist geleitet von der Intention, besonders herausragende und beispielhafte Entwicklungs- und Erneuerungsprozesse in ländlichen Gemeinwesen „vor den Vorhang“ zu bitten und – unter Berücksichtigung des ökonomischen und sozio-kulturellen Kontextes – zu prämieren. Vorrangiges Kriterium ist, dass die gesetzten Maßnahmen gemäß dem „Leitbild der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung für eine nachhaltige Entwicklung europäischer Dörfer und Landgemeinden“ zu einer Stärkung der Zukunftsfähigkeit ländlicher Räume und zu einer Hebung der Lebensqualität der DorfbewohnerInnen beitragen.

Der Wettbewerb forciert daher ganz besonders jene Dörfer, ländlichen Gemeinden und kommunalen Allianzen in Europa, die sich in Bottom-up-Prozessen den aktuellen Herausforderungen ihres Lebensraumes mit angepassten, innovativen und visionären sowie auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Projekten gestellt und damit eine zeitgemäße und zukunftsorientierte Entwicklung in Gang gebracht haben. Darüber hinaus dürfen jenen Orten besondere Chancen eingeräumt werden, die sich nicht als abgeschlossene „Inseln“ betrachten, sondern die sich als Teil ihrer Region, ihres Landes, Europas, ja der Welt erkennen. Dazu gehört auch die Bereitschaft, im Rahmen ihrer Möglichkeiten Verantwortung für die Bewältigung von großen Herausforderungen und für die Lösung von Problemen zu übernehmen, von denen die gesamte Menschheit betroffen ist.

Das Wettbewerbsmotto “weiter denken” trägt der Tatsache Rechnung, dass in einer zunehmend komplexen Welt jede Entscheidung und jede Einzelmaßnahme Auswirkungen auf andere Sektoren haben. Dazu kommt, dass dörfliche und ländliche Entwicklung in wachsendem Ausmaß mit Herausforderungen konfrontiert sind, die weder in engen räumlichen Grenzen noch mit kurzsichtigen oder engstirnigen Antworten zu bewältigen sind. Es soll daher ein Signal dafür sein, sich den gewandelten Realitäten zu stellen, sich als Entdecker und Entwickler nachhaltiger Prozesse zu erweisen und mit innovativen, kreativen und ganzheitlichen Maßnahmen den Fortschritt zu wagen.

Dabei geht es ganz besonders auch darum, die Einbindung aller Menschen, die mit dem betreffenden Lebensraum in Beziehung stehen, in das örtliche Geschehen zu forcieren und auf diese Weise unterschiedlichere Perspektiven, weitere Horizonte und vielfältigere Ideen zu gewinnen. Nicht zuletzt will das Wettbewerbsmotto jene ländlichen Gemeinwesen ansprechen, die Netzwerkbildungen vorantreiben und sich mit ihren Nachbarn zu interkommunalen und regionalen Verbänden zusammengeschlossen haben.

Kriterien

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Critères 

8. bis 10. September 2016

Die Tiroler Gemeinde Fliess gewinnt den Europäischen Dorferneue­rungspreis 2016, der von der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung unter ihrem Vorsitzenden Landeshauptmann Erwin Pröll diesmal unter dem Motto „offen sein“ ausgetragen wurde. Rund 1.000 DorferneuerungsakteurInnen aus ganz Europa wohnten der stimmungsvollen Preis­verleihung in der ungarischen Plattensee-Gemeinde Tihany, die den Wettbewerb vor zwei Jahren gewonnen hatte, bei. Der Festakt war in ein buntes Rahmenprogramm eingebettet, das sich vom 8. bis 10. September über drei Tage erstreckte und bei dem sich sowohl die Gastgeber als auch die 24 Wettbewerbsteilnehmer aus elf Staaten auf vielfältige Weise präsentierten und begegneten.

Das Motto des 14. Europäischen Dorferneuerungspreises lautete „offen sein“ und war ein Signal dafür, der „Kirchturm-Politik“ den Rücken zu kehren, Scheuklappen abzulegen und einen offenen Blick für das Neue, das Unbekannte und das Ungewöhnliche zu gewinnen. Dabei ging es gleichermaßen um Offenheit für innovative Ideen, Strategien und Perspektiven wie auch um die Offenheit für Menschen mit „anderen“ Lebenskonzepten, Religionen, Nationalitäten und gesellschaftlichen Backgrounds. „Dorferneuerung, so wie wir sie in der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung sehen, meint neben dem äußerem Erscheinungsbild und sichtbaren oder in Zahlen messbaren Maßnahmen auch die ‚inneren’, die ‚weichen’ Qualitäten einer Kommune, die es zu stärken gilt“, erläuterte der Vorsitzende der ARGE, Landeshauptmann Erwin Pröll, im Rahmen eines Talks, bei dem auch hochrangige Vertreter der ungarischen Regierung teilnahmen, die Wettbewerbs-Intentionen. Es zeige sich deutlich: „Wer in seiner Heimat fest verankert ist, der kann auch weltoffen anderen Menschen und Kulturen begegnen. Wer weiß, wo er steht, muss keine Angst davor haben, entwurzelt zu werden.“ Menschliche Vielfalt stelle keine Bedrohung, sondern eine Bereicherung dar.

Die Herausforderungen für die ländlichen Räume Europas sind enorm, demografische Veränderungen, Stadt- und Landflucht, Klimawandel, Ressourcenknappheit, infrastrukturelle Ausdünnung und schrumpfende Wertschöpfung zählen zu den zentralen Problemen, die es zu lösen gilt. Die finanziellen Mittel wie auch die strukturellen Rahmenbedingungen dafür sind vielfach alles andere als optimal. „Umso wichtiger ist es für Dörfer, Gemeinden und Kleinregionen, Offenheit für neue, zuweilen auch unkonventionelle Wege an den Tag zu legen“, zeigte sich der Vorsitzende der international und interdisziplinär besetzten Jury, der Luxemburger Charles Konnen, überzeugt. „Wir erkennen einen deutlichen Vorteil für jene, die offen sind für Kooperationen, die die Grenzen zu ihren Nachbarn als Übergänge ansehen und die sich mit diesen zu interkommunalen und regionalen Allianzen und Ver­bänden zusammengeschossen haben.“

Dorfführungen, Besichtigungen, ein Open Space mit den WettbewerbsjurorInnen, eine Aus­stellung der Wettbewerbsprojekte mit Verkostungen regionaler Produkte und ein mitreißen­des wie auch berührendes kulturelles Programm, das von Gastgebern und Gästen gestaltet wurde, ließen Tihany zum Schauplatz für ein grandioses dreitägiges Fest der Begegnung werden, bei dem Europa nicht als abstraktes Gebilde, sondern als vielfältige, pulsierende Gemeinschaft erlebt wurde.

Erstmals eine Tiroler Gemeinde als Siegerin

Die siegreiche Gemeinde Fließ, die den renommierten Europäischen Dorferneuerungspreis erstmals nach Tirol holen konnte, beeindruckte die Jurorinnen und Juroren mit einem beispielhaften, von den Gemeindeverantwortlichen initiierten, den Bürgerinnen und Bürgern getragenen, aufeinander abgestimmten und von ExpertInnen begleiteten Entwicklungs­prozess – ein Entwicklungsprozess, der auf den vorhandenen Potenzialen aufbaut und durch regionale wie auch überregionale Kooperationen bereichert wird.Ständige Begleiter sind ein hohes Maß an Offenheit für neue Ideen und eine ausgeprägte Sensibilisierung für die eigene Geschichte.

Im Zentrum des vorbildlichen Entwicklungsgeschehens stehen

  • eine ressourcenschonende Siedlungspolitik,
  • eine zeitgemäße Baukultur zur Belebung der Ortskerne,
  • die Schaffung bzw. Erhaltung von hochwertigen Einrichtungen und Dienstleistungen, die auf die Bedürfnisse aller Generationen und Bevölkerungsgruppen ausgerichtet sind,
  • die Unterstützung von Landwirtschaft, Wirtschaft und Beschäftigung,
  • die Förderung von Kunst und Kultur sowie
  • die Pflege und Inwertsetzung von Natur- und Kulturlandschaft.

Als besonders mottogerecht wurden seitens der Bewertungskommission schließlich die gemeindeübergreifende Zusammenarbeit im Naturpark Kaunergrat, die Hinwendung zu einer mutigen Architektur, die kreativen Wege in der Schule oder die intelligente und inte­grationsfördernde Einbindung von AsylwerberInnen ins Treffen geführt.

Enorm hohe Qualität aller teilnehmenden Dörfer

Neben der Siegergemeinde Fließ haben es noch weitere sieben der insgesamt 24 teil­nehmenden Dörfer, Gemeinden oder Regionalverbände in die höchste Kategorie geschafft, die jene Teilnehmer umfasst, die sich durch eine ganzheitliche, nachhaltige und motto­gerechte Dorfentwicklung von herausragender Qualität auszeichnen. Darüber hinaus wurde erstmals ein Sonderpreis der Jury vergeben, der die slowakische Gemeinde Spišský Hrhov für das wertschätzende Zusammenleben aller Bevölkerungsgruppen belohnt.

Presseaussendung

Europäischer Dorferneuerungspreis 2016

Fließ, Tirol, Österreich

Die knapp 3.000 EinwohnerInnen zählende Gemeinde Fließ liegt geographisch weit verzweigt in zwei Talschaften, dem Inntal und dem Pitztal, zwischen 840 m und 2.786 m Seehöhe. Die fünf Hauptorte werden ergänzt durch eine große Zahl an idyllischen Weilern, die Bezirkshauptstadt Landeck ist 7 km, die Landeshauptstadt Innsbruck 80 km entfernt.

Wie viele ländliche Gemeinwesen war Fliess zu Beginn der 1980er-Jahre von Abwanderung, Leerstand in den Ortszentren, Schließung von Nahversorgern, Rückgang der Arbeitsplätze und einem massiven Funktionsverlust gekennzeichnet. Doch nicht Resignation, sondern eine um­fassende, ganzheitliche Entwicklungsarbeit, die in gleicher Weise auf kommunale Eigenständig wie auch auf regionale Netzwerke setzt, war die Antwort. Einer der Eckpunkte der Trendwende war eine vorausschauende, ressourcen­bewusste Siedlungspolitik, die neues verdichtetes Bauen ermöglichte, in Kombination mit dem Ankauf von Grundstücken und leer gefallenen Gebäuden im Ortskern. Mittels Architekturwettbewerben, an denen auch die Bürgerinnen beteiligt werden, gelang es, bemerkenswerte baukulturelle Akzente zu setzen und vielfältige Einrichtungen zu schaffen, die zu einer deutlichen Revitalisierung und  Erhöhung der Lebensqualität der Bewoh­nerInnen führten.  Aber nicht nur das zeitgemäße Bauen – Beispiele dafür sind das multi­funktionale Gebäude gegenüber der Kirche mit Café, Museum, Mehrzwecksaal und Büros, das Naturparkhaus und das Gemeindezentrum – genießt einen hohen Stellenwert. Auch das Bewusstsein für das Architekturerbe wurde geschärft, wie in herausragender Weise die fach­gerechte Sanierung eines rätoromanischen Mittelflurhauses sowie eines ortsbildprägenden Gasthauses aus dem 15. Jahrhundert, das für Wohnen, Büros und kulturelle Zwecke zeitgenössisch umgebaut wurde, beweist.

Auf engem Raum beherbergt das attraktive Dorfzentrum nun viele Funktionen im Sinne der Nahversorgung mit Gütern und Dienstleistungen aller Art. Auch ein Jugendclub, preisgünstige Starterwohnungen und betreubare Wohnungen haben hier Platz gefunden und sind ein Zeichen dafür, dass die Bedürfnisse aller Generationen wahrgenommen werden. In diesem Zusammen­hang sei auch auf das große Engagement der Gemeinde zur Erhaltung der kleinen Volksschulen sowie die Modernisierung der Neuen Mittelschule verwiesen, die auch Kindergarten, Krippe und Hort Raum gibt und damit eine ganzjährige, qualitativ hochwertige Betreuung von Kindern zwischen einem und 15 Jahren gewährleistet. Auch das inhaltliche Konzept der NMS  mit einer Freiraumklasse, die lebensnahes ökonomisches, handwerkliches und künstlerisches Lernen aufbauend auf den regionalen Ressourcen und Besonderheiten verfolgt, beeindruckt. Wesentlichen Anteil daran  hat die enge Kooperation der Schule mit dem Museumsverein und dem Naturpark Kaunergrat.

Apropos Naturpark Kaunergrat: Die vor neun Jahren gegründete, über  Gemeindegrenzen hinausgehende Plattform für Pflege und schonende Inwertsetzung von Natur- und Kultur­landschaft, nachhaltiges Wirtschaften und regionale Wertschöpfung hat heute den Rang eines erfolgreichen Impulsgebers und einer effizienten Serviceschnittstelle für Naturschutz, Landwirt­schaft, Tourismus und Bildung. Große überregionale Beachtung finden die Maßnahmen für ein barrierefreies Piller Moor und das Natur- und Kultur­panorama „Gacher Blick“. Auch eine wichtige soziale Funktion vermag der Naturpark zu erfüllen: AsylwerberInnen, die in der Gemeinde unter­gebracht sind, finden hier nicht nur eine Beschäftigung, sondern erhalten dabei im Rahmen eines LEADER-Projektes in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Fließ eine Ausbildung als Schutz­gebiets­helfer. Eine wertvolle Maßnahme im Sinne der Integration, die explizit als Win-win-Situation bezeichnet wird, was  verdeutlicht, dass „offen sein“ in Fließ auch  gegenüber den Fremden auf der Flucht gilt.

Weitere Kernelemente der nachhaltigen Entwicklung des Preisträgerortes sind die Modernisierung der gemeindeeigenen Almgebäude und Sennereien für die in einer Agrargemeinschaft organi­sierten LandwirtInnen, die Schaffung zusätzlicher Arbeitsplätze durch Firmenneugründungen von JungunternehmerInnen mit Gemeindestarthilfe, das Engagement im Bereich erneuerbarer Energien als E5-Gemeinde und die kommunale Breitbandversorgung. Nicht zuletzt sei auch die beeindruckende „Museumslandschaft“ genannt: Die zahlreichen außergewöhnlichen Funde aus der Räten- und Römerzeit werden in angemessener und sehr ansprechenden Form in einem Archäologischen Museum, dem Dokumentationszentrum Via Claudia Augusta sowie in der Freilichtausgrabung und -ausstellung in der Tiefgarage des neuen Gemeindezentrums präsentiert. Und auch zeitgenössische Kunst und Kultur sind allgegenwärtig, zum Beispiel mit Ausstellungen wie „Häuser“ über Hausbaukultur in Tirol oder „Aus der Norm“ über Menschen, die anders sind, die im privat geführten Kulturgasthof „Weißes Kreuz“, der gemeinnützigen Initiativen Raum bietet, untergebracht sind.

Fließ ist es Dank einer Vielzahl von miteinander koordinierten, von der Gemeinde angeregten und gleichzeitig mit ausgesprochen hoher Bürgerbeteiligung umgesetzten Maßnahmen gelungen, eine Wiederbelebung des Ortes zu erreichen – ein Prozess, der von regionalen und überregionalen Kooperationen bereichert wird, ein hohes Maß an Offenheit für neue Ideen aufweist und durch Sensibilisierung für die eigene Geschichte und Identität das Neue, Andere und Fremde nicht als Bedrohung abweist, sondern als Bereicherung zu integrieren vermag. Fließ ist damit beispielgebend, wird dem Motto „offen sein“ voll und ganz gerecht und wird daher mit dem Europäischen Dorferneuerungspreis 2016 ausgezeichnet.

Europäischer Dorferneuerungspreis für eine ganzheitliche, nachhaltige und mottogerechte Dorfentwicklung von herausragender Qualität

Dobków, Niederschlesien, Polen, beeindruckt mit bestens vernetzten Entwicklungszielen und -maßnahmen, die sich auf den Ausbau des sanften Tourismus, Landschaftspflege, Erhaltung alter Handwerke und traditioneller Fertigkeiten, Stärkung der Identitäts- und Bewusstseinsbildung sowie das Setzen kreativer kultureller Initiativen konzentrieren. Dadurch gelingt es, die wirtschaftliche Entwicklung des Dorfes voranzutreiben, die Beschäftigung zu fördern und Synergien zu erzeugen, die zusätzliche positive Effekte auslösen. Als besonders inspirierend werden die Einrichtung eines Freilichtmuseums der Handwerke und der Architektur sowie die Sanierung eines alten Bauerhofes und seine Umnutzung zum gut besuchten Ökozentrum „Sudetischer Bildungshof“, der als Multiplikationsfaktor in der Entwicklung fungiert, angesehen. Die Schwerpunkte scheinen gut gewählt, besonders für einen Ort mit einer belasteten und unterbrochenen Geschichte. Die Menschen in Dobków stellen sich problembewusst ihren Herausforderungen, sind sich ihrer Potenziale bewusst und nutzen diese in vorbildlicher Weise zur nachhaltigen Entwicklung ihres Ortes.

Dobków, Dolny Śląsk, Polska, zachwyca wzorcową siecią celów i działań rozwojowych, które koncentrują się na ożywieniu łagodnej turystki, ochronie walorów krajobrazowych, zachowaniu starych rzemiosł i tradycyjnych umiejętności, wzmocnieniu kształtowania tożsamości i świadomości, jak również realizacji kreatywnych inicjatyw kulturalnych. Poprzez to skutecznie udaje się przyspieszyć rozwój gospodarczy miejscowości, wesprzeć zatrudnienie i uzyskać synergię, która jest źródłem dodatkowych pozytywnych efektów. Za szczególnie inspirujące uważa się utworzenie ekomuzeum rzemiosła i architektury, jak również renowacja starego gospodarstwa i jego przekształcenie w cieszące się dużym zainteresowaniem i często odwiedzane ekocentrum „Sudecka Zagroda Edukacyjna”, które stanowi multiplikator w  procesie rozwoju. Główne kierunki wydają się być dobrze obrane, szczególnie dla miejscowości charakteryzującej się trudną, pozbawioną ciągłości historią. Mieszkańcy Dobkowa świadomi istniejących problemów, podejmują wyzwania, świadomi swego potencjału, wykorzystują go w sposób wzorcowy dla zrównoważonego rozwoju swojej  miejscowości.

Hoetmar, Nordrhein-Westfalen, Deutschland, ist es gelungen, als Ortsteil einer zusammen­gelegten Kommune die verlorene Eigenständigkeit durch die Bildung einer starken und breit aufgestellten Dorfgemeinschaft auszugleichen und über ein beispielhaftes zivilgesellschaftliches Engagement aus eigener Kraft das Zusammenleben und die Lebensqualität des Ortes durch Bündelung aller Kräfte und Ressourcen selbst zu gestalten. Gesteuert und koordiniert werden die Projekte in einer gut vernetzten Dorfwerkstatt. Besonders bestechen die offene Schule und das darum gestaltete Umfeld als Drehscheibe für die Begegnung von allen gesellschaftlichen Gruppen. Die Vielzahl an Maßnahmen und das enorme ehrenamtliche Engagement führen zu einem hohen Maß an Solidarität, das in der Schaffung von vielen kleinen und größeren Hilfestellungen für MitbürgerInnen mündet. So etwa sind neben zahlreichen anderen Initiativen insbesondere der Bürgerbus zur Befriedigung von Mobilitätsbedürfnissen oder der Umgang mit AsylwerberInnen und deren Integration als beispielhaft und nachahmenswert zu nennen.

Hoonhorst, Niederlande nimmt seit mehreren Jahren beispielgebend seinen Entwicklungsprozess selbst  in die Hand und setzt  konsequent in allen Belangen auf ökonomische, ökologische und soziale Nachhaltigkeit. Dabei werden in einem beeindruckenden  Bottom-up-Prozess und mit geschickter Netzwerkarbeit innovative Strategien und Finanzierungsmodelle entwickelt, die wegweisend sind.  Die Projektumsetzung, beispielhaft seien hier die energetische Sanierung  des  Kulturhauses, der Bau  einer Nahwärmeversogung auf Basis von Holzhackschnitzeln und die Errichtung von PV-Anlagen auf öffentlichen und privaten Gebäuden genannt, erfolgt unter breiter Beteiligung der Bevölkerung Hoonhorsts. Das ermöglicht nicht nur bedeutende Kostenein­sparungen  im gemeindlichen Haushalt, sondern sorgt durch Einspeisevergütungen auch für ständige Einnahmen. Die Anschaffung eines gemeinschaftlichen Elektroautos, der Einsatz ehrenamtlicher FahrerInnen,  die Installierung einer koordinierten Verleihstelle für unterschied­lichste Alltagsgüter (share economy) sowie „Starterhouses“ für  die junge Generation runden die Projekte ab und zeigen, dass  Hoonhorst nicht nur offen ist für die notwendigen gesellschaftlichen Transformationsprozesse, sondern sie auch beispielgebend löst.

Het dorp Hoonhorst (Nederlandse) heeft jaren geleden een indrukwekkend dorpsontwikkelingsproces opgestart, waarin consequent  economische, ecologische en sociale aspecten zijn vervlochten. Op een, vanuit internationaal perspectief bezien, imponerende wijze worden bottom-up innovatieve strategieën en financieringsmodellen ontwikkelt die anderen tot voorbeeld strekken. De sanering van het Kulturhus, de realisering van een houtsnippergestookte dorps-centrale-verwarminginstallatie en de plaatsing van zonnepanelen op zowel private daken als ook op gemeenschapsvoorzieningen werden en worden breed gedragen in de dorpsgemeenschap. Daarmee bespaart men niet alleen op de daarmee samenhangende investeringen en exploitatielasten, door de betaling van marktconforme prijzen voor de duurzaam opgewekte energie heeft men ook een eigen “bank” gecreëerd van waaruit nieuwe investeringen ter hand kunnen worden genomen. De aanschaf van een elektrische dorpsdeelauto, de inzet van vrijwillige chauffeurs, de  materieel-o-theek (share-economy), het tezamen met de woningcorporatie realiseren van woningen voor starters zijn andere succesvolle projecten die tonen dat Hoonhorst niet alleen openstaat voor maatschappelijke vraagstukken maar deze ook, tot voorbeeld voor anderen, oppakt.

Kirchberg an der Pielach, Niederösterreich, Österreich, hat es auf außergewöhnliche Weise geschafft, einen Entwicklungsprozess umzusetzen, der von Beginn an dem so genannten Kirchturm-Denken eine Absage erteilt hat und den eigenen Weg als Teil eines größeren Ganzen zu begreifen. Der Ort erfüllt eine Zentralfunktion im Pielachtal und ist Sitz und Motor eines Verbundes von acht Gemeinden, der Pielacher Regionalplanungsgemeinschaft. Diese acht Gemeinden stehen für Marke „Dirndltal“, die als Marke weit über die regionalen Grenzen hinaus eine hohe Coperate Identity aufweist. Die Entwicklungsstrategie Kirchbergs setzte und setzt vorwiegend auf die Themen Soziales, Umwelt und Energie sowie auf Tourismus und Wirtschaft. Kirchberg zeichnet sich durch ein reges Vereinsleben und vielfältige sozialen Infrastrukturen im Ort aus, in der Bildung genauso wie in den Bereichen Gesundheit und Kultur. Highlights sind außerdem der Einsatz für den Erhalt der Mariazellerbahn, die als Lebensader des gesamten Pielachtales bezeichnet werden kann, und der unkonventionelle Weg der Berufsausbildung für schwer vermittelbare Jugendliche. Die Raumordungsplanung auf regionaler Basis, der vorbildhafte Umgang mit Flüchtlingen und die Einbindung der BewohnerInnen in den Entwicklungsprozess und die damit verbundenen Projekte runden den herausragenden Charakter der Dorferneuerung ab.

Klingenmünster, Rheinland-Pfalz, Deutschland hat es geschafft, in einem seit Jahrzehnten laufenden Entwicklungsprozess unter enger Einbindung der BürgerInnen die vorhandenen Potenziale zu erkennen, zu nutzen und weiterzuentwickeln bzw. auszubauen. Besonderer Wert wird dabei einerseits auf das Humanpotenzial und damit verbunden eine starke Dorfgemeinschaft und andererseits auf die Bewahrung der Kulturlandschaft sowie der schützenswerten Bausubstanz gelegt. Auch die eigene Geschichte wird als Reichtum erkannt und genützt, insbesondere die Landwirtschaft und vor allem der Weinbau sowie historische Stätten wie die Burg Landeck prägen das Bild und die Entwicklung. Zahlreiche Einrichtungen, insbesondere im sozialen Bereich, ermöglichen ein gutes Zusammenleben aller Generationen. Herausragend ist die Bürgerstiftung Pfalz, die eine Plattform für vielfältige innovative Projekte weit über Klingenmünster hinaus bietet. Das Zusammenleben der DorfbewohnerInnen mit den Beschäftigten und den PatientInnen der Pfalzklinik, die auch die mit Abstand größte Arbeitgeberin ist, funktioniert sehr gut und ist von enger Kooperation und beiderseitiger Offenheit füreinander geprägt.

Markt Stadtlauringen, Bayern, Deutschland, konnte auf bemerkenswerte Weise dank eines kommunalen sowie interkommunalen Entwicklungsprozesses der demografischen und ökonomischen Schrumpfung entgegenwirken. Bemerkenswert sind dabei das hohe, von der Gemeinde aktiv geförderte und geforderte bürgerschaftliche Engagement bei sämtlichen Projekten und Maßnahmen, die allesamt Leuchtturmcharakter aufweisen. Sie reichen von der touristischen Inwertsetzung historischer Gebäude und kulturlandschaftlicher Juwele über die umfassende Beschäftigung mit Ökologie und Energie und eine gezielte Förderung der baulichen wie auch soziokulturellen Innenentwicklung bis hin zur Schaffung Sozial-, Kultur- und Bildungs­einrichtungen sowie zur Förderung des Vereinslebens. Beispielhaft sind dabei die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den umliegenden Gemeinden sowie die Entwicklung und Nützung herausragender Kommunikationswege zwischen Gemeindeverantwortlichen, ExpertInnen und BürgerInnen – eine Offenheit füreinander, die zu besonders innovativen und nachhaltigen Entwicklungsprozessen geführt hat und führt.

Naturpark Our, Luxemburg, steht als interkommunaler Zusammenschluss von acht Gemeinden als Garant für eine nachhaltige Entwicklung in vielfältigen Bereichen. So ist es den Naturpark-Gemeinden gelungen, die Region aus dem Dornröschenschlaf einer ehemaligen Randlage mit schwierigen wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen zu wecken und durch abgestimmte Konzepte und vertrauensvolle Zusammenarbeit zu einem attraktiven Wohn- und Arbeitsstandort zu entwickeln. Die äußerst erfolgreichen Bemühungen im Bereich Klimaschutz  – die Naturpark-Region nimmt in Sachen Klimaschutz und Energieeffizienz eine Vorreiterrolle auf nationaler wie auch auf europäischer Ebene ein –, beim Aufbau zukunftsweisender technischer, sozialer, kultureller und Freizeitinfrastruktureinrichtungen, im Umgang mit der hohen ökologischen und naturräumlichen Bedeutung des Gebiets sowie in der Bewältigung demografischer Herausforde­rungen sind beispielhaft. Sie sind das Ergebnis einer über viele Jahre gewachsenen „offenen Zusammenarbeit“ sowohl auf Ebene der BürgerInnen als auch auf jener der Unternehmen und der politischen Gremien. Diese Offenheit manifestiert sich ebenso in der selbstverständlichen Integration der ausländischen MitbürgerInnen, die in den Naturpark-Gemeinden fast 30 Prozent ausmachen, sowie in der Bereitstellungen von umgenutzter Bausubstanz für AsylbewerberInnen.

Europäischer Dorferneuerungspreis für besondere Leistungen in mehreren Bereichen der Dorfentwicklung

Behrungen, Thüringen, Deutschland, zeichnet sich durch eine starke und selbstbewussteDorfgemeinschaft aus, die unmittelbar nach der deutschen Wende die Bereitschaft aufbrachte, die neuen Möglichkeiten zu nutzen, indem man sich in verschiedener Hinsicht öffnete – geografisch, baulich-infrastrukturell und sozio-kulturell. So wurde die Offenheit von der Vision zum Programm geworden. Insbesondere der Wiederaufbau zu Kontakten und das Eingehen von Kooperationen mit den unterfränkischen Nachbardörfern ist dabei nennenswert. Behrungen ist Mitglied der Grabfeld-Allianz, einer Gemeinschaft von fränkischen und thüringischen Gemeinden des so genanannten Grabfeldes zur Stärkung der regionalen Identität, Schaffung einer gemeinsamen Marke und Vermarktung der Region nach außen hin. Die Dorferneuerung ist gut strukturiert aufgebaut. Die Siedlungsentwicklung ist genauso vorbildlich wie die Revitalisierung von schützenswerter alter Gebäudesubstanz. Unter dem Motto “Grabfeld, grenzenlos mittendrin” versucht die Gemeinde, sich als Destination zwischen den Tourismus-Hochburgen Thüringer Wald und Rhön zu etablieren und ein eigenes Profil zu entwickeln. Speziell zu erwähnen ist dabei die sensible Nutzung der unter Denkmalschutz stehenden ehemaligen Grenzanlage als Zeitzeugin und Mahnmal zugleich.

Blauen, Kanton Baselland, Schweiz, besticht mit einer „Vorwärtsstrategie“, mit der die Gemeinde den Herausforderungen der zunehmenden Überalterung der Bevölkerung aktiv begegnet, indem sie sich gezielt Familien aus der prosperierenden Pharma- und Biotechnologieindustrie der Region als attraktiver, den Anforderungen einer modernen und pluralistischen Gesellschaft gerecht werdender Wohnsitz präsentiert. Nach intensiver Auseinandersetzung mit der Thematik in professionell begleiteten SWOT-Analysen, Umfragen und Workshops wurden seit 2012 durch Projektgruppen Konzepte und teilweise auch bereits Lösungen zur Steigerung der Attraktivität des Dorfes entwickelt, von denen ein Gutteil auch gleich in Form von Projekten in Angriff genommen wurde. Dies führte zu einer hohen Identifikation und einer neuen Dynamik im Ort. Sichtbares Zeichen der Veränderung ist das kurz vor Vollendung stehende „Begegnungszentrum“ mit modernem Dorfladen, Bistro, «Dorfstübli» und Kindertagestätte als wichtigste Investition in die soziale Infrastruktur. Beispielgebend für die Innenentwicklung und die Gestaltung der Dorfmitte sind die betreuten bzw. betreubaren Wohnungen im ehemaligen Schulhaus. Zur Ergänzung des Nahverkehrs wurde zusammen mit der Postbus AG ein kommunales Mitfahr­netzwerk eingerichtet, das weit über die Gemeindegrenzen hinaus hohe Aufmerksamkeit erfahren hat und erfährt – genauso wie die Auszeichnung „Kinderfreundliche Gemeinde“, die Blauen als erster Kleingemeinde der Schweiz 2014 durch die UNICEF verliehen worden ist.

Großseelheim, Hessen, Deutschland, zeichnet sich durch eine aktive, selbstverwaltete Dorfgemeinschaft und durch vorbildhafte Bürgerbeteiligungsprozesse aus, die sich nicht ausschließlich auf die „angestammte“ Bevölkerung beschränken, sondern in die gezielt auch NeubürgerInnen und Zugezogene eingebunden werden und die sich damit als zentraler Integrationsfaktor erweisen. Großseelheim kann auf eine Reihe umgesetzter Maßnahmen in mehreren Bereichen verweisen. Besonders hervorzuheben sind dabei beispielhafte Projekte wie das ausgesprochen dynamische Netzwerk „Werkhof 07“, die Eigeninitiative „KID – Kinder im Dorf“, die als proaktive Auseinandersetzung mit dem demografischen Wandel gesehen werden darf, das „Luthergärtchen“ sowie der attraktive Geschichts- und Kulturpfad. Dem Motto „offen sein“ wird insbesondere in soziokultureller Hinsicht gut entsprochen.

Gruyères, Kanton Freiburg, Schweiz, präsentiert sich als ein Ort, der sich seiner besonderen Reichtümer – kurze Entfernung zu Ballungsräumen, landschaftliche Attraktivität, reiches baukulturelles Erbe, weltweit bekannter Markenkäse – bewusst ist und diese als aktive Gemeinschaft in kluger Kooperation mit zahlreichen Partnern nutzt. Im Wissen um die eigene Rolle in der Großregion wird auf eine beständige Weiterentwicklung der vorhandenen Ressourcen gesetzt, wobei die vorhandenen Stärken Landwirtschaft und Tourismus im Zentrum stehen. Große Aufmerksamkeit genießt die Erhaltung der Kulturlandschaft und der Naturlandschaft, die als „Basisgüter“ und insbesondere in Verbindung mit den holzschindelgedeckten Höfe als große Trümpfe angesehen werden.  Auch die Nutzung des Rohstoffes Holz, etwa in der Energiebereitstellung und in der Bauwirtschaft, das soziale Leben mit einer Reihe aktiver Vereine, vielfältige Dienstleistungen und bemerkenswerte kulturelle Angebote, wie etwa ein jährlicher Literaturwettbewerb, für TouristInnen und Einheimische zeichnen Gruyères als Ort höchster Lebensqualität aus.

Gruyères, Canton de Fribourg, Suisse, se présente comme localité consciente de ses richesses particulières, telles: courte distance aux agglomérations urbaines, attractivité paysagère, riche patrimoine architectural et fromage de renommée mondiale. Gruyères, en tant que communauté active, se sert de ces atouts dans une coopération intelligente avec de nombreux partenaires. Avec le savoir de son propre rôle dans la grande région on se fonde sur une évolution permanente des ressources locales, à savoir ses points forts en agriculture et en tourisme. Une attention particulière revient au maintien des paysages culturel et naturel que l’on considère comme de grands atouts et ceci particulièrement en relation avec les fermes couvertes en bardeaux de bois. L’utilisation du matériau bois le domaine de l’énergie et de la construction, la vie sociale avec ses associations actives, les services multifonctionels et les offres culturels remarquables, comme le concours annuel de littérature, pour touristes et indigènes marquent Gruyères comme localité de haut niveau de vie.

Kadłub, Oppeln, Polen, hebt sich insbesondere durch einen vorbildhaften sozialen Charakter hervor, der Zusammenhalt zwischen den BewohnerInnen ist ebenso beispielhaft wie die zahlreichen Generationen übergreifenden Angebote. Dabei werden Tradition und Kultur besonders hochgehalten: Kinder und Jugendliche lernen das traditionelle Kunsthandwerk von den Älteren im Dorf, die es mit Freude und viel Engagement weitergeben. Das Vereinsleben gestaltet sich insgesamt sehr aktiv, wobei der 2003 gegründete Verein, der sich um die aktive Dorfgestaltung und -belebung bemüht, besonders hervorzuheben ist. Dank des umsichtigen und intensiven Agierens der Gemeindeverwaltung um neue Arbeitsplätze, weist Kadłub weist heute Vollbeschäftigung auf. Ein von den AkteurInnen entwickelter Strategieplan soll bis 2022 vollständig umgesetzt werden. Da es bisher durch den enormen Einsatz der Bevölkerung gelungen ist, die gesteckten Ziele Schritt für Schritt erfolgreich umzusetzen, darf davon ausgegangen werden, dass der Entwicklungsprozess auch in den kommenden Jahren ambitioniert und dynamisch fortgeführt werden kann.

Kadłub, województwo opolskie, Polska– wyróżnia się w szczególności poprzez swój wzorcowy charakter społeczny. Więź pomiędzy mieszkańcami jest tak samo wzorcowa, jak niezliczone ponadpokoleniowe oferty. Przy tym szczególnym szacunkiem darzona jest tradycja i kultura: dzieci i młodzież uczą się tradycyjnego rzemiosła artystycznego od starszych mieszkańców wsi, a ci przekazują je z radością i zaangażowaniem. Działalność wszystkich stowarzyszeń jest bardzo aktywna, jednak na szczególne wyróżnienie zasługuje stowarzyszenie utworzone w 2003 roku, które troszczy się o aktywne kształtowanie i odnowę miejscowości. Dzięki rozważnym i intensywnym staraniom samorządu gminnego o utworzenie nowych miejsc pracy, dziś Kadłub wykazuje bardzo wysoki poziom zatrudnienia. Zakłada się, iż opracowany przez osoby zaangażowane plan strategiczny zostanie całkowicie zrealizowany do roku 2022.  Ponieważ, dzięki gigantycznej pracy społeczności udało się osiągnąć krok po kroku, dotychczas założone cele, można a nawet powinno się wyjść z założenia, że proces rozwojowy również w nadchodzących latach będzie prowadzony równie ambitnie i dynamicznie.

Kettenis, Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens, Belgien zeichnet sich vor allem durch eine aus eigener Kraft erfolgreich aufgebaute und überdurchschnittlich stark ausgeprägte Identität als Ortsteil einer größeren Stadt bei gleichzeitiger Offenheit für das Zusammenwirken in und mit dieser größeren kommunalen Einheit aus. Ohne eigene Kompetenzen und ohne finanzielle Dispositionsmöglichkeiten wurde daher der richtige Ansatz gewählt, sich nämlich vor allem auf die „weichen Faktoren“ zu konzentrieren, die weniger vom zur Verfügung stehenden Geld, sondern maßgeblich von Eigeninitiative und Eigenleistungen getragen sind. Mit der Kraft des bürgerschaftlichen Engagements als Basis und Rückhalt konnten dennoch auch größere Vorhaben wie der Umbau des ehemaligen Gemeindehauses zu einem Vereinshaus, der Neubau der Schule samt Gestaltung des so genannten Holunderspielplatzes sowie der Mehrgenerationenplatz erwirkt und finanziert werden.

Kurtinig, Südtirol, Italien, vermag mit der Erarbeitung eines innovativen, umfassenden Dorfentwicklungsplanes zu überzeugen, der unter gezielter Einbeziehung der BürgerInnen erstellt wurde. Eines der zentralen Elemente stellt dabei der qualitätvolle Umgang mit der historischen Bausubstanz, insbesondere in der Kernzone, dar. In Kombination mit außergewöhnlichen Gestaltungsmaßnahmen im öffentlichen Raum, beispielsweise der Idee, den Dorfplatz als eine Art Wohnzimmer für die BewohnerInnen zu etablieren, sowie mit der Schaffung einer Parklandschaft im Bereich der öffentlichen Gebäude wie Kindergarten, Schule und Kulturhaus, die zum Verweilen einlädt, trägt dies maßgeblich zu einer positiven Innenentwicklung bei. Neben zahlreichen Projekten zur Schaffung und Bewahrung einer herausragenden öffentlichen Infrastruktur sind vor allem der in interkommunaler Kooperation entstandene Skaterpark Unterland sowie der ebenfalls in Partnerschaft mit benachbarten Gemeinden entwickelte Weinlehrpfad „Drei Dörfer – ein Weg“ hervorzustreichen. Dank des realisierten Bündels an Maßnahmen wurden die Lebensqualität in Kurtinig deutlich verbessert, die Attraktivität des Dorfes als Wohnort gesteigert und der bereits eingesetzte Abwanderungstrend gestoppt.

Lastrup, Niedersachsen, Deutschland, hat nach einer höchst negativen Entwicklung, bedingt vor allem durch die einschneidende, geradezu lebensfeindliche Trennung durch eine stark befahrene Durchzugsstrasse samt beginnender Verödung des ehemaligen Ortskerns, einen markanten Neubeginn verwirklichen können. Grundpfeiler dafür war ein herausragendes Bürgerbeteiligungsmodell mit den Schwerpunkten Motivation und Inklusion. Viele Projekte wurden in einem breiten, partizipativen Prozess mit den BürgerInnen geplant und trotz der kurzen Zeitspanne seit Beginn des Entwicklungprozesses bereits in ersten Schritten umgesetzt. Das Denken in Symbiosen, wie es insbesondere beim Erholungs- und Freizeitzentrum neben dem St. Elisabeth-Stift mit seinen Mehrfachnutzungen ersichtlich wird, sowie die Schwerpunktsetzung auf ein gesellschaftliches Miteinander aller Generationen, Nationalitäten und Minderheiten durch eine eigene Inklusionsbeauftrage und einen Jugendgemeinderat stechen dabei ganz besonders hervor.

Rammenau, Sachsen, Deuschland, hat es Dank innovativer, von Offenheit für Neues geprägter Strategien geschafft, nach der politischen Wende eine bemerkenswerte Entwicklung zu nehmen. So wurde aus einer fast ausschließlich agrarisch geprägten Gemeinde ein attraktiver Wohn- und Wirtschaftstandort. Basierend auf sowohl internen Kooperationen mit Vereinen und lokalen Unternehmen als auch externer Zusammenarbeit und Partnerschaft mit anderen Gemeinden der Westlausitzer Region ist es in Rammenau gelungen, ein ganzheitliches touristisches Entwicklungskonzept zu erarbeiten und zu verwirklichen, das im Bereich der Dienstleistungen nicht nur hohe Attraktivität für Gäste zu bieten vermag, sondern auch die Lebensqualität der EinwoherInnen steigert und sich als guter Jobmotor erweist. Die Gemeinde darf als Beispiel dafür genannt werden, dass Kooperationen und ein gesellschaftliches Miteinander für ein Dorf von essenzieller Bedeutung sein können.

Spišský Hrhov, Prešov Region, Slowakei, erlebte in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts eine kontinuierliche Abwärtsbewegung, die sich unter anderem in einer schrumpfenden Bevölkerungszahl und einer nahezu 100-prozentigen Arbeitslosigkeit zeigte. 1998 formierte sich ein breiter „bürgerlicher Widerstand“ gegen diesen Trend und die BürgerInnen von Spissky Hrhov machten sich auf den Weg, ihre Entwicklung selbst aktiv in die Hand zu nehmen. Wichtiges Ziel auf diesem Weg war und ist es, die Bevölkerungsgruppe der Roma mit ins Boot zu holen und ein wertschätzendes Zusammenleben der Volksgruppen zu ermöglichen. Die Gemeinde gründete eine eigene Firma, die als örtlicher Wirtschaftsmotor den Menschen vor Ort Arbeit gibt, die örtliche Infrastruktur verbessert und erneuert, Wohnraum schafft und gleichzeitig die Wertschöpfung in der Region behält. Parallel dazu wurde der Kinderbetreuungs- und Bildungsbereich vorbildlich neu aufgesetzt. In einem offenen Miteinander erfahren und erleben insbesondere die Jugendlichen einen wertschätzenden und offenen Umgang miteinander – die Basis für eine gemeinsame Zukunft schlechthin.

Aufgrund dieser herausragenden Leistungen wird der Gemeinde Spišský Hrhov ein Sonderpreis für in wertschätzendes Zusammenleben aller Bevölkerungsgruppen verliehen.

Obec Spišský Hrhov prežila v druhej polovici minulého storočia veľmi ťažké obdobie, čo sa prejavilo okrem iného klesajúcim počtom obyvateľstva a takmer 100% nezamestnanosťou. V roku 1998 sa proti tomuto trendu formoval “občiansky odpor” a obyvatelia sa aktívne zapojili do rozvoja Spišského Hrhova. Najdôležitejší cieľ na tejto spoločnej ceste do budúcnosti je vziať rómsku komunitu so sebou, umožniť a vysoko oceniť vzájomné spolunažívanie obyvateľov obce. Obec založila vlastnú firmu, ktorá ako ekonomický a hospodársky motor, umožnila obyvateľom obce pracovať v nej. Miestna infraštruktúra je obnovená, ľudia bývajúci a zároveň pracujúci v obci vytvárajú hodnoty pre celý región. Starostlivosť o deti a vzdelávanie sa v obci nastavila príkladne. Vďaka otvorenej spolupráci zažíva mladá generácia otvorený a vysoko cenený prístup vo vzájomnom spolunažívaní. Tým je základ pre spoločnú budúcnosť natrvalo zakotvený.

Na základe týchto vynikajúcich výsledkov získava obec Spišský Hrhov mimoriadnu cenu za spolužitie všetkých skupín obyvateľov v obci.

Europäischer Dorferneuerungspreis für besondere Leistungen in einzelnen Bereichen der Dorfentwicklung

Blankensee, Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland, weist besondere Leistungen in den grenzüberschreitenden Aktivitäten mit den polnischen Nachbargemeinden auf, so sind beispielsweise die Umsetzung des Interreg-Projekts „Rosenfestival“ gemeinsam mit der polnischen Partnergemeinde Dobra, die Abhaltung von „Deutsch-Polnischen Sprachkursen“ zum Abbau vonb Sprachbarrieren und die Abhaltung des „Polnischen Tags“ zur Integration der polnischen GemeindebürgerInnen nennenswert. Auch einige Aktivitätenin den Bereichen Kunst und Kultur sind für eine so kleine Gemeinde bemerkenswert. Der Ansatz, den „sanften Tourismus“ inmitten einer großartigen Naturlandschaft zu forcieren, darf als richtig und zukunftsweisend bezeichnet werden. Das Motto „offen sein“ wird offensichtlich umgesetzt.

Hohenseefeld, Brandenburg, Deuschland, ist eine kleine dörfliche Einheit mit einer starken Dorfgemeinschaft, die die Steigerung der Lebensqualität ihrer BürgerInnen zum Ziel hat. Großer Wert wird auf die zwischenmenschliche Kommunikation und auf ehrenamtliche Tätigkeiten gelegt. Das Dorf befindet sich mitten in einem Entwicklungsprozess, der bereits Erfolge in der Umsetzung aufweisen kann. Hervorzuheben sind die Sicherung der Nahversorgung und der Umgang mit der Natur. Viele gute Projekte, insbesondere im Energie- und Umweltbereich, sind geplant und belegen Problembewusstsein in zahlreichen Bereichen, wobei sich der Umgang mit der Herausforderung „Dorfidylle kontra Zukunftsfähigkeit“ als spannend erweist. Erste touristische Aktivitäten wurden umgesetzt, um sich als Naherholungsraum für die Städte Potsdam und Berlin zu profilieren.

Kateřinice, Region Zlín, Tschechien, hat sich zu Beginn drei Schwerpunkte bzw.  besondere Entwicklungsziele vorgenommen, und zwar erstens die Schaffung guter Lebensbedingungen für Kinder und Jugendliche sowie die Stärkung von zwischenmenschlichen Beziehungen zwischen den verschiedenen Generationen. Zweitens wurde und wird besonderer Wert auf den Ausbau der Verkehrs- und der technischen Infrastruktur zur Verbesserung der Lebensqualität gelegt. Und drittens galt und gilt ein Hauptaugenmerk den Anliegen des Umweltschutzes. In allen drei Bereichen konnte eine Reihe von Maßnahmen getroffen werden, die den Ort genauso prägen, wie  das rege Vereinsleben, wobei insbesondere der Kulturverein der Glockenspielerinnen, der internationale Bekanntheit aufweist, zu erwähnen ist.

Kateřinice čítající zhruba 1000 obyvatel se nachází na východě České republiky ve vzdálenosti cca 20 km od slovenské hranice a jsou typickou silnicovou vsí ležící v kopcovité krajině. Kateřinice si předsevzaly tři cíle, a to:

  1. výchova dětí, mládeže a budoucích generací a posílení mezilidských vztahů,
  2. rozvoj dopravní a technické infrastruktury za účelem zlepšení kvality života,
  3. životní prostředí.

Všechny cíle byly dosaženy.

V Kateřinicích upoutá čilý spolkový život a obzvláště kulturní spolek hráčů na zvonky, který má mezinárodní renomé. Kateřinice jsou za své snahy vyznamenány Evropskou cenou obnovy vesnice za zvláštní výsledky v jednotlivých oblastech rozvoje venkova.

Krásná, Karlsbader Region, Tschechien, zeichnet sich durch die Umsetzung zahlreicher und vielfältiger Projekte aus. Führende Kraft im Entwicklungsprozess ist eindeutig der Bürgermeister. Durch viele gesellschaftliche Aktivitäten wächst die Bevölkerung zusammen. So hat die Gemeinde Krásná im Vergleich zur Region sehr viel im Bereich Landentwicklung getan. Aus den angefangenen Projekten kann man interpretieren, dass die Gemeinde Krásná zukünftig ein familienfreundliches Milieu bieten kann. Vor allem die Identität und das Verantwortungsgefühl bei den Einwohnern ist heute  bereits sehr stark entwickelt; ein großes Potential besteht auch in den Vereinen. Junge Familien mit Kindern wählen bewusst Krásná als ihren Lebensort aus. Die Gemeinde tauscht neue Ideen in zahlreichen überregionalen Kooperationen und Netzwerken aus. Krásná nutzt ihre Lage im Dreiländereck um zahlreiche grenzüberschreitende Projekte umzusetzen.

Bylo realizováno mnoho projektů, ale je třeba dále soustavně rozvíjet jejich celistvost a udržitelnost. Vedoucí silou rozvoje je jednoznačně starosta. Obyvatelstvo se sbližuje v rámci mnoha společenských aktivit. Díky tomu obec Krásná vykonala v oblasti rozvoje venkova v porovnání s regionem velmi mnoho. Ze zahájených projektů je možné odvodit, že obec Krásná v budoucnu nabídne prostředí vstřícné rodinám. Především identita a pocit zodpovědnosti obyvatel jsou již dnes silně rozvinuty; velký potenciál tkví také ve spolcích. Mladé rodiny s dětmi si Krásnou vědomě vybírají za své místo k životu. Obec sdílí a získává nové nápady v rámci četných nadregionálních kooperací a sítí. Krásná využívá své polohy na trojmezí k realizaci mnohých přeshraničních projektů. Obec Krásná se vyznamenává Evropskou cenou obnovy vesnice za zvláštní výsledky v jednotlivých oblastech rozvoje venkova.

Nagypáli, Komitat Zala, Ungarn, hat 1996 einen zukunftsweisenden Entwicklungsprozess gestartet. Nach Wiedererlangen der Gemeindeautonomie wurde mit dem „Grünen Weg“ ein Gemeindeleitbild erarbeitet, das die Entwicklung in der von Abwanderung stark betroffenen Gemeinde für die nächsten Jahrzehnte vorgab. Durch die Schaffung neuer Arbeitsplätze und einer „Baulandoffensive“ gelang es, den negativen Bevölkerungstrend zu stoppen. Nach 19 Jahren intensiver Entwicklungsarbeit konnten die Einwohnerzahl verdoppelt und über 70 Betriebe in Nagypali angesiedelt werden. Ökotourismus und Energiebewusstsein prägten das Handeln der Gemeinde in den letzten Jahren und machen sie zu einem Vorreiter. Eindrucksvoll bewiesen die EinwohnerInnen, dass mit Kreativität und Engagement auch kleine Gemeinden eine Chance auf Zukunftsfähigkeit haben.

Nagypáli közössége 1996-ban kezdte meg falumegújítási munkáit. A község önállóságának megszerzését követően dolgozták ki a “Zöld ÚT” elnevezésű fejlesztési programjukat. Ez a terv határozta meg az elnéptelenedő község évtizedekre szóló fejlesztési tennivalóit. Új munkahelyek megteremtésével, új lakóterület kijelölésével sikerült az elnéptelendedés trendjét megfordítani és sokakat a településre vonzani. 19 év intenzív, sikeres fejlesztőmunkájának eredménye a népességszám megkétszereződése, és az, hogy több mint 70 vállalkozás székhelye lett a település. Az alternatív energetikai törekvések és az ökoturizmus fejlesztése terén értek el kimagasló eredményeket. Az eredetileg 272 fős közösség meggyőzően bizonyította, hogy kreatív kezdeményezésekkel kislétszámú települések számára is létezik jövő. Nagypáli a falumegújítás egyes területein.bemutatott teljesítményéért Falumegújítási Díjat érdemel.

Zappendorf, Sachsen-Anhalt, Deutschland, besticht mit einer ausgesprochen starken und engagierten Dorfgemeinschaft mit aktiver und konsequent umgesetzter Bürgerbeteiligung. Das bürgerschaftliche Engagement kann denn auch einige überzeugende und besondere Leistungen in Teilbereichen der Dorfentwicklung dokumentieren: eine Verbesserung des Angebots an öffentlicher Infrastruktur in allen Ortsteilen mit dezentraler Schule und Kindertagesstätte, ein Kinder- und Jugendcamp im Steinbruch sowie ein Heimat- und Landwirtschaftsmuseum. Besonders hervorzuheben sind auch der respektvolle Umgang und die wertschätzende Meinungsbildung gegenüber anderen Kulturen und Lebensperspektiven, die schon in der KITA vermittelt werden. Eine Vielzahl an weiteren Projekten und Initiativen ist in Planung, was von einem großen Problembewusstsein zeugt.

27. bis 29. Mai 2016

Der Wettbewerb um den Europäischen Dorferneuerungspreis 2016 ist entschieden: Eine hoch­rangige, interdisziplinär zusammengestellte, internationale Jury hat dieser Tage nach einer um­fassenden Begutachtung vor Ort bei der abschließenden Bewertungssitzung in München die Gemeinde Fließ, Tirol, Österreich, zum Sieger gekürt. „Fließ beeindruckt mit einem beispielhaften, von den Gemeindeverantwortlichen initiierten, den BürgerInnen getragenen und von ExpertInnen begleiteten Entwicklungsprozess, der auf den vorhandenen Stärken und Chancen aufbaut und von einem umfassenden Problembewusstsein zeugt. Im Zentrum des vorbildlichen Entwicklungs­geschehens stehen eine ressourcenschonende Siedlungspolitik, eine zeitgemäße Baukultur zur Belebung der Ortskerne, die Schaffung bzw. Erhaltung von hochwertigen Einrichtungen und Dienstleistungen, die auf die Bedürfnisse aller Generationen und Bevölkerungsgruppen ausgerichtet sind, die Unterstützung von Landwirtschaft, Wirtschaft und Beschäftigung, die Förderung von Kunst und Kultur sowie die Pflege und Inwertsetzung von Natur- und Kulturlandschaft. Seien es die ge­meindeübergreifende Zusammenarbeit im Naturpark Kaunergrat, die Hinwendung zu einer mutigen Architektur, die kreativen Wege in der Schule oder die intelligente und integrationsfördernde Einbindung von AsylwerberInnen – das Wettbewerbsmotto ,offen sein’ wird in Fließ gelebt und hat die Gemeinde beispielgebend in Fluss gebracht“, zeigt sich der Vorsitzende der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, der niederösterreichischen Landeshauptmann Erwin Pröll, in einer ersten Reaktion begeistert.

24 Einreichungen aus ganz Europa auf hohem und höchstem Niveau

Sonderpreis für Spišský Hrhov, Slowakei

Neben der Siegergemeinde Fließ haben es noch weitere sieben Teilnehmer in die höchste Kategorie geschafft, die jene Orte umfasst, die sich durch eine ganzheitliche, nachhaltige und mottogerechte Dorfentwicklung von herausragender Qualität auszeichnen. An zehn Teilnehmer wird ein Euro­päischer Dorferneuerungspreis für besondere Leistungen in mehreren Bereichen der Dorfentwick­lung verliehen. Sechs Gemeinwesen dürfen sich über einen Dorferneuerungspreis für besondere Leistungen in einzelnen Bereichen der Dorfentwicklung freuen. Aufgrund der hohen Qualität der Einreichungen wurde diesmal keine „lobende Anerkennung besonderer Leistungen“ vergeben.

Aufgrund der außergewöhnlichen Mottogerechtigkeit hat sich die Jury dazu entschieden, Spišský Hrhov, Slowakei, einen Sonderpreis für das wertschätzende Zusammenleben der Volksgruppen zuzuerkennen.

Die Preisverleihung, die den Höhepunkt einer mehrtägigen Veranstaltung mit Exkursionen, Ausstellungen und kulturellen Begegnungen bildet, und ein großes europäisches Fest sein wird, findet vom 8. bis 10. September 2016 in der Siegergemeinde des vergangenen Wettbewerbes, nämlich in der Plattensee-Gemeinde Tihany, Ungarn, statt.

Ländliche Gebiete erfüllen eine Reihe von wichtigen Funktionen auch für die Menschen in der Stadt, so dass sich eine Politik zu ihren Gunsten zum Wohle der gesamten Gesellschaft erweise. Der einjährige Projektzyklus der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung unter dem Titel „European Rural Innovations & Benefits 2020“ hat sich dieser Thematik angenommen und damit für Europas Dörfer und Landräume Öffentlichkeitsarbeit im besten Sinne geleistet.

Bestandteile der EU-geförderten Maßnahme „European Rural Innovations & Benefits 2020“ waren ein Multimedia-Wettbewerb mit mehr als 250 Einreichungen, der die Lebensqualität und die vielfältigen Funktionen ländlicher Räume ins rechte Licht rückte (hier ansehen), eine darauf aufbauende mobile Ausstellung mit Stationen in Berlin (Grüne Woche), Polen (Agrotravel Kielce) und Klagenfurt (hier ansehen), eine europäische Studienfahrt zu beispielhaften Gemeinde- und Regionalentwicklungs­projekten in Bayern (hier ansehen) sowie internationale Konferenzen bzw. Seminare und Workshops in Slowenien (hier ansehen), Deutschland (hier ansehen) und Luxemburg (hier ansehen).  Als „Herzstück“ der Kampagne erwies sich  die Erstellung einer elektronischen „Rural Roadmap“ (ruralroadmap.eu). Hier werden die europaweit besten Dorferneuerungsorte auf einer virtuellen Landkarte per Mausklick auffind- und abrufbar sein.

Aufbauend auf einer von der ARGE bereits 2013/2014 erstellten und publizierten „European Rural Roadmap“, auf Erkenntnissen und Kontakten aus 13 Wettbewerben um einen Europäischen Dorferneuerungspreis (die von der ARGE alle zwei Jahre durchgeführt werden) und auf den Ergebnissen des Stakeholdermeetings sowie bezugnehmend auf die GAP 2014-2020 wurde eine Publikation erstellt, die europaweite Best-Practice-Beispiele einer innovativen Entwicklung ländlicher Regionen präsentiert.

Des Weiteren wurde die Publikation „Dorferneuerung international. European Rural Benefits & Innovation 2020“ publiziert. Sie stellt das abschließende Dokument der Maßnahme dar, beinhaltet wichtige Reden und Präsentationen, die bei den Bestandteile der Maßnahme gehalten wurden, zeigt Best-Practice-Beispiele etwa der Studienfahrt auf und wirft Blitzlichter auf den Multimediawettbewerb und andere Highlights.

“In Niederösterreich genauso wie in anderen europäischen Regionen stehen die LandbewohnerInnen heute gewaltigen Heraus­forderungen gegenüber, die nach raschen, zugleich aber nachhaltigen und zukunftsfähigen Entscheidungen verlangen. Europaweiter Erfahrungsaustausch und Know-How-Transfer erweisen sich dabei zunehmend als wichtige Wegbegleiter“, erklärte der Vorsitzende der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorf­erneuerung, Niederösterreichs Landes­haupt­mann Dr. Erwin Pröll, St. Pölten, heute bei einer Pressekonferenz im NÖ Landhaus. Als vorrangige Aufgaben, die es zu bewältigen gelte, nannte er die Themen Überalterung und eine immer bunter werdende Gesellschaft, Klimawandel und Ressourcenverknappung, schrumpfende Finanzhaushalte sowie Verstädterung, Land- und Stadtflucht.

Ländlicher Raum ist von gesamtgesellschaftlicher Bedeutung

Pröll machte deutlich, dass ländliche Räume nicht auf die agrarische Dimension reduziert werden dürfen. Wer sie stärken möchte, müsse die ökonomische Potenz und die Beschäftigung in den ländlichen Kommunen fördern, die natürlichen Ressourcen nicht zuletzt durch eine umsichtige Raumpla­nung schützen sowie die Lebensqualität der BewohnerInnen durch eine zeitgemäße Nahversorgung und innovative Infrastrukturen in den Bereichen Gesundheit, Pflege, Betreuung und Bildung heben. Der Schlüssel für eine erfolgreiche Entwicklung sei aber das menschliche Potenzial der Dörfer als Orte, in denen Betroffene zu Beteiligten, das Ehrenamt gepflegt und das soziale Miteinander über gesellschaftliche Gruppen hinweg gelebt würden. „Dörfer vermögen sich als soziale Quellen zu erweisen. Das ist ein Auftrag und eine Chance zugleich“, betonte Pröll.

Ländliche Gebiete, so Pröll weiter, erfüllten eine Reihe von wichtigen Funktionen auch für die Menschen in der Stadt, so dass sich eine Politik zu ihren Gunsten zum Wohle der gesamten Gesellschaft erweise. Der einjährige Projektzyklus der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung unter dem Titel „European Rural Innovations & Benefits 2020“ habe sich dieser Thematik angenommen und damit für Europas Dörfer und Landräume Öffentlichkeitsarbeit im besten Sinne geleistet.

ARGE-Geschäftsführerin Theres Friewald-Hofbauer nannte als Bestandteile der EU-geförderten Maßnahme „European Rural Innovations & Benefits 2020“ einen Multimedia-Wettbewerb mit mehr als 250 Einreichungen, der die Lebensqualität und die vielfältigen Funktionen ländlicher Räume ins rechte Licht rückte, eine darauf aufbauende mobile Ausstellung mit Stationen in Berlin (Grüne Woche), Polen (Agrotravel Kielce) und Klagenfurt, eine europäische Studienfahrt zu beispielhaften Gemeinde- und Regionalentwicklungs­projekten in Bayern sowie internationale Konferenzen bzw. Seminare und Workshops in Slowenien, Deutschland und Luxemburg.  Als „Herzstück“ der Kampagne verwies sie auf die Erstellung einer elektronischen „Rural Roadmap”. „Dabei werden die europaweit besten Dorferneuerungsorte auf einer virtuellen Landkarte per Mausklick auffind- und abrufbar sein, wovon wir uns einerseits exkursionstouristische Attraktivität und andererseits Inspirationen für entwicklungsorientierte Landgemeinden  erwarten“,  erklärte Friewald-Hofbauer.

Europäischer Dorferneuerungspreis 2016 – Kirchberg/Pielach vertritt Niederösterreich

“Um in die ‚Rural Roadmap’ aufgenommen zu werden, braucht es eine erfolgreiche Evaluierung im Zuge des Europäischen Dorferneuerungspreises. der  heuer zum 14. Mal vergeben wird. Mit der Marktgemeinde Kirchberg an der Pielach hat Niederösterreich einen aussichtsreichen Preis­kandidaten entsendet”, so Pröll. Vor allem das Wettbewerbsmotto “offen sein” sei der Mostviertler Gemeinde geradezu “auf den Leib geschnitten”, zeichne sie sich doch allem voran dadurch aus, dass sie offen für das Neue sei, Dorfgrenzen überschreite und gesellschaftliche Vielfalt nicht als Bedrohung, sondern als Bereicherung begreife.

Der Wettbewerb um den Europäischen Dorferneuerungspreis wurde 1990 von der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung mit dem Ziel, den Erfah­rungs­­austausch zu fördern, Europas Zusammenwachsen zu begünstigen und die gesamt­gesellschaftliche Bedeutung der ländlichen Regionen der europäischen Öffent­lichkeit bewusst zu machen, ins Leben gerufen. Er wird im 2-Jahresrhythmus veranstaltet und bewertet neben der äußeren Erscheinung vor allem die inneren Qualitäten der Dörfer und Gemeinden, also Aktivitäten im Sinne einer Standort angepassten wirtschaftlichen Entwicklung, die Schaffung zeitgemäßer sozialer Einrichtungen, die Auseinandersetzung mit Architektur, Siedlungsentwicklung, Ökologie und Energieversorgung sowie kulturelle Initiativen und Weiterbildungs­maßnahmen.  Wesentlich dabei sind ein ganzheitlicher Ansatz, eine Orientierung in Richtung Nachhaltigkeit und eine von Bürgerbeteiligung, Eigeninitiative und Ko­operations­bereitschaft geprägte Methodik der Umsetzung.

Die Preisträger unter den 24 Teilnehmern aus 11 Staaten werden von einer internationalen Wettbewerbsjury im Rahmen von zwei Bewertungssitzungen und Vorortbesichtigungen aller teilnehmenden Gemein­den eruiert. Die Entscheidung fällt Ende Juni, die Preisverleihung erfolgt am 9. September 2016 in Tihany, Ungarn, der Siegergemeinde des Wettbewerbes 2014.

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28. bis 20. April 2016

Seminar “European Rural Benefits & Innovation” vom 28. bis 30. April in Hainrode, Sachsen-Anhalt

Das Treffen des Netzwerkes erfolgreicher europäischer Dorferneuerungsgemeinden, veranstaltet von der Europäischen ARGE Landentwicklung & Dorferneuerung in Kooperation mit der Dorfgemeinschaft Hainrode (Gemeinde Südharz, Sachsen-Anhalt, Deutschland), setzte sich vorwiegend mit zwei Themenkreisen auseinandersetzen: Einerseits sollten die Probleme, Herausforderungen und Chancen kleiner Dörfer als Teil großer Verwaltungseinheiten, zumeist im Zuge von Reformen zusammengelegter Gemeinden, erörtert werden. Andererseits galt ein besonderes Augenmerk den touristischen Chancen ländlicher Räume, insbesondere den Möglichkeiten, die einzelne Leuchtturmprojekte für die gesamte Region bieten.

Am Beispiel des gastgebenden Ortes Hainrode, der LEADER-Region Mansfeld-Südharz sowie des Landes Sachsen-Anhalt wurden herausragende Projekte präsentiert, analysiert und Wege aufgezeigt, wie Negativ-Spiralen von Abwanderung, demografischem Wandel und kommunaler Finanzschwäche überwunden und neue Entwicklungspotenziale erschlossen und städtische Zielgruppen erreicht werden können.

Information, Diskussion, Exkursion und internationale Kommunikation, unter anderen mit Landwirtschaftsministerin Claudia Dalbert waren die wesentlichen Bestandteile der Konferenz.

Das Vernetzungstreffen diente dem Sammeln und Austauschen von Informationen, Erfahrungen und Know-how im Bereich dörflicher, regionaler und integrierter ländlicher Entwicklung sowie dem Knüpfen von grenzüberschreitenden Kontakten innerhalb Europas. Das Treffen ist Teil eines von der Europäischen Union geförderten Projektes.

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Teilnehmer aus Baden-Württemberg und Sachsen setzen sich bei Europa weit ausgeschriebenem Foto- und Videoclipwettbewerb zum Thema „European Rural Benefits & Innovations 2020“ durch; ausgelotet wurde der Wettbewerb von der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung mit Unterstützung der Europäischen Union; Organisatoren von der hohen Resonanz aus zahlreichen europäischen Regionen beeindruckt.

„Europas ländliche Regionen haben enorm viel zu bieten. Sie sind moderne und innovative Lebens- und Wirtschaftsräume mit ungewöhnlich hohem Humanpotenzial und sie werden nach wie vor in hohem Maße von der Land- und Forstwirtschaft geprägt. Um genau diese Vielfalt zu zeigen, haben wir Europa weit dazu aufgerufen, uns Fotos und Videoclips zu genau diesem Thema zu schicken – und die Resonanz war enorm“, zeigt sich die Geschäftsführerin der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, Theres Friewald-Hofbauer, begeistert. Kein Wunder: 260 Einreichungen stellen eindrucksvoll unter Beweis, dass der Wettbewerb den sprichwörtlichen Puls der Zeit getroffen hat und das Interesse am ländlichen Raum in all seinen Facetten besonders groß ist. Der Wettbewerb wurde im Rahmen der von der Europäischen Union geförderten Informationskampagne „European Rural Benefits & Innovations 2020“ durchgeführt.

Für beide Sparten des Wettbewerbes (Foto und Video) gab es eine international besetzte Fachjury. In der Kategorie „Foto“ traf diese allerdings nur eine Vorauswahl von Fotos, die anschließend einem Online-Voting zugeführt wurden, bei dem innerhalb von zehn Tagen insgesamt rund 19.000 Stimmen abgegeben wurden. Diese hohe Beteiligung hatte die Erwartungen der Organisatoren nicht nur bei weitem übertroffen, sondern vor allem auch dazu beigetragen, dass die Botschaft des Wettbewerbes weit über den Kreis der TeilnehmerInnen hinaus getragen werden konnte – ein Gewinn für die ländlichen Räume Europas. Apropos Gewinn: Die fünf Bestplatzierten beider Kategorien werden mit Urlauben am Bauernhof sowie bäuerlichen Geschenkkörben aus unterschiedlichen Regionen Europas prämiert.

TOP 5 aus fünf verschiedenen EU-Ländern

In der Kategorie Foto konnte sich der aus Baden-Württemberg (DE) stammende Marc Bächtold vor dem Oberösterreicher (AT) Josef Hinterleitner und dem Niederösterreicher Johann Ployer (AT) durchsetzen. Auf Platz vier landete ein Bild der Gemeinde Gogolin (PL), Platz fünf konnte sich mit Johann Riegler ebenfalls ein Niederösterreicher sichern.

Marc Bächtold

Josef Hinterleitner

Johann Ployer

Gemeinde Gogolin

Johann Riegler

Bei den Videos holte sich mit Robin Jugel ein Teilnehmer aus Sachsen (DE) den Sieg, der die Genossenschaft für Regionalentwicklung im Südtiroler Tauferer-Ahrntal (IT) sowie den aus Bayern stammenden Andreas Heidenreich auf die weiteren Podestplätze verwies. Mit der Gemeinde Euerbach schaffte es eine weitere bayrische Einreichung auf Platz vier, ebenfalls unter die Top 5 konnte sich die Gemeinde Oost Gelre aus den Niederlanden einreihen.

Robin Jugel

 Genossenschaft für Regionalentwicklung im Südtiroler Tauferer-Ahrntal

 Kommunale Arbeitsgemeinschaft Wirtschaftsband A9 Fränkische Schweiz

 Gemeinde Euerbach

Gemeinde Oost Gelre

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12. bis 14. April 2016

24 Dörfer aus 11 verschiedenen Staaten matchen sich um den begehrten Europäischen Dorferneuerungspreis 2016, der unter dem Motto „offen sein“ steht. Die international und interdisziplinär besetzte Jury hat vergangene Woche im Rahmen eines Meetings in Klagenfurt mit dem mehrstufigen Bewertungs-Vorgang begonnen, der in den Monaten Mai und Juni mit Vor-Ort-Besichtigungen der Wettbewerbsteilnehmer seine Fortsetzung findet. Die Entscheidung fällt Ende Juni, die Preisverleihung erfolgt im September in Ungarn. Den erfolgreichsten Teilnehmern winkt ein Eintrag auf einer Online-Roadmap der besten Dorf- und Gemeindeentwicklungsprojekte Europas.

„Gerade in Zeiten, in denen das Wort Krise viele zu lähmen scheint, ist es von unschätzbarem Wert, wenn Menschen die Initiative ergreifen und aktiv die Zukunftsfähigkeit ihres unmittelbaren Lebens­raumes stärken. Genau das geschieht in den Dörfern, die sich um den 14. Europäischen Dorfer­neuerungspreis beworben haben“, zeigte sich der Vorsitzende der Wettbewerbs-Jury, der Luxem­burger Charles Konnen, anlässlich der ersten Bewertungssitzung Mitte April in Klagenfurt, Österreich, überzeugt. Es sei beeindruckend, mit wie viel Mut, Kreativität, Beharrlichkeit, Weitblick und Offenheit Projekte umgesetzt werden, die nachhaltig die ökonomische Potenz, die ökologische Qualität, den sozialen Zusammenhalt und den kulturellen Reichtum der jeweiligen Dörfer festigen.

Veranstalterin des Wettbewerbes, der seit 1990 im Zweijahresrhythmus ausgelobt wird, ist die Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung. Neben dem „Europäischen Dorferneue­rungspreis“ werden auch Auszeichnungen für „Herausra­gende ganzheitliche Entwicklungsprojekte“ sowie für „Besondere Leistungen in mehreren oder einzelnen Bereichen der Dorfentwicklung“ vergeben. Neben Trophäe und Plakette winkt den erfolgreichsten Teilnehmern ein Eintrag in eine in wenigen Tagen online gehende elektronische „Roadmap“. Mittels dieses EU-geförderten Projektes werden die europaweit besten Dorferneuerungsorte auf einer virtuellen Landkarte per Mausklick auffind- und abrufbar sein.

Die Mitglieder der Wettbewerbsjury werden im Mai und Juni alle teilnehmenden Orte besichtigen, ehe im Zuge einer weiteren Bewertungssitzung Ende Juni in München die Entscheidung fällt. Die Preisverleihung erfolgt am 9. September 2016 in Tihany, Ungarn, der Siegergemeinde des Wettbewerbes 2014. Bewertet wird, wie das teilnehmende Gemeinwesen auf die festgestellten Stärken und Schwächen sowie internen und externen Gefahren und Chancen reagiert hat. Dabei geht es um konkrete Maßnahmen im Sinne einer wirtschaftlichen Entwicklung, der Schaffung zeitgemäßer sozialer Einrichtungen, der Architektur, Siedlungsentwicklung, Ökologie und Energieversorgung sowie um kulturelle und Bildungsaktivitäten. In gleicher Weise von Bedeutung sind die gewählten Methoden und verfolgten Strategien, die von einem ganzheitlichen und nachhaltigen Ansatz sowie von Partizipation und Kooperation gekennzeichnet sein sollen. Das Wettbewerbsmotto „offen sein“ versteht sich als eine Aufforderung, Scheuklappen abzulegen, einen offenen Blick für das Neue, Unbekannte und Ungewöhnliche zu gewinnen, Innovatives zu wagen, Dorfgrenzen zu überschreiten und gesellschaftliche Vielfalt nicht als Bedrohung, sondern als Bereicherung zu begreifen.

„Ziel des Wettbewerbes ist es, Landgemeinden in ihrem Engagement zu bestätigen, zu weiteren Aktivitäten zu motivieren und den Erfahrungsaustausch mit anderen ländlichen Gemein­wesen in Europa zu fördern. Darüber hinaus wollen wir Dörfer und Regionen zur Nachahmung anregen, die gesamtgesellschaftliche Bedeutung der ländlichen Regionen der europäischen Öffentlichkeit bewusst machen und nicht zuletzt auch Europas Zusammenwachsen stärken“, erläutert die Geschäftsführerin der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, Theres Friewald-Hofbauer.

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10. bis 11. März 2016

Vom 10. bis 11. März 2016 lud die Europäische ARGE Landentwicklung & Dorferneuerung in Kooperation mit den slowenischen Ministerien für Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft sowie für Umwelt und Raumplanung zu einer internationalen Konferenz zum Thema “Naturschutz und Landwirtschaft. Vom Gegensatzpaar zum Erfolgsgespann einer innovativen Entwicklung der ländlichen Räume in Europa” nach Postojna, Slowenien. Diese Konferenz war Teil der von der Europäische Union (DG AGRI) geförderten Informationskampagne “European Rural Benefits and Innovations 2020. Ziel der Konferenz war es, aufzuzeigen, dass es in Theorie und Praxis Wege gibt, den scheinbaren Widerspruch zwischen Schützen und Nützen natürlicher Ressourcen zu überwinden und aufzuzeigen, dass eine innovative und nachhaltige Entwicklung zum Wohle der gesamten Gesellschaft nur dann möglich ist, wenn Naturschutz und Landwirtschaft an einem Strang ziehen.

Als vorrangige thematische Schwerpunkte wurden die Wiederherstellung, Erhaltung und Verbesserung der von der Land- und Forstwirtschaft abhängigen Ökosysteme, Ressourceneffizienz und kohlenstoffarme, klimastabile Wirtschaftsweisen sowie Natura 2000 behandelt. Dabei wurde deutllich gemacht, dass Ökologisierungsmaßnahmen und insgesamt ein umweltgerechtes, ressourcenschonendes Wirtschaften und Leben nicht nur seitens der GAP gefördert wird und nicht nur wichtige Benefits für die Gesamtgesellschaft darstellen, sondern auch rentabel sein können, jedenfalls aber im Sinne der Sicherung der eigenen ökonomischen Potenziale, Produktionsgrundlagen und der Lebensqualität höchste Priorität genießen sollten.

Die Konferenz stellte neben Vorträgen und Diskussionen auch praktische Beispiele in die Auslage und wurde von einer Exkursion abgerundet.

Einladung

slowenische Einladung

Anmeldeformular

Im Vorfeld der Europäischen Konferenz findet am Mittwoch, dem 9. März 2016, von 15.00 bis 18.00 Uhr in Postojna, Slowenien, Hotel Epicenter (http://www.epiceco-hotels.com/en/hotels/hotel-epicenter-postojna.html/),  ein Workshop zum Thema “Das Gute und Innovative erfolgreich präsentieren ” statt. Er richtet sich in erster Linie an die Teilnehmer des Europäischen Dorferneuerungspreis 2016.

Einladung zum Workshop

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9. März 2016

Workshop „Das Gute und Innovative erfolgreich präsentieren“ am 9. März 2016 in Postojna, Slowenien

Der Workshop richtet sich insbesondere an die RepräsentantInnen der Dörfer, Gemeinden und Regionen, die am Wettbewerb um den Europäischen Dorferneuerungspreis 2016 teilnehmen, an Beamte und BetreuerInnen aus den zuständigen Verwaltungen sowie an weitere Interessierte.

Wer und Was:

Die WettbewerbsjurorInnen geben wertvolle Tipps, worauf bei der Präsentation der Teilnehmer, insbesondere bei der Bereisung durch die Jury, das Hauptaugenmerk gelegt wird und welche inhaltlichen wie auch organisatorischen Aspekte es dabei zu berücksichtigen gilt. Nicht zuletzt wird den allgemeinen und konkreten Fragen der TeilnehmerInnen sowie der Diskussion und Erarbeitung einer gelungenen Selbstdarstellung breiter Raum gegeben.

Intention:

Ziel des Workshops ist es, die Verantwortlichen vor Ort dabei zu unterstützen, möglichst umfassend und zielgerichtet zu vermitteln, was ihr Dorf, ihre Gemeinde, ihren Lebensraum insgesamt auszeichnet, welcher besonderen Leistungen es bedurfte, um diesen Status zu erreichen, sowie welche Motive und Visionen den Entwicklungsweg begleiten.

Mehrwert:

Im Anschluss an den Workshop laden wir Sie sehr herzlich zur internationalen Konferenz „Naturschutz und Landwirtschaft. Vom Gegensatzpaar zum Erfolgsgespann einer innovativen Entwicklung der ländlichen Räume Europas“, ein. Die Konferenz startet am 10. März 2016, ebenfalls im Hotel Epicenter, und wird am 11. März mit einer Exkursion abgeschlossen (siehe Einladung in der Anlage).

Anmeldung:

Wir bitten um Anmeldung bis spätestens 4. März 2016 mittels beiliegendem Anmeldeformular.

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15. bis 24. Jänner 2016

10 days “Internationale Grüne Woche” in Berlin

A great opportunity for the European Association for Rural Development and Village Renewal (ARGE) to draw attention to the diversity and social importance of Europe’s rural areas and to highlight the innovative power of its population.

  • Due to a photo and videoclip competition we were able to present by an interesting multi-media-presentation to a broad audience that villages and rural areas
  • are attractive, modern habitats with high quality of living, that offer countless opportunities for recreation and leisure activities,
  • present grounds where cultural heritage is maintained and new things are tried,
  • facilitate the production of food, energy and resources for all society,
  • contain natural resources that require protection and maintenance,
  • serve as sites for innovative and sustainable work and
  • allow cooperation between diverse people.

25. bis 27. November 2015

Gemeinsam mit dem Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft lud die Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung vom 25. bis 27. November 2015 zu einem Symposium unter dem Titel „Baukultur. Land in Sicht?“ nach Cunewalde in Sachsen, Deutschland.

„Wertschätzung und Wertschöpfung zählen zu den wesentlichen Schlüsselfaktoren für eine erfolgreiche Entwicklung Europas und seiner ländlichen Räume. Wichtige Impulse dafür gehen von einer zukunftweisenden Baukultur aus. Sie spiegelt die Aufwertung des kulturellen Erbes und die Identität ländlicher Regionen wider. Gemeinsam mit der Bevölkerung entwickelte Baukultur-Initiativen, die vom sorgsamen Umgang mit den Ortsstrukturen, der umgebenden Landschaft und den natürlichen Ressourcen geprägt sind, schaffen neue Perspektiven. Diese sorgen für Aufmerksamkeit und eröffnen vielfältige Chancen für ländliche Räume.“

Ausgehend von dieser Überzeugung, die Staatsminister Thomas Schmidt und ARGE-Vorsitzender Erwin Pröll teilen, begab sich das Symposium auf die Suche nach dem Erkennen, dem Entwickeln und den Perspektiven von Baukultur im 21. Jahrhundert. Dabei kamen nicht nur internationale ExpertInnen aus Theorie und Praxis zu Wort, sondern wurden auch Objekte und Projekte im Rahmen von Exkursion und Ortsführungen in Augenschein genommen.

Einen weiteren Höhepunkt stellte der Programmpunkt „Baukultur konkret“, die Präsentation und Auszeichnung der besten Projekte des Sächsischen Landeswettbewerbes Ländliches Bauen, dar.

Als kleine Nachschau und Nachlese sollen die Veranstaltungs-Fotos und Vorträge der ReferentInnen dienen.

Vorträge:

Baukultur als Potenzial für die ländliche Entwicklung – Daniel Gellner, Abteilungsleiter im Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft

Baukultur als Potenzial für die ländliche Entwicklung – Daniel Gellner, Abteilungsleiter im Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (Teil 2)

Einfach kommunizieren  –baukulturelle Beratung in Niederösterreich – Petra Eichlinger, Amt der NÖ Landesregierung, „Niederösterreich   GESTALTE(N)“

Wiederentdeckung des baulichen Erbes –  aktivierende Prozesse in Weißwasser/O.L. – Holger Schmidt, Professor an der TU Kaiserslautern

Dörfliche Architektur – Echtheit als Markenzeichen – Sabine Bauer, AG Historische Dorfkerne im Land Brandenburg,  

und Johannes von Korff, IG Sachsens Schönste Dörfer

Potemkinsche Dörfer – Ereignisse durch (Bau-)Kultur – Ton Matton, Professor an der Kunstuniversität Linz

Von der Idee zum Projekt – Reise zum Generationenbahnhof Erlau – Jana Ahnert, Generationenbahnhof Erlau e.V.

Baukultur meint: Erbe pflegen UND Zukunft gestalten. – Wolfgang Kil, Architekturkritiker und Publizist, Berlin

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Anmeldeformular


Die Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung veranstaltet im Rahmen eines von der EU geförderten Projekts einen europaweiten Videoclip- und Fotowettbewerb unter dem Motto „European Rural Benefits & Innovations 2020“.

Ziel des Wettbewerbes ist es, die enorme Vielfalt und die gesamtgesellschaftliche Bedeutung der ländlichen Regionen Europas sowie die Innovationskraft ihrer Bevölkerung in Szene zu setzen. Wir suchen daher Videoclips und Fotos, die zeigen, dass Dörfer und ländliche Räume…

  • attraktive, moderne Lebensräume mit hoher Lebensqualität sind,
  • unzählige Möglichkeiten zur Erholung und Freizeitgestaltung bieten,
  • Bühnen sind, wo kulturelles Erbe gepflegt und Neues ausprobiert wird,
  • Stätten des Miteinanders vielfältiger Menschen sind,
  • Orte sind, wo innovativ und zukunftsweisend gearbeitet und gewirtschaftet wird,
  • dazu dienen, Lebensmittel, Energie und Rohstoffe für die gesamte Gesellschaft zu
    produzieren,
  • von land- und forstwirtschaftlichem Tun geprägt sind und/oder
  • natürliche Ressourcen beherbergen, die es zu schützen und zu bewahren gilt.

Die besten Clips und Fotos werden nicht nur mit attraktiven Preisen belohnt, sondern in Form einer Multimediapräsentation einem breiten Publikum in ganz Europa zugänglich gemacht. Neben bäuerlichen Produktkörben und Sachpreisen aus ganz Europa gibt es einen attraktiven Kurzurlaub zu gewinnen. Nähere Informationen entnehmen Sie bitte der Ausschreibung.

Einsendeschluss ist der 16. November 2015.

Ausschreibung

Ausschreibung leichte Sprache

englische Ausschreibung

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21. bis 24. September 2015

Die Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung organisierte heuer zum 16. Mal eine Studienfahrt zu höchst interessanten Dorferneuerungs- und Landentwicklungsprojekten. Die Exkursionsziele lagen diesmal in Bayern, Deutschland, und zwar in der Oberfpalz, in Oberfranken und in Unterfranken.

Besichtigt und besprochen wurden sowohl überschaubare Maßnahmen in kleinen Orten wie auch umfassende LEADER-Projekte und integrierte ländliche Entwicklungskonzepte. Auch inhaltlich wurde ein breites Spektrum abgedeckt: Innenentwicklung und Umnutzung, Nahversorgung und regionale Wertschöpfung,  soziale Maßnahmen für Frauen, Jugendliche, SeniorInnen und Miteinander der Generationen, kommunale Dienstleistungen und Kopplung von Ehrenamt und Lohnarbeit,  Arbeitsplatzschaffung und Wirtschaftsbelebung, regenerative Energien, ländlicher Tourismus und interkommunale Zusammenarbeit. Im Fokus standen dabei innovative Antworten auf die Herausforderungen, die aus Klimawandel, landwirtschaftlichem Strukturwandel und demografischem Wandel erwachsen.

Die Europäische Dorferneuerungs-Studienfahrt 2015 ist ein Projekt der Kampagne European Rural Benefits & Innovations 2020 der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung und wird von der Europäischen Union, GD Landwirtschaft und Ländliche Entwicklung, gefördert.

Die Exkursion hat einerseits beispielhaft umgesetzte sichtbare Einzelprojekte vermittelt, andererseits aber auch wesentliche Einblicke in die Methoden von gemeindeübergreifenden Kooperationen gebracht. Damit wurde vor allem das für die Entwicklung ländlicher Räume immer wieder gegebene Spannungsfeld angesprochen: Die Gefahr für periphere Gebiete, im Sog der urbanen Räume durch Abwanderung auszubluten oder im Umland von unwirtlich empfundenen Städten mit zugezogenen Mitbürgern, die kein sonderliches Interesse am Gemeindeleben zeigen, zur „Schlafgemeinde“ zu werden. Beides schafft Probleme. Zweierlei ist vor dem Hintergrund der Bemühungen der Kommunen, gleichwertige (nicht gleichartige) Lebensbedingungen zu schaffen, deutlich geworden:

–      Zunehmend gibt es Probleme, gegebene Herausforderungen innerhalb einer Gemeinde zu lösen. Neue Infrastrukturen (alternative Energie, Breitband, usw.), touristische Angebote und Attraktionen, Leerstandsproblematik mit Innen- oder Siedlungsentwicklung, Freizeiteinrichtungen, Bildungsangebote und anderes mehr sind von einzelnen Gemeinden nicht mehr zu bewältigen. Das geht sinnvollerweise nur mehr in größeren kommunalen Zusammenschlüssen.

–      Auf der anderen Seite erscheinen der Zusammenhalt und die Identifikation in der kleineren Einheit als besonders wichtige Faktoren, der sich sichtbar in oft erstaunlich hohem ehrenamtlichem Engagement manifestiert. Das sollte nicht als „Vereinsmeierei“ abgetan werden. Darin stecken nicht nur große ökonomische Vorteile, hier geht es grundsätzlich um einen anderen Lebensstil als das meist anonyme Nebeneinander in der Stadt. Zerschlägt man diese Einheiten etwa durch Gemeindezusammenlegungen, geht sowohl ökonomisch als auch sozial entscheidendes verloren. Und auch politisch: Bürgermeister haben in überschaubaren Kommunen in aller Regel einen sehr guten Kontakt zu ihren Bürgern. Ihr Handlungsfeld betrifft jene Probleme, die vor der Haustüre der Bürger liegen. Je größer die Kommunen werden, umso mehr besteht die Gefahr, dass auch auf Gemeindeebene die Entfernung zu den regionalen Entscheidungsträgern wächst.

Durch die besuchten Projekte konnten beide Gesichtspunkte demonstriert und mögliche Lösungen gezeigt werden. Der Bogen hat sich dabei sehr weit gespannt:

–      Kollersried als kleiner Ort mit 200 Einwohnen innerhalb der Stadt Hemau mit über 8000 Einwohnern und 66 Ortsteilen, wo das Dorf wie eine Familie erscheint und sogar die kleine Dorfkirche dem örtlichen Kulturverein gehört. Wo aber auch der Bürgermeister der Stadt  die Aktivitäten massiv und offensiv unterstützt.

–      Interkommunale Allianz Oberes Werntal mit 10 Gemeinden und 51.000 Einwohnern wo die 10 Bürgermeister nicht nur die oft sehr schwierige gemeinsame Entscheidung für gemeindeübergreifende Projekte suchen, sondern über die eigene Kommune immer wieder hinaus denken mussten. Jeder der 10 Bürgermeister war für ein bestimmtes Themenfeld zuständig – aber immer für alle 10 Gemeinden: Dorf-/Innenentwicklung, Wirtschaft, Energie, Kultur, Gesundheit, Naherholung/Freizeit, Familienfreundlicher Wohnort, Marketing & Öffentlichkeitsarbeit, Interkommunale Zusammenarbeit, Landnutzung.

Es konnten nicht nur tolle Beispiele, sondern auch viele unterschiedliche Methoden und Herangehensweisen gezeigt werden.

6. August 2015

Europäischer Dorferneuerungspreis 2016 unter dem Motto „offen sein“ ausgelobt!

Bereits zum 14. Mal seit 1990 hat die Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung einen Wettbewerb um den Europäischen Dorferneuerungspreis ausgelobt. Er ist geleitet von der Intention, besonders herausragende und beispielhafte Entwicklungs- und Erneuerungsprozesse in ländlichen Gemeinwesen „vor den Vorhang“ zu bitten und – unter Berücksichtigung des ökonomischen und kulturellen Kontextes – zu prämieren. Vorrangiges Kriterium ist, dass die gesetzten Maßnahmen gemäß dem „Leitbild der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung für eine nachhaltige Entwicklung europäischer Dörfer und Landgemeinden“ zu einer Stärkung der Zukunftsfähigkeit ländlicher Räume und zu einer Hebung der Lebensqualität der DorfbewohnerInnen beitragen.

Der Wettbewerb forciert daher ganz besonders jene Dörfer, ländlichen Gemeinden und kommunalen Allianzen in Europa, die sich in Bottom-up-Prozessen den aktuellen Herausforderungen ihres Lebensraumes mit angepassten, innovativen und visionären sowie auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Projekten gestellt und damit eine zeitgemäße und zukunftsorientierte Entwicklung in Gang gebracht haben. Darüber hinaus dürfen jenen Orten besondere Chancen eingeräumt werden, die sich nicht als abgeschlossene „Inseln“ betrachten, sondern die sich als Teil ihrer Region, ihres Landes, Europas, ja der Welt erkennen. Dazu gehört auch die Bereitschaft, im Rahmen ihrer Möglichkeiten Verantwortung für die Bewältigung von großen Herausforderungen und für die Lösung von Problemen zu übernehmen, von denen die gesamte Menschheit betroffen ist.

Das Wettbewerbsmotto “offen sein” trägt der Tatsache Rechnung, dass sich eingefahrene Wege in einer sich nahezu täglich verändernden Welt nicht selten als Einbahnstraßen oder gar Sackgassen erweisen. Es soll daher ein Signal dafür sein, Scheuklappen abzulegen und einen offenen Blick für das Neue, das Unbekannte und das Ungewöhnliche zu gewinnen. Dabei geht es gleichermaßen um die Offenheit für innovative Ideen, Strategien und Perspektiven wie auch um die Offenheit für Menschen mit „anderen“ Lebenskonzepten, Religionen, Nationalitäten und gesellschaftlichen Backgrounds. Es gilt zu erkennen, dass menschliche Vielfalt keine Bedrohung, sondern eine Bereicherung darstellt. Nicht zuletzt will das Wettbewerbsmotto jene ländlichen Gemeinwesen ansprechen, die offen sind für Kooperationen, die die Grenzen zu ihren Nachbarn als Übergänge ansehen und sich mit diesen zu interkommunalen und regionalen Allianzen und Verbänden zusammengeschossen haben.

Bewertet wird, wie das teilnehmende Gemeinwesen auf die am Beginn des Entwicklungsprozesses festgestellten Stärken und Schwächen sowie internen und externen Gefahren und Chancen reagiert hat. Dabei geht es in gleicher Weise um konkreten Maßnahmen und Projekte, um die gewählten Methoden sowie um die Strategien.

Zur Teilnahme zugelassen ist nur ein Gemeinwesen pro Land/Bundesland, das von der zuständigen Behörde oder, nachrangig, von einer einschlägig tätigen NGO genannt wird. Einsendeschluss für die Bewerbungsunterlagen ist der 5. Februar 2016, die Preisverleihung erfolgt im Herbst 2016 in Tihany, Ungarn, das den Europäischen Dorferneuerungspreis 2014 gewinnen konnte.

Nähere Informationen zu Teilnahmebedingungen, Beurteilungskriterien, Zeitplan, Vergabemodalitäten etc. entnehmen Sie bitte den Kriterien.

28. Mai 2015

Internationales Symposium in Krems zum Thema „Im Zentrum: Lebensqualität. Identität. Wirtschaftskraft“ präsentiert Beispiele, Thesen und Strategien zu einer erfolgreichen Entwicklung von Dorf- und Stadtkernen.

Die Dorf- und Stadtkerne als Orte, an denen sich Lebensqualität, Identität und Wirtschaftskraft widerspiegeln, standen Ende Mai im wahrsten Sinne des Wortes im Zentrum eines Symposiums, zu dem die Abteilung Raumordnung und Regionalpolitik im Amt der NÖ Landesregierung gemeinsam mit der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung ins Kloster Und in Krems geladen hatte. Und das aus gutem Grund, wie der Vorsitzende der ARGE, Niederösterreichs Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll, in einem Eröffnungstalk erläuterte: „Seit Jahrzehnten geht der Trend in Richtung Verlagerung weg von den Zentren hin zu den Ortsrändern – mit all den bekannten, negativen Konsequenzen: hoher Bodenverbrauch, negative Auswirkungen auf das Ortsbild, Leerstände, längere Wege, wachsende Infrastrukturkosten, um nur einige zu nennen.“   Zwar wurde das Thema Zentrumsentwicklung in Niederösterreich schon vor vielen Jahren bewusst in Angriff genommen, worauf zahlreiche Initiativen in der Vergangenheit hinweisen, die insbesondere die Komponenten Nahversorgung, Infrastruktur und Ortsbild betrafen. In Zukunft will man besonderes Augenmerk auf die Themen Baulückenschließung und Leerstandsbekämpfung sowie auf eine verstärkte Verknüpfung aller Bereiche der Zentrumsentwicklung legen. Konkret bedeutet das die Vernetzung von Wohnen und Arbeiten mit einem Angebotsmix aus Handel, Dienstleistung, Gastronomie und Freizeitnutzung. Besonders seien dabei, so Pröll, die Gemeinden gefragt, da sie einerseits die Bedürfnisse der Bevölkerung kennen und andererseits über die Eigentumsverhältnisse Bescheid wisse. Gerade bei der Beseitigung von Leerständen im Ortskern müsse bei allem Bekenntnis zum Schutz des persönlichen Eigentums das Gemeinwohl über individuellen Interessen stehen.

NÖ Pilotprozess und Blick über den blau-gelben Tellerrand

Niederösterreich wird sich in jedem Fall in den kommenden Jahren intensiv mit der Thematik auseinandersetzen. In vier Pilotgemeinden unterschiedlicher Größe und Prägung, nämlich Dürnstein, Pernitz, Zistersdorf und Markersdorf-Haindorf, soll im Rahmen der NÖ Stadt- und Dorferneuerung bzw. der NÖ.Regional.GmbH. eine Reihe von Maßnahmen gesetzt werden, von denen man sich in einem zweiten Schritt auch Erkenntnisse erwarten darf, die für die Innenentwicklung von Städten und Dörfern generell von hohem Wert sein werden.   Dass es sich bei der schleichenden Gefahr der Verödung der Stadt- und Dorfkerne bei gleichzeitigem Entstehen von „Satelliten“ an den Ortsrändern freilich um kein niederösterreichisches Phänomen handelt, sondern um eines, das auch die Verantwortlichen jenseits der Landes- und Staatsgrenzen vor große Herausforderungen stellt, betonte Peter Görgl vom Institut für Geographie und Regionalforschung der Uni Wien, der erläuterte, mit welchen Maßnahmen der Raumplanung und Raumordnung es zu agieren und zu reagieren gelte. Auch die Impulsvorträge und Beispiele aus anderen Bundesländern und aus Deutschland führten die europäische, ja sogar globale Dimension des Themas deutlich vor Augen.   In Sachsen etwa, so berichtete Daniel Gellner vom Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft, gilt in der aktuellen LEADER-Periode der Bekämpfung von Leerständen größte Aufmerksamkeit. Dabei geht es sowohl um den Erhalt von wertvoller Bausubstanz durch Umnutzungsprogramme, beispielsweise unter dem Motto „Junge Familien in alten Gemäuern“, wie auch um Rückbauten zur Schaffung neuen Platzes im Zentrum. Good Practice im Umgang mit einer zukunftsweisenden Innenentwicklung präsentierten Oskar Januschke als Leiter des Stadtmarketing Lienz, Nikolaus Unterweger als Bürgermeister von Kals am Großglockner, Bernhard Himmen als Beigeordneter der Ortsgemeinde Ediger-Eller in der Calmont-Region (Rheinland-Pfalz) und Max Köberl als Bürgermeister der bayerischen Gemeinde Ringelai.   Zuletzt tauchten die 150 interessierten TeilnehmerInnen aus Deutschland, Polen, Tschechien und mehreren österreichischen Bundesländern im Rahmen von Workshops und Diskussionsrunden in fünf Themen ein, die unmittelbar und essentiell mit Zentrumsentwicklung zu tun haben: „Demographischer Wandel“ mit einem Impuls von Univ.-Prof. Heinz Fassmann, „Wohnen“ mit einem Impuls zum Modell POMALI von Architektin Valerie Seitz, „Arbeiten“ mit einem Impuls zu OTELO von Martin Hollinetz, „Leerstandsbekämpfung“ am Beispiel von Waidhofen/Ybbs und Ardagger mit Hans Stixenberger und Birgit Weichinger (NÖ.Regional.GmbH) sowie „Strategie und Kommunikation“ am Beispiel „Cittá Slow“ mit einem Impuls von Dr. Gaby Pils.   Bereits am Vortag der Konferenz führte eine Exkursion unter dem Titel „Der ZentrumsEntwicklung auf der Spur nach Strengberg, Stephanshart und Melk, wo die Nutzung von leer stehenden Gebäuden im Ortszentrum vorgestellt und deutlich wurde, welche Rolle aktive GemeindevertreterInnen und Grundstücks- bzw. HausbesitzerInnen spielen.  

Präsentationen der Referenten


7. bis 9. Mai 2015

Vernetzungstreffen mit den Schwerpunktthemen Integration und interkommunale Kooperationen in Mertzig (Luxemburg)

Rund 30 engagierte Menschen aus mehreren Regionen und Staaten Europas nahmen vom 7. bis 9. Mai 2015 an einem Treffen des Netzwerkes erfolgreicher europäischer Dorferneuerungsgemeinden in Mertzig (Luxemburg) teil. Der umfassende Erfahrungs- und Know how-Austausch rankte sich diesmal rund um die Schwerpunktthemen „Integration“ und „interkommunale Kooperationen“ – Bereiche, in denen die gastgebende Gemeinde Mertzig sowie die benachbarte Gemeindekooperation des Reidener Kantons zahlreiche erfolgreich umgesetzte Projekte aufweisen kann. Dass auch zwei luxemburgische Regierungsmitglieder, nämlich der Minister für Landwirtschaft, Weinbau und Verbraucherschutz Ferdinand Etgen sowie Staatssekretär Camille Gira vom Ministerium für Nachhaltigkeit, dem Treffen beiwohnten, untermauert die große Bedeutung, die dem von der ARGE koordinierten europäischen Netzwerk beigemessen wird.

Präsentationen:

Gemeinsam sind wir stärker: interkommunale Zusammenarbeit in der Praxis – Dr. Henri MAUSEN, Bürgermeister der Gemeinde Redange und Präsident des Gemeindesyndikats De Réidener Kanton Teil 1

Gemeinsam sind wir stärker: interkommunale Zusammenarbeit in der Praxis – Dr. Henri MAUSEN, Bürgermeister der Gemeinde Redange und Präsident des Gemeindesyndikats De Réidener Kanton Teil 2

Kommunale Entwicklungsplanung und aktive Bürgerbeteiligung – Minister Fernand Etgen, Ministerium für Landwirtschaft, Weinbau und Verbraucherschutz in Luxembourg

Interkommunale Kooperationen im «Attert- und Warktal» – Fons Jacques, LEADER-Manager

Präsentation der Vereinigung «D‘Millen» mit Besichtigung des Zentrums und der Ateliers – Max Hilbert

Präsentation des Sozial- u. Integrationsprojektes «OSCARE» – Raoul Schaaf

Projekt «Youth for Work» in den Gemeinden des Kantons- Ariane Toepfer, De Réidener Kanton

Die 10 Gemeinden des Reidener Kantons – Staatssekretär Camille Gira, ehemaliger Bürgermeister der Gemeinde Beckerich, Ministerium für Nachhaltigkeit

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3. Dezember 2014

“Weniger wiegt schwer! – Auf der Suche nach einem neuen Umgang mit rückläufigen Entwicklungen in strukturschwachen ländlichen Räumen“

Viele ländliche Gemeinden haben eines gemeinsam: Ihre BürgerInnen werden weniger, älter und „bunter“. Eine enorme Herausforderung angesichts dessen, dass die kommunalen Geldsäckel vielerorts leer und auch von Bundes- und Landesseite keine großen Zuflüsse zu erwarten sind. Traditionelle Strategien, die allem voran auf Wachstumsphilosophien aufbauen, haben sich nur in Einzelfällen als Erfolg bringend erwiesen. Also heißt es, die Weichen neu zu stellen und das Ungewöhnliche zu wagen.

In diesem Sinne laden die Marktgemeinde Göpfritz an der Wild, der Club of Vienna und der Club Niederösterreich zu einer Konferenz unter dem Titel  „Weniger wiegt schwer! Auf der Suche nach einem neuen Umgang mit rückläufigen Entwicklungen in strukturschwachen ländlichen Räumen“,  bei der innovative Wege der Gemeindeentwicklung präsentiert und diskutiert werden sollen.

Termin: Mittwoch, 3. Dezember 2014, 14.00 Uhr bis 17.30 Uhr
Ort: Göpfritz an der Wild, Kulturstadl, Hauptstraße 72, 3800 Göpfritz an der Wild

Einladung

5. November 2014

Die Vollversammlung 2014 der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, die dieser Tage in Krems, Niederösterreich, stattfand, bot eine Rückschau auf ein beeindruckendes Arbeitsprogramm und einen Ausblick auf nicht minder ambitionierte Zukunftsprojekte. Bei der Neubestellung des Vorstandes wurde der niederösterreichische Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll einstimmig als Präsident wiedergewählt.

“Große Ideen brauchen Zeit, um verstanden und in sinnvollen Projekten umgesetzt zu werden. Das betrifft auch die Entwicklung der ländlichen Räume in Europa, die lange nur aus der agrarpolitischen Perspektive gesehen wurde. Nicht zuletzt dank des 25-jährigen Engagements der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung sind Themen wie Leerstandsmanagement und Ortskernentwicklung, demographischer Wandel und soziale Erneuerung der Dörfer, um nur einige zu nennen, in der Gesellschaft und wohl auch bei vielen AgrarpolitikerInnen als zentrale Zukunftsthemen angekommen“, betonte der Präsident der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, Landeshauptmann Erwin Pröll, bei der Vollversammlung 2014 der ARGE, die Anfang November in der Donau-Universität Krems, Niederösterreich, abgehalten wurde.

Die Bilanz, die Erwin Pröll und Geschäftsführerin Theres Friewald-Hofbauer über die vergangenen zwölf Monate zogen, konnte sich jedenfalls sehen lassen: Mit Konferenzen, Workshops  und Netzwerktreffen zu Themen wie „European Rural Visions. Krisen – Wandel – Chancen“, „Kulturlandschaften zwischen Tradition, Produktion und Innovation“ oder „Innenentwicklung der Dörfer“ wurde man auf überzeugende Weise dem Anspruch auf europaweitem Know-how-Transfer gerecht. Zum grenzüberschreitenden Erfahrungsaustausch trugen insbesondere zwei Dorferneuerungsstudienfahrten sowie der Wettbewerb um den Europäischen Dorferneuerungspreis unter dem Motto „besser.leben“ bei. Als ein wahres Fest der Begegnung, bei der das europäische Wir-Gefühl reiche Nahrung erhielt, erwies sich der dreitägige Veranstaltungsreigen zur Verleihung der Europäischen Dorferneuerungspreise im September 2014 in der Schweiz mit mehr als 1000 Gästen aus zahlreichen europäischen Ländern. Die Herausgabe mehrerer Publikationen, darunter eine „Roadmap – Leitbild für eine nachhaltige Entwicklung europäischer Dörfer und Landgemeinden“, komplettieren das umfangreiche und vielfältige Aktivitätenspektrum.

Von großer Brisanz für die Entwicklung der ländlichen Räume sind die Themen, derer sich die Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung 2015 annehmen will. „NeubürgerInnen und Integration“ wird dabei ebenso Raum gegeben werden wie „Naturschutz und ländliche Entwicklung – Dreamteam oder Gegensatzpaar?“ oder „Leerstandsbewältigung und Ortskernstärkung.

Die Vollversammlung stand aber auch im Zeichen der Neuwahl des Vorstandes. Als Vorsitzender wiedergewählt wurde der  niederösterreichische Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll, als seine StellvertreterInnen fungieren wie in der abgelaufenen Funktionsperiode der Bayerische Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Helmut Brunner, der luxemburgische Flurbereinigungsexperte Charles Konnen, die Naturschutzverantwortliche des Slowenischen Landwirtschaftsministeriums Marija Markes und Wojewode Ryszard Wilczynski aus der polnischen Wojewodschaft Opole. Neu als stellvertretende Vorsitzende in den Vorstand gewählt wurde Ministerin Isabelle Weykmans aus der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens.

Die Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung wurde 1989 als eine Plattform des Ökosozialen Forums Österreich gegründet. Seit Februar 2007 ist sie ein eigenständiger Verein und versteht sich als unbürokratischer Zusammenschluss von RegierungsvertreterInnen, WissenschafterInnen sowie DorferneuerungsexpertInnen und mittlerweile auch KommunalpolitikerInnen und RepräsentantInnen von Nichtregierungsorganisationen.

Foto: NLK Pfeiffer

Presseaussendung Österreich

Presseaussendung International

5. November 2014

„Es geht nicht darum, Grenzen zu versetzten, sondern darum, ihnen den trennenden Charakter zu nehmen“, lautet ein Zitat von Richard von Weizsäcker. „Gilt das auch für  Gemeindegrenzen, müssen sie tatsächlich nicht versetzt werden, reicht es, Kooperationen einzugehen und das Miteinander zu koordinieren? Oder sollten wir doch besser den Weg von Grenzversetzungen, also von Fusionen gehen, um ein größtmögliches Maß an Synergien zu erreichen? Oder zielen derartige Strategien in die völlig falsche Richtung, bedarf es vielleicht gar einer Verstärkung des trennenden Charakters, weil Identitäten allem voran auf Abgrenzungen basieren?“, so die provokanten Fragen, die Theres Friewald-Hofbauer, Geschäftsführerin der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, in ihrem Eröffnungsstatement bei der internationalen Konferenz „Synergien nutzen. Identitäten bewahren. Kommunale und regionale Entwicklung zwischen, Fusion, Kooperation und Koordination“ stellte.

Die Antworten der ReferentInnen und der mehr als 80 TeilnehmerInnen aus mehreren europäischen Staaten und einem Großteil der österreichischen Bundesländer fielen überraschend übereinstimmend aus, obwohl sie sich dem Thema aus sehr vielfältigen Blickwinkeln näherten. Auf den Punkt gebracht kamen sie zu folgender Conclusio:

Kooperationen sind in Zeiten komplexer werdender Aufgabenstellungen und schmäler werdender Budgets ein Gebot der Stunde. Sie müssen jedoch auf Freiwilligkeit beruhen und dem Prinzip der Subsidiarität Rechnung tragen. Voraussetzung für fruchtbringende Zusammenarbeit sind starke, selbstbewusste und eigenständige Gemeinwesen sowie eine koordinierte Vorgehensweise, die Top-down- und Bottom-up-Ansätze, also etwa Landestrategien und lokale Interessen, in Einklang bringt. Dabei gilt es multisektoral und multidisziplinär zu denken und zu agieren, das heißt integrative Entwicklungen zu verfolgen, bei denen auf Fachwissen ebenso wie auf regionalen und internationalen Erfahrungsaustausch zurückgegriffen wird. Kooperationen, die sich an diesen Grundsätzen orientieren, vermögen lokale und kommunale Identitäten nicht nur zu bewahren, sondern sogar zu stärken, und können darüber hinaus zur Herausbildung neuer, oft grenzüberschreitender Identitäten beitragen, die auf traditionellen oder innovativen, wiederentdeckten oder erst geschaffenen Gemeinsamkeiten mit anderen Gemeinden und Regionen beruhen.

Hier können Sie die Präsentationen einzelner ReferentInnen downloaden.

Friedrich Zibuschka, Amt der NÖ Landesregierung

Peter Strasser, Donau-Universität Krems

Dorothea Stepan, Donau-Universität Krems

Auszüge aus den Statements der ReferentInnen

Weitere Informationen finden Sie unter Aktuelles, Fotogalerie bzw. auch im Programm.

5. November 2014

Synergien nutzen. Identitäten bewahren. Kommunale und regionale Entwicklung zwischen Fusion, Kooperation und Koordination – so lautete der Titel einer Konferenz, die am 5. November mehr als 80 Gäste aus sechs europäischen Staaten und mehreren österreichischen Bundesländern an die Donau-Universität Krems, Niederösterreich, gelockt hatte.

Die Veranstaltung wurde von der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung  in Kooperation mit der Donau-Universität Krems und der NÖ Dorf-und Stadterneuerung durchgeführt und näherte sich dem ambivalenten Thema aus verschiedenen Perspektiven.

Fusionen und Zwang gefährden Kooperationen

So informierte der Leiter des Zentrums für Baukulturelles Erbe an der Donau-Universität Krems, Peter Strasser, über internationale Initiativen im Bereich des Natur- und Kulturerbes, die allesamt als „Ansatz, Hilfe und Ideengeber  für die Schaffung und Erhaltung einer regionalen Identität dienen“.

Der Luxemburger Charles Konnen, stv. Vorsitzender der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, zeigte anhand von zwei Beispielen aus Luxemburg und Bayern auf, dass mittels freiwilliger interkommunaler Kooperationen die Lebensqualität in ländlichen Räumen maßgeblich verbessert werden könne, während er in Zwangsfusionen den „Tod“ für fruchtbringende regionale Entwicklungen sieht. In die gleiche Kerbe schlug auch Johannes Pressl, Bürgermeister der Mostviertler Gemeinde Ardagger, der allem voran dem Subsidiaritätsprinzip, der Transparenz und der BürgerInnenbeteiligung das Wort redete und keinen Zweifel daran ließ, dass nur „starke“, autonome Gemeinden zu effizienter Zusammenarbeit befähigt seien.

NÖ.Regional.GmbH – ein Kind der Zeit

Der Leiter der Gruppe Raumordnung, Umwelt und Verkehr im Amt der NÖ Landesregierung, Friedrich Zibuschka, und der Geschäftsführer der  NÖ.Regional.GmbH, Walter Kirchler, erklärten die Struktur und die Motive für die Gründung dieser neuen Gesellschaft, in der die Regional- und die Kleinregionsmanagements sowie der Verband für Dorf- und Stadterneuerung eine gemeinsame operative „Heimat“ gefunden haben. Für Zibuschka ist die Schaffung der NÖ.Regional.GmbH ein logischer Schritt im Sinne einer „notwendigen Anpassung der Strukturen und Services an gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Veränderungen“, für Kirchler eine „Chance, partnerschaftlich und effizienter und koordinierter als bisher für die Gemeinden und das Land Niederösterreich zu arbeiten“.

Dorothea Stepan, Leiterin des Lehrgangs „Integrative Regionalentwicklung“ an der Donau-Universität Krems, stellte den Lehrgang „Integrative Regionalentwicklung“ als ein erfolgreiches Zusammenwirken von Theorie und Praxis auf Basis eines Fachbereiche übergreifenden Ansatzes vor und betonte, dass Regionen mit gut ausgebildeten Menschen die Basis für den Erfolg im globalen Wettbewerb seien.

Résumé

Bemerkenswert ist, dass die Kernbotschaften der ReferentInnen ebenso wie die Diskussionsbeiträge der Konferenzgäste einander nicht nur ergänzten, sondern auch wesentliche Übereinstimmungen aufwiesen:

  • Kooperationen sind in Zeiten komplexer werdender Aufgabenstellungen und schmäler werdender Budgets ein Gebot der Stunde.
  • Sie müssen jedoch auf Freiwilligkeit beruhen und dem Prinzip der Subsidiarität Rechnung tragen.
  • Voraussetzung für fruchtbringende Zusammenarbeit sind starke, selbstbewusste und eigenständige Gemeinwesen sowie eine koordinierte Vorgehensweise, die Top-down- und Bottom-up-Ansätze, also etwa Landestrategien und lokale Interessen, in Einklang bringt.
  • Dabei gilt es multisektoral und multidisziplinär zu denken und zu agieren, das heißt integrative Entwicklungen zu verfolgen, bei denen auf Fachwissen ebenso wie auf regionalen und internationalen Erfahrungsaustausch zurückgegriffen wird.
  • Kooperationen, die sich an diesen Grundsätzen orientieren, vermögen lokale und kommunale Identitäten nicht nur zu bewahren, sondern sogar zu stärken, und können darüber hinaus zur Herausbildung neuer, oft grenzüberschreitender Identitäten beitragen, die auf traditionellen oder innovativen, wiederentdeckten oder erst geschaffenen Gemeinsamkeiten mit anderen Gemeinden und Regionen beruhen.

Presseaussendung

6. bis 10. Oktober 2014

Studienfahrt einer Delegation aus Großpolen zu Highlights der Dorferneuerung und Gemeindeentwicklung in NÖ

Anfang Oktober 2014 durfte die Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung 30 lokale und regionale Akteure der Dorfentwicklung sowie KommunalpolitikerInnen und BeamtInnen der Woiwodschaft Großpolen, Polen,in Niederösterreich empfangen. Drei Tage lang tourten die Gäste aus Polen durch Niederösterreich, um lokale, kommunale und regionale „Best Practice“-Beispiele“ für Landentwicklung und Dorferneuerung in kennenzulernen.

Auf der Agenda der Studienfahrt standen Besuche der Gemeinden Allhartsberg, Ybbsitz, Yspertal und Grafenwörth, auch in Engabrunn, im Mohndorf Armschlag und in Lugendorf wurde Station gemacht. Abgerundet wurde das Programm der Studienfahrt, die von ARGE-Konsulent Peter Schawerda begleitet wurde, durch einen Informations- und Diskussionsblock in der Landwirtschaftlichen Fachschule Krems mit einer Besichtigung des Weinkompetenzzentrums sowie mit einer Vorstellung der Europäischen ARGE Landent­wicklung und Dorferneuerung und der NÖ Dorferneuerungsstrukturen.

25. September 2014

Zu einem interessanten Erfahrungsaustausch zwischen der Woiwodschaft Kleinpolen und der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, die bald auch in einer ständigen Zusammenarbeit gipfeln könnte, kam es im Vorfeld und im Rahmen der 8. internationalen Landentwicklungskonferenz der Woiwodschaft Kleinpolen Ende September im Kongresszentrum der Landwirtschaftlichen Universität Krakau.

ARGE-Geschäftsführerin Theres Friewald-Hofbauer hielt dabei eine Keynote über “Gegenwärtige und künftige Herausforderungen für ländliche Regionen in Europa”. Sie verwies darauf, dass sich diese am Beginn des 21. Jahrhunderts vielerorts in einer Phase der Destrukturierung mit dem Auftrag zur Neustrukturierung befänden. Dabei gelte es Neues zu wagen, ohne auf jeden Trend aufzuspringen, Bewährtes zu vertiefen und auch Unbekanntes zuzulassen. Nicht zuletzt, so Friewald-Hofbauer weiter, gehe es darum, Resilienz zu beweisen und auf rasch und überraschend eintretende Veränderungen richtig zu reagieren, was nach Robustheit und Agilität, nach Toleranz und der Bereitschaft, das Gemeinsame statt dem Trennenden zu suchen, verlange. Um dabei erfolgreich zu sein, bedürfe es der Einbindung aller und der Bildung von Kooperationen und Netzwerken auf kommunaler, regionaler unter grenzüberschreitender Ebene.

An internationalen Rednern ebenfalls am Podium waren ARGE-Pionier Holger Magel von der TU München und Walter Seher von der BOKU Wien. Federführend von polnischer Seite eingebunden waren Prof. Jacek Pijanowski und Vize-Marschall Stanislaw Sorys.

12. September 2014

Ein Höhepunkt bei der Verleihung der Europäischen Dorferneuerungspreise 2014 in Vals, Schweiz, war für viele der Gäste die Festrede von Staatssekretär Camille Gira, Luxemburg, der das Wettbewerbsmotto “besser.leben.” auf beeindruckende Weise beleuchtete. Wir freuen uns Ihnen hier seinen Vortrag zum Download bereitstellen zu können.

Festrede

11. bis 13. September 2014

Die ungarische Plattensee-Gemeinde Tihany gewinnt den Europäischen Dorferneuerungspreis 2014. Mehr als 1.000 DorferneuerungsakteurInnen aus ganz Europa wohnten der stimmungsvollen Preisverleihung in der Graubündner Gemeinde Vals, Schweiz, die den Wettbewerb vor zwei Jahren gewonnen hatte, bei. Der Festakt war in ein buntes Rahmenprogramm eingebettet, das sich vom 11. bis 13. September über drei Tage erstreckte, bei dem sich sowohl die Gastgebergemeinde als auch die 29 Wettbewerbsteilnehmer aus zwölf Staaten auf vielfältige Weise präsentierten und begegneten.

Das Motto des 13. Europäischen Dorferneuerungspreises lautete „besser.leben“ und war ein Signal dafür, dass “schneller, höher, weiter” nur selten ein Erfolgsrezept für ländliche Räume ist und dass daher weniger quantitative als vielmehr qualitative Verbesserungen des Lebensalltages im Vordergrund stehen sollten. Der luxemburgische Staatssekretär für Nachhaltigkeit, Camille Gira, widmete seine Festrede bei der Preisverleihung diesem Thema und kam zu dem Schluss, dass es zur Erhöhung der Lebensqualität nicht ein Mehr an Konsum brauche, sondern einer Gewährleistung der tatsächlichen Grundbedürfnisse wie Gesundheit, Sicherheit, Respekt, gesellschaftliches Miteinander und intakte Umwelt bedürfe. Als die drei Schlüsselbegriffe für eine zukunftsfähige Entwicklung ländlicher Gemeinwesen nannte Gira Toleranz, Resilienz und Netzwerke.

Der Einladung zum Festakt waren neben Staatssekretär Gira und mehr als 1.000 DorferneuerungsaktivistInnen aus über 30 europäischen Regionen eine lange Reihe weiterer hochrangiger Persönlichkeiten wie der polnische Woiwode Ryszard Wilczynski, der Vizedirektor des Eidgenössischen Bundesamtes für Landwirtschaft Christian Hofer und als Mitglied der Graubündener Kantonalregierung Regierungsrat Hansjörg Trachsel gefolgt. Dieser betonte in seinem Grußwort, dass Dörfer attraktive Arbeitsplätze und Zukunftsperspektiven brauchen, die bei den regionalen Stärken ansetzen. Diese Potenziale kämen aber nur dort zur Entfaltung, wo sie von der Bevölkerung mit Schaffenskraft, Ideenreichtum und Unternehmergeist genutzt würden, so Trachsel.

Dorfführungen, Besichtigungen – etwa der weltberühmten Valser Therme –, ein Open Space mit den WettbewerbsjurorInnen, eine Ausstellung der Wettbewerbsprojekte mit Verkostungen regionaler Produkte und ein mitreißendes wie auch berührendes kulturelles Programm, das von Gastgebern und Gästen gemeinsam gestaltet wurde, ließen Vals zum Schauplatz für ein grandioses dreitägiges Fest der Begegnung werden, bei dem Europa nicht als abstraktes Gebilde, sondern als vielfältige, pulsierende Gemeinschaft erlebt wurde.

Erstmals eine ungarische Gemeinde als Siegerin

Die 1.358 EinwohnerInnen zählende Gemeinde Tihany zeichnet sich durch eine malerische Lage am Plattensee sowie eine große Zahl an kulturhistorischen Sehenswürdigkeiten aus. Trotz dieser Attraktivität durchlebte der Ort nach der Wende eine tiefgreifende Verfallsperiode. Die in der Blütezeit des Massentourismus ausgebaute Infrastruktur veraltete zusehends, die ökologische Qualität und die Siedlungsentwicklung ließen zu wünschen übrig und die Dienstleistungen waren längst nicht mehr zeitgemäß. Die Folgen waren ein erheblicher Einbruch des Tourismus sowie umfassende soziale Depressionen.

2006 startete Tihany einen ambitionierten Entwicklungsprozess mit dem Ziel, die Lebensbedingungen der Menschen ganzheitlich zu verbessern und die Wertschöpfung aus dem Tourismus zu erhöhen. Kanalisation, eine energiesparende Straßenbeleuchtung, verkehrsberuhigende und Barrieren abbauende Gestaltungsmaßnahmen standen am Anfang. Es folgten die Errichtung von Fahrrad- und Fußwegen, von Rastplätzen und Besucherzentren für die Abtei und den Nationalpark sowie die Erneuerung der Freilichtbühne, die Eröffnung einer Galerie und die Schaffung weiterer kultureller Angebote. Bildungsinitiativen, die Einrichtung von sozialen Dienstleistungen und die Entwicklung der Selbstverwaltungsbehörde zu einer serviceorientierten Anlaufstelle für Bürgeranliegen ließen ebenfalls nicht lange auf sich warten. Umwelt – und Naturschutz werden heute nicht mehr als Behinderung, sondern als Chance gesehen und Gastronomie und Hotelerie investieren wieder in qualitätvolle Verbesserungen ihrer baulichen Substanz und ihres Angebotes. Parallel dazu engagiert man sich für eine Verbreiterung der wirtschaftlichen Basis durch die Produktion und Verarbeitung lokaler Erzeugnisse.

Die ungarische Plattensee-Gemeinde Tihany gewinnt den Europäischen Dorferneuerungspreis 2014. Mehr als 1.000 DorferneuerungsakteurInnen aus ganz Europa wohnten der stimmungsvollen Preisverleihung in der Graubündner Gemeinde Vals, Schweiz, die den Wettbewerb vor zwei Jahren gewonnen hatte, bei. Der Festakt war in ein buntes Rahmenprogramm eingebettet, das sich vom 11. bis 13. September über drei Tage erstreckte, bei dem sich sowohl die Gastgebergemeinde als auch die 29 Wettbewerbsteilnehmer aus zwölf Staaten auf vielfältige Weise präsentierten und begegneten.

Die Gemeinde Tihany geht ihren Weg nicht allein: Sie kooperiert mit den Nachbarorten, der Stadt Balatonfüred sowie mit Universitäten und sie lässt vor allem die Menschen mitreden, mitentscheiden und mitgestalten. Tihany selbst sieht sich noch lange nicht am Ziel, plant und realisiert bereits die nächsten Projekte, obwohl „besser.leben“ längst keine Vision mehr, sondern gelebte Realität ist, wie die 18-köpfige internationale Jury feststellte .

Enorm hohe Qualität aller teilnehmenden Dörfer

Neben der Siegergemeinde Tihany haben es noch weitere zwölf Gemeinden oder Orte in die höchste Kategorie geschafft, die jene Teilnehmer umfasst, die sich durch eine ganzheitliche, nachhaltige und mottogerechte Dorfentwicklung von herausragender Qualität auszeichnen. An weitere elf Teilnehmer wurde der Preis für besondere Leistungen in mehreren Bereichen der Dorfentwicklung verliehen. Fünf Gemeinden oder Orte durften sich über einen Dorferneuerungspreis für besondere Leistungen in einzelnen Bereichen der Dorfentwicklung freuen.

Der Wettbewerb um den Europäischen Dorferneuerungspreis wurde 1990 von der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung mit dem Ziel, den Erfahrungsaustausch zu fördern, Europas Zusammenwachsen zu begünstigen und die gesamtgesellschaftliche Bedeutung der ländlichen Regionen der europäischen Öffentlichkeit bewusst zu machen, ins Leben gerufen. Er wird seit 1990 im 2-Jahresrhythmus veranstaltet und bewertet neben der äußeren Erscheinung vor allem die inneren Qualitäten der Dörfer und Gemeinden, also Aktivitäten im Sinne einer Standort angepassten wirtschaftlichen Entwicklung, die Schaffung zeitgemäßer sozialer Einrichtungen, die Auseinandersetzung mit Architektur, Siedlungsentwicklung, Ökologie, Ressourcenverantwortung und Energieversorgung sowie kulturelle Initiativen und Weiterbildungsmaßnahmen. Wesentlich dabei sind ein ganzheitlicher Ansatz, eine Orientierung in Richtung Nachhaltigkeit und eine von Bürgerbeteiligung, Eigeninitiative und Kooperationsbereitschaft geprägte Methodik der Umsetzung.

24. bis 28. Juni 2014

Der Wettbewerb um den Europäischen Dorferneuerungspreis 2014 ist entschieden: Eine hochrangige, interdisziplinär zusammengestellte, internationale Jury hat dieser Tage nach einer umfassenden Begutachtung vor Ort bei der abschließenden Bewertungssitzung in München die Gemeinde Tihany, Bezirk Veszprém, Ungarn, zum Sieger gekürt. „Tihany beeindruckt mit einem beispielhaften, von den Gemeindeverantwortlichen initiierten, den BürgerInnen getragenen und von ExpertInnen begleiteten Entwicklungsprozess, der auf den vorhandenen Stärken und Chancen aufbaut und von einem umfassenden Problembewusstsein zeugt. Die zahlreichen bereits realisierten und projektierten Maßnahmen haben dazu geführt, dass das Wettbewerbsmotto ,besser.leben’ in Tihany Realität geworden ist. Dass erstmals der Teilnehmer eines Landes, das bis 1989 ,hinter dem Eisernen Vorhang` gelegen hat, mit dem Europäischen Dorferneuerungspreis ausgezeichnet wird, macht einerseits deutlich, welch große Entwicklungsfortschritte dort im letzten Vierteljahrhundert erreicht werden konnten, und ist andererseits ein Beweis für die hohe Sensibilität, die fachliche Kompetenz und das Vermögen der Jury, nicht nur erreichte Ziele, sondern auch zurückgelegte Wegstrecken zu messen und zu bewerten“, zeigt sich der Vorsitzende der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, der niederösterreichischen Landeshauptmann Erwin Pröll, in einer ersten Reaktion begeistert.

29 Einreichungen aus ganz Europa auf hohem und höchstem Niveau

Neben der Siegergemeinde Tihany haben es noch weitere zwölf Gemeinden oder Orte in die höchste Kategorie geschafft, die jene Teilnehmer umfasst, die sich durch eine ganzheitliche, nachhaltige und mottogerechte Dorfentwicklung von herausragender Qualität auszeichnen. An elf Teilnehmer wird ein Europäischer Dorferneuerungspreis für besondere Leistungen in mehreren Bereichen der Dorfentwicklung verliehen. Fünf Gemeinwesen dürfen sich über einen Dorferneuerungspreis für besondere Leistungen in einzelnen Bereichen der Dorfentwicklung freuen. Aufgrund der hohen Qualität der Einreichungen wurde diesmal keine „lobende Anerkennung besonderer Leistungen“ vergeben (Details zu den Ergebnissen in der Anlage).

Die Preisverleihung, die den Höhepunkt einer mehrtägigen Veranstaltung mit Workshops, Exkursionen und Ausstellungen bildet und ein großes europäisches Fest sein wird, findet vom 11. bis 13. September in der Siegergemeinde des vergangenen Wettbewerbes, nämlich in Vals, Kanton Graubünden, Schweiz, statt.

Presseaussendung

Bewertung mit Erklärung der Jury

27. bis 29. März 2014

Europaweiter Erfahrungsaustausch erfolgreicher Dorferneuerungsorte

Auf Einladung von Ministerin Isabelle Weykmans fand das 5. Netzwerktreffen erfolgreicher Teilnehmer am Europäischen Dorferneuerungspreis vom 27. bis 29. März 2014 in der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens statt. Zentrales Thema war diesmal die “Innenentwicklung von Dörfern”, dabei wurden Probleme der Zersiedlung und der Siedlungsentwicklung allgemein genauso zur Sprache gebracht wie der Umgang mit und das Verhindern von Leerständen im Ortskern. Viel Raum nahm die Besichtigung von Best-Practice-Beispielen in der DG Belgiens ein, unter anderem führte die Exkursion auch nach Maldingen, dem belgischen Teilnehmer am Wettbewerb um den Europäischen Dorferneuerungspreis 2014.

Die Gründung eines Netzwerkes erfolgreicher Dorferneuerungsgemeinden geht auf eine Idee der Gemeinde Sand in Taufers zurück und wurde im September 2010 beschlossen. Das Netzwerk will gewährleisten, dass die Teilnahme an einem Wettbewerb um den Europäischen Dorferneuerungspreis für die betreffenden Dörfer und Gemeinden kein einmaliges Ereignis bleibt, sondern vielmehr den Beginn eines beständigen Erfahrungsaustausches und Know-how-Transfers markiert und darüber hinaus einen maßgeblichen Beitrag zum Zusammenwachsen Europas und zur Ausbildung einer gemeinsamen europäischen Identität leistet.

 

Das Netzwerktreffen wurde auch zum Anlass genommen, die Ausstellung der ARGE „European Rural Visions 2020“ zu präsentieren und damit einmal mehr aufzuzeigen, wie wunderbar vielfältig Europas Kulturlandschaften – „created by farmers“ – sind.

März 2014

European Rural Visions 2020 – Ende März gastierte unsere gleichnamige Ausstellung im Südtiroler Landhaus in Bozen. Auch Landesrat Richard Theiner stattete ihr einen Besuch ab.

Eine der Kernbotschaften der Ausstellung: Vielfältige Kulturlandschaften sind ein besonderer Reichtum Europas. Sie sind das Produkt naturräumlicher Gegebenheiten, bäuerlichen Schaffens und menschlicher Siedlungstätigkeit. Sie spiegeln Innovationsvermögen, Gestaltungskraft und Visionen von Generationen wider. Sie wirken als Blickfang und Augenweide, stiften Identität und Attraktivität.

Kulturlandschaften unterliegen einem steten Wandel und erweisen sich als permanente Herausforderung auf der Suche nach einer Balance zwischen dem Nützen und Schützen, dem Erhalten und Gestalten, dem Gestern, dem Heute und dem Morgen.

21. März 2014

Rückblick auf den Veranstaltungszyklus „European Rural Visions 2020“

Im Rahmen einer Pressekonferenz informierten der Vorsitzende der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll sowie Geschäftsführerin Theres Friewald-Hofbauer über das EU-geförderte Projekt „European Rural Visions 2020“ und damit auch über Zukunftsperspektiven für Landentwicklung und Dorferneuerung in Europa.

“Die Menschen in den Dörfern Niederösterreichs genauso wie in anderen europäischen Regionen stehen heute gewaltigen Heraus­forderungen gegenüber, die nach raschen, zugleich aber nachhaltigen und zukunftsfähigen Entscheidungen verlangen. Europaweiter Erfahrungsaustausch und Know-How-Transfer erweist sich dabei zunehmend als wichtiger Wegbegleiter“, erklärte der Vorsitzende der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorf­erneuerung, Niederösterreichs Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll, St. Pölten, heute bei einer Pressekonferenz im NÖ Landhaus.

Als vorrangige Aufgaben, die es zu bewältigen gelte, nannte Pröll die Themen

  • Überalterung und eine immer bunter werdende Gesellschaft,
  • Klimawandel und Energieversorung,
  • Ressourcen- und Nahrungsmittelverknappung,
  • schrumpfende Finanzhaushalte sowie
  • Verstädterung, Land- und Stadtflucht.

Ländlicher Raum ist mehr als Landwirtschaft!

Pröll machte deutlich, dass die ländlichen Gebiete einen besonderen Reichtum Europas darstellen und sich eine Politik zu ihren Gunsten zum Wohle der gesamten Gesellschaft erweise.  Diese müsse im Bewusstsein handeln, dass ländliche Räume nicht auf die agrarische Dimension reduziert werden dürfen, und darauf ausgerichtet sein, die ökonomische Potenz und die Beschäftigung in den ländlichen Kommunen zu fördern, die natürlichen Ressourcen nicht zuletzt durch eine umsichtige Raumplanung zu schützen sowie die Lebensqualität ihrer BewohnerInnen maßgeblich zu heben, was nach einer zeitgemäßen Nahversorgung und innovativen Infrastrukturen den Bereichen Gesundheit, Pflege, Betreuung und Bildung verlange. Der Schlüssel für eine erfolgreiche Entwicklung, so Pröll weiter, sei aber das menschliche Potenzial der Dörfer als Orte, in denen Betroffene zu Beteiligten, das Ehrenamt und Hilfe zur Selbsthilfe gepflegt und das soziale Miteinander über gesellschaftliche Gruppen hinweg gelebt würden.

„Dörfer haben das Potenzial, sich als soziale Oasen und Quellen der Gesellschaft zu erweisen. Das ist eine Auftrag und eine Chance zugleich“, betonte Landeshauptmann Pröll und verwies darauf, dass dies eine der wesentlichen Erkenntnisse des einjährigen Projektzyklus „European Rural Visions 2020“ sei, der nun mit der Abhaltung einer Internationalen Dorferneuerungs-Konferenz im polnischen Wroclaw zum Thema „Krisen. Wandel. Chancen“ und mit der Herausgabe einer „Rural Roadmap“, einem praxistauglichen Leitbild für eine nachhaltige Entwicklung europäischer Dörfer und Landgemeinden, seinen Abschluss finde.

ARGE-Geschäftsführerin Theres Friewald-Hofbauer nannte als weitere Bestandteile der EU-geförderten Maßnahme „European Rural Visions 2020“ einen Fotowettbewerb mit mehr als 700 Einreichungen, der den Reichtum Europas an vielfältigen Landschaften ins rechte Licht rückte, eine darauf aufbauende mobile Ausstellung mit Stationen in Berlin (Grüne Woche), Polen, Belgien, Italien und im Landhaus St. Pölten, eine europäische Studienfahrt zu beispielhaften Gemeinde- und Regionalentwicklungsprojekten in Niederösterreich und im Burgenland sowie eine internationale Konferenz in München über Kulturlandschaften und Boden im Spannungsfeld von Tradition, Produktion und Innovation.

Pressetext

Europäische Konferenz in Wroclaw beriet darüber, wie aus Krisen und Wandel Chancen erwachsen können.
Rund 150 Interessierte aus zehn Ländern Europas sind am 6. und 7. März 2014 einer Einladung der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung zur Konferenz „European Rural Visions 2020. Krisen – Wandel – Chancen“ ins polnische Wroclaw gefolgt und beschäftigten sich zwei Tage lang mit den mannigfaltigen Zukunftsfragen, die Europas ländliche Regionen bewegen und herausfordern. Der niederösterreichische Landeshauptmann und Vorsitzende der ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, Erwin Pröll, brachte es in einem einleitenden Statement auf den Punkt: „Die Entwicklung von Dörfern und ländlichen Regionen kann längst nicht mehr auf die Landwirtschaft reduziert werden, sondern reicht erheblich weiter. Wir müssen uns mit der ganzheitlichen Dimension auseinandersetzen und die großen Herausforderungen in Angriff nehmen, mit denen sich unsere Gesellschaft konfrontiert sieht.“

Vom 17. bis 26. Jänner 2014 war die Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung erstmals bei der Internationalen Grünen Woche in Berlin vertreten – und das gleich in mehrfacher Form, nämlich mit einer Fotoausstellung und einem Messestand sowie der Teilnahme von Geschäftsführerin Theres Friewald-Hofbauer an einem Talk über die Zukunftsfähigkeit der ländlichen Räume Europas.

Eine besondere Herausforderung und bereichernde Aufgabe war es dabei, dem sehr heterogenen, nicht zuletzt auch (groß-)städtischen Publikum die enorme Vielfalt an Funktionen, die ländliche Regionen für die Gesamtgesellschaft zu erfüllen haben, näher zu bringen, handelt es sich dabei doch nicht nur um den Lebens-, Arbeits- und Wirtschaftsraum für rund die Hälfte aller BewohnerInnen des Kontinents, sondern auch um einen Regenerations-, Ausgleichs-, Freizeit- und Erholungsraum für alle EuropäerInnen.

Unsere Ausstellung, die die schönsten und aussagekräftigsten Bilder unseres im vergangenen Jahr europaweit durchgeführten Fotowettbewerbes zeigte und durch kurze, prägnante Texte die Bedeutung der ländlichen Räume bewusst machte, erwies sich im wahrsten Sinne des Wortes als Blickfänger. Zahlreiche MessebesucherInnen bekamen auf diese Weise Lust darauf, mehr über den Themenkreis ländliche Entwicklung und Dorferneuerung zu erfahren – Informationen, die wir vor Ort mündlich in anregenden Gesprächen, aber auch „zum Mitnehmen“ in Form unserer Publikationen, allen voran der soeben erschienenen „Rural Roadmap“, geben durften.

 

Sehr erfreulich war es für die Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung auch, dass sie auch in das Bühnenprogramm der Internationalen Grünen Woche involviert war. Auf Einladung der Agrarsozialen Gesellschaft e. V. nahm Theres Friewald-Hofbauer am 24. Jänner an einem Talk teil, der sich mit der Zukunftsfähigkeit ländlicher Räume beschäftigte. Eines der zentralen Themen dabei waren die Erfahrungen damit, wie sehr Wettbewerbe auf Landes-, Bundes- und europäischer Ebene Dorferneuerungsprozesse forcieren, zu bürgerschaftlichem Engagement motivieren und die ländliche Entwicklung insgesamt vorantreiben – für die ARGE als Ausrichterin des Europäischen Dorferneuerungspreises freilich ein „Paradethema“.

 

Fazit: Das „Grüne Woche-Debut“ erwies sich als eine gute Gelegenheit, die Anliegen der ländlichen Räume Europas den mehr als 400.000 BesucherInnen näher zu bringen. Und sie war bestens dazu geeignet, unser Netzwerk zu promoten, mehr über andere Akteure in den ländlichen Räumen Europas zu erfahren, Kontakte zu knüpfen und Beziehungen zu vertiefen.

22. November 2013

„Der Fotowettbewerb ,European Rural Visions 2020’ hat auf beeindruckende Weise einmal mehr vor Augen geführt, wie wunderbar vielfältig sich einerseits die ländlichen Räume Europas darstellen und wie sehr andererseits die Landwirtschaft deren Bild prägt. Dass rund 250 Menschen aus Dutzenden Regionen Europas, darunter auch zahlreiche Kinder und Jugendliche, unserem Aufruf gefolgt und mehr als 700 Fotos eingereicht haben, ist ein deutliches Zeichen dafür, dass den Menschen Europa alles andere als egal ist. Und die hohe Beteiligung von (Groß-)StädterInnen gibt uns außerdem zu verstehen, dass die Sehnsucht nach vitalen ländlichen Räumen im Interesse aller ist“, zeigte sich der Vorsitzende der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, Landeshauptmann Erwin Pröll, im Vorfeld der Siegerehrung des Fotowettbewerbes, die am 21. November 2013 in München stattfand, begeistert.

Kein geringerer als der bayerische Staatsminister Helmut Brunner, seines Zeichens auch stellvertretender Vorsitzender der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, überreichte den Gewinnern des Wettbewerbes ihre Preise. „Wieder einmal sieht man, dass ein Bild oft mehr zu sagen vermag als tausend Worte. Und besonders viel sagten der Jury und den mehr als 13.000 Menschen in aller Welt, die sich am finalen Online-Voting beteiligten, die Bilder der Sieger“, fand Brunner anerkennende Worte.

In der Kategorie „Kinder bis 14 Jahre“ gelang es dem 14-jährigen Niederösterreicher Christoph Riegler junge FotografInnen aus Dortmund und Dresden mit einer stimmungsvollen Aufnahme in der Gegend seines Heimatortes Engabrunn auf die Plätze zu verweisen. In der Kategorie „Erwachsene“ konnte sich der Salzburger Publizist und Fotograf Walter Schweinöster vor TeilnehmerInnen aus Niedersachsen und Ungarn durchsetzen. Das Siegerfoto zeigt einen Südtiroler Bauern bei der Bewirtschaftung seiner Alm – schwere Handarbeit, auf die die Gesellschaft nicht verzichten kann, wenn ihr etwas an der Schönheit und Vitalität unserer Almen und der Kulturlandschaft im Allgemeinen liegt.

Preise, und zwar (bäuerliche) Produkte aus verschiedenen europäischen Regionen, gibt es für die fünf besten TeilnehmerInnen in jeder Kategorie. Auf die SiegerInnen wartet ein Aufenthalt in der vielfach ausgezeichneten Südtiroler Gemeinde Sand in Taufers. Dort ist auch das kürzlich mit dem Award for Excellence als nachhaltigstes und gastfreundlichstes Hotel Europas ausgezeichnete Designhotel Feldmilla beheimatet – und ist damit bestens als Quartier für die Gewinner von „European Rural Visions 2020“ geeignet.

Übrigens werden die aussagekräftigsten Fotos des Wettbewerbes in den nächsten Monaten auch im Rahmen einer mobilen Fotoausstellung an verschiedenen Plätzen Europas gezeigt. Erste Station wird im Jänner 2014 die Grüne Messe in Berlin sein.

Der Fotowettbewerb „European Rural Visions 2020“ wurde im Rahmen eines von der EU geförderten Projektes von der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung durchgeführt und von der Gemeinde Sand in Taufers sowie dem Designhotel Feldmilla unterstützt.

21. November 2013

Die Entscheidung im Fotowettbewerb „European Rural Visions 2020“, den die Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung im Rahmen des gleichnamigen EU-Projektes durchgeführt hat, ist gefallen.

Mehr als 700 Bilder von rund 250 größtenteils hoch professionell agierenden FotografInnen, die uns aus Dutzenden europäischen Regionen erreichten, haben einmal mehr die wunderbare Vielfalt europäischer Kulturlandschaften, die insbesondere von bäuerlicher Hand gezeichnet werden, gezeigt. Und auch mehr als zwanzig Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre haben uns im wahrsten Sinne des Wortes Einblick in ihre Sicht auf den ländlichen Raum gezeigt.

1. Platz Walter Schweinöster

2. Platz Anne Friesenborg

3. Platz Zoltan Gal

4. Platz Franz Weinhofer

5. Platz Rudolf Mörkl

Finalist Günter Müller

Finalist Armin Schiele

Finalist Raik Buhle

Finalist Jonathan Gross

luftaufnahmen

Finalist Christian Wakolbinger

Finalist Johann Gebhardt

21. November 2013

Menschen zeichnen Spuren. Besonders tiefe und einprägsame dann, wenn sie von Engagement und Tatkraft gekennzeichnet sind. Sie nehmen Einfluss auf die Natur, formen und gestalten das Land nach ihren Bedürfnissen und Möglichkeiten und schaffen so unverwechselbare, identitätsstiftende Kulturlandschaften.

Vielfältige Kulturlandschaften sind einer der besonderen Reichtümer Europas. Um sie sichtbar zu machen, hat die Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung einen Fotowettbewerb unter dem Motto „European Rural Visions 2020“ ausgelobt. Doch wie ist es angesichts von Klimawandel und sich permanent verändernden Nutzungsansprüchen um die Zukunft unserer Kulturlandschaften bestellt? Wie viel Schutz benötigen sie, wie viel Entwicklung vertragen sie? Was gilt es zu unterlassen, was zu tun? Wer ist gefordert, was ist das Ziel?

Begeben Sie sich mit uns auf die Suche nach Antworten auf diese spannenden Fragen, denen sich die Konferenz „Kulturlandschaften im Spannungsfeld von Tradition, Produktion und Innovation“ widmet.

Termin: Donnerstag, 21. November 2013, 14.30 Uhr
Ort: Großer Sitzungssaal im Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten,
Ludwigstraße 2, D-80539 München, Bayern, DeutschlandKonferenz Kulturlandschaften im Spannungsfeld von  Tradition, Produktion und Innovation

23. bis 26. September 2013

Die Europäische ARGE Land­entwicklung und Dorferneuerung organisierte heuer bereits zum 15. Mal eine Studienfahrt unter dem Motto “Von einander lernen, Europa miteinander zu gestalten” zu lokalen, kommunalen und regionalen “Best Practice”-Beispielen für Landentwicklung und Dorferneue­rung nach Niederösterreich und Burgenland.

25. Juni 2013

Im Rahmen eines Stakeholder-Treffens, zu dem die Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung geladen hatte, wurden am 25. Juni 2013 in Brüssel ExpertInnen aus dem Bereich der ländlichen Entwicklung von hochrangigen Beamten der Europäischen Kommission mit brandaktuellen Infos über die neue Programmperiode 2014 bis 2020 versorgt. 15 TeilnehmerInnen aus Österreich, Deutschland, Italien, Belgien, Luxemburg und der Tschechischen Republik nahmen so die Möglichkeit wahr, mit Peter Kaltenegger und Ingeborg Zaiser von der Generaldirektion Landwirtschaft und Ländliche Entwicklung sowie Ulrich Kraus-Heiber von der Generaldirektion Regionalpolitik in einen regen Informations- und Erfahrungsaustausch zu treten.

Die Europäische Kommission hat für die neue Programmperiode in etlichen Bereichen Vorstellungen und Wünsche, die sich durchaus mit denen der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung decken. Dazu gehört die Anerkennung von Eigenleistungen und Pauschalrechnungen genauso wie die Konzentration auf besonders große Herausforderungen wie die demografische Entwicklung oder die Zersiedelung. Besonderen Wert wird die Kommission in Zukunft auf den innovativen Charakter von geförderten Projekten legen, die auch Leuchtturmfunktion einnehmen können – ein Ziel, das auch die ARGE seit vielen Jahren insbesondere mit der Verleihung des Europäischen Dorferneuerungspreises verfolgt.

Darüber hinaus sind Prozessbegleitung und interkommunale bzw. interregionale Kooperationen von besonders großer Bedeutung. Generell setzt die Kommission auf mehr Zusammenarbeit – angedacht ist dabei etwa die Einrichtung von Multifonds im Bereich der LEADER-Förderung oder die Unterstützung von thematischer Zusammenarbeit.

Nun gilt es, sich dafür stark zu machen, dass die nationalen Programme zur Ländlichen Entwicklung diese Intentionen auch tatsächlich berücksichtigen!

PS: Das Stakeholder-Treffen in Brüssel war gleichzeitig Auftakt der von der EU geförderten Kampagne „European Rural Visions 2020“ und damit einer Reihe von Veranstaltungen und Aktivitäten, die die ARGE in den kommenden Monaten umsetzen wird.

Die Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung veranstaltet im Rahmen eines von der EU geförderten Projekts einen europaweiten Fotowettbewerb unter dem Motto „European rural visions: created by farmers, supported by the EU“.

Ziel des Wettbewerbes ist es, die Attraktivität wie auch die enorme Bedeutung der ländlichen Räume Europas für die gesamte Gesellschaft ins Auge der Betrachtung zu rücken. Dabei sind in Motivwahl, Aufnahmeort oder fotografischer Technik der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Wichtig ist es für den Veranstalter des Wettbewerbes zu transportieren, dass das „Gesicht“ der ländlichen Kulturlandschaft eines ist, das wesentlich von der Landwirtschaft geprägt wird.

Die besten Fotos werden nicht nur mit attraktiven Preisen belohnt, sondern in Form einer mobilen Ausstellung einem breiten Publikum in ganz Europa zugänglich gemacht.

Der Wettbewerb wird in einer allgemeinen Kategorie sowie in einer Sonderkateogrie für Kinder und Jugendliche bis 14 Jahren ausgelotet.

Einsendeschluss ist der 15. Juli 2013

Neben bäuerlichen Produkten aus ganz Europa gibt es attraktive Urlaubsaufenthalte in Italien und Österreich zu gewinnen.

Teilnahme und technische Anforderungen:

Jede/r TeilnehmerIn darf höchstens 3 Bilder einreichen.

Bitte senden Sie die Fotos als Vorschaubilder (jpg.- oder tiff.-Datei), 1400 Pixel breit oder hoch (dürfen geschärft werden), mit dem Betreff „Fotowettbewerb“ unter Angabe des/der BildautorIn und des Aufnahmeortes per eMail (max. 5 MB pro Mail, Sprache Englisch oder Deutsch) an info@landentwicklung.org.

Die FotografInnen von Bildern, die für die mobile Ausstellung verwendet werden sollen, werden gesondert aufgefordert, die Bilder als Feindaten einzureichen: Diese müssen für einen großformatigen Druck geeignet sein und einen eindeutigen RGB-Farbraum aufweisen. Daten auf keinen Fall interpolieren! Bitte nur moderat schärfen!

Weitere Bestimmungen:

1) Urheberrecht und Recht am eigenen Bild

Die Einreichung von Bildern zu dem Wettbewerb beinhaltet die Zusicherung der TeilnehmerInnen, dass sie alleinige UrheberInnen der eingereichten Arbeiten sind, dass sie über diese Arbeiten und die daran bestehenden Nutzungsrechte frei verfügen können und dass die Bilder frei sind von Rechten Dritter. JedeR TeilnehmerIn hat außerdem dafür einzustehen, dass abgebildete Personen und/oder die Inhaber von Rechten, die an abgebildeten Objekten bestehen, die Einwilligung zur Veröffentlichung und Verwertung der Bilder in nachweisbarer Form erteilt haben und eventuell erforderliche behördliche Genehmigungen vorliegen. Die TeilnehmerInnen haften für sämtliche Schäden, die der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung durch das Fehlen der erforderlichen Einwilligung anderer Personen oder eine fehlende behördliche Genehmigung entstehen.

2) Nutzungsrechte

Sämtliche eingereichte Bilder – unabhängig davon, ob sie mit einem Preis ausgezeichnet werden, dürfen für das von der EU geförderte Projekt „European Rural Visions 2020“ und dessen publizistische Auswertung genutzt werden.  Dies betrifft insbesondere die gleichnamige mobile Ausstellung und sämtliche zum Projekt gehörigen Publikationen. Die Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung hat auch das Recht, die Bilder auf ihrer Webseite öffentlich zugänglich zu machen und sie an Zeitungs- oder Zeitschriftenredaktionen zum Zwecke der Berichterstattung über den Wettbewerb weiterzugeben.

Für die genannten Nutzungen können die TeilnehmerInnen keinen Anspruch auf ein Nutzungshonorar geltend machen.

Bei externen Anfragen wegen des Erwerbs von Nutzungsrechten an den Bildern werden den InteressentInnen die Kontaktdaten der jeweiligen TeilnehmerInnen bekannt geben.

3) Haftung

Das Risiko für den Verlust oder die Beschädigung von Bilddateien bei der Online-Übermittlung oder bei der Übersendung von CDs/DVDs tragen die TeilnehmerInnen. Eine Haftung der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung wird ausgeschlossen.

5) Schlussbestimmungen

Einsendungen, die den inhaltlichen, technischen und sonstigen Anforderungen dieser

Teilnahmebedingungen nicht oder nicht vollständig entsprechen, sind von der

Wettbewerbsteilnahme ausgeschlossen. Über die Zulassung von Bildern, bei denen die Erfüllung der Wettbewerbsanforderungen zweifelhaft ist, entscheidet die Jury. Die Entscheidungen der Jury sind unanfechtbar. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

KONTAKT FÜR RÜCKFRAGEN:

Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, z. H. Doris Hofbauer

Domgasse 4/Stiege 2/16, 3100 St. Pölten, Österreich

Tel.: 02742/28559; E-Mail: hofbauer@landentwicklung.org

22. bis 24. Mai 2013

Bereits zum vierten Mal fand vom 22. bis 24. Mai 2013 ein Treffen des Netzwerkes erfolgreicher Teilnehmer am Europäischen Dorferneuerungspreis statt. Nach Wijk aan Zee (Niederlande), Bellersen (Nordrhein-Westfalen) und Merkendorf (Bayern) lud die Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, die gewissermaßen als Netzwerk-Koordinatorin fungiert, in das polnische Dorf Kamień Śląski (Groβ Stein) in der polnischen Woiwodschaft Oppeln. Das Treffen war räumlich und zeitlich mit einer Konferenz verschränkt, die sich anlässlich der Gründung eines innerpolnischen Netzwerkes von DorferneuererInnen mit Fragen des demografischen Wandels genauso beschäftigte wie mit Antworten, die im Rahmen von Dorferneuerungsaktivitäten darauf gesucht und gefunden werden können.

Das europäische Netzwerk, das eine informelle Gruppe von Menschen aus verschiedenen Ländern und Regionen Europas darstellt, denen daran liegt, von den Erfahrungen und dem Know-how anderer zu lernen und eigenes Wissen zu teilen, haben im Rahmen des Treffens einen offiziellen Netzwerk-Sprecher aus ihrer Runde bestimmt: Es ist dies Helmuth Innerbichler, Bürgermeister der Gemeinde Sand in Taufers (Südtirol/Italien), der vor rund zweieinhalb Jahren auch die erste Initiative zur Gründung des Netzwerkes ergriffen hat.

Neben dem regen Austausch von Erfahrungen, der im Rahmen der jährlich zweimal stattfindenden Vernetzungstreffen sowie permanent per Mail und in der eigens eingerichteten Facebook-Gruppe stattfindet, sei die Teilnahme am Netzwerk eine hervorragende Möglichkeit, Gleich- oder Ähnlichgesinnte aus anderen Teilen Europas kennenzulernen und den Geist Europas stärker denn je wahrzunehmen – darüber zeigten sich die TeilnehmerInnen aus Deutschland, Österreich, Belgien, Italien und Polen einig.

Europa für Bürgerinnen und Bürger – Aktion 1 – Aktive BürgerInnen für Europa

Die Einreichfrist für die Aktion 1 und seine Unteraktionen: 3. Juni 2013.

Im Rahmen des Programms ” Europa für Bürgerinnen und Bürger” werden Maßnahmen und Aktivitäten unterstützt, die eine große Bandbreite an Bürgerinnen und Bürgern aus verschiedenen Gemeinden/Städten zusammenbringen.
Es wird Aktion 1 – Aktive BürgerInnen für Europa des Programmes zur Förderung ausgeschrieben: Die Aktion unterstützt Städtepartnerschaften und Bürgerprojekte.

Spezifische Ziele des Programms sind:

  • Die Kluft zwischen den BürgerInnen und der Europäischen Union zu überbrücken
  • Die Beteiligung der BürgerInnen und ihrer Interessensvertretungen am Aufbau des „Projekts Europa“ zu forcieren.
  • Den Bürgern die Möglichkeit geben transnationale Erfahrungen zu sammeln, zu kooperieren, einen Beitrag zur Entwicklung der Zugehörigkeit zu gemeinsamen europäischen Werten zu leisten und den europäischen Einigungsprozess voranzutreiben.

Wer kann einreichen?
Das Programm steht allen Akteurinnen und Akteuren offen, die eine aktive europäische Staatsbürgerschaft fördern.
Dazu gehören beispielsweise:lokale Behörden und Organisationen, Forschungseinrichtungen, die sich mit europäischen öffentlichen Politiken beschäftigen (Think-Tanks), Bürgergruppen, Organisationen der Zivilgesellschaft, Nichtregierungsorganisationen, Gewerkschaften, Bildungseinrichtungen, Organisationen, die ehrenamtliche Arbeit leisten, Organisationen aus dem Bereich des Amateursports usw.
Die Antragsteller müssen in einem EU-Mitgliedsstaat ansässig sein.

Was und wie wird gefördert?
Aktion 1 – Aktive BürgerInnen für Europa unterstützt Städtepartnerschaften und Bürgerprojekte. Die Zusammenarbeit zwischen den Städten und das gegenseitigen Verständnis der BürgerInnen wird durch eine solche Partnerschaft erleichtert.
Unteraktion 1.1 – Bürgerbegegnungen im Rahmen von Städtepartnerschaften
Unteraktion 2.1 – Bürgerprojekte
Unteraktion 2.2 – Flankierende Maßnahmen: Zur Unterstützung von dauerhaften Partnerschaften und Netzwerken zwischen Städten, Gemeinden und zivilgesellschaftlichen Organisationen, die sich für eine aktive europäische Bürgerschaft einsetzen, werden Aktivitäten finanziert, die zur Stärkung aller Programmaktionen beitragen.

Information: http://eacea.ec.europa.eu/citizenship/tools/ecp_en.php
Kontakt: eacea-p7@ec.europa.eu

Die Graubündner Gemeinde Vals, Schweiz, gewinnt den Europäischen Dorferneuerungspreis 2012. Mehr als 1.000 DorferneuerungsakteurInnen aus ganz Europa wohnten vom 20. bis 22. September 2012 der stimmungsvollen Preisverleihung im Cubus Wolfurt, Vorarlberg, bei und erlebten auf dem „Marktplatz Europa“ in Langenegg, einer Art Zeltdorf, in dem sich die 29 teilnehmenden Gemeinden aus zwölf Staaten sowie einige Leader-Regionen aus Österreich und Deutschland präsentierten, die Vielfalt der ländlichen Räume Europas und deren Menschen.

Das diesjährige Motto des Europäischen Dorferneuerungspreises, der alle zwei Jahre von der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung durchgeführt wird, lautete „Der Zukunft auf der Spur“ und sprach damit besonders jene Kommunen an, die auf ganzheitliche, ökonomische, ökologische, gesellschaftliche und kulturelle Aspekte einschließende Weise Maßnahmen gesetzt haben, die ihre Zukunftsfähigkeit entscheidend verbessern. Der österreichische Bundesminister für Landwirtschaft und Umwelt, Niki Berlakovich, betonte in seiner Rede beim Festakt zur Preisverleihung die Wichtigkeit vitaler ländlicher Regionen, die nur durch aktive Menschen zu verwirklichen seien. Die Möglichkeit zu Mitbestimmung und Mitentscheiden bei Entwicklungsprozessen sei dabei eine zentrale Voraussetzung. Der Europäische Dorferneuerungswettbewerb zeige darüber hinaus deutlich auf, wie wichtig Pioniergeist sei und dass aus Visionen handfeste Projekte entwickelt und verwirklicht werden können.

Dem Festakt wohnte neben einer Reihe anderer hochrangiger Persönlichkeiten und rund 1.000 DorferneuerungsaktivistInnenen aus über 30 europäischen Staaten auch der Vorarlberger Landeshauptmann Markus Wallner bei, der in seinen Grußworten, dass Kommunen und Regionen wichtige Stützen der europäischen Integration seien und dass von der Begegnung und dem Dialog vor Ort auf der einen Seite und der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit andererseits alle Beteiligten profitieren würden. “Es geht darum, gemeinsam tragfähige und effiziente Antworten auf gegenwärtige und künftige Herausforderungen zu formulieren”, betonte Wallner. Konferenzen, Workshops, Open Space, Exkursionen, eine Ausstellung der Wettbewerbsprojekte auf dem „Marktplatz Europa“ ergänzten das Programm und ließen Langenegg zum Schauplatz für ein grandioses dreitägiges Fest der Begegnung werden.

Erstmals Schweizer Gewinner

Die rund 1.000 BewohnerInnen des Siegerdorfes Vals verstehen es hervorragend, dafür Sorge zu tragen, dass die sie umgebende Natur als Basis für ökonomisches Handeln geschützt und auch für künftige Generationen erhalten bleibt. Im vormals reinen Bauerndorf Vals spielen die Land- und die Forstwirtschaft nach wie vor eine bedeutende Rolle. Man hat sich der biologischen, auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Bewirtschaftung und Vermarktung verschrieben. Die Stromversorgung stammt zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen, nicht zuletzt deshalb, weil man sich früh für die Errichtung eines Wasserkraftwerkes entschieden hat. Mit dem Tourismus sowie einem breit aufgestellten wirtschaftlichen Leben, das besondere Impulse durch die Nutzung der Valser Mineralwasserquellen und den Abbau des Valser Quarzit erfährt, mit zahlreichen kleinen und mittleren Gewerbe-, Dienstleistungs- und Handwerksbetrieben haben sich in den vergangenen Jahrzehnten zusätzliche Erwerbsquellen für die ansässigen EinwohnerInnen erschlossen und das Dorf für ZuzüglerInnen attraktiver gemacht. Besondere Wege ist man im Tourismus gegangen, in dem man bewusst der Qualität Vorrang vor der Quantität gegeben hat. Mit dem Bau der mittlerweile weltberühmten Therme des Architekten Peter Zumthor wurde Mut zu zeitgenössischer Architektur unter Verwendung des lokal vorhandenen Baumaterials Stein bewiesen, weitere Beispiele moderner Architektur folgten und sind Teil der Valser Identität geworden. Gleichzeitig werden traditionelle Bauformen nicht nur bewahrt, sondern dienen auch als Inspiration für das zeitgemäße Bauen, wodurch ein einheitliches Erscheinungsbild gegeben ist.

Vals ist durch eine ausgesprochen offene, pluralistische Gesellschaft geprägt und zeichnet sich einerseits durch ein reges Vereinsleben und andererseits auch durch zahlreiche Maßnahmen zur Einbindung aller Bevölkerungsteile, Generationen sowie beider Geschlechter aus besonderes Augenmerk wird einerseits Kindern, andererseits älteren Menschen geschenkt. Eine gute Infrastruktur in den Bereichen Nahversorgung und medizinische Dienstleistungen ist vorhanden, umfassende Barrierefreiheit sowie ein reiches kulturelles und künstlerisches Angebot erhöhen die Lebensqualität in bedeutendem Umfang.

Enorm hohe Qualität aller teilnehmenden Dörfer

Neben der Siegergemeinde Vals haben es noch weitere elf Gemeinden oder Orte in die höchste Kategorie geschafft, die jene Teilnehmer umfasst, die sich durch eine ganzheitliche, nachhaltige und mottogerechte Dorfentwicklung von herausragender Qualität auszeichnen. An weitere elf Teilnehmer wurde der Preis für besondere Leistungen in mehreren Bereichen der Dorfentwicklung verliehen. Sechs Gemeinden oder Orte durften sich über den Dorferneuerungspreis für besondere Leistungen in einzelnen Bereichen der Dorfentwicklung freuen.

Der Wettbewerb um den Europäischen Dorferneuerungspreis wurde 1990 von der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung mit dem Ziel, den Erfahrungsaustausch zu fördern, Europas Zusammenwachsen zu begünstigen und die gesamtgesellschaftliche Bedeutung der ländlichen Regionen der europäischen Öffentlichkeit bewusst zu machen, ins Leben gerufen. Er wird seit 1990 im 2-Jahresrhythmus veranstaltet und bewertet neben der äußeren Erscheinung vor allem die inneren Qualitäten der Dörfer und Gemeinden, also Aktivitäten im Sinne einer Standort angepassten wirtschaftlichen Entwicklung, die Schaffung zeitgemäßer sozialer Einrichtungen, die Auseinandersetzung mit Architektur, Siedlungsentwicklung, Ökologie und Energieversorgung sowie kulturelle Initiativen und Weiterbildungsmaßnahmen. Wesentlich dabei sind ferner ein ganzheitlicher Ansatz, eine Orientierung in Richtung Nachhaltigkeit und eine von Bürgerbeteiligung, Eigeninitiative und Kooperationsbereitschaft geprägte Methodik der Umsetzung.

Presseaussendung International
Presseaussendung Österreich
Presseaussendung Englisch

Die Durchführung des Europäischen Dorferneuerungspreises 2012 wurde unter anderen durch Raiffeisen, Novomatic, Siemens und die Wirtschaftskammer Österreich unterstützt.

24. September 2012

Langenegg im Brennpunkt europäischer Dorfentwicklung

Doris Rinke, eine der organisatorischen Drehscheiben auf Vorarlberger Seite, hat die Veranstaltungen rund um die Verleihung der Europäischen Dorferneuerungspreise 2012 in chronologischer Abfolge niedergeschrieben und lässt damit ein einmaliges Europafest auf spannende Weise Revue passieren. Hier ist ihr Bericht:

Die Vorderwälder Gemeinde Langenegg stand drei Tage im Zeichen Europas: Gefeiert wurde der Europäische Dorferneuerungspreis, der vor zwei Jahren nach Langenegg und heuer unter dem Motto „Der Zukunft auf der Spur“ in die Graubündner Gemeinde Vals ging.

Es war ein wahres Fest der Begegnung, voll Freude und Emotionen, voll Buntheit und Vielfalt, so dass Langeneggs Bürgermeister Georg Moosbrugger am Ende die Gäste mit „liebe Freunde aus Europa“ bezeichnen und ihnen für die Lebensfreude danken konnte, welche die Preisträgergemeinden nach Vorarlberg gebracht hatten.

Rund 1000 Gäste aus 29 europäischen Gemeinden bzw. zwölf Nationen, von der Ostsee bis in die Südschweiz, von der Nordsee bis in die ungarische Puszta gaben sich von 20. bis 22. September ein Stelldichein in Langenegg. Sie feierten den bedeutendsten Preis zur Dorferneuerung und Landentwicklung in Europa, der alle zwei Jahre verliehen wird. Die unterschiedlichsten Wege zur Stärkung kleiner Dörfer und Teilgemeinden werden mit dem Preis gewürdigt und prämiert. Das dazugehörende multikommunale Begegnungsfest ist jeweils ein wichtiger Teil der Veranstaltung mit viel Gedanken- und Erfahrungsaustausch. Dazu gehörte speziell in Langenegg auch die praktische Anwendung der Dorfwährung „Talente“, denn Langenegg war drei Tage „Euro-frei“ und präsentierte sein System der örtlichen Wertschöpfungssicherung in der „internationalen Praxis“.

Als am Donnerstag innerhalb weniger Stunden über 900 Gäste in Bussen in Langenegg anreisten und herzlich empfangen wurden, tanzten und sangen sie spontan vor dem Gemeindeamt zur Begrüßung. Die Delegationen der Preisgemeinden waren in Hotels im ganzen Bregenzerwald untergebracht und brachten der Region mit rund 2000 Nächtigungen auch einen bedeutenden touristischen Effekt.

Im Buskonvoi zum Festakt nach Wolfurt

Im Mittelpunkt stand der Festakt am Freitag, für den Langenegg seinerseits im vorbildlich ausgestatteten und betreuten Wolfurter Cubus zu Gast war. Die 1000 Langenegger Gäste wurden in einem von der Verkehrspolizei begleiteten und von Kurt Betsch präzise organisierten Konvoi von 25 Verkehrsverbund- und Gastbussen nach Wolfurt gebracht. Bei herrlichem Herbstwetter bekamen sie, informiert von FremdenführerInnen, einen positiven Eindruck über den Vorderbregenzerwald und ein Stück Rheintal.

In seinen Grußworten zum Festakt wies Landeshauptmann Markus Wallner auf die derzeitige Phase der europäischen Identitätsfindung hin, zu welcher das Zusammentreffen der ländlichen Regionen einen wesentlichen Beitrag leiste. Er betonte auch die Pionierrolle, die Vorarlberg in Bereichen der Nachhaltigkeit spielt, und die erfolgreiche Arbeit des Zukunftsbüros, von dem auch Langenegg und andere Landgemeinden profitieren. Das Land als Partner der Gemeinden ermögliche zukunftsweisende Wege und Entwicklungen, so Wallner.

Gleiche Chancen für ländliche Regionen verlangt

In einer Gesprächsrunde zwischen Moderator Carlo Lejeune und Juryvorsitzendem Charles Konnen, Peter Kaltenegger von der Generaldirektion Landwirtschaft in der EU in Brüssel, dem Stv. Vorstandsvorsitzenden Johannes Ortner/Raiffeisenbank Vorarlberg sowie dem Langenegger Bürgermeister Georg Moosbrugger wurde deutlich, dass ländliche gegenüber den städtischen Räumen mehr Chancengleichheit brauchen. Die Förderung ländlicher Gebiete sei in optimierter Weise auch ein Ziel in der neuen Finanzierungsperiode der Europäischen Union (Kaltenegger). In Österreich werden derzeit 400 Millionen Euro jährlich für Regionalförderung ausgegeben. Die wichtigen Impulse der Basis in den Gemeinden vermögen viel zu bewegen, was von der Politik beachtet und gefördert werden müsse (Moosbrugger).

Auch für Landwirtschafts- und Umweltminister Niki Berlakovich sind vitale ländliche Räume existenziell für ein starkes Europa. In seiner Festansprache bekannte er sich zur Erzeugung regionaler landwirtschaftlicher Qualitätsprodukte, dezentralen Energiesystemen in den Regionen und damit mehr Unabhängigkeit und erspürte die Atmosphäre eines Aufbruchsgeistes und der Motivation im Europäischen Dorferneuerungspreis.

29 Gemeinden nahmen aus den Händen von Minister Berlakovich, Juryvorsitzendem Charles Konnen, Peter Kaltenegger und Geschäftsführerin Theres Friewald-Hofbauer von der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung ihre Preise in vier Kategorien entgegen, wobei Vals als Sieger mit Gemeindepräsident Stefan Schmid, mit Chor- und Alphornmusik im Mittelpunkt stand. In einer eindrucksvollen Präsentation der 29 Preisgemeinden verstanden es Theres Friewald-Hofbauer und Doris Hofbauer von der ARGE, die Vielfalt kommunaler Ideen, bürgerlichen Engagements und des Ideenreichtums aus europäischen ländlichen Regionen zu vermitteln.

Marsch-Uraufführung von Ludwig Bertel

Langenegg leistete einen wesentlichen Part zum Festakt: Zur Eröffnung wurde vom Musikverein Bergesecho Langenegg unter Leitung von Josef Fink in Anwesenheit des Komponisten und Ehrenkapellmeisters der Marsch „Dir zum Gruß Land Vorarlberg“ von Prof. Ludwig Bertel, begleitet von den Langenegger Singvögeln, uraufgeführt. Die 3. Klasse Volksschule (Leitung Renate Mätzler) sang ein munteres Zukunftslied, und die Singvögel unter Leitung von Manfred Wohlgenannt, mit der Solistin Elke Malojer und Erzähler Luggi Fuch beschlossen den Festakt mit dem „Langenegger Märchen“ vom Übergang der Dorfvergangenheit in eine hoffnungsfrohe Zukunft.

Marktplatz „Europa erleben“

Freitagabend wurde von Minister Berlakovich und Landesrat Erich Schwärzler der Marktplatz „Europa erleben“ im Langenegger Dorfzentrum eröffnet. Er wurde am Samstag fortgesetzt und bot mit 60 Ausstellern – Preisgemeinden, Leader-Regionen aus Deutschland und Vorarlberg sowie Institutionen der Regionalentwicklung – ein buntes Bild europäischer Ideen und Spezialitäten. „Europa schmecken, hören, sehen“ war denn auch das Motto, das Landesrat Schwärzler spontan dem Markt mit seinem europäischen Begegnungscharakter gab.

Mit viel Folklore wurde der Markt umrahmt, auf dem sich auch zahlreiche Vorarlberger Gäste und Prominenz aus Gemeinden informierten. Die Langenegger Vereine und viele Freiwillige erwiesen sich als kundige, herzliche Gastgeber, sorgten für Speis und Trank und bewiesen einmal mehr bürgerliches Engagement; so ist letztlich der Europäische Dorferneuerungspreis bei allen Langenegger „angekommen“. Die Anerkennung der Gäste für die Organisation des Festes in der 1100 Einwohner zählenden Kleingemeinde war zu hören und zu spüren.

Tanz der Begegnung

Vollends zusammen fanden Gäste und Gastgeber beim „Tanz der Begegnung“ zu einem Medley von Ludwig Bertels Melodien. 30 Langenegger Frauen hatten nach einer Idee von Maria Nußbaumer und unter der Leitung von Melitta Fehr einen einfachen Tanz einstudiert, mit dem sie fast alle Gäste auf den grünen „Tanzboden“ des Kunstrasenplatzes locken konnten. Letzterer leistete gute Dienste am regenfeuchten Samstag. Als Erinnerungsgeschenke überreichten die Langenegger Patinnen und Paten, welche die Gruppen drei Tage lang betreut hatten, von der Lebenshilfe gefertigte „Burkis“, die Maskottchen des Ehrenamts in Langenegg.

Interessante Langenegger und Europa-Themen

Die Preisverleihung war im Rahmenprogramm durch einen Markt, kulturelle Aufführungen und viel Wissensvermittlung in Form von Vorträgen begleitet. Am Freitagvormittag kamen über 400 Interessierte zu Workshops über jene Themen, die mitentscheidend für den Gewinn des Dorferneuerungspreises 2010 durch Langenegg waren: Bürgerengagement, Energieeffizienz, Arbeitsplatzschaffung, lokale Talente-Währung.

Bei Dorfführungen durch kundige Einheimische lernten die Gäste Langenegg mit seiner traditionellen und modernen Architektur, seinen sozialen und Nahversorger-Einrichtungen sowie den vielfach preisgekrönten Bemühungen um Energieeffizienz kennen. Nahezu die Hälfte der Gäste nutzte die Gelegenheit zu Exkursionen zur Langenegger Sennerei, nach Hittisau (Holzbaukultur und Frauenmuseum) und Riefensberg (Juppenwerkstatt).

Am Samstag galt eine Vortragsreihe Themen über Chancen des ländlichen Raumes in Europa mit kompetenten Referenten, u. a. Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser, Erwin Mohr als Mitglied des EU-Ausschusses der Regionen, Walter Vögel, Leader-Verantwortlicher für Vorarlberg, Gerald Mathis von der Fachhochschule Dornbirn und Manfred Hellrigl vom Zukunftsbüro der Landesregierung.

Zeitgleich fand am Freitag ein von der Vorarlberger Regionalentwicklung organisiertes Leader-Forum in Sulzberg-Thal, Krumbach und Hittisau zu aktuellen Themen ländlicher Gemeinden (Demografischer Wandel/Gemeinwohl/Nahversorgung, Ressourcenknappheit/Klimawandel/Mobilität, Arbeitsmigration/Integration/lokales Wirtschaften statt.

Großartiges Freiwilligen-Engagement

Langenegg meisterte die Großveranstaltung mit rund 400 freiwilligen Helfern, die das zehnköpfige Organisationskomitee in den verschiedenen Arbeitsbereichen um sich scharen konnte. Das professionelle Konzept für den Markt „Europa erleben“ und andere Teilbereiche kam aus der Regionalentwicklung/telesis in Alberschwende.

Die Veranstaltung wurde in einer breiten Partnerschaft von der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, der Gemeinde Langenegg, Land Vorarlberg und der Vorarlberger Regionalentwicklung organisiert. Dank gebührt den Partnern und unterstützenden Organisationen: Bregenzerwald Tourismus GmbH, Vorarlberger Verkehrsverbund – V-MOBIL, Regio Bregenzerwald/Wälderbus, Foto Team Digital Wolfurt, EU-Leader-Programm, Raiffeisen – meine Bank, Novomatic, Lebensministerium, Netzwerk Land und Deutsche Vernetzungsstelle Ländliche Räume.

Fotos: ARGE / Gabriele Gober

20. bis 22. September 2012

Verleihung der Europäischen Dorferneuerungspreise 2012 in Vorarlberg durch Bundesminister Niki Berlakovich und Landeshauptmann Markus Wallner

Es war ein wahres Fest der Begegnung, voll Freude und Emotionen, voll Buntheit und Vielfalt, bei dem Europa von seiner schönsten und wertvollsten Seite erlebbar wurde.

Rund 1000 Gäste aus 35 europäischen Regionen bzw. zwölf Nationen, von der Ostsee bis in die Südschweiz, von der Nordsee bis in die ungarische Puszta, gaben sich von 20. bis 22. September ein Stelldichein in der Bregenzerwälder Gemeinde Langenegg, die vor zwei Jahren den wohl begehrtesten und bedeutsamsten Preis zur Dorferneuerung und Landentwicklung in Europa, den Europäischen Dorferneuerungspreis, erringen konnte. Und die Langenegger mit Bürgermeister Georg Moosbrugger im Zentrum des Geschehens bewiesen, dass sie nicht nur Wettbewerbe gewinnen können, sondern auch großartige Gastgeber sind, die es verstehen, Professionalität und Herzlichkeit in Einklang zu bringen.

Während der Empfang der Gäste, die informativen Workshops, der lebhafte JurorInnen-Open-Space, der von kultureller und kulinarischer Vielfalt geprägte Marktplatz “Europa erleben” sowie die interessanten Dorfrundgänge und Exkursionen auf Langenegg konzentriert waren, fand der Festakt als Höhepunkt der Verleihungsveranstaltungen im “Cubus” der benachbarten Bezirksstadt Wolfurt einen bestens geeigneten Austragungsort.

An der Spitze der hochrangigen Gästeschar standen der Österreichische Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft und Umwelt Niki Berlakovich und der Vorarlberger Landeshauptmann Markus Wallner, der in seinem Grußwort betonte, dass Kommunen und Regionen wichtige Stützen der europäischen Integration seien und dass von der Begegnung und dem Dialog vor Ort auf der einen Seite und der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit andererseits alle Beteiligten profitieren würden: “Es geht darum, gemeinsam tragfähige und effiziente Antworten auf gegenwärtige und künftige Herausforderungen zu formulieren.”

Bundesminister Berlakovich verwies in seiner Festrede auf die Wichtigkeit vitaler ländlicher Regionen, die nur durch aktive Menschen zu verwirklichen seien. Die Möglichkeit zur Mitbestimmung bei Entwicklungsprozessen sei dabei eine zentrale Voraussetzung. Der Europäische Dorferneuerungswettbewerb zeige darüber hinaus deutlich auf, wie wichtig Pioniergeist sei und dass aus Visionen handfeste Projekte entwickelt und verwirklicht werden können.

In einer Gesprächsrunde zwischen Moderator Carlo Lejeune aus Belgien und Juryvorsitzendem Charles Konnen aus Luxemburg, Peter Kaltenegger von der Generaldirektion Landwirtschaft und Ländliche Entwicklung der Europäischen Kommission in Brüssel, dem Stv. Vorstandsvorsitzenden Johannes Ortner/Raiffeisenbank Vorarlberg sowie dem Langenegger Bürgermeister Georg Moosbrugger wurde deutlich, dass ländliche gegenüber den städtischen Räumen mehr Chancengleichheit brauchen. Die Förderung ländlicher Gebiete sei in optimierter Weise auch ein Ziel in der neuen Finanzierungsperiode der Europäischen Union (Kaltenegger). In Österreich werden derzeit 400 Millionen Euro jährlich für Regionalförderung ausgegeben. Die wichtigen Impulse der Basis in den Gemeinden vermögen viel zu bewegen, was von der Politik beachtet und gefördert werden müsse (Moosbrugger).

Für berührende Momente sorgte die beeindruckende Multimediashow von ARGE-Geschäftsführerin Theres Friewald-Hofbauer, die in poetischen Worten die Kriterien des Wettbewerbes und die besonderen Leistungen der Teilnehmergemeinden zusammenfasste. Den Rahmen dafür bildeten musikuntermalte Fotos aus den Wettbewerbsgemeinden, die von Doris Hobauer zu stimmungsvollen Impressionen arrangiert worden waren.

Wesentliche Beiträge zur künstlerischen Gestaltung lieferten auch der Musikverein Bergesecho, der Klassenchor der Volksschule Langenegg und die Langenegger Singvögel sowie Alphornbläser und Chöre aus der Siegergemeinde Vals.

Schier grenzenlos waren Begeisterung und Jubel, als die Mitglieder der Wettbewerbskommission die einzelnen Teilnehmerorte präsentierten und Niki Berlakovich, Peter Kaltenegger, Charles Konnen und Theres Friewald-Hofbauer die Preise übergaben. Ihren Höhepunkt erreichte die Stimmung, wie nicht anders zu erwarten, als Gemeindepräsident Stefan Schmid für die Graubündner Gemeinde Vals die Siegestrophäe in Empfang nahm.

Wie schon bei der Eröffnung, die Begrüßungssätze in allen neun vertretenen Sprachen enthielt, demonstrierten die JurorInnen Ivona Cimermanová aus der Slowakei und Carlo Lejeune auch mit ihrer multilingualen Verabschiedung der knapp 1000 Festgäste, wie wundervoll vielfältig ein gemeinsames Europa zu klingen vermag.

Als es schließlich im Buskonvoi zurück nach Langenegg ging, wo Landesrat Erich Schwärzler gemeinsam mit Minister Berlakovich die Eröffnung des Marktplatzes “Europa erleben” vornahm, spürten viele der Abordnungen aus den 29 Wettbewerbsgemeinden, dass nach vielen Jahren der Aussaat und der engagierten Bearbeitung des weiten Feldes einer ganzheitlichen und nachhaltigen Dorfentwicklung nun einmal für ein paar Stunden und Tage die Zeit der Ernte gekommen war.

“Feiern Sie mit uns ein großes europäisches Fest des ländlichen Raumes. Ein Fest von und für Menschen, die Besonderes geleistet haben”, hieß es beim Festakt. Und sie ließen sich nicht lange bitten und feierten mit allen Sinnen, überwanden Sprachbarrieren und Generationengrenzen, informierten sich übereinander, lernten von einander, lachten miteinander und versicherten sich gegenseitig, dass es bei dieser einen Begegnung nicht bleiben, sondern dass man sich vielleicht schon beim nächsten Treffen des Netzwerks erfolgreicher Dorferneuerungsgemeinden im Frühjahr 2013 wiedersehen würde.

Als am Samstagnachmittag nach einem fröhlichen Gemeinschaftstanz ein sichtlich gerührter Bürgermeister Georg Moosbrugger seine “Freunde aus Europa” mit einem Erinnerungsgeschenk verabschiedete, stand eines fest: Europa ist wieder ein Stück zusammengewachsen und viele der Gäste aus den ländlichen Regionen haben etwas ganz Wertvolles aus Vorarlberg mit auf den Weg nach Hause genommen: Selbstvertrauen, Motivation und Zukunftsmut.

Der Wettbewerb um den Europäischen Dorferneuerungspreis 2012 wurde von der Zentralen Raiffeisenwerbung, der Raiffeisen-Bankengruppe Vorarlberg, der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien, der Novomatic AG und der Wirtschaftskammer Österreich unterstützt.

v.l.n.r: Bundesminister Niki Berlakovich, Peter Kaltenegger von der Europäischen Kommission, Gemeinderätin Hedwig Capaul-Peng aus Vals, Geschäftsführerin Theres Friewald-Hofbauer von der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung und Gemeindepräsident Stefan Schmid, Vals, Schweiz. Foto: Fototeam Digital

Fotos: Europäische ARGE/Gabriele Gober

Lebensminister Berlakovich und Landeshauptmann Wallner bei Festakt zur Verleihung der Europäischen Dorferneuerungspreise 2012

Bei der Verleihung der Europäischen Dorferneuerungspreise 2012 der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung am Freitag, dem 21. September 2012, im Wolfurter Cubus wird Lebensminister Niki Berlakovich die Festrede halten. Landeshauptmann Markus Wallner wird die rund 1000 Delegierten der 29 Gemeinden aus zwölf europäischen Staaten sowie zahlreiche hochrangige RepräsentantInnen aus mehr als 30 europäischen Regionen begrüßen.

Das Wochenende vom 20. bis 22. September 2012 steht im Zeichen der europäischen Dorferneuerung und des Wettbewerbes um den Europäischen Dorferneuerungspreis 2012, von dem Landeshauptmann Erwin Pröll, Präsident der ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, sagt, er „erfüllt eine wichtige, unverzichtbare Funktion für die ländlichen Räume in Europa. Mit dem Wettbewerbsmotto ‚Der Zukunft auf der Spur‘ wurde ein zusätzlicher Fokus auf die innovative Kraft der Dorferneuerung und auf Projekte, die von einer offensiven Herangehensweise an die brennenden Fragen der Zeit sowie der Courage zu Neuem gekennzeichnet sind, gelegt.“

Die Siegergemeinde 2012 heißt Vals in Graubünden, bekannt vor allem durch die Therme des Stararchitekten Peter Zumthor. Der Gastgebergemeinde Langenegg, Gewinnerin des Wettbewerbes 2010, streut Pröll Rosen: „Hier können wir nicht nur eine Gemeindeentwicklung der Extraklasse mit absoluten Best-Practice-Projekten in den Bereichen erneuerbare Energie, Bildung und Bürgerbeteiligung, Wirtschaft und Umwelt im Einklang, Soziales und Nahversorgung, um nur einige zu nennen, hautnah kennen lernen. Hier treffen wir auch auf ganz großartige Gastgeber – höchst kooperativ, professionell, engagiert und kreativ!“

Rund um die Preisverleihung haben Gemeinde, ARGE, Land und Regionalentwicklung Vorarlberg zusammen mit Partnern ein ambitioniertes Programm gestaltet, das u. a. informative Workshops und Vorträge (Freitagvormittag und Samstag), beispielgebende Exkursionen und Dorfrundgänge (Samstag), eine interessante Ausstellung der Wettbewerbsprojekte (Freitagabend und Samstag) sowie eine intensive Begegnung der Dorfgemeinschaften in einem reichhaltigen kulturellen und kulinarischen Rahmen auf dem „Marktplatz Europa erleben“ in Langenegg umfasst.

Der Wettbewerb um den Europäischen Dorferneuerungspreis 2012 wird von der Zentralen Raiffeisenwerbung, der Raiffeisen-Bankengruppe Vorarlberg, der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien, der Novomatic AG und der Wirtschaftskammer Österreich unterstützt.

2. bis 3. Juli 2012

Der Wettbewerb um den Europäischen Dorferneuerungspreis 2012 ist entschieden: Eine hochrangige, interdisziplinär zusammengestellte, internationale Jury hat dieser Tage nach einer umfassenden Begutachtung vor Ort bei der abschließenden Bewertungssitzung in München die Gemeinde Vals, Graubünden, Schweiz, zum Sieger gekürt. „Vals hat auf ganzheitliche, zahlreiche ökonomische, ökologische und gesellschaftliche Aspekte berücksichtigende Weise Maßnahmen gesetzt, die zu einer Entwicklung geführt haben, die dem Motto des diesjährigen Bewerbes ‚Der Zukunft auf der Spur’ in beeindruckender Weise gerecht werden“, zeigt sich der Vorsitzende der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, der niederösterreichischen Landeshauptmann Erwin Pröll, in einer ersten Reaktion begeistert.

Natur, Architektur und Lebensqualität

Vals ist eine rund 1.000 EinwohnerInnen zählende Gemeinde im deutschsprachigen Teil der Schweiz. Es liegt auf einer Meereshöhe von 1.250 Metern am Ende eines engen, von steilen Hängen umgebenen Tales, dessen BewohnerInnen es hervorragend verstehen, mit und von dieser besonderen naturräumlichen Situation zu leben und dafür Sorge zu tragen, dass diese Basis für ökonomisches Handeln geschützt und auch für künftige Generationen erhalten bleibt. Im vormals reinen Bauerndorf Vals spielen die Land- und die Forstwirtschaft nach wie vor eine bedeutende Rolle. Man hat sich der biologischen, auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Bewirtschaftung und Vermarktung verschrieben und ist auch Mitglied der „Allianz in den Alpen“ und setzt sich für eine nachhaltige Entwicklung im Sinne der Alpenkonvention ein. Die Stromversorgung stammt zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen, nicht zuletzt deshalb, weil man sich früh für die Errichtung eines Wasserkraftwerkes entschieden hat. Eine Pionierleistung, die auch bedeutende ökonomische Früchte trägt.

Mit dem Tourismus sowie einem breit aufgestellten wirtschaftlichen Leben, das besondere Impulse durch die Nutzung der Valser Mineralwasserquellen und den Abbau des Valser Quarzit erfährt, mit zahlreichen kleinen und mittleren Gewerbe-, Dienstleistungs- und Handwerksbetrieben haben sich in den vergangenen Jahrzehnten zusätzliche Erwerbsquellen für die ansässigen EinwohnerInnen erschlossen und das Dorf für ZuzüglerInnen attraktiver gemacht, wodurch nicht zuletzt die Bevölkerungszahlen konstant gehalten werden konnten.

Besondere Wege ist man im Tourismus gegangen, in dem man bewusst der Qualität Vorrang vor der Quantität gegeben hat. Mit dem Bau der mittlerweile weltberühmten Therme des Architekten Peter Zumthor wurde Mut zu zeitgenössischer Architektur unter Verwendung des lokal vorhandenen Baumaterials Stein bewiesen, weitere Beispiele moderner Architektur folgten und sind Teil der Valser Identität geworden. Gleichzeitig werden traditionelle Bauformen nicht nur bewahrt, sondern dienen auch als Inspiration für das zeitgemäße Bauen, wodurch ein einheitliches Erscheinungsbild gegeben ist.

Vals ist durch eine ausgesprochen offene, pluralistische Gesellschaft geprägt und zeichnet sich einerseits durch ein reges Vereinsleben und andererseits auch durch zahlreiche Maßnahmen zur Einbindung aller Bevölkerungsteile, Generationen sowie beider Geschlechter aus. MigrantInnen werden zu Sprachkursen eingeladen und durch eine Fülle von Maßnahmen aktiv ins gesellschaftliche, sportliche und kulturelle Leben eingebunden. Dass sich die BewohnerInnen intensiv mittels Petitionen, Initiativen oder Anträgen an kommunalen Entscheidungsprozessen beteiligen und in projektbezogenen Arbeitskreisen engagieren, wird seitens der Gemeinde begrüßt und gefördert.

Eine gute Infrastruktur in den Bereichen Nahversorgung und medizinische Dienstleistungen ist vorhanden. Besonderes Augenmerk wird darüber hinaus einerseits Kindern und Jugendlichen, andererseits älteren Menschen geschenkt, wobei auch generationenübergreifende Maßnahmen eine bedeutende Rolle spielen. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Kindergarten, Schule, Gemeinde und Vereinen ermöglicht so ein breit gefächertes Freizeit- und außerschulisches Bildungsangebot. Seniorengerechtes Wohnen und umfassende Barrierefreiheit sowie ein reiches kulturelles und künstlerisches Angebot erhöhen die Lebensqualität in bedeutendem Umfang. Umfassende publizistische Tätigkeit von ValserInnen wirkt darüber hinaus in hohem Maße identitätsstiftend.

Die Reihe der Maßnahmen, mit denen Vals durch Kreativität, Offenheit und konkretes Handeln sowie durch eine sensible, aufeinander abgestimmte Nutzung seiner besonderen Ressourcen Wasser, Stein und Gras eine solide Basis für kommende Generationen schafft, ist beeindruckend lang und in hohem Maße beispielhaft.

29 Einreichungen aus ganz Europa auf hohem Niveau

Neben der Siegergemeinde Vals haben es noch weitere elf Gemeinden oder Orte in die höchste Kategorie geschafft, die jene Teilnehmer umfasst, die sich durch eine ganzheitliche, nachhaltige und mottogerechte Dorfentwicklung von herausragender Qualität auszeichnen. An weitere elf Teilnehmer wird der Preis für besondere Leistungen in mehreren Bereichen der Dorfentwicklung verliehen. Sechs Gemeinden oder Orte dürfen sich über den Dorferneuerungspreis für besondere Leistungen in einzelnen Bereichen der Dorfentwicklung freuen. Aufgrund der hohen Qualität der Einreichungen wurde diesmal keine „lobende Anerkennung besonderer Leistungen“ vergeben. (Details dazu in der Anlage)

Die Preisverleihung, die den Höhepunkt einer mehrtägigen Veranstaltung mit Workshops, Exkursionen und Ausstellungen bildet und ein großes europäisches Fest sein wird, findet vom 20. bis 22. September 2012 in der Siegergemeinde des vergangenen Wettbewerbes, nämlich Langenegg in Vorarlberg, statt.

3. Juli 2012

Der Wettbewerb um den Europäischen Dorferneuerungspreis 2012 ist entschieden. 29 europäische Staaten, Länder bzw. Regionen haben daran teilgenommen und je einen Teilnehmer nominiert. Sie alle haben Grund zur Freude und zum Feiern, nachdem ja nur die Besten eines Landes zur Teilnahme berechtigt waren und darüber hinaus die Jury bei ihrer Beurteilung zu der Erkenntnis gelangte, dass auf Grund des herausragenden Niveaus jedes Projekt mit einem Preis zu bedenken ist.

Vom 20. bis 22. September 2012 wird es soweit sein: Die Auszeichnungen werden verliehen – im Rahmen eines Festaktes, eingebettet in ein vielfältiges Rahmenprogramm mit breitem Raum zur Begegnung und zum Erfahrungsaustausch mit Dorfgemeinschaften aus mehr als 30 europäischen Regionen. Austragungsort ist die Gemeinde Langenegg im österreichischen Vorarlberg, die den Europäischen Dorf­erneuerungspreis 2010 gewinnen konnte. Einzig der Festakt wird im Veranstaltungszentrum Cubus in Wolfurt stattfinden, da Langenegg selbst über keinen Saal in der erforderlichen Größe verfügt.

Die Vorbereitungen in Vorarlberg, allem voran in Langenegg, und bei der ARGE in Wien laufen auf Hochtouren, zumal wir an die 1.000 Gäste erwarten. An ihrer Spitze stehen der österreichische Bundesminister im Lebensministerium Niki BERLAKOVICH sowie Vorarlbergs Landeshauptmann Markus WALLNER.

In Ergänzung zu den Veranstaltungen rund um die Verleihung der Europäischen Dorferneuerungspreise beherbergt die Region Bregenzerwald zeitgleich auch ein internationales LEADER-Forum. Nähere Informationen finden Sie unter http://zukunft.regio-v.at/

3. Juli 2012

Siegerporträt und Jurybewertungen aller Teilnehmer am Wettbewerb um den Europäischen Dorferneuerungspreis 2012

Europäischer Dorferneuerungspreises 2012

Vals, Deutsche Sprachregion, Graubünden, Schweiz

Vals ist eine rund 1.000 EinwohnerInnen zählende Gemeinde im Kanton Graubünden, Region Surselva, im deutschsprachigen Teil der Schweiz, wo bis heute der walserdeutsche Dialekt aktiv gepflegt wird. Vals liegt auf einer Meereshöhe von 1.250 Metern am Ende eines engen, von steilen Hängen umgebenen Tales, dessen BewohnerInnen es hervorragend verstehen, mit und von dieser besonderen naturräumlichen Situation zu leben und dafür Sorge zu tragen, dass diese Basis für ökonomisches Handeln geschützt und auch für künftige Generationen erhalten bleibt.

Im vormals reinen Bauerndorf Vals spielen die Land- und die Forstwirtschaft nach wie vor eine bedeutende Rolle. Alle Betriebe des Dorfes wirtschaften biologisch und vertreiben einen Gutteil der Milch- und Fleischprodukte im eigenen Tal. Vals beteiligt sich als Mitglied der „Allianz in den Alpen“ darüber hinaus an Vernetzungsprojekten für eine nachhaltige Entwicklung im Sinne der Alpenkonvention. Die Stromversorgung stammt zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen, nicht zuletzt deshalb, weil man sich früh für die Errichtung eines Wasserkraftwerkes entschieden hat. Eine Pionierleistung, die auch bedeutende ökonomische Früchte trägt.

Mit dem Tourismus sowie einem breit aufgestellten wirtschaftlichen Leben, das besondere Impulse durch die Nutzung der Valser Mineralwasserquellen und den Abbau des Valser Quarzit erfährt, mit zahlreichen kleinen und mittleren Gewerbe-, Dienstleistungs- und Handwerksbetrieben haben sich in den vergangenen Jahrzehnten zusätzliche Erwerbsquellen für die ansässigen EinwohnerInnen erschlossen und das Dorf für ZuzüglerInnen attraktiver gemacht, wodurch nicht zuletzt die Bevölkerungszahlen konstant gehalten werden konnten.

Besondere Wege ist man im Tourismus gegangen, in dem man bewusst der Qualität Vorrang vor der Quantität gegeben hat. Mit dem Bau der mittlerweile weltberühmten Therme des Architekten Peter Zumthor wurde Mut zu zeitgenössischer Architektur unter Verwendung des lokal vorhandenen Baumaterials Stein bewiesen, weitere Beispiele moderner Architektur folgten und sind Teil der Valser Identität geworden. Gleichzeitig werden traditionelle Bauformen nicht nur bewahrt, sondern dienen auch als Inspiration für das zeitgemäße Bauen, wodurch ein einheitliches Erscheinungsbild gegeben ist.

Vals ist durch eine ausgesprochen offene, pluralistische Gesellschaft geprägt und zeichnet sich einerseits durch ein reges Vereinsleben und andererseits auch durch zahlreiche Maßnahmen zur Einbindung aller Bevölkerungsteile, Generationen sowie beider Geschlechter aus. MigrantInnen werden zu Sprachkursen eingeladen und durch eine Fülle von Maßnahmen aktiv ins gesellschaftliche, sportliche und kulturelle Leben eingebunden. Dass sich die BewohnerInnen intensiv mittels Petitionen, Initiativen oder Anträgen an kommunalen Entscheidungsprozessen beteiligen und in projektbezogenen Arbeitskreisen engagieren, wird seitens der Gemeinde begrüßt und gefördert.

Eine gute Infrastruktur in den Bereichen Nahversorgung und medizinische Dienstleistungen ist vorhanden. Besonderes Augenmerk wird darüber hinaus einerseits Kindern und Jugendlichen, andererseits älteren Menschen geschenkt, wobei auch generationenübergreifende Maßnahmen eine bedeutende Rolle spielen. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Kindergarten, Schule, Gemeinde und Vereinen ermöglicht so ein breit gefächertes Freizeit- und außerschulisches Bildungsangebot. Seniorengerechtes Wohnen und umfassende Barrierefreiheit sowie ein reiches kulturelles und künstlerisches Angebot erhöhen die Lebensqualität in bedeutendem Umfang. Umfassende publizistische Tätigkeit von ValserInnen wirkt darüber hinaus in hohem Maße identitätsstiftend.

Die Reihe der Maßnahmen, mit denen Vals durch Kreativität, Offenheit und konkretes Handeln sowie durch eine sensible, aufeinander abgestimmte Nutzung seiner besonderen Ressourcen Wasser, Stein und Gras eine solide Basis für kommende Generationen schafft, ist beeindruckend lang und in hohem Maße beispielhaft. Vals ist damit ein herausragendes Beispiel für ein Dorf, das dem Motto des Europäischen Dorferneuerungspreises 2012 in ganzheitlicher und nachhaltiger Weise gerecht wird und „der Zukunft auf der Spur“ ist.

Daher wird Vals mit dem Europäischen Dorferneuerungspreis 2012 ausgezeichnet.

Europäischen Dorferneuerungspreis für eine ganzheitliche, nachhaltige und mottogerechte Dorfentwicklung von herausragender Qualität

Allhartsberg beeindruckt mit einer breiten Bürgerbeteiligung, initiiert durch professionell eingeleitete Prozesse bei Fragestellungen über die zukünftige Dorfentwicklung, die zu einer deutlichen Stärkung des Gemeinwohls beigetragen haben, sowie mit einer beispielhaften Vernetzung von Einzelmaßnahmen, die zu einem großen und tragfähigen Ganzen geführt haben. Der bewusste Umgang mit dem Naturraum, die alle Generationen umfassende beeindruckende Vereinsarbeit, die Wertschätzung von Personen mit besonderen Bedürfnissen, die qualitätvolle und zeitgemäße Siedlungsentwicklung sowie der konsequente Einsatz erneuerbarer Energieformen gestalten die Gemeinde zu einem Ort mit außerordentlich hoher Lebens- und Wohnqualität. Daher wird Allhartsberg mit einem Europäischen Dorferneuerungspreis für eine ganzheitliche, nachhaltige und mottogerechte Dorfentwicklung von herausragender Qualität ausgezeichnet.

Fischbach und Ludwigswinkel bestechen mit herausragenden Leistungen im Bereich der BürgerInnenpartizipation durch Dorfmoderationsprozesse als Basis der Entwicklungsschritte sowie mit beispielhaft umgesetzten Vorhaben rund um das Thema “Biosphärenreservat”. Grundlage für die umgesetzten Projekte bilden umfassende Planungen mit externen Experten und eine fruchtbare interkommunale Kooperation. Die Gesamtheit der Projekte weist einen zukunftsorientierten, umfassenden Ansatz und eine stimmige Gesamtheit auf, wobei die Maßnahmen auf sozialer Ebene, die Forcierung regenerativer Energien und die Schaffung von qualitätvollen Freizeiteinrichtungen besonders herauszustreichen sind. Sie tragen wesentlich zur Stärkung der Zukunftsfähigkeit der Gemeinden bei und stärken den tourismusorientierten Ansatz. Daher werdenFischbach und Ludwigswinkel mit einem Europäischen Dorferneuerungspreis für eine ganzheitliche, nachhaltige und mottogerechte Dorfentwicklung von herausragender Qualität ausgezeichnet.

Kootwijkerbroek hat es geschafft, in einer ungemein harten Katastrophe mit einer höchst bedrohlichen existenziellen und demografischen Krise die Kraft aufzubringen, sich gegen alle Widrigkeiten aufzubäumen und das Dorfleben wirtschaftlich und gesellschaftlich neu zu beleben und zu gestalten. Eine Gruppe Mutiger schaffte das scheinbar Unmögliche mit Leuchtturmprojekten wie dem multifunktionale Kulturhaus Essenburcht, der Errichtung des Seniorenheimes Schoobeck, einer Ortserweiterung mit verdichteten Wohnformen und kostengünstigen Baugemeinschaften sowie einer Durchmischung von neuem Wohnen und Gewerbe. Dafür wird Kootwijkerbroek mit einem Europäischen Dorferneuerungspreis für eine ganzheitliche, nachhaltige und mottogerechte Dorfentwicklung von herausragender Qualität ausgezeichnet.

Krimml präsentiert sich in allen Teilbereichen der Gemeindeentwicklung als herausragend und beispielhaft, beginnend bei der Errichtung eines Biomasse-Heizwerks mit 70 Anschlüssen, der Errichtung eines modernen Dienstleistungs- und Nahversorgungszentrums im Zentrum sowie der Belebung des Ortskerns sowohl durch Gestaltungsmaßnahmen als auch durch die Abhaltung von Freiluftkinovorführungen und Dorfmärkten. Besonders hervorzuheben sind weiters das Projekt Friedensinitiative „APC – Alpine Peace Crossing“ und das zukunftsweisende, dem Wettbewerbsmotto mehr als gerecht werdende Projekt „HTH – Hohe Tauern Health“, das die Heilwirkung des Wasserfallnebels für Therapien für Asthmakranke und Allergiker nutzt. Dadurch wurden veritable ökonomische Investitionen ausgelöst und beste Voraussetzungen für die Positionierung der Gemeinde mit einem zukunftweisenden Alleinstellungsmerkmal geschaffen. Durch all diese Aktivitäten konnten die Ziele des Gemeinde-Leitbildes erreicht und der Sommertourismus verstärkt belebt werden. Daher wird Krimml wird mit einem Europäischen Dorferneuerungspreis für ganzheitliche, nachhaltige und mottogerechte Dorfentwicklung von herausragender Qualität ausgezeichnet.

Ratměřice zeichnet sich dadurch aus, dass es weit weg von großen Städten ein qualitativ hochwertiges und sehr aktives Leben mit Orientierung auf nachhaltige Entwicklung, Planung, Bürgerengagement, nicht-konventionelle Sozial-, Kultur- und Geschäftstätigkeiten sowie permanente Raumgestaltung verwirklichen kann. Besonderer Erwähnung bedürfen auch die Entwicklung der Chancengleichheit von Behinderten, Jugendlichen und Senioren, die Fähigkeit, die Förderung aus europäischen und einheimischen Quellen zu nutzen, und die Gestaltung der öffentlichen Räume mit Kunstwerken, die im Rahmen des alljährlichen Bildhauersymposiums hergestellt werden. Aufgrund dieser hervorragenden Leistungen wird die Gemeinde Ratměřice mit einem Europäischen Dorferneuerungspreis für eine ganzheitliche, nachhaltige und mottogerechte Dorfentwicklung von herausragender Qualität ausgezeichnet.

Ratměřice jsou výjimečné tím, že navzdory vzdálenosti od velkých měst dokáží vést hodnotný, kvalitní a velmi aktivní život s orientací na udržitelný rozvoj, plánování a zapojení občanů, nekonvenční činnosti v sociální, kulturní a podnikatelské oblasti, permanentní utváření veřejného prostoru. Obzvlášť je třeba také zmínit rozvoj rovných šancí lidí s hendikepem, mladých a seniorů, schopnost využít finanční podporu z evropských a domácích zdrojů, dotváření veřejných prostor uměleckými díly vytvořenými v rámci každoročního sochařského sympozia. Na základě těchto vynikající výsledků jsou Ratměřice vyznamenány Evropskou cenou obnovy vesnice za celistvý, udržitelný a mottu odpovídající rozvoj výjimečné kvality.

St. Ulrich am Pillersee zeichnet sich durch einen ganzheitlichen und nachhaltigen Entwicklungsansatz mit einer langen Reihe beispielhafter Aktivitäten und Maßnahmen aus. Besonders hervorzuheben sind dabei der sorgsame Umgang mit den natürlichen Ressourcen, die engmaschige Verknüpfung von Landwirtschaft und Tourismus sowie die umfassende Bewusstseinsbildung und Leitbildarbeit auf Basis höchst innovativer Methoden. In gleicher Weise gilt es die ausgeprägte Bereitschaft der BürgerInnen zum Engagement für den eigenen Lebensraum, das vorbildliche soziale Miteinander in der Gemeinde sowie die Schaffung regionaler Wertschöpfungsketten bei gleichzeitiger Erhöhung der Einwohnerzahlen in die Auslage zu stellen. St. Ulrich am Pillersee ist damit ohne Umwege und Sackgassen „der Zukunft auf der Spur“ und wird daher mit einem Europäischen Dorferneuerungspreis für eine ganzheitliche, nachhaltige und mottogerechte Dorfentwicklung von herausragender Qualität ausgezeichnet.

Schleching überzeugt in allen Teilbereichen der Dorfentwicklung, beginnend bei einer Natur schonenden Landwirtschaft, dem Erhalt und dem Ausbau standortgemäßer Erwerbsmöglichkeiten in Handwerk und Tourismus, dem verantwortungsvollen Umgang mit den Ressourcen und der nachhaltigen Nutzung erneuerbarer Rohstoffe in beträchtlichem Umfang. Hervorzuheben sind auch die umfassende Erhaltung der ortstypischen Bausubstanz und die restriktiv gehandhabte Siedlungsentwicklung, der Zusammenhalt der BürgerInnen, die Einrichtung von Jugend-, Familien-, Behinderten- und Senioren­beauftragten sowie die beispielhaften Aktivitäten zur Förderung der Identität, des Selbstbewusstseins und der Motivation aller Generationen zum gesellschaftlichen Engagement, das auf einem äußerst regen Vereinsleben basiert. Nicht zuletzt verdienen die zukunftweisenden interkommunalen Kooperationen und Netzwerke ganz besonderer Erwähnung. Daher wird Schleching wird mit einem « Europäischen Dorferneuerungspreis für eine ganzheitliche, nachhaltige und mottogerechte Dorfentwicklung von herausragender Qualität ausgezeichnet.

Újszilvás ist es innerhalb relativ kurzer Zeit gelungen, seine Ressourcen und Potentiale zu erkennen, alternative Energien zu nutzen und ein soziales Netz aufzubauen, das den Einwohnerinnen und Einwohnern einen gewissen Wohlstand und hohe Lebensqualität bietet. Mit professionellem Unternehmergeist behaupten sich die einheimischen Familienbetriebe wirtschaftlich sehr erfolgreich, teilweise über die Grenzen Ungarns hinaus. In der guten Zusammenarbeit von innovativen Wirtschaftsbetrieben und der zukunftsorientierten Gemeindeverwaltung liegt der Erfolg und der rasche wirtschaftliche Aufschwung des Dorfes begründet. Daher wird Újszilvás mit einem „Europäischen Dorferneuerungspreis für nachhaltige und mottogerechte Dorfentwicklung von herausragender Qualität“ ausgezeichnet.

Újszilvás közössége viszonylag rövid idő alatt ismerte fel erőforrásait és helyi lehetőségeit, példásan használják alternatív energiaforrásaikat és olyan társadalmi hálózatot alakítottak ki, amelyek biztosítják a minőségi falusi életfeltételeket, a létbiztonságot. A helyi gazdaságok professzionális vállalkozói kezdeményezéseikkel komoly helyi és térségi sikereket értek el, de több esetben országos és határon túli jelentőségük is kiemelkedő. A jövő-orientált önkormányzat és az innovatív vállalkozások közti sikeres együttműködés alapozza meg a falu gazdasági fejlődését. Újszilvás közössége a bemutatott teljesítményeiért az „Európai Falumegújítási Díj a fenntartható, a mottónak megfelelő, kimagasló minőségű falumegújítás eredményeiért” kitüntetésben részesül.

Waffensen hat es trotz des Verlusts der Eigenständigkeit verstanden, mittels einer konstruktiven Partnerschaft mit Rothenburg ob der Wümme sowie dank umsichtiger politischer Verantwortungsträger und einer äußert engagierten Bevölkerung nicht zum typischen Vorortschlafdorf der Stadt zu werden, sondern den Herausforderungen der Zukunft erfolgreich zu begegnen. Herausragende Projekte im sozio-kulturellen Bereich wie die „Rückholung“ der Grundschule ins Dorf, ein Mehrgenerationenhaus und der geplante Bau von seniorengerechten Wohnungen beeindrucken ebenso wie die aktive Einbindung der heimischen Betriebe, der sensible Umgang mit der gewachsenen Siedlungsstruktur, der ortsbildprägenden Bausubstanz und der identitätstiftenden Kulturlandschaft. Mit der Solarinitiative und dem Bau von Windkrafträdern vermag der Ort auf beispielhafte Weise, lokale Antworten auf die globalen Herausforderungen zu geben. Daher wird Waffensen mit einem Europäischen Dorferneuerungspreis für eine ganzheitliche, nachhaltige und mottogerechte Dorfentwicklung von herausragender Qualität ausgezeichnet.

Weißensee zeichnet sich allem voran durch eine beispielhaft konsequente Naturraumpflege und bewusste Beschränkung der baulichen Entwicklung, die durch baukulturelle und energieeffiziente Innovationen geprägt ist, aus. Landnutzung, sanfte Mobilität und Tourismus gehen hier eine fruchtbaren Symbiose ein und induzieren so die Schaffung nachhaltiger regionaler Wertschöpfungsketten. Besondere Erwähnung verdienen auch die Aktivitäten zur Bewusstseinsbildung, die prozesshafte Leitbildarbeit, die bemerkenswerte Identität und das sozialen Miteinander der BürgerInnen. Daher wird Weißensee mit einem Europäischen Dorferneuerungspreis für ganzheitliche, nachhaltige und mottogerechte Dorfentwicklung von herausragender Qualität ausgezeichnet.

Wiesenburg hat bereits in den 1980er Jahren erkannt, dass das Schloss, die vorhandene Bausubstanz, der Naturpark und die engagierten Menschen sein wichtigstes „Kapital“ sind, um der Zukunft „auf der Spur“ zu sein. Die geschickte Einbindung von BürgerInnen und ExpertInnen in die Gemeindeentwicklung zeugt von einer hohen Planungsverantwortung und ist Basis des breit getragenen Prozesses. Die konsequente Ausrichtung auf die Innenentwicklung und die gut gewählte Funktionalität des Innenraumes schaffen einen lokalen Lebensraum, der auch für die umliegenden Dörfer eine zukunftsweisende Funktion einnimmt. Das durch eine von den BürgerInnen gegründete Bahnhofsgenossenschaft umgebaute Bahnhofsgebäude sichert nicht nur eine gute Anbindung an Berlin, sondern ist mit Ausstellungsräumen und Regionalladen ein wichtiger Kristallisationspunkt regionaler Identität. Zudem machen die Aktivitäten zur Inwertsetzung der Natur- und Kulturlandschaft, die Schaffung eines kreativen Milieus und das hohe soziale Engagement die Gemeinde zum beispielhaften Ideengeber für die nachhaltige Entwicklung einer ganzen Region. Daher wird Wiesenburg mit einem Europäischen Dorferneuerungspreis für ganzheitliche, nachhaltige und mottogerechte Dorfentwicklung von herausragender Qualität ausgezeichnet.

Europäischer Dorferneuerungspreis für besondere Leistungen in mehreren Bereichen der Dorfentwicklung

Balow zeichnet sich durch eine umsichtige Förderung der ansässigen Familien, die es als sein Zukunftspotenzial ansieht, aus. Konsequent und mit bürgerschaftlichem Engagement wurden die vorhandenen ortsbildprägenden und identitätsstiftenden Gebäude nicht nur erhalten, sondern auch sinnvoll umgenutzt. So machen de Grundschule im ehemaligen Gutshaus und das neue Kultur- und Kommunikationszentrum (KuK) im ehemaligen Pferdestall den Ort zu einem lebendigen lokalen Zentrum. Die Versorgung älterer Bewohner durch das KuK und die Anlage eines Senioren-Bewegungsparks zeigen, dass Balow auch die Herausforderungen des demographischen Wandels aktiv angeht. Ausgehend von diesen Initiativen entwickeln die Balower ihren Ort auch durch die Beteiligung an interkommunalen Allianzen ganzheitlich weiter und beweisen damit, dass auch peripher gelegene Gemeinden Zukunft haben können. Dafür wird Balow mit einem Europäischen Dorferneuerungspreis für besondere Leistungen in mehreren Bereichen der Dorfentwicklung ausgezeichnet.

Beaufort beeindruckt mit einem nachhaltigen Umgang mit seinem reichen Natur- und Kulturerbe, der von einer breiten Bewusstseinsbildung begleitet wird, der Stärkung einer umweltgerechten Land- und Forstwirtschaft und der Schaffung zeitgemäßer sozialer Einrichtungen wie einem neuen Schulkomplex und einem breiten Spektrum an Betreuungsangeboten. Bemerkenswert sind auch die soziokulturellen Qualitäten, die Stärkung der Identität und des Selbstbewusstseins der Bevölkerung sowie die Bereitschaft der BürgerInnen zum gesellschaftlichen Engagement. Dafür wird Beaufort mit einem Europäischen Dorferneuerungspreis für besondere Leistungen in mehrere Bereichen der Dorfentwicklung ausgezeichnet.

Gniewino hat aus einer Ungunstsituation heraus eine beispielgebende ökonomische Entwicklung angestoßen und unter kluger Nutzung der vorhandenen Möglichkeiten zu einer deutlichen Steigerung der Lebensqualität beigetragen. Die Projekte im Bereich regenerativer Energien sind ebenso beispielhaft wie die Bemühungen um die Integration der unterschiedlichen Volksgruppen in der Gemeinde. Das Kaschubische Auge, ein 44m hoher Aussichtsturm inmitten eines kleinen Freizeitparks, zeugt zusammen mit dem Sporthotel und der neu entstandenen hervorragenden Sportinfrastruktur vom klaren Ziel, Tourismus und Naherholung zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor für die Gemeinde und die umliegende Region auszubauen. Dafür wird Gniewino mit einem Europäischen Dorferneuerungspreis für besondere Leistungen in mehreren Bereichen der Dorfentwicklung ausgezeichnet.

Wzorowy rozwój gospodarczy Gmina Gniewino rozpoczęła w trudnej sytuacji a przy mądrym wykorzystaniu istniejących możliwości, przyczyniła się do istotnej poprawy jakości życia. Projekty w zakresie energii odnawialnej są równie przykładne, jak starania o integrację rożnych mniejszości narodowych w gminie. Kaszubskie Oko, 44 metrowa wieża widokowa pośrodku małego parku rekreacyjnego, świadczy wraz z hotelem sportowym i nowo powstałą wybitną infrastrukturą sportową o jasno wytyczonym celu, nadaniu turystyce i rekreacji rangi ważnego czynnika gospodarczego dla gminy i jej otoczenia.Dlatego Gniewino zostaje odznaczone Europejską Nagrodą Odnowy wsi za szczególne osiągnięcia w wielu obszarach odnowy wsi.

Hainrode beeindruckt durch herausragende Maßnahmen und Aktivitäten bei der Sanierung und Nutzung alter Bausubstanz auf Basis eines großen Engagements der Dorfbevölkerung. Bemerkenswert sind auch die Bemühungen um eine hohe Lebensqualität in einer aktiven Gemeinschaft, die Bewahrung von Traditionen sowie die Wahrung der raumtypischen Siedlungsstruktur und der identitätsstiftenden Landschaft. Dafür wird Hainrodemit einem Europäischen Dorferneuerungspreis für besondere Leistungen in mehreren Bereichen der Dorfentwicklung ausgezeichnet.

Komňa ist es gelungen, einen attraktiven Lebensraum zu schaffen. Mit der Fokussierung auf die junge Generation veraltet das Dorf nicht, sondern bleibt aktiv und lebendig. Die BürgerInnen sind sich ihrer Identität bewusst, achten auf die Umwelt und pflegen das reiche Brauchtum. Die wertvolle Bausubstanz und die umgebende Landschaft werden geschätzt und geschützt, was nicht nur dem guten Beispiel und den finanziellen Zuschüssen seitens der Gemeinde, sondern auch zahlreichen Privatinitiativen zu verdanken ist. Durch verantwortungsbewusste ökonomische Prozesse, die Pflege der Kulturlandschaft durch Biolandbau und nachhaltige Bewirtschaftung der Gemeindewälder wird die Wirtschaftskraft gestärkt und die Lebensqualität weiter erhöht. Dafür wird Komňa mit einem Europäischen Dorferneuerungspreis für besondere Leistungen in mehreren Bereichen der Dorfentwicklung ausgezeichnet.

Sledováním svých cílů se obci Komňa podařilo vytvořit atraktivní životní prostor. Díky zaměření na mladou generaci obec nestárne, nýbrž zůstává aktivní a mladá. Občané jsou si vědomi své identity, dbají na životní prostředí a pečují o bohaté tradice. Hodnotná zástavba je ceněná a občané dbají na udržování svých rodinných domů a jejich okolí nejen díky dobrým příkladům a finanční podpoře ze strany obce, ale také z vlastní iniciativy. Rozumné a zodpovědné hospodaření kontinuálně zajišťuje udržitelné pokračování rozvojového procesu a péče o kulturní krajinu v rámci ekologického zemědělství s bioprodukcí a udržitelného obhospodařování obecních lesů dále zvyšuje kvalitu života v Komni. Výsledky Komni oceňujeme „Evropskou cenou obnovy vesnice za výjimečné výsledky ve více oblastech rozvoje vesnice“.

Marling versteht es mit einem zukunftweisenden Leitbild, dessen Entstehung durch externe Fachkräfte begleitet wurde, und einen umfassenden Agenda 21-Prozess als wichtige Grundlagen einer zielorientierten Gemeindeentwicklung zu beeindrucken. Mit den bisher umgesetzten Maßnahmen ist es beispielhaft gelungen, den Tourismussektor abzusichern, die noch in Planung begriffenen Projekte sind bestens geeignet, eine nachhaltige Weiterentwicklung der Gemeinde zu gewährleisten. Durch die Ausgewogenheit der Vorhaben mit dem Blickwinkel auf das soziale Zusammenleben tragen die weiteren Schritte wesentlich zur Stärkung der Identität und zur Verbesserung der Lebensqualität in der Gemeinde bei. Dafür wird Marling mit einem Europäischen Dorferneuerungspreis für besondere Leistungen in mehreren Bereichen der Dorfentwicklung ausgezeichnet.

Niederhelden besticht durch die gelungene Umgestaltung vom vorwiegend landwirtschaftlich geprägten Dorf hin zu einem lebendigen und wirtschaftlich erfolgreichen Ort mit hohem Gemeinschaftsgeist. Niederhelden ist so zu einem qualitätsvollen Lebens- Wirtschafts- und Erholungsraum geworden. Die beeindruckende Geschlossenheit der Fachwerksbauten im Ort, der sorgsame Umgang mit den Lebensgrundlagen Boden und Wasser, aber auch die umgesetzten baulichen Entwicklungen für einen erfolgreichen sanften Tourismus zeichnen Niederhelden genau so aus wie das überdurchschnittlich hohe Vereinsleben zur Bewahrung der Identität als kleiner Ortsteil einer großen zusammengelegten Gemeinde. Dafür wird Niederhelden mit einem Europäischen Dorferneuerungspreis für besondere Leistungen in mehreren Bereichen der Dorfentwicklung ausgezeichnet.

Polšnik beeindruckt allem voran durch Initiativen, die dazu dienten, die BewohnerInnen durch Weiterbildung und Förderung der Eigenverantwortung zum Unternehmertum zu animieren und die tatsächlich zu mehreren Unternehmensgründungen bis hin zur Bildung eines „Holz-Clusters“ geführt haben. Auch die Forcierung des Wallfahrts- und Veranstaltungstourismus, die Bemühungen um ein verstärktes Engagement der Frauen im gesellschaftlichen Bereich der Ortsgemeinde und die zahlreichen Eigeninitiativen und Eigenleistungen der BürgerInnen überzeugen in hohem Maße. Hervorzuheben ist nicht zuletzt auch die hohe Mottogerechtigkeit. Dafür wird Polšnik mit einem Europäischen Dorferneuerungspreis für besondere Leistungen in mehreren Bereichen der Dorfentwicklung ausgezeichnet.

Polšnik navdušuje predvsem zaradi pobude, ki prebivalce in prebivalke krajevne skupnosti preko izobraževanja in spodbujanja odgovornosti na ravni vsakega posameznika animira za iskanje podjetniških priložnosti. Te se uresničujejo na različne načine – od ustanavljanja podjetij do oblikovanja gozdno lesne verige – lesnega grozda. Tudi spodbujanje romarskega in prireditvenega turizma, prizadevanja za aktivno vključevanje žensk v družbeno življenje kraja in številne lokalne pobude ter prostovoljno delo vaščanov in vaščank zasluži posebno pohvalo in priznanje. Poudarimo naj še, da Polšnik nedvomno izpolnjuje moto natečaja. Zato Polšnik nagrajujemo z Evropsko nagrado za razvoj podeželja za posebne dosežke na več področjih razvoja vasi.

Popielów beeindruckt durch die enorme Aktivität und Beharrlichkeit ihrer EinwohnerInnen. Sie realisiert konsequent ihre Vision, ein Ort zu sein, wo jeder seinen Lebensort finden, sich selbst verwirklichen und seine Zukunft planen und bauen kann. Die Konsequenz, mit der die Einwohner ihre „kleine Heimat“ nach der Überschwemmungskatastrophe wiederaufgebaut haben, und zahlreiche vielfältige gesellschaftliche Initiativen, die in der Gemeinde gesetzt werden, zeugen von der enormen Verbundenheit der Einwohner mit ihrem Dorf. Die Gemeinde nützt auf vernünftige Art und Weise den vorhandenen Reichtum aus, der einerseits in der kulturellen Vielfalt und den gepflegten Traditionen, andererseits aber auch in attraktiven Naturräumen besteht. Eine beständig ausgebaute technische Infrastruktur und Investitionen im Bereich der erneuerbaren Energien haben zur sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung der Gemeinde sowie zu der Verbesserung der Lebensqualität ihrer Einwohnern beigetragen. Dafür wird Popielów mit einem Europäischen Dorferneuerungspreis für besondere Leistungen in mehreren Bereichen der Dorfentwicklung ausgezeichnet.

Gmina Popielów ujmuje ogromną aktywnością i wytrwałością swoich mieszkańców. Konsekwentnie realizuje swoją wizję bycia miejscem, w której każdy może znaleźć swoje miejsce, może się realizować oraz planować i budować swoją przyszłość. Upór, z jakim mieszkańcy odbudowali swoją „małą ojczyznę” po powodzi oraz liczne różnorodne inicjatywy społeczne podejmowane w gminie świadczą o ogromnym przywiązaniu mieszkańców do miejsca ich życia. Gmina doskonale wykorzystuje posiadane bogactwo, które stanowi zarówno różnorodność kulturowa jej mieszkańców, pielęgnujących swoje tradycje, jak i wyjątkowo atrakcyjne walory przyrodnicze. Stale rozbudowywana infrastruktura techniczna i inwestycje w zakresie energii odnawialnej przyczyniły się do rozwoju społeczno – gospodarczego gminy oraz podniesienia warunków życia jej mieszkańców. W związku z powyższym gminie zostaje przyznana Europejska Nagroda Odnowy Wsi w wielu obszarach odnowy wsi.

Rieth beeindruckt durch die nachhaltige und behutsame Gestaltung und Entwicklung der Lebensräume in Dorf und Landschaft – dies nach einem Jahrzehnte lang andauernden, erzwungenen Stillstand als Teil des Sperrgebietes an der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Aus dieser Vergangenheit heraus hat sich das Dorf weiterentwickelt und Chancen für die Etablierung eines sanften und nachhaltigen Tourismus geschaffen. Gepaart mit einem engagierten Dorf- und regen Vereinsleben über alle Generationen hinweg hat die Riether Gemeinschaft mit enormen Eigenleistungen sowohl bauliche als auch wesentliche soziokulturelle und vereinsorientierte Einrichtungen geschaffen und dadurch die Lebensqualität im Dorf wesentlich verbessert. Dafür wird Rieth mit einem Europäischen Dorferneuerungspreis für besondere Leistungen in mehreren Bereichen der Dorfentwicklung ausgezeichnet.

Rosenbach zeichnet sich durch ein beispielhaftes bürgerschaftliches Engagement und die konsequente Umsetzung von zukunftsträchtigen Leitzielen aus. Besondere Erwähnung verdienen auch die Aktivitäten im Sinne der Erhaltung und des Ausbaus der einzigartigen Kulturlandschaft sowie die neuen Wege, die in der Landwirtschaft eingeschlagen wurden. Nicht zuletzt gilt es das große Engagement für die Erfüllung der Bedürfnisse von Kindern und Familien zu betonen. Dafür wird die Gemeinde Rosenbach mit einem Europäischen Dorferneuerungspreis für besondere Leistungen in mehreren Bereichen der Dorfentwicklung ausgezeichnet.

Europäischer Dorferneuerungspreis für besondere Leistungen in einzelnen Bereichen der Dorfentwicklung

Dietkirchen imponiert durch die hervorragende Leistung, als kleiner Ortsteil einer Kreisstadt über bauliche und gemeinschaftliche BürgerInnenprojekte sowie ein besonders lebendiges Vereinsleben die eigene Identität zu bewahren und weiter zu entwickeln. Dabei stechen vor allem das Engagement und die hohe Motivation der Bürger, die sich durch überdurchschnittliche ehrenamtliche Leistungen in die Umsetzung auch von sehr großen Projekten wie Sportzentrum und Dorfgemeinschaftshaus einbringen, hervor. Auch der bewusste Verzicht auf die Widmung von neuem Bauland mit dem Ziel, Umbauten und Verdichtungen im alten Ortsteil zu fördern, rundet die angestrebte Bewusstseinsbildung für die eigene Identität des Ortes ab. Dafür wird Dietkirchen mit einem Europäischen Dorferneuerungspreis für besondere Leistungen in einzelnen Bereichen der Dorfentwicklung ausgezeichnet.

Jaszkowa Górna beeindruckt durch dynamische und gut geplante Entwicklungs- und Dorferneuerungsprozesse mit viel Engagement der Einheimischen, systematischer Erhaltung der öffentlichen Räume, verschiedenen Sozial-, Kultur- und Geschäftstätigkeiten sowie lebenslangem Lernen. Bemerkenswert ist auch die sehr enge und erfolgreiche Kooperation mit der Stadt und anderen Dörfern der Gemeinde, verbunden mit der Erhaltung und Präsentation lokaler Kultur, Volksmusik, Handwerkskunst und Gastronomieprodukten. Dafür wird Jaszkowa Górna mit einem Europäischen Dorferneuerungspreis für besondere Leistungen in einzelnen Bereichen der Dorfentwicklung ausgezeichnet.

Jaszkowa Górna ujmuje dynamicznym i dobrze zaplanowanym procesem rozwoju i odnowy wsi wyróżniającym się dużym zaangażowaniem mieszkańców, systematycznym utrzymywaniu przestrzeni publicznych i różnorodnością działań społeczno-, kulturalno-, gospodarczych, jak również edukacją przez całe życie. Godna podkreślenia jest również ścisła i owocna współpraca z miastem i innymi miejscowościami wiejskimi na terenie gminy połączona z zachowaniem i prezentowaniem lokalnej kultury, muzyki ludowej, sztuki rękodzieła i produktów gastronomicznych. W związku z powyższym wieś Jaszkowa Górna zostaje odznaczona Europejską Nagroda Odnowy Wsi za szczególne osiągnięcia w wybranych obszarach odnowy wsi.

Kunsziget entwickelte in Zusammenarbeit mit seinen traditionsbewussten EinwohnerInnen, den aktiven Organisationen der Zivilgesellschaft und den modernen Unternehmen einen Lebensraum mit hoher Lebensqualität und besten Erwerbsmöglichkeiten. Die kultivierte Landschaft entlang der Mosoni Donau hat touristisch zunehmend einen hohen Freizeitwert und bietet damit neue Erwerbsquellen. Das umfangreiche Freizeitangebot, das Vorhandensein von Kindergarten und Grundschule sowie von Einrichtungen für ältere Menschen bewirken einen Zuzug und steigende Bevölkerungszahlen. Mit einer sorgsamen Siedlungspolitik wird eine traditionelle Wohnqualität in einem ländlichen Lebensstil konsequent verbessert und gleichzeitig die gepflegte Kulturlandschaft erhalten. Dafür wird Kunsziget mit einem Europäischen Dorferneuerungspreis für besondere Leistungen in einzelnen Bereichen der Dorfentwicklung ausgezeichnet.

Kunsziget önkormányzata,együttműködve a helyi hagyományokat ápoló lakossággal, az aktív civil szervezetekkel és fejlett, modern vállalkozókkal kiemelkedő minőségű falusi életkörülményeket, kiváló foglalkoztatási lehetőségeket hozott létre. A Mosoni Duna-ág mentén gondosan művelt táj fejlődő turisztikai programjaival további munkalehetőségeket kínál. A széleskörű munkalehetőségek, a szabadidős kínálat, a helyben működő óvoda és általános iskola, valamint az idősek számára létrehozott létesítmények jelentik a falu vonzerejét, amit a növekvő népességszám igazol. Gondos településpolitikával a hagyományos falusi életmód értékeire építő lakókörnyezet jött létre, megtartva az ápolt táj értékeit is. Kunsziget község eddigi teljesítményeiért az „Európai Falumegújítási Díj a falumegújítás egyes területein elért eredményeiért” kitüntetésben részesül.

Oravská Lesná versteht es, trotz der schwierigen Ausgangslage ihre natürlichen Gegebenheiten optimal zu nutzen und die Bevölkerung aktiv einzubinden. Ehrenamtlicher Einsatz, BürgerInnenbeteiligung und der Zusammenhalt der BewohnerInnen werden von der Gemeindeverwaltung intensiv unterstützt und gefördert. Die zukunftsorientierte und visionäre örtliche Verwaltung setzt konkrete Maßnahmen zur nachhaltigen Entwicklung der Gemeinde in den Bereichen der erneuerbaren Energie, der Wirtschaftsförderung sowie im sozialen Bereich. dafür mit einem Europäischen Dorferneuerungspreis für besondere Leistungen in einzelnen Bereichen der Dorfentwicklung ausgezeichnet.

Oravská Lesná napriek ťažkej východiskovej situácii dokáže optimálne využiť svoje prírodné danosti a aktívne zapájať miestne obyvateľstvo. Dobrovoľná práca, účasť občanov a súdržnosť všetkých obyvateľov sú zo strany obce intenzívne podporované. Na budúcnosť orientovaná a vizionárska miestna samospráva realizuje konkrétne opatrenia smerujúce k trvalo udržateľnému rozvoju obce v oblasti využívania obnoviteľných zdrojov energie, podpore ekonomiky ako aj v sociálnej oblasti.

Poschiavo und seine Bevölkerung haben ein neues, starkes Bewusstsein für die eigenen Grenzen und die eigenen Chancen entwickelt. Gerade das Wissen um die rein ökonomischen Wachstumsgrenzen hat dazu beigetragen, dass man sich auf andere Werte besonnen hat und innovative Ideen und Projekte entstehen konnten. Die berühmte Berninabahn zählt zum UNESCO-Welterbe und bedeutet in touristischem Sinne eine wichtige Ader. Die dank behutsamer Maßnahmen erhaltene Altstadt und das alte Kloster, in welchem ein Zentrum für Spiritualität, Ökumene und Kultur entstanden ist, sind Orte, die Poschiavo attraktiv machen und gleichzeitig zu Besinnung laden. Poschiavo hat mit der Gründung einer Heilkräuter-Genossenschaft sowie der Käserei pionierhafte Arbeit geleistet und die Basis für erfolgreichen Biolandbau gelegt.Im Energiebereich steht Wasser im Mittelpunkt: dabei wurden Trinkwasserturbinen installiert und ein Erweiterungsprojekt für den Bau eines 1000-Megawatt-Pumpspeicherkraftwerks realisiert, bei dem eng mit Umweltorganisationen zusammengearbeitet wurde. Die BewohnerInnen von Poschiavo stellen sich mit Tatkraft und Unternehmensgeist gemeinsam neuen Herausforderungen und werden dafür mit einem Europäischen Dorferneuerungspreis für besondere Leistungen in einzelnen Bereichen der Dorfentwicklung ausgezeichnet.

Il Commune di Poschiavo e i Suoi cittadini hanno sviluppato una profonda consapevolleza per i propri limiti e possibilità. Specialmente la conoscenza dei limiti che riguarda la crescità economica ha creato idee e progetti innovative. La famosa ferrovia retica con il trenino rosso del Bernina che fa parte dell patrimonio Mondiale dell´ UNESCO è una importante “vena turistica”. Anche il recupero dei nuclei storici e l´antico convento di Santa Maria, oggi un luogo di ecumenismo, spiritualità e cultura contribuiscono alle attrative di Poschiavo. La cooperativa dei produttori di erbe medicinali e il caseificio di Poschiavo, una azienda biologica, sono stati i pionieri per quanto riguarda l ágricoltura  biologica. L ` acqua e al centro dell settore energetico; sia come turbine ad acqua potabile, sia come centrale a ripompaggio, che e stato realizzato in cooperazione con organizzazioni ambientaliste.I poschiavi affrontanno le nuove sfide insieme e senza dubbi sono  “sulle tracce del futuro”.

Walhorn steht für eine überdurchschnittlich hohe Qualität des örtlichen Gemeinschaftslebens, die sich im Erscheinungsbild des Dorfes baulich, ökologisch und sozial widerspiegelt und in der gelungenen Umsetzung des ehrgeizigen Projektes „Haus Harna“ im bestens renovierten Ortskern mit seinen historischen Gebäuden ihren Höhepunkt erreicht. Darüber hinaus beeindruckt die Schule, die über ihre eigentliche Bildungsaufgabe hinaus voll mit dem dörflichen Vereinsleben verzahnt ist und so zum außerschulischen Treffpunkt der Kinder geworden ist. Besonders hervorzuheben ist auch das Bemühen, über die Schaffung und naturnahe Gestaltung von innerörtlichen fußläufigen Wegen spontane Begegnungsmöglichkeiten zu bieten. Dafür wird Walhorn mit einem Europäischen Dorferneuerungspreis für besondere Leistungen in einzelnen Bereichen der Dorfentwicklung ausgezeichnet.

20. bis 23. Juni 2012

Der Stellvertretende Vorsitzende der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, Ryszard WILCZYNSKI, Wojewode von Opole, Polen, besuchte von 20. bis 23. Juni 2012 mit einer Abordnung interessierter EntscheidungsträgerInnen des Woiwodschaftsamtes Niederösterreich. Besonderes Augenmerk legte die Delegation auf den sozialen Aspekt der Dorferneuerung.

Nach der Begrüßung durch LR Mag. Karl Wilfing, der die Entwicklung des Landes zur sozialen Modellregion Europas an Hand der festgelegten Ziele und bereits umgesetzten Schritte skizierte, besichtigte man unterschiedliche Einrichtungen und Projekte.

Im Landespflegeheim St. Pölten wurde die Situation in Bezug auf die demografische Entwicklung und den bestehenden und prognostizierten Pflegebedarf dargestellt. Die Delegation zeigte sich auch bei der Führung durch die Räumlichkeiten sehr interessiert.

Anschließend wurden die Aktivitäten der Sozialen Dorferneuerung, wie zum Beispiel die Aktivierung der Nachbarschaftshilfe in einzelnen Orten, die Ausbildung von SozialkoordinatorInnen, die Aktion „Stolz auf unser Dorf – gemeinsam leben wir“ sowie generationenübergreifende Projekte, vorgestellt.

An den beiden folgenden Tagen besichtigte die Delegation das private Seniorenheim Senecura in Grafenwörth, wo vor allem die Kooperation mit dem Kindergarten auf großes Interesse stieß. Im „Servus“ Sozialzentrum Würnitz stellte Obfrau Luise Kasess das Generationenprogramm, den SeniorInnen-Treff und das Nachbarschafts-Service vor, wobei sämtliche Aktivitäten von Freiwilligen übernommen werden.

Am letzten Tag besichtigte die Delegation das Zentrum für Begleitung und Beratung des Hilfswerkes NÖ in St. Pölten. Wie die Verbindung zwischen Gemeindeentwicklung und Seniorenbetreuung funktionieren kann, erfuhr die Delegation in Leobersdorf, wo der Generationenpark besichtigt wurde.

Die polnische Abordnung war von den vorgestellten Zielen, Aktivitäten und Projekten sehr angetan. Einhellige Meinung: „Wir können einige interessante Anregungen mitnehmen. Auch die angedachten Kooperationen im Ausbildungsbereich erscheinen für alle Beteiligten zukunftsweisend.“

Für Fragen standen während der gesamten Zeit Landesobfrau Maria Forstner und Geschäftsführer Walter Kirchler von der NÖ Dorf- und Stadterneuerung zur Verfügung. Auch Theres Friewald-Hofbauer, Geschäftsführerin der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, nutzte die Chance, die europäischen Kontakte zu vertiefen und verbrachte einen Tag mit der polnischen Abordnung.

21. bis 22. März 2012

Der Zukunft auf der Spur – so lautet das Motto des Wettbewerbes um den Europäischen Dorferneuerungspreis 2012, der heuer zum zwölften Mal ausgetragen wird. 29 Dörfer bzw. Landgemeinden aus 12 europäischen Staaten bewerben sich um den prestigeträchtigen Titel. Neben dem “Europäischen Dorferneuerungspreis” werden auch Auszeichnungen für “Herausragende ganzheitliche Entwicklungsprozesse” und für “Besondere Leistungen in mehreren oder einzelnen Teilbereichen der Dorferneuerung” vergeben.

Die Preisträger werden von einer 20-köpfigen internationalen Wettbewerbsjury im Rahmen von zwei Bewertungssitzungen (die erste fand Ende März in Budapest, Ungarn, statt) und Vorortbesichtigungen aller teilnehmenden Gemeinden ermittelt. Die Entscheidung fällt Anfang Juli, die Preisverleihung erfolgt im Rahmen einer mehrtägigen Veranstaltung mit Festakt, Workshops, Begegnungsabenden, Exkursionen und einem europäischen Marktplatz vom 20. bis 22. September 2012 in der Vorarlberger Gemeinde Langenegg, die den Europäischen Dorferneuerungspreis 2010 gewinnen konnte.

Seit 1990 ruft die Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung alle zwei Jahre zum Wettbewerb um den Europäischen Dorferneuerungspreis auf, um besonders beispielhafte Aktivitäten und Initiativen der Dorf- und Gemeindeentwicklung „vor den Vorhang“ zu bitten und unter Berücksichtigung des ökonomischen und kulturellen Kontextes zu prämieren. Bewertet werden neben der äußeren Erscheinung vor allem die inneren Qualitäten der Dörfer und Gemeinden, also Aktivitäten im Sinne einer Standort angepassten wirtschaftlichen Entwicklung, Schaffung zeitgemäßer sozialer Einrichtungen, Gewährleistung einer funktionstüchtigen Nahversorgung, Auseinandersetzung mit Fragen der Ressourcenschonung, Anbindung an Verkehrs- und Datennetze, Architektur, Siedlungsentwicklung, Ökologie und Energieversorgung sowie kulturelle Initiativen und Weiterbildungsmaßnahmen.

Vorrangige Intention des Wettbewerbes ist es, den Erfahrungsaustausch und die Motivation im Bereich einer zukunftsfähigen Entwicklung ländlicher Lebensräume zu fördern, Europas Zusammenwachsen zu begünstigen und die gesamtgesellschaftliche Bedeutung der ländlichen Regionen der europäischen Öffentlichkeit bewusst zu machen.

20. bis 22. März 2012

Wo ist man am vorbildhaftesten der “Zukunft auf der Spur”?

Unter dem Motto „Der Zukunft auf der Spur“ bewerben sich 29 Gemeinden bzw. Dörfer aus zwölf europäischen Nationen um eine der wohl begehrtesten Auszeichnungen im Bereich einer nachhaltigen Entwicklung ländlicher Kommunen, nämlich um den Europäischen Dorferneuerungspreis 2012.

Der Wettbewerb, der eine echte Leistungsschau der besten europäischen Landentwicklungs- und Dorferneuerungsprojekte darstellt, ist bereits voll in Gang und kommt nun in eine entscheidende Phase: Nachdem die 20-köpfige internationale Wettbewerbsjury unter Vorsitz des Luxemburgers Charles Konnen Ende März in Budapest, Ungarn, zu ihrer ersten Bewertungssitzung zusammengetroffen war, werden in den kommenden Wochen und Monaten drei- bis vierköpfige Bewertungsteams alle Wettbewerbsgemeinden bereisen, um sich an Ort und Stelle ein Bild über den Stand der Entwicklungsaktivitäten zu machen. Dabei wird aber nicht nur die “strenge” Beurteilung im Vordergrund stehen, sondern in gleicher Weise wird es auch darum gehen, mit BürgerInnen, BehördenvertreterInnen und KomunalpolitikerInnen in eine Dialog zu treten und über Intentionen, Schwierigkeiten und Erfolge gesetzter und geplanter Maßnahmen zu diskutieren.

Der Wettbewerb um den 12. Europäischen Dorferneuerungspreis ist geleitet von der Intention, beispielhafte Aktivitäten und Initiativen zur nachhaltigen Stärkung der Zukunftsfähigkeit ländlicher Räume vor den Vorhang zu bitten und zu prämieren.

Veranstalterin des Wettbewerbes, der seit 1990 im Zweijahresrhythmus durchgeführt wird, ist die Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung. Neben dem „Europäischen Dorferneuerungspreis“ werden auch Auszeichnungen für „Herausragende ganzheitliche Entwicklungsprojekte“ und für „Besondere Leistungen in mehreren oder einzelnen Teilbereichen der Dorferneuerung“ vergeben. Die Entscheidung fällt Anfang Juli 2012 in München, die Preisverleihung erfolgt vom 20. bis 22. September 2012 in Wolfurt und in Langenegg, Vorarlberg, Österreich, der Siegergemeinde des Wettbewerbes 2010.

Bewertet werden neben der äußeren Erscheinung vor allem die inneren Qualitäten der Dörfer und Gemeinden, also Aktivitäten im Sinne einer Standort angepassten wirtschaftlichen Entwicklung, die Schaffung zeitgemäßer sozialer Einrichtungen, die Auseinandersetzung mit Architektur, Siedlungsentwicklung, Ökologie und Energieversorgung sowie kulturelle Initiativen und Weiterbildungsmaßnahmen. “Für den Sieg kommen allerdings nur Teilnehmer in Frage, die sich durch nachhaltige, vernetzte und ganzheitliche Konzepte auszeichnen, die von der Bevölkerung getragen werden, in regionale Kooperationen eingebunden sind und dem Wettbewerbsmotto deutlich Rechnung tragen “, ist ARGE-Vorsitzender Landeshauptmann Erwin Pröll, Niederösterreich, überzeugt.

24. bis 25. November 2011

„Erstmals in der Geschichte lebt die Mehrheit der Weltbevölkerung in Städten, Tendenz steigend. In knapp 20 Jahren sollen es bereits 5 Milliarden und damit 60 % sein, 80 % davon in den Megacities der 3. Welt. Auch in Europa, wo immerhin noch die Hälfte der Arbeitsplätze und 50 % der Bevölkerung in ländlichen Region angesiedelt sind, schreitet die Verstädterung rapide voran und drohen Dörfer im Sog der urbanen Zentren von den Landkarten zu verschwinden. Eine Entwicklung, bei der es mittelfristig nur Verlierer geben kann, denn Stadt und Land sind eine Schicksalsgemeinschaft, von einander abhängig und für einander unverzichtbar“, erklärte der niederösterreichische Landeshauptmann Erwin Pröll, Vorsitzender der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, bei einer Europäischen Konferenz zum Thema „Stadt braucht Land braucht Stadt“, die Ende November in Freising, Bayern, stattfand.

Bayerns Landwirtschaftsminister Helmut Brunner, Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll und die Geschäftsführerin der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, Theres Friewald-Hofbauer, erörterten gemeinsam mit 150 internationalen KonferenzteilnehmerInnen die Problematik einer wachsenden Verstädterung.

Daher seien eine Stärkung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit und eine Verbesserung der infrastrukturellen Ausstattung ruraler Siedlungsräume ein Gebot der Stunde, damit diese nicht in Hintertreffen gerieten und ihre wichtigen Funktionen im gesamtgesellschaftlichen Gefüge wie Energie- und Nahrungsmittelproduktion, Naherholungsraum und Ausgleichsraum auch weiterhin erfüllen könnten. Es werde sich somit garantiert nicht als zielführend erweisen, Stadt und Land gegeneinander auszuspielen oder einander anzugleichen. Vielmehr müsste eine Gleichwertigkeit angestrebt werden, sollten die besonderen Prägungen und Alleinstellungsmerkmale der verschiedenen Lebensräume zum Programm gemacht, die wechselseitigen Abhängigkeiten und Verflechtungen als Chance begriffen und Stadt-Land-Kooperationen auf Augenhöhe angestoßen werden.

Die Politik, allem voran Raumordnungs-, Regional- und Verkehrspolitik, sei daher gefordert, rasch und entschieden zu handeln. Denn: „Die gegenwärtige Entwicklung einer massiven Abwanderung aus peripheren ländlichen Regionen ebenso wie aus städtischen Zentren, die mit einem hemmungslosen Landverbrauch, einer massiven Zunahme des Individualverkehrs, einem dramatischen Verlust von Erholungsraum und eklatanten Identifikationsproblemen einhergeht, ist alles andere als zukunftsfähig“, schloss Pröll.

Die Konferenz „Stadt braucht Land braucht Stadt“ wurde von der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung in Kooperation mit dem Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und der Arge der deutschen Akademien Ländlicher Raum veranstaltet und zählte an die 150 Gäste aus 8 europäischen Ländern mit dem bayerischen Landwirtschaftsminister Helmut Brunner an der Spitze.

24. und 25. November 2011

Europäische Konferenz thematisiert die dramatischen Auswirkungen einer zunehmenden globalen Verstädterung

Stadt braucht Land braucht Stadt – so lautete der Titel einer Europäischen Konferenz, zu der die Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und die Arge der deutschen Akademien Ländlicher Raum Ende November 2011 nach Freising, Bayern, eingeladen hatten. 150 Gäste aus acht europäischen Ländern, darunter der Vorsitzende der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, Landeshauptmann Erwin Pröll aus Niederösterreich, der bayerische Landwirtschaftsminister Helmut Brunner, der Oppelner Woiwode Ryszard Wilczynski und Univ.-Prof. Mark Michaeli von der TU München, waren der Einladung gefolgt und berieten zwei Tage lang über geeignete Wege, um dem Auseinanderdriften und wachsenden Gegeneinander von Stadt und Land wirkungsvoll zu begegnen.

Erstmals in der Geschichte lebt die Mehrheit der Weltbevölkerung in Städten, Tendenz steigend. In knapp 20 Jahren sollen es bereits 5 Milliarden und damit 60 % sein, 80 % davon in den Megacities der 3. Welt. Auch in Europa, wo immerhin noch die Hälfte der Arbeitsplätze und 50 % der Bevölkerung in ländlichen Region angesiedelt sind, schreitet die Verstädterung rapide voran und drohen Dörfer im Sog der urbanen Zentren von den Landkarten zu verschwinden.

„Damit wurde eine Entwicklung in Gang gesetzt, bei der es mittelfristig nur Verlierer geben kann, denn Stadt und Land sind eine Schicksalsgemeinschaft, von einander abhängig und für einander unverzichtbar“, waren sich die KonferenzteilnehmerInnen einig. Daher seien eine Stärkung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit und eine Verbesserung der infrastrukturellen Ausstattung ruraler Siedlungsräume ein Gebot der Stunde, damit diese nicht in Hintertreffen gerieten und ihre wichtigen Funktionen im gesamtgesellschaftlichen Gefüge, wie Energie- und Nahrungsmittelproduktion oder Bereitstellung von  Naherholungsraum und Ausgleichsraum, auch weiterhin erfüllen könnten, lautete eine der wesentlichen Botschaften von Staatsminister Helmut Brunner.

Es werde sich garantiert nicht als zielführend erweisen, Stadt und Land gegeneinander auszuspielen oder einander anzugleichen. Vielmehr müsste eine Gleichwertigkeit angestrebt werden, müssten die besonderen Prägungen und Alleinstellungsmerkmale der verschiedenen Lebensräume zum Programm gemacht, die wechselseitigen Abhängigkeiten und Verflechtungen als Chance begriffen und Stadt-Land-Kooperationen auf Augenhöhe angestoßen werden. Erste Erfolge, aber auch viele Hindernisse, Missverständnisse und Schwierigkeiten wusste man dazu aus der „Europäischen Metropolregion München“ zu vermelden, die in einer prominent besetzten und kontroversiell geführten Podiumsdiskussion auf den Prüfstand gestellt wurde.

„Die gegenwärtige Entwicklung einer massiven Abwanderung aus peripheren ländlichen Regionen ebenso wie aus städtischen Zentren, die mit einem hemmungslosen Landverbrauch, einer massiven Zunahme des Individualverkehrs, einem dramatischen Verlust von Erholungsraum und eklatanten Identifikationsproblemen einhergeht, ist alles andere als zukunftsfähig. Die Politik, allem voran Raumordnungs-, Regional- und Verkehrspolitik, sei daher gefordert, rasch und entschieden zu handeln“, betonte Landeshauptmann Erwin Pröll in seinem Vortrag, der eine sehr lebhafte Diskussion auslöste.

In Stichworten noch einige weitere Erkenntnisse und Statements der Konferenz:

  • Systeme müssen neu und intelligenter gedacht werden;
  • Statt von Stadt und Land, sollte von Regionen die Rede sein, am besten von Regionen der kurzen Wege;
  • Es reicht nicht, sich ausschließlich als Wissensgesellschaft zu definieren; wir brauchen auch Orte der Produktion, um der Vielfalt an gesellschaftlichen Bedürfnissen, persönlichen Möglichkeiten und wirtschaftlichen Erfordernissen gerecht zu werden;
  • Die Landbevölkerung müsste selbstbewusster, sich im wahrsten Sinn des Wortes  ihrer Bedeutung bewusst, auftreten und argumentieren;
  • Eine Politik nur „von oben“, ausschließlich von gewählten Repräsentanten gestaltet, ist zum Scheitern verurteilt; es bedarf zunehmend der Einbindung der Zivilgesellschaft;
  • Vernetzung – das wird in der kommenden Programmplanungsperiode auch die vorrangige Devise in der Europäischen Union sein; die Verschränkung der drei großen Fonds (Agrar, Regio, Soziales) wird Realität;
  • Wir sind auf dem richtigen Weg, wenn wir Lernende bleiben und uns Visionen erlauben!

Eine weitere Nachlese finden Sie auch auf der Homepage der Bayerischen Akademie Ländlicher Raum.

Auszug aus der Präsentation von Theres Friewald-Hofbauer anlässlich des 22-jährigen Jubiläums der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung

Wahrscheinlich ist die Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung die einzige Organisation auf unserem Globus, die erst mehr als 20 Jahre nach ihrer Gründung ihr erstes Bestandsjubiläum feiert.

Wäre ich Politikerin, wüsste ich das sehr einfach zu erklären: „Die anderen verschwenden ihre Zeit, um zu feiern. Wir nutzen sie, um zu arbeiten!“ Als ehrliche Geschäftsführerin aber gestehe ich Ihnen die Wahrheit: Wir wissen einfach nicht, wann die Geburtsstunde der ARGE tatsächlich geschlagen hat. Schuld daran sind jedoch nicht, wie man vermuten könnte, Lücken in der Geschichtsschreibung, sondern, ganz im Gegenteil, ein gewisser Übereifer der Chronisten.

Denn ist man bereit, sich die Finger schmutzig zu machen und zu den von einem feinen Staubfilm bedeckten ersten urkundlichen Erwähnungen der ARGE vorzudringen, dann erfährt man, dass „im November 1987 beim 1. Europäischen Dorferneuerungskongress im Kloster Und in Krems der Wunsch nach einem internationalen Erfahrungsaustausch laut und die Voraussetzungen für die Gründung der Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung geschaffen wurden.“

Mit dieser Idee einer länderübergreifenden Zusammenarbeit schwanger gegangen waren damals allen voran Erwin Pröll, Ernst Scheiber und Peter Schawerda aus Niederösterreich, Staatsminister Simon Nüssel und Holger Magel aus Bayern sowie Max Mayr aus der Steiermark. Die Schwangerschaft dauerte ungewöhnlich lange, zumindest nach menschlichem Maß – gute elf Monate, genau genommen. Ende Oktober 1988 erfolgte jedenfalls dann in Graz, so steht es nachzulesen, die Gründung der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung.

Auch die Geburt selbst nahm noch einige Zeit in Anspruch. Im Mai 1989 sollte es – hier, an diesem Ort, im Kardinal-Döpfner-Haus in Freising – aber wirklich so weit sein: Erwin Pröll und Ernst Scheiber gaben sich die Ehre, in dicken, grünen Lettern zur „Offiziellen Gründungsversammlung“ einzuladen.

Eine höchst erfolgreiche Zwischenbilanz

Die Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung ist also heimgekehrt, zurück gekehrt an den Tatort, wo vor 22 Jahren ein kleines Pflänzchen gesetzt wurde, das sich dank Ihrer Betreung, Ihrer Pflege und Ihrer Begleitung, geschätzte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde, zu einem ansehlichen, reiche Früchte tragenden Bäumchen entwickelt hat.

In nackten Zahlen ausgedrückt, sind das beispielsweise 29 Kongresse, Konferenzen und Symposien an den unterschiedlichsten Orten und zu den vielfältigsten Themen sowie eine Unzahl von Seminaren, Dorferneuerungs-Stammtischen, Diskussionsforen und Workshops. Und egal, ob die ARGE dabei alleine agiert hat oder mit den Gastgeberregionen oder einer schlagkräftigen Organisation eine Veranstaltungspartnerschaft eingegangen ist, die Intention dabei war stets dieselbe:

Es ging darum, Räume der Kommunikation, der Wissensvermittlung, des Erfahrungsaustausches und der Motivation schaffen, für die Menschen in den Dörfern ebenso wie für jene in den Verwaltungen, für die Forschenden und Lehrenden ebenso wie für jene an den Schalthebeln der politischen Macht.

Gleiches gilt auch für die bislang 19 Dorferneuerungsstudienfahrten und Exkursionen mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern von Estland bis Spanien und von Bulgarien bis Holland. Sie führten durch atemberaubende Landschaften und durch solche, deren stille Schönheit sich oft erst auf den zweiten Blick offenbart, in Regionen, denen die Natur oder die Maßlosigkeit der Menschen eine schwere Bürde auferlegt haben, zu Orten, die aus einem Minimum an Möglichkeiten ein Maximum herausgeholt haben, und zu solchen, denen alle Wege offen standen und die sich dennoch für den richtigen entschieden haben.

Weil das gesprochene Wort oft flüchtig ist und manches einer Nachlese bedarf, kam stets auch den Publikationen eine große Bedeutung zu. 19 Ausgaben der “Dorferneuerung international”, 8 Best-Practice-Bände, die die Projekte der Dorferneuerungswettbewerbe aus Sicht der Bewertungskommissionen dokumentieren, und nicht zuletz das 2005 erschienene Buch “HeimSuchungen. 15 Jahre Europäischer Dorferneuerungspreis im Spiegel der Zeit” belegen dies.

Dorferneuerungswettbewerb als Herzstück

Das Stichwort ist nun schon mehrmals gefallen: Europäischer Dorferneuerungspreis! Das 1990 gestartete, höchst mutige Experiment, Äpfel mit Birnen, also große und kleine Orte, mit unterschiedlichsten naturräumlichen, kulturellen und historischen Besonderheiten sowie verschiedenartigsten wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Rahmenbedingungen, miteinander zu vergleichen, ist aufgegangen.

Heute stellt der Wettbewerb um den Europäischen Dorferneuerungspreis, der 2012 das 12. Mal ausgetragen wird, das Herzstück der Aktivitäten dar. Im Zentrum stehen dabei immer lokale Gemeinschaften von Bürgerinnen und Bürgern, die sich des Wertes ihres Lebensraumes bewusst und bereit sind, sich für seine nachhaltige und zukunftsfähige Gestaltung mit ihrer ganzen Kraft und ihrer ganzen Kreativität zu engagieren.

Und egal, ob Preisträger oder “Unter ferner liefen”, sie alle gehen aus den Wettbewerben als Sieger hervor, weil sie voneinander profitieren, aus den Erfolgen und Fehlern anderer lernen, zu neuen Projekten inspiriert und motiviert werden und manchmal auf Gleichgesinnte treffen, die zu Freunden werden. Ganz besonders dann, wenn die Siegerehrung ansteht und sich um die 1000 Menschen, wie das in den letzten Jahren der Fall war, zu einem mehrtägigen Fest der Lebensfreude zusammenfinden. Mit Begegnungen, die dazu beitragen, Grenzen in den Köpfen abzubauen, das Verständnis für einander zu mehren und die Vielfalt Europas als gemeinsamen Reichtum zu begreifen.

An die 50 Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Verwaltung und Kommunalpolitik haben dem Europäischen Dorferneuerungswettbewerb seit seiner Etablierung als Mitglieder der Wettbewerbsjury ihr Wissen und Können, ihre Zeit und häufig auch ihre Freizeit, ihr Verantwortungsbewusstsein und ein Stück ihres Herzens geschenkt. Sie haben ihn weiterentwickelt und neuen Zeiten und Herausforderungen angepasst. Allen voran die Juryvorsitzenden Wilhelm Landzettel und Matthias Reichenbach-Klinke sowie Johanna Schmidt-Grohe, derer wir uns heute in respekt- und liebevoller Dankbarkeit erinnern.

Wandel und Veränderung

In den vergangenen 22, 23 oder 24 Jahren, je nachdem, welches Ereignis den Beginn der Zeitrechnung markieren soll, ist vieles passiert. Die Seiten in den Geschichtsbüchern der Menschheit wurden rascher gewendet denn je. Die Welt ist zu einem Dorf geworden und das Gesicht Europas ist nicht mehr wieder zu erkennen.

Auch in der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung hat sich manches geändert. Am 24. November 2006, also genau vor fünf Jahren, waren ihre Tage als Plattform des Ökosozialen Forums Österreich, wo sie eine sehr fürsorgliche und umsichtige Heimat gefunden hatte, gezählt. Auf einstimmigen Beschluss des Offiziellen Beirates, der ab nun Vollversammlung heißen sollte, wurde sie als eigene  Rechtspersönlichkeit, als eigenständiger Verein, aus der Taufe gehoben. Ein wichtiger und richtiger Schritt, wie sich bald zeigen sollte.

Auch das Leitbild der ARGE, das 1996 in Konstanz verabschiedet worden war, wurde unter breiter Einbindung von Fachleuten und PraktikerInnen aus weiten Teilen Europas einem kräftigen inhaltlichen und optischen Relaunch unterzogen. Nun präsentiert es sich als eine wertvolle Orientierungshilfe für alle, die guten Willens sind, zu einer nachhaltigen Entwicklung europäischer Dörfer und Landgemeinden aufzubrechen.

Lassen Sie mich abschließend noch stichwortartig einzelne Aktivitäten und Entwicklungen erwähnen:

  • wie etwa den Wettbewerb um die „European Kids’ Trophy“, mit der wir 2005 die kinder- und jugendfreundlichsten Dorferneuerungsprojekte ausgezeichnet haben;
  • oder die Tatsache, dass wir zunehmend mit anderen Organisationen und Institutionen, die sich für den ländlichen Raum engagieren, Kooperationen eingehen, weil wir wissen, dass wir wesentlich gewichtiger werden, wenn wir gemeinsam auf die Waage steigen;
  • Meinungsbildung auf der einen Seite und Informations-Transfer auf der anderen – das ist es, was wir aus unserer Mitgliedschaft bei zwei EU-Ausschüssen in Brüssel lukrieren;
  • wir gehen mit der Zeit: Zu den schriftlichen Publikationen gesellen sich vermehrt DVDs und andere zeitgemäße Datenträger; und selbstverständlich sind wir auch im Internet mit einer Homepage und einer Facebook-Gruppe vertreten.

Zukunftsmusik

Auch wenn wir uns heute ein wenig selbst auf die Schulter klopfen, wissen wir nur zu gut, dass es noch viel und immer Neues zu tun geben wird, damit in unseren Dörfern die Zukunftsmusik erklingt.

„Die Lebenskraft einer Epoche zeigt sich in ihrer Aussaat, nicht in ihrer Ernte“, heißt es bei Ludwig Börne. Säen wir weiter aus, auch wenn wir auf harten Grund und versiegte Quellen treffen!

Begeben wir uns auf die Suche nach den Spuren unserer Vorfahren und ziehen wir gleichzeitig unsere eigenen, auch dort, wo uns Steine in den Weg gelegt werden. Denn schwierige Bedingungen sind ein Kompliment des Schicksals an die Gestaltungskraft der Betroffenen. Erweisen wir uns dieser Komplimente als würdig, sorgen wir dafür, dass sich Selbstvertrauen, Phantasie und Zukunftsmut immer wieder auf’s Neue zum Rendezvous verabreden können!

Tragen wir das unsere dazu bei, dass sich die Menschen näher kommen, in Ost und West und Stadt und Land und dass sie Heimat finden in einem facettenreichen und geeinten Europa.

23. November 2011

Feierstunde anlässlich 22 Jahre Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung

Spurensuche. Unter diesem Motto warf die Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung am Vorabend der Europäischen Konferenz „Stadt braucht Land braucht Stadt“ einen Blick zurück auf ihre Anfänge und Entwicklung sowie auf jene Menschen, die sie besonders geprägt haben. Nicht zufällig wählte man dafür als Austragungsort das Kardinal-Döpfner-Haus in Freising. Denn genau dort hatte vor 22 Jahren die Geburtsstunde der ARGE geschlagen.

„Die Idee einer länderübergreifenden Zusammenarbeit und der Wunsch nach einem internationalen Erfahrungsaustausch wurden bereits Im November 1987 beim 1. Europäischen Dorferneuerungskongress im Kloster Und in Krems, Niederösterreich, laut, wo die Voraussetzungen für die Gründung der Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung geschaffen wurden“, erklärte ARGE-Geschäftsführerin Theres Friewald-Hofbauer in ihrer Präsentation.

Im Mai 1989, „als Europa noch zweigeteilt, getrennt durch den Eisernen Vorhang, war“, wie Vorsitzender Landeshauptmann Erwin Pröll in seiner Festrede betonte, „wurde mit der Offiziellen Gründungsversammlung ein kleines Pflänzchen gesetzt, das sich im Laufe der vergangenen 22 Jahre zu einem ansehlichen, reiche Früchte tragenden Bäumchen entwickelt hat.“

Heute, so Vorsitzender Erwin Pröll, präsentiert sich die Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung als ein starkes Netzwerk, das Europas Dörfern eine Stimme gibt, die gehört wird, und herausragende Leistungen der Landbevölkerung weithin sichtbar macht. Sie fördert Problembewusstsein und Lösungsorientierung, unterstützt Wissenstransfer und europaweiten Erfahrungsaustausch und trägt wesentlich dazu bei, ein europäisches Wir-Gefühl zu entwicklen. Die Palette der Aktivitäten, die diesen Weg säumen, reicht von Konferenzen, Diskussionsforen und Seminaren über Studienfahrten und Publikationen bis hin zur Austragung von Europäischen Dorferneuerungswettbewerben.

Höhepunkt der Feierstunde, die von einer bayerischen „Geigenmusi“ umrahmt wurde, war eine Ehrung der herausragenden Gründungsmitglieder und Wegbegleiter der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, denen eine Dankesurkunde überreicht wurde.

10. November 2011

Symposium über “Soziale Dorferneuerung Ein Baustein auf dem Weg zu sozialen Musterregionen in Europas ländlichen Räumen” im Niederösterreichischen Landhaus widmete sich vor mehr als 400 Gästen aus dem In-und Ausland, darunter die Regierungschefs Erwin Pröll aus Niederösterreich, Stanislaw Tillich aus Sachsen, Jiri Behounek aus Vysocina und Ryszard Wilczynski aus der polnischen Woiwodschaft Oppeln, Fragen und Herausforderungen der Entwicklung ländlicher Räume vor dem Hintergrund dramatischer demografischer Veränderungen.

“Die gewaltigen sozialen Herausforderungen, die mit dem demografische Wandel einhergehen und sich in ländlichen Gemeinden oftmals noch wesentlich ausgeprägter gestalten , können nicht von der öffentlichen Hand alleine bewältigt werden. Diese kommt sehr rasch an budgetäre, aber auch an humanitäre Grenzen. Daher braucht es in unseren Dörfern vermehrt eigeninitiative Lösungen und ehrenamtliches Engagement”, betonte der Vorsitzende der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll, bei einem Symposium zum Thema “Soziale Dorferneuerung. Ein Baustein auf dem Weg zu sozialen Musterregionen in den ländlichen Regionen Europas”, das am 10. November 2011 im Landtagssitzungssaal in St. Pölten, Niederösterreich, abgehalten wurde. Die Sozialen Dorferneuerung, so Pröll weiter, sei ein wichtiges Instrument, um das soziale Netz in Niederösterreich noch enger zu knüpfen – dies vor allem durch einen bedarfsgerechten Ausbau der sozialen Infrastruktur, eine bessere Koordinierung bestehender Einrichtungen,eine gezielte Verbreitung erfolgreicher Projekte und eine verstärkte Motivation der DorfbewohnerInnen zu Freiwilligen­diensten. Erste wichtige Schritte auf diesem Weg seien die Erstellung einer “Sozialen Landkarte”, ein Online-Tool, das Auskunft über Projekte, Initiativen und Service­leistungen gibt, sowie die Etablierung von SozialkoordinatorInnen in den Gemeinden.

Der Ministerpräsident des Landes Sachsen, DI Stanislaw Tillich, der ebenfalls auf der hochrangigen Rednerliste des Symposiums stand, beleuchtete die erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung, die die ländlichen Regionen seines Landes in den 22 Jahren seit der Wende genommen haben. Dennoch gestaltete sich die Bevölkerungsentwicklung durch massive Abwanderung aus den ruralen Räumen und zunehmende Überalterung dramatisch. “Daher geht es bei uns jetzt vorrangig darum, die Dörfer attraktiver zu machen. Dabei setzen wir vor allem auf Kooperationen zwischen den Dörfern und Gemeinden, auf vernetzte Lösungs­ansätze, auf die Eigeninitiative und die Kreativität der Betroffenen sowie auf den Erfahrungsaustausch auf europäischer Ebene, der Sachsen stets ein sehr wertvoller Begleiter war”, erklärte Ministerpräsident Tillich.

“Gesundschrumpfen statt Gesundbeten” sei für viele Gemeinden mit rückläufiger Bevölkerungsentwicklung die bessere Devise als die Flucht in Wachstumsstrategien, lautete das Credo der Leiterin des Instituts für Raumplanung und Ländliche Neuordnung an der Universität für Bodenkultur Wien, Univ.-Prof. Dr. Gerlind Weber. Sie bekannte sich zu der Überzeugung, dass der Schlüssel für eine geglückte Entwicklungspolitik in manchen ländlichen Regionen auch darin liegen wird, sich rechtzeitig auf das Wenigerwerden einzustellen und mit geeigneten Maßnahmen ein kontrolliertes “Gesundschrumpfen” zu ermöglichen.

Statements des Kreishauptmannes des tschechischen Kreises Vyslocina,  Jiri Behounek, und der für Soziales zuständigen niederösterreichischen Landesrätin Mag. Barbara Schwarz, Interviews mit dem Geschäftsführer der NÖ Landesakademie Dr. Christian Milota, der Würnitzer Sozialkoordinatorin Luise Kasses, und mit den Repräsentanten der NÖ Dorf- und Stadterneuerung Maria Forstner und DI Josef Strummer,  Projektpräsentationen aus Sachsen, Tschechien und Gänserndorf, sowie die Vorstellung von Ausbildungsangeboten zu Sozialbetreuungsberufen im ländlichen Raum an den Landwirtschaftlichen Fachschulen Gaming und Zwettl durch die Direktorinnen Daniela Fuchs und Erna Stiermaier rundeten das Programm des eintägigen Symposiums, das von der Geschäftsführerin der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, Theres Friewald-Hofbauer, moderiert wurde, ab.

Mehr als 400 TeilnehmerInnen aus Polen, Tschechien, Deutschland und mehreren österreichischen Bundesländern, darunter neben Landeshauptmann Erwin Pröll und Ministerpräsident Stanislaw Tillich auch der der Oppelner Woiwode Ing. Ryszard Wilczynski, Polen, waren der Einladung der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung und der Niederösterreichischen Dorf- und Stadterneuerung, die das Symposium in Kooperation durchführten, gefolgt.

Im Bild von links nach rechts: Landesobfrau der NÖ Dorf- und Stadterneuerung Maria Forstner, Universitätsprofessorin Dr. Gerlind Weber, Wojwode Ryszard Wilczynski, Polen; Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll, Niederösterreich; Ministerpräsident DI Stanislaw Tillich, Sachsen, und die Geschäftsführerin der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung Theres Friewald-Hofbauer (von links nach rechts) freuten sich über 400 Gäste aus dem In- und Ausland Copyright: NLK Kaufmann

15. bis 17. September 2011

Austauschforum für erfolgreiche Teilnehmer an Europäischen Dorferneuerungswettbewerben tagt wieder!

“Land hat Grenzen, Wissen hat Horizonte”; ganz im Sinne dieses Zitates von Shimon Peres lud die Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung vom 15. bis 17. September 2011 zum 2. Vernetzungstreffen erfolgreicher europäischer Dorferneuerungsgemeinden nach Bellersen, Stadt Brakel, Nordrhein-Westfalen, Deutschland, ein. Ziel des Treffens war es, die interkommunalen Kontakte zwischen ehemaligen Teilnehmern an einem der Wettbewerbe um den Europäischen Dorferneuerungspreis zu vertiefen, einen intensiven Erfahrungsaustausch zu pflegen sowie das Zusammenwachsen Europas und die Ausbildung einer gemeinsamen europäischen Identität zu fördern.

Netzwerker in Bellersen

Das 2. Vernetzungstreffen war räumlich und zeitlich in das Europäische Dorffestival „Baustelle Europa – von Nachbarn lernen“, das auf eine intensive Begegnung der Dörfer Bellersen (NRW, Deutschland), Koudum (Niederlande) und Nowe Kramsko (Polen) abzielte, eingebunden.

Auf dem Programm des Vernetzungstreffens, das dem Schwerpunktthema “Natur und Tourismus gewidmet war, standen ein Dorfrundgang, Präsentationen verschiedenster Initiativen und Projekte von Bellersen, Statements der TeilnehmerInnen und viel Zeit für Diskussionen sowie formellen und informellen Erfahrungsaustausch.

Die Organisatoren Heinz Düsenberg aus Bellersen und Theres Friewald-Hofbauer von der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung freuen sich über das erfolgreiche 2. Vernetzungstreffen.

27. und 28. Mai 2011

Drei Länder. Zwei Flüsse. Eine Zukunft. – so lautete der Titel einer Tagung, die am 27. und 28. Mai 2011 in Hohenau an der March, Niederösterreich, Österreich, stattfand. Die Veranstaltung wurde vom Club Niederösterreich in Kooperation mit der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung und der Euregio Weinviertel durchgeführt und von rund 150 TeilnehmerInnen aus der Slowakei, Tschechien und Österreich besucht.

“Europa ist eine Erfolgsgeschichte, die ihresgleichen sucht. Die Europäische Union ist eines – wenn nicht das – größte Friedensprojekt unserer Zeit. Basierend auf gemeinsamen Werten erreichen wir miteinander Sicherheit und Wohlstand. Besonders das Weinviertel hat von der EU-Erweiterung maximal profitiert“, zeigte sich Landesrat Karl Wilfing anlässlich der Tagung „Drei Länder. Zwei Flüsse. Eine Zukunft“ am 27. Mai in Hohenau an der March überzeugt. Und er ergänzte: „Zu Zeiten des eisernen Vorhangs konnten wir in den grenznahen Gebieten des Weinviertels eine starke Abwanderungstendenz feststellen und auch Wirtschaftsansiedlungen gestalteten sich schwierig. Heute sind wir im Herzen Europas und haben diesen Vorteil für uns genutzt. Der Tourismus floriert, der Export kurbelt unsere Wirtschaft an, es sind neue Arbeitsplätze entstanden und die Region hat Zukunftschancen, die sie nutzt.“Die hochkarätig besetzte Konferenz stand ganz im Zeichen der grenzüberschreitenden Identitätsfindung und Zusammenarbeit zwischen dem Weinviertel, Südmähren und der Westslowakei. In kompetenter Weise moderierten Diskussionsblöcken – unter anderen von der Autorin Eva Rossmann, dem ORF-Journalisten Peter Benovsky oder dem Journalisten des Slowakischen Rundfunks Tibor Macak – kamen die Themenblöcke Regionalpolitik und -management genauso zur Sprache wie wirtschaftliche Verflechtungen, gemeinsame landwirtschaftliche und naturschutzbezogene Interessen und soziokulturelle Verbindungen.

Wirtschaftliche Zusammenarbeit als Jobmotor

Einigkeit herrschte zwischen dem Präsidenten der NÖ Arbeiterkammer, Hermann Haneder, dem Direktor der NÖ Wirtschaftskammer, Franz Wiedersich, sowie dem Chefökonomen der Industriellenvereinigung, Christian Helmenstein, darüber, dass eine grenzüberschreitende wirtschaftliche Zusammenarbeit im Dreiländereck eine Vielzahl von Chancen mit sich bringt. Haneder nahm denn auch Zweiflern den Wind aus den Segeln: „Das Ende der Übergangsfristen und die Liberalisierung des innereuropäischen Arbeitsplatzmarktes am 1. Mai hat keinerlei negative Auswirkungen auf die Situation der Arbeitnehmer/innen in Niederösterreich mit sich gebracht.“ Vertreter des Autoclusters Westslowakei sowie der Tourismuszentrale Südmähren wussten über bereits verwirklichte erfolgreiche Projekte zu berichten. Problematisch sei aber das nach wie vor große Lohngefälle zwischen den betreffenden Staaten, das die positiven Effekte auf den Arbeitsmarkt derzeit nur in eine Richtung zulasse. Nach Überwindung dieser Schere erwarte man aber große Beschäftigungsmöglichkeiten in allen drei Ländern.

Zwei unabdinglich erforderliche Grundvoraussetzungen für das Zusammenwachsen auf allen Ebenen kristallisierten sich im Laufe der Veranstaltung heraus: die (fremd)sprachlichen Kompetenzen und die Schaffung von erforderlicher Infrastruktur. Euregio-Vorsitzender Hannes Bauer wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass etwa Feuerwehren, Rettungsdienste oder die Polizei bereits konkrete Konzepte zur besseren sprachlichen Verständigung verfolgen und die Bürgermeister der Gemeinden Hohenau und Wolfsthal, Robert Freitag und Gerhard Schödinger, berichteten über fremdsprachlichen Unterricht in deren Kindergärten und Volksschulen. Dass das Zusammenleben von Österreichern und Slowaken für Gemeinden auch große Vorteile bringen kann, zeigt sich in Wolfsthal, wo der Anteil an Zuzüglern aus der Slowakei bereits bei 20 Prozent liegt und so trotz negativer Geburtenbilanz die Bevölkerungszahl signifikant angestiegen ist.

Brückenbau wörtlich genommen

Hinderlich sei hingegen die nach wie vor schlechte infrastrukturelle Situation, die sich konkret am Fehlen von leistungsfähigen Brücken manifestiert. Von den einst mehr als 20 Brücken, die über March und Thaya führten, sind nur noch zwei vorhanden, und selbst diese weisen eingeschränkte Kapazitäten auf. Der Brückenbau zwischen den Ländern müsse in diesem Fall nicht nur symbolisch, sondern auch wörtlich genommen werden – so lautete die unmissverständliche Forderung an die Politik.

Dass das Verbindende zwischen Niederösterreich, Tschechien und der Slowakei weit über dem Trennenden stehe, untermauerten die Teilnehmer der Schlussrunde, die geradezu einem diplomatischen Gipfel glich: der österreichische Botschafter in Prag, Ferdinand Trauttmansdorff, der tschechische Botschafter in Wien, Jan Koukal sowie Maximilian Pammer, ehemaliger Botschafter und nunmehr Vizepräsident der Österreichisch-slowakischen Gesellschaft. Trauttmansdorff brachte es dabei auf den Punkt: „Die derzeitige Diskussion in Brüssel, die Grenzen innerhalb der EU wieder dicht zu machen, geht an dem vorbei, was hier im Dreiländereck mitten im Entstehen ist – eine gemeinsame regionale Idntität, die das Wort Grenze aus dem Sprachschatz verbannt.”

16. bis 20. Mai 2011

Best-Practice hautnah erleben

Bereits zum 14. Mal organisierte die Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung Ende Juni 2011 eine Studienfahrt zu höchst interessanten Dorferneuerungs- und Landentwicklungsprojekten. Die Exkursionsziele lagen diesmal in Kärnten und der Steiermark (Österreich) sowie in Slowenien und Ungarn. Der inhaltliche Fokus lag dabei vor allem auf den Bereichen Erneuerbare Energien, ländlicher Erlebnistourismus, regionale Wertschöpfung und soziale Innovationen.

Die Exkursion startete in Klagenfurt mit einer Kurzinformation über die besonderen Herausforderungen der Dorf- und Gemeindeentwicklung in Kärnten und fand in Radenthein ihr erstes, höchst attraktives Ziel. Im Zentrum der besichtigten und diskutierten Projekte standen das soziale Miteinander der Generationen (Jugendinitiative Vitamin R, das Andere Haus des Alterns …) und die erlebnistouristische Nachnutzung eines Bergbaubetriebes unter dem Motto “Dem Edelstein auf der Spur”. Auch die zweite Station, Kötschach Mauthen, begeisterte die StudienfahrtsteilnehmerInnen, allem voran mit seinen vielfältigen und innovativen Aktivitäten zur Förderung des Einsatzes erneuerbarer Energien (“Lerngarten der erneuerbaren Energien”, Windkraftanlage, ökologische Bergstauseen, Kleinwasserkraftwerk im Plöckengebiet …).

Die slowenischen Exkursionsziele Skofja Loka und Prlekija in Verzej beeindruckten neben anderem mit Initiativen zur Gewährleistung der Nahversorgung, zur Direktvermarktung regionaler Produkte und zur Förderung des ländlichen Handwerks. Auch kulturelle Begegnungen standen hier auf dem Programm. Schließlich ging es über den westungarischen Ort Öriszentpéter, wo dem Naturpark- und Erlebnistourismus weiter Raum gegeben wurde, weiter ins Steirische Vulkanland, wo man sich intensivst mit den Themen regionale Wertschöpfung, erneuerbare Energien und ländlicher Erlebnistourismus auseindandersetzte.

Den Abschluss der Exkursion 2011, an der 25 Akteure der Dorf-und Landentwicklung aus verschiedenen Regionen Deutschlands, Österreichs, Tschechiens, Polens, Luxemburgs und der Slowakei teilnahmen, bildete eine Feedbackrunde, bei der wichtige Erkenntnisse für die inhaltliche und organisatorische Konzeption kommender Studienfahrten der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung gewonnen wurden.

7. bis 9. April 2011

Erfolgreiche Teilnehmer an Europäischem Dorferneuerungswettbewerb gründen ein Netzwerk

Das niederländische Dorf Wijk aan Zee war Gastgeber des ersten Vernetzungstreffens erfolgreicher Teilnehmer an den Wettbewerben um den Europäischen Dorferneuerungspreis. Auf dem Programm des Treffens, das  dem Motto “Kultur im Dorf” gewidmet war und damit eine äußerst wichtige Komponente der Dorferneuerung in den Mittelpunk stellte, standen ein Dorfrundgang, Präsentationen verschiedenster Initiativen und Projekte von Wijk aan Zee, Statements der TeilnehmerInnen und viel Zeit für Diskussionen sowie formellen und informellen Erfahrungsaustausch. Die Eröffnung nahm der stellvertretende Vorsitzende der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, Landesrat Michl Laimer aus Südtirol, Italien, vor. Die inhaltliche und organisatorische Vorbereitung lag in den Händen von Bert Kisjes aus Wijk aan Zee und Theres Friewald-Hofbauer von der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung.

Wesentliche Erkenntnisse der TeilnehmerInnen zum Thema „Dorf und Kultur“ waren unter anderem:

  • Dorfkultur kennt kein Publikum, nur Teilnehmer und Beteiligte.
  • Kultur/kulturelles Schaffen ist ein Kommunikationsmittel, das Menschen zusammenführt. Kultur vermag, sprachliche Barrieren zu überwinden.
  • Kultur schafft/fördert Identifikation und Integration. Sie erzeugt Unverwechselbarkeit, Zugehörigkeit und damit auch Abgrenzung, ladet aber gleichzeitig zur Grenzüberschreitung ein und ist bestens geeignet, das Verständnis füreinander zu vergrößern und daraus ein neues Miteinander entstehen zu lassen.
  • Kunst und Kultur dürfen nicht in Elfenbeintürme verbannt werden, sondern sollten Eingang in den dörflichen Alltag finden.
  • Die maßgeblichsten Kulturträger sind Vereine und engagierte Einzelpersonen, die es verstehen, eine Gruppe von Kulturinteressierten, Kulturfördernden und Kulturschaffenden zu bilden.
  • Authentische Kultur, Kunstobjekte und kulturell-künstlerisches Schaffen erzeugen nicht nur Kosten, sondern können auch die Kasse klingeln lassen, weil sie die touristische Attraktivität eines Ortes multiplizieren können.
  • Kunst und Kultur können überall Einzug halten und die Lebensqualität maßgeblich erhöhen, auch in den ärmsten, abgelegensten, hässlichsten und benachteiligsten Orten.

Die NetzwerkerInnen äußerten sich auch zur Bedeutung der Teilnahme an den Europäischen Dorferneuerungswettbewerben für ihr Dorf bzw. ihre Gemeinde: „Der Wettbewerb hat …

  • Unser Selbstbewusstsein gestärkt, weil wir uns unserer Leistungen bewusst wurden;
  • Uns wachgerüttelt und aufgezeigt, wo wir Schwachpunkte haben und verstärkt ansetzen müssen;
  • Uns motiviert und bestärkt, unseren Weg fortzusetzen;
  • Uns dazu veranlasst, Korrekturen vorzunehmen;
  • Uns zu neuen Aktivitäten angeregt;
  • Uns Bekanntheit und Wertschätzung im Land verschafft, die Türen öffnet, die anderen verschlossen bleiben.“

In ihren abschließenden Resumées über das Vernetzungstreffen meinten die TeilnehmerInnen: Es hat …

  • die Vielfalt Europas spürbar werden lassen und die strukturellen Unterschiede zwischen europäischen Regionen aufgezeigt
  • es möglich gemacht, einen Blick über den Tellerrand zu werfen, zu erfahren, was anderswo passiert
  • die Chance geboten, intensiv in das Besondere des Gastgeberortes einzutauchen
  • neue Sichtweisen eröffnet
  • Selbstbestätigung gebracht und Selbstbewusstsein und Motivation gestärkt
  • zahlreiche Anregungen für künftige Aktivitäten im eigenen Wirkungsbereich geliefert und auch ganz konkret geholfen
  • wertvolle Kontakte geschaffen und einen intensiven Erfahrungsaustausch ermöglicht
  • sich als Initialzünder für die Einrichtung von „Subnetzwerken“ (Vernetzung von zwei oder drei Gemeinden/Dörfern) erwiesen
  • Menschen unterschiedlicher Mentalität und Nationalität zusammengeführt und Freundschaften entstehen lassen.

Das Netzwerk wurde auf Anregung der Gemeinde Sand in Taufers, im September 2010 eingerichtet und wird zweimal jährlich in einer ehemaligen Preisträgergemeinde zu einem „Come together“ einladen. Auf Anregung der TeilnehmerInnen am Treffen in Wijk aan Zee wird die Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung in Ergänzung zu den physikalischen Zusammenkünften auch eine digitale Vernetzungsplattform einrichten.

Das Netzwerk will dazu beitragen, die interkommunalen Kontakte zu vertiefen, einen intensiven Erfahrungsaustausch zu pflegen und gegebenenfalls auch Kooperationen zu realisieren. Auf diese Weise soll es gewährleisten, dass die Teilnahme an einem Wettbewerb um den Europäischen Dorferneuerungspreis (bisher 11 Wettbewerbe seit 1990) kein einmaliges Ereignis für die Gemeinden bleibt, sondern vielmehr den Beginn eines beständigen Knowhow-Transfers darstellt. Über allem steht schließlich die Hoffnung, dass das Netzwerk dazu angetan ist, das Zusammenwachsen Europas und die Ausbildung einer gemeinsamen europäischen Identität zu fördern.

Das nächste Netzwerktreffen, zu dem alle ehemaligen Wettbewerbsteilnehmer eingeladen werden, findet im Rahmen des Europäischen Dorffestivals im September 2011 in Bellersen, Nordrhein-Westfalen, statt und wird sich vorrangig des Themenbereiches „Natur und Tourismus“ annehmen.

27. Oktober 2010

ARGE bei der EUREGIA in Leipzig

Ende Oktober 2010 war die Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung erstmals auf der EUREGIA in Leipzig vertreten. Gemeinsam mit dem Europäischen Bildungsforum für ländliche Entwicklung (EBFLE) lud sie zu einem sogenannten “Transnationalen Forum”, das sich dem Thema “Europäische Gemeinden im Umbruch” widmete.

Ausgangspunkt des Forums war die Erkenntnis, dass Europas ländliche Lebenswelt von vielfältigen Veränderungen und zahlreichen Umbrüchen geprägt ist. Diese gewandelten Realitäten wurden von den TeilnehmerInnen als eine gewaltige Herausforderung bezeichnet, deren Bewältigung umfassende, kreative und innovative Handlungsstrategien und Lösungsansätze erfordere. Politische Rahmenbedingungen zugunsten ländlicher Räume seien dabei unverzichtbar, der Schlüssel für jede positive Entwicklung liege aber letztlich in den betroffenen Menschen selbst, in deren Wissen, Können und Bereitschaft zu Mitverantwortung und Teilhabe.
Im Mittelpunkt des Forums standen daher Impulsstatements, moderierte Diskussionen und Sequenzen zum transnationalen Erfahrungsaustausch der TeilnehmerInnen aus Deutschland (Bayern, Nordrhein-Westfalen) Rheinland-Pfalz, Sachsen, Thüringen), Luxemburg, Österreich (Ober- und Niederösterreich) und Tschechien, die der Frage nachgingen, wie das Interesse der Bürgerinnen und Bürger an der selbsttätigen Gestaltung ihres Lebensraumes geweckt und befriedigt werden kann.

September 2010

Die Preisträger der Europäischen Dorferneuerungspreise von 1990 bis 2010:

1990: DORFBEUERN, SALZBURG, ÖSTERREICH

Motto: „Internationaler Erfahrungsaustausch“

1992: ILLSCHWANG, BAYERN, DEUTSCHLAND

Motto: „Dabei sein ist alles“

1994: STEINBACH AN DER STEYR, OBERÖSTERREICH, ÖSTERREICH

Motto: „Eigeninitiative ist Trumpf“

1996: BECKERICH, LUXEMBURG

Motto: „Umfassende Dorferneuerung“

1998: OBERMARKERSDORF, NIEDERÖSTERREICH, ÖSTERREICH

Motto: „Kreativ – innovativ – kooperativ“

2000: KIRCHLINTELN, NIEDERSACHSEN, DEUTSCHLAND

Motto: „Ohne Zukunft keine Vergangenheit“

2002: GROSSES WALSERTAL, VORARLBERG, ÖSTERREICH

Motto: „Grenzen überschreiten”

2004: UMMENDORF, SACHSEN-ANHALT, DEUTSCHLAND

Motto: „Aufbruch zur Einzigartigkeit”

2006: KOUDUM, NIEDERLANDE

Motto: “Wandel als Chance”

2008: SAND IN TAUFERS, SÜDTIROL, ITALIEN

Motto: “Zukunft durch gesellschaftliche Innovationen”

2010: LANGENEGG, VORARLBERG, ÖSTERREICH

Motto: “Neue Energie für ein starkes Miteinander”

26. September 2010

Europäischer Dorferneuerungspreis 2010 

Langenegg, Vorarlberg, Österreich

Die Bregenzerwäldergemeinde  Langenegg mit ihren 1062 EinwohnerInnen startete ihren beispielhaften Entwicklungsprozess Mitte der 1990er Jahre zunächst mit dem Ziel, die Lebensqualität in der eigenen Gemeinde deutlich zu verbessern, um der drohenden Abwanderung und dem Verlust von Dienstleistungseinrichtungen und Arbeitsplätzen entgegenzuwirken. Mit dem Beitritt zum Klimabündnis Österreich nur wenige Jahre später wurden auch der Klimaschutz und das Energiesparen wichtige Bestandteile der Aktivitäten von Gemeinde und BürgerInnenn und ziehen sich bis heue sich wie ein roter Faden durch die vielfältigen Projekte. Der hohe Grad der Vernetzung der einzelnen Maßnahmen, die unter der Prämisse stehen, einen möglichst hohen Nutzen für möglichst viele Langenegger BürgerInnen zu generieren, führte zu einem die Wettbewerbskommission im höchsten Maße beeindruckenden Ergebnis.

Unter Einbindung der Bevölkerung erarbeitet die Gemeinde zusammen mit  der Universität Innsbruck und der FH Liechtenstein ein umfassendes Entwicklungskonzept. Initialprojekt war der gemeinsame Entschluss zur Sanierung eines geschichtsträchtigen, leer stehenden Gebäudes mitten im Ortszentrum.  Parallel dazu gelang es der neu gegründeten Wirtschaftsgemeinschaft, im nunmehr vorbildlich sanierten  Objekt wichtige Dienstleistungsfunktionen wie Arzt, Apotheke und Friseur sowie drei Wohneinheiten zu etablieren – ein wichtiger erster Schritt zu mehr Lebensqualität und Identität im Ort.
Daneben wurden  zahlreiche  Projekte  auf den Weg gebracht, um eine effiziente Nutzung von Energie unter Einsatz erneuerbarer Energieträger zu etablieren. Die Nutzung der heimischen Weißtanne als Baumaterial für zahlreiche private und kommunale Bauprojekte trägt nicht nur zur Stärkung  kleinräumiger Wirtschaftskreisläufe bei, sondern  leistet auch einen wertvollen Beitrag zum ökologischen Bauen. Die hohe Qualität der Architektur wird niemals allein zum Selbstzweck, sondern beinhaltet in Langenegg immer auch die soziale und wirtschaftliche  Komponente.

Biogasanlagen, Hackschnitzelheizanlagen und eine Vielzahl an Photovoltaik- und Solaranlagen, deren Errichtung von der Gemeinde gefördert wurde, machen Langenegg  zu einem Vorreiter in Sachen Energieautarkie. Die  Energie aller Bevölkerungsgruppen – auch der Menschen mit besonderen Bedürfnissen –,  die sich in zahlreichen Aktivitäten mani¬festiert, leistet einen großartigen und unverzichtbaren Beitrag zur Ideenfindung und zur Umsetzung einer Fülle an Projekten aus unterschiedlichsten Bereichen wie etwa: Einbindung der „Langenegger Lebenshilfe Werkstätte“ in das Wirtschaftsleben, die im „Postlädle“ die Postdienste übernimmt und kunsthandwerkliche Produkte aus der Werkstätte verkauft; die Vorderwälder Mitfahrbörse; die „Langenegger Talente“ – eine Ersatzwährung, die  dazu beiträgt, das Geld in der Gemeinde zu halten; ein gemeindeeigenes Carsharing-Auto; ausleihbare Jahreskarten für den Verkehrsverbund Vorarlberg sowie ein umfassendes Sozialkonzept für junge, alte und bedürftige Mitbürger, um nur einige zu nennen.
In Langenegg wird das Motto „Neue Energie für ein starkes Miteinander“ sowohl  im Wortsinn als auch im übertragenen Sinn eindrucksvoll gelebt.

Europäischer Dorferneuerungspreis für eine ganzheitliche, nachhaltige und mottogerechte Dorfentwicklung von heraus¬ragender Qualität

Aller-Leine-Tal, Niedersachsen, Deutschland

Das Aller-Leine-Tal beeindruckt in allen Teilbereichen der Dorfentwicklung, beginnend bei dem Aufbau von Nahversorgungseinrichtungen wie Bauernmärkten und Dorfläden, der Umnutzung von schützenswerter alter Bausubstanz, der Errichtung und Erhaltung des Ensembles um den Burghof Rethem als Kultur- und Bürgerzentrum für Gäste und Einheimische, der Errichtung eines Telehauses bis hin zum Betrieb der  innovativen Kunstschule PINX. Besonders hervorzuheben sind auch die Aktivitäten im Sektor der erneuerbaren Energie mit dem Ziel, 100% der verbrauchten elektrischen Energie in der Region aus regenerativen Energiequellen zu gewinnen,  das rege Vereinsleben sowie die Bereitschaft der BürgerInnen bei der Neugestaltung von Gemeinschaftsprojekten unentgeltlich mitzuarbeiten und sie auch in Folge in Eigeninitiative zu betreiben. Nicht zuletzt ist zu betonen, dass die Einbindung der BürgerInnen in die Entscheidungs- und Umsetzungsprozesse auf allen drei Ebenen – Dorf, Samtgemeinde, Region – in hervorragender Weise gelöst.

Alsómocsolád, Ungarn

In Alsómocsolád, einem kleinen Dorf abseits großer Zentren, ist es auf bemerkenswerte Weise gelungen, mit viel Umsicht und Engagement die Wirtschaftskraft und die Lebensqualität deutlich zu erhöhen. Besonders bemerkenswert sind der soziale Ansatz sowie die Einbeziehung aller Generationen und Minderheiten. Explizit zu erwähnen sind insgesamt:
−    Sehr durchdachte Methoden zur Einbeziehung der Bürger
−    Aufbau von Wertschöpfungsketten aus dem sozialen Bereich
−    Sparsamer Umgang mit Energie
−    Verbindung von Ortsbild mit handwerklicher Kunst im öffentlichen Raum
−    Beispielhafte Sozialeinrichtungen unter Bedachtnahme auf ökonomische Synergieeffekte
−    Hohe Identifikation der Bewohner
−    intensive regionale und überregionale Zusammenarbeit unter Einbeziehung eines Expertenkreises sowie
−    umfassende Nutzung der verschiedenen europäischen und nationalen Förderungs¬programme.

Európai Falumegújítási díj, kiemelkedő minőségű, fenntartható, komplex, a kiírás szerinti mottónak megfelelő falufejlesztésért

…. egy kicsi, a városias központoktól távoleső faluban, újfajta, jól megalapozott falusi életminőség kialakításáért, amely a korábbi visszafejlődést követően sok energiával, körültekintéssel kezdődött meg és került sikeres megvalósításra. Különösen említésre méltó a szoros társadalmi együttműködés, a lakosság összes generációjára és a kisebbségekre kiterjedő figyelem.

Példaértékű eredmények:
−    Alaposan végiggondolt módszerek kidolgozása és alkalmazása a lakossággal való együttműködés lehetőségeire vonatkozóan,
−    Körjegyzőség keretei között végzett térségi szervezőmunka,
−    Értékteremtő szociális háló kiépítése és a szociális intézmények példás üzemeltetési gyakorlata
−    Energiatakarékossági intézkedések,
−    A településkép gazdagítása kézműves alkotásokkal,
−    A lakosság identitástudatának magas színvonala,
−    Példaértékű gondoskodás a fiatalokról, nyugdíjasokról, kisebbségekről,
−    Intenzív és eredményes együttműködés külső szakértőkkel, regionális szervezetekkel,
−    Európai és nemzeti fejlesztési források átfogó, összehangolt hasznosítása.

Eicherscheid, Nordrhein-Westfalen, Deutschland

Eicherscheid zeichnet sich durch die bürgerschaftliche Erarbeitung und konsequente Realisierung eines ganzheitlichen und nachhaltigen Zukunftskonzeptes von beispielhafter Qualität aus. Besonders nennenswert sind die Pflege, Revitalisierung und schonende Modernisierung des bestehenden baulichen und kulturellen Erbes sowie die ehrenamtlichen Aktivitäten und innovativen Ideen der Dorfgemeinschaft zur Sicherung, Schaffung und zum Betrieb wichtiger Versorgungseinrichtungen. Hervorzuheben sind nicht zuletzt auch die fachgerechte Pflege der einzigartigen, von Hecken geprägten Kulturlandschaft  und der vorbildhafte soziale Zusammenhalt.

Elster / Elbe, Sachsen-Anhalt, Deutschland

Elster zeichnet sich durch den Aufbau zahlreicher, bestens miteinander vernetzter Projekte von überörtlicher Bedeutung  aus, die alle wesentlichen Bereiche einer Dorfentwicklung abdecken und deutlich machen, dass es der Bevölkerung gelungen ist, sich unter veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen neu zu orientieren. Dazu zählen in besonderer Weise die Initiativen im Bereich Museen und Schulen, die Schaffung wichtiger Dienstleistungseinrichtungen sowie die vielfältigen Aktivitäten zum Erhalt und zur Pflege der dörflichen Tradition, der regionalen Baukultur und der natürlichen Ressourcen. Bemerkenswert sind auch der sorgsame Umgang mit dem öffentlichen Raum und die zeitgemäße Umnutzung der historischen Fischer-, Speicher- und Bauernhäuser.

Losheim am See, Saarland, Deutschland

Losheim am See nimmt mit der großen Anzahl, der Effektivität sowie der Professionalität in Betreibung und Erhaltung der Anlagen zur Nutzung regenerativer Energie eine herausragende Stellung ein. Beeindruckend sind auch der Unternehmergeist und die Solidarität in der Bevölkerung, was das Thema „erneuerbare Energien“ betrifft. Die großzügige Freizeit-Anlage mit dem „Garten der Vier Jahreszeiten“, dem Garten Pavillon, Shop, Hotels und der modernen Infrastruktur für große Open Air-Konzerte ist ein touristisches Highlight von bemerkenswertem Format. Eigene Erwähnung unter einer Vielzahl an erfolgreichen und vorbildhaften Projekten verdienen die Prämiumwege, die Einblick in die Spezifika der saarländischen Landschaft und Lebensform gewähren.

Merkendorf, Bayern, Deutschland

Merkendorf erweist sich als in herausragender Weise mottogerecht, Denn seine Pionierarbeit im Bereich alternative Energien verbunden mit der Schaffung nachhaltiger wirtschaftlicher Tätigkeiten, seine Leuchtturmprojekte im Übergang „vom Landwirt zum Energiewirt“ bei gleichzeitiger bewusster Förderung des Natur- und Umweltschutzes wird als absolut vorbildhaft eingeschätzt . Dazu kommt eine starke Identifikation der Bevölkerung mit ihrem Ort, die auf einem großen Maß an ehrenamtlichem Engagement basiert und allem voran an  Projekte wie einem gemeinsamen Obstgarten und der Weiterführung der Kraut-Tradition in vielen Facetten zum Ausdruck kommt.

Prellenkirchen, Niederösterreich, Österreich

Prellenkirchen zeichnet sich durch eine ganzheitliche, nachhaltige und mottogerechte Dorfentwicklung von herausragender Qualität aus. Besondere Anerkennung verdient, dass  die Gemeinde erfolgreich bemüht ist, regionale Wirtschaftskreisläufe in der Landwirtschaft, beim Weinbau, in der Vermarktung von Wildbret u.a. zu schaffen. Ein Leuchtturmprojekt stellte das Windinformationszentrum dar, das grenzüberschreitend für die Nutzung alternativer Energien wirbt. Der Entwicklungsansatz ist nachhaltig und breit aufgestellt, wobei sich die Gemeinde in der Grenzregion offen positioniert und bemüht, zunehmend auch Neubürger aus der Slowakei proaktiv zu integrieren.

St. Veit/Glan, Kärnten, Österreich

Die Stadt St. Veit an der Glan beeindruckt mit einer höchst erfolgreichen innerstädtischen Kernbildung als Kristallisationspunkt mit einer Ausstrahlung in alle Lebensbereiche der Stadt und des umgebenden ländlichen Raumes. Mit ihren visionären Projekten kann sie auch anderen Städten und Dörfern den Weg zur Energieautarkie weisen. Hervorzuheben sind darüber hinaus:
−    Klare Strategie für eine differenzierte und akkordierte Stadtentwicklung
−    Bündelung von äußerer Gestaltung, kulturellen Angeboten und umfassenden Einkaufsmöglichkeiten
−    Einführung des „Syntegrationsmodells“ zur Bürgerbeteiligung
−    Gut durchdachte und umfassende Raumordnung mit hohem Umsetzungsgrad
−    Aufbau und Bemühungen um Hotellerie und Gastronomie zur Stärkung der Tourismusfunktionen
−    Hervorragender Umgang mit historischen Bausubstanzen auch in der Verbindung mit zeitgemäßen Umgestaltungen und Zubauten in hoher Dichte sowie
−    Innovative Initiativen im Sozialbereich

Tučin, Olmütz, Tschechische Republik

Tučin hat elementare Herausforderungen einer ökologischen und nachhaltigen Siedlungsentwicklung erkannt und begegnet diesen mit einer ortsspezifischen Antwort. Der Gemeinde Tučin ist es auf herausragende Weise gelungen, soziale und gesellschaftliche Energien freizusetzen und zusammenzuführen. Sie wirken integrativ und identitätsstiftend über Generationen, Geschlechter und gesellschaftliche Gruppen hinweg. Der Ansatz für die künftige Entwicklung der Gemeinde ist ganzheitlich ausgerichtet, wobei die Verantwortlichen sich bewusst sind, dass auf diesem zukunftsweisenden Weg noch manche Hürden zu nehmen sind.

Tučín rozpoznal základní výzvy ekologického a trvale udržitelného rozvoje a nakládá s nimi podle místních podmínek. Obci Tučín se skvěle podařilo uvolnit sociální a společenské energie a společně je realizovat. Působí integrativně a upevňují identitu generací, pohlaví a společenských skupin. Nasazení pro budoucí rozvoj obce  je orientováno komplexně, přičemž odpovědní jsou si vědomi toho, že na této cestě k budoucnosti jsou ještě mnohé překážky. Proto obdržel Tučín Evropskou cenu obnovy vesnice za komplexní, tvale udržitelný a mottu soutěže odpovídající rozvoj vesnice vynikající kvality.

Virgen, Tirol, Österreich

Virgen beeindruckt mit einer breiten Bürgerbeteiligung, initiiert durch professionell eingeleitete Prozesse bei Fragestellungen über die zukünftige Dorfentwicklung, die zu einer deutlichen Stärkung des Gemeinwohls beigetragen haben, sowie mit einer beispielhaften Vernetzung von Einzelmaßnahmen, die zu einem großen und tragfähigen Ganzen geführt haben. Besondere Erwähnung verdienen der beispielhafte Umgang mit erneuerbarer Energie, die Initiativen zur Stärkung der kleinstrukturierten Berglandwirtschaften und der Erhaltung der Kulturlandschaft, insbesondere der Virger Feldfluren, sowie die beispielhafte Revitalisierung von traditionellen Gehöftformen. Bemerkenswert ist nicht zuletzt auch, dass man in Virgen selbstbewusst das Gesetz des Handelns an sich zieht, statt auf Hilfe von außen zu warten.

Vrin, Graubünden, Schweiz

Hervorzuheben sind die zahlreichen und miteinander vernetzten Projekte, die zur Wahrung der kulturhistorischen und architektonischen Substanz sowie zur Verbesserung der Wohn- und Betriebsverhältnisse in Vrin beitragen. Exemplarisch seinen dabei genannt: die landwirtschaftlichen Ökonomiegebäude von hoher architektonischer Qualität unter Einsatz standortgerechter Materialien, das genossenschaftliche Schlachthaus zur Direktvermarktung der traditionellen Bündner Produkte, die multifunktionale Mehrzweckhalle mit ihren innovativen Holzbaudetails und die qualitativ hochstehende Sanierung und Revitalisierung des  baukulturellen Erbes. Mit dem Bau des Aufbahrungsraumes in der Ortsmitte wird das starke Miteinander der örtlichen Gemeinschaft beeindruckend umgesetzt.

Zillingtal, Burgenland, Österreich

Zillingtal präsentiert sich als harmonische, deutsch-kroatischen Gemeinde, in der das Volkstum noch gelebt wird und wo beispielgebende soziale Initiativen zu einer deutlichen Steigerung der Lebensqualität beigetragen haben. Herausragend sind darüber hinaus das hohe Maß an Bürgerbeteiligung mit starker Verzahnung zur Gemeindevertretung, die ausgeprägte Identifikation der Bevölkerung, das rege Vereinsleben, die erfolgreichen Bemühungen im Rahmen der Energieagentur Burgenland sowie die gelungene Ortsbildgestaltung mit Grünflächenkonzept.

Europäischer Dorferneuerungspreis für besondere Leistungen in mehreren Bereichen der Dorfentwicklung

Burgjoß, Hessen, Deutschland

Burgjoß zeichnet sich durch Mottogerechtigkeit, einen verantwortungsvollen Umgang mit den natürlichen Ressourcen, eine durchdachte Bauentwicklung, eine sorgsame Erhaltung wertvoller Bausubstanz sowie das fortschrittliche und bewusste Herangehen an die Aufgaben und Folgen des demografischen Wandels aus. Die in der Realisierung befindlichen Projekte im Bereich der regenerativen Energien sind von hoher Qualität und zusammen mit der den Aktivitäten im Gutshof „Schafhof“ Garant einer nachhaltigen Entwicklung.

Dobrá Niva, Slowakei

Dobra Niva beeindruckt mit herausragenden gemeinschaftlichen Leistungen im sozialen und kulturellen Bereich. Besondere Anerkennung verdienen das Engagement der Dorfgemeinschaft für die Wahrung des historischen Erbes und die Pflege der dörflichen Traditionen wobei das „offene Tor“ nicht nur materiell, sondern auch idell für die Auf¬geschlossenheit der Gemeinde für zukünftige Herausforderungen steht. Auch die Verdienste der Gemeinde und der örtlichen Landwirte für die Gestaltung der Kulturlandschaft und die Pflege des Naturschutzgebietes Gavurky verdienen große Anerkennung.

Dobrá Niva získava „Európsku cenu obnovy dediny za mimoriadne výkony vo viacerých oblastiach obnovy dediny“ za vynikajúce, nasledovaniahodné výkony v sociálnej a kultúrnej oblasti. Zvláštne uznanie si zasluhuje angažovanosť miestnych občanov v oblasti zachovávania historického dedičstva a udržiavania miestnych tradícií, ako aj významný podiel obce a miestnych hospodárov pri vytváraní kultúrnej krajiny a pri starostlivosti o chránené územie Gavurky.

Dzierżoniów, Niederschlesien, Polen

Dzierżoniów beeindruckt mit einer bemerkenswerten sozialen Energie und besticht auch durch den Aufbau mehrerer unterschiedlicher und vernetzter Projekte von überörtlicher Bedeutung – wie Museum, Schulen und neu geschaffene Sportanlagen – zum Erhalt und zur Pflege der dörflichen Tradition und Baukultur sowie der Erhöhung der Lebensqualität. Dabei verdienen das hohe Engagement der Bevölkerung und die beachtliche Eigenleistung bei mehreren Projekten höchste Anerkennung.

Jützenbach, Thüringen, Deutschland

Jützenbach zeichnet sich ganz besonders durch die Sanierung und nachhaltige Nutzung der schützenswerten alten Bausubstanz, wie der Errichtung eines Dorfladens mit angeschlossener Fleischerei in der alten Schule und eines Dorfgemeinschaftshauses in der ehemaligen Zigarrenfabrik, die Schaffung eines Kindergartens und ein reges Vereinsleben in einem qualitativ hochwertigen Wohnstandort aus. Hervorzuheben ist auch die hohe Mottogerechtigkeit: Die BürgerInnen beweisen bei der Umsetzung von Projekten durch ihr großes unentgeltliches Engagement ihr „starkes Miteinander“.Alles in allem ist es gelungen, einen zukunftstauglichen Ort mit einem kinder- und familienfreundlichen Umfeld zu schaffen und Abwanderung zu verhindern.

Lajen, Südtirol, Italien

Lajen zeichnet sich durch seine äußerst erfolgreichen Bemühungen, den Energieverbrauch in der Gemeinde deutlich zu senken und den Bedarf auf erneuerbare Energieformen umzustellen, aus. Auch die ambitionierte architektonische Gestaltung kommunaler Bau¬vorhaben unter Einsatz standortgerechter Materialien sowie die Revitalisierung von alter schützenswerter Bausubstanz für Einrichtungen des Gemeinbedarfs in der Ortsmitte sind höchst bemerkenswert. Nicht zuletzt sei auf das attraktive Freizeitangebot für Kinder und Jugendliche sowie das gesellschaftliche Miteinander unter besonderer Beachtung der Senioren verwiesen.

Langenreichenbach, Sachsen, Deutschland

Langenreichenbach ist ein herausragendes Beispiel für die Bewahrung und erfolgreiche Weiterentwicklung der dörflichen Traditionen mit überörtlicher Ausstrahlung, die als besondere Qualität des generationenübergreifenden Gemeindelebens verstanden werden, sowie für das Bewusstsein im Umgang mit den landschaftlichen Gegebenheiten. Besondere Beachtung verdienen auch das zukunftsträchtige und integrative Kindergartenkonzept sowie die auf Binnenentwicklung ausgerichtete Siedlungspolitik, welche sich in der gelungenen Umnutzung der Dreiseitenhöfe konkretisiert.

Lidečko, Kreis Zlin, Tschechische Republik

Lidečko arbeitet seit vielen Jahren mit großer Energie konzentriert und erfolgreich daran, ein kulturell und sozial aktives Zusammenleben in seiner Dorfgemeinschaft zu fördern, Natur, Landschaft, Siedlung und Landwirtschaft nachhaltig und sinnstiftend neu miteinander zu verknüpfen und die bauliche und soziale Infrastruktur in der Gemeinde zu verbessern. Das Engagement der Gemeinde in den baulichen Aufgaben zur Stärkung des Ortskerns als Ort des Zusammentreffens, der Kommunikation und Identifikation ist dabei besonders hervorzuheben.

Lidečko | Zlínský kraj | Česká republika
Lidečko obdrželo Evropskou cenu obnovy vesnice za mimořádné výkony ve více oblastech rozvoje vesnice.
Obec Lidečko pracuje již mnoho let s velkou energií soustředěně a úspěšně na tom, aby podporovala kulturní a sociální aktivity společného života svého vesnického obyvatelstva, nově, s cílem trvalé udržitelnosti, smysluplně propojovala přírodu, krajinu, osídlení a zemědělství a vylepšovala stavební a sociální infrastrukturu v obci. Zvláště vynikající je přitom angažovanost obce ve stavebních úlohách k posílení jádra sídla, jako místa setkávání, komunikace a identifikace.

Lommersweiler, Deutschsprachige Gemeinschaft, Belgien

Lommersweiler  zeichnet sich vor allem durch einen bemerkenswerten Aktionsplan, in dessen Erarbeitung und Umsetzung auch Experten eingebunden wurden, großes soziales Engagement und eine umfassende Bürgerbeteiligung aus. Mit dieser Beteiligung und dem vorbildlichen Bürgerengagement ist es gelungen, wichtige Vorhaben umzusetzen und für die Ortschaft bedeutsame Weichenstellungen vorzunehmen. Die umgesetzten Projekte tragen wesentlich zur Stärkung der Identität und zur Verbesserung der Lebensqualität in der Ortschaft bei. Die geplante Stärkung eines nachhaltigen Tourismus wird sich positiv auf die Zukunft auswirken.

Mertzig, Luxemburg

Mertzig weiß mit einem hervorragenden, mit den BürgerInnen erarbeiteten und durch Fachkräfte unterstützen Gemeindeentwicklungskonzept aufzuwarten, das als Garant für eine gedeihliche Entwicklung der Gemeinde anzusehen ist. Bemerkenswert sind die zahlreichen und vielfältigen regionalen Kooperationen sowie die umfassende Bedachtnahme auf ökologische Anliegen, die in naturnahen Gestaltungsmaßnahmen Ausdruck findet. Hervorragende Projekte im kulturellen Bereich und das Engagement im sozialen Segment decken weitere Themen der umfassenden Dorferneuerung ab und sind als vorbildlich einzuschätzen.

Schenefeld, Schleswig-Holstein, Deutschland

Die Gemeinde Schenefeld zeichnet sich durch eine umfassende, langfristige Entwicklungsplanung und eine beeindruckende Dynamik bei der Umsetzung der Vorhaben aus. Ein sehr gutes Beispiel für eine gelungene Sanierung historischer Bausubstanz ist die Bonifaziuskirche, auch auf die Erhaltung der kleinteiligen Knicklandschaft und auf das Setzen von Maßnahmen im ökologischen Bereich – im Gegenzug zu Erschließungsmaßnahmen – wird großer Wert gelegt. Entsprechend dem Motto “unsere Kinder sind unsere Zukunft” findet man in Schenefeld zahlreiche hervorragende Einrichtungen für Kinder und Jugendliche, worunter neben dem Kindergarten die offene Ganztagesschule, die durch ihr Bildungsangebot zu einer frühen Vernetzung der Jugendlichen mit ihrer Gemeinde führt, herausragt. Bemerkenswert ist auch die vielfältige Vereinsstruktur, die alle BürgerInnen einbindet und ihnen die Möglichkeit bietet, sich aktiv am Gemeindealltag zu beteiligen.

St. Koloman, Salzburg, Österreich

St. Koloman überzeugt in besonderer Weise durch den Aufbau eines multifunktionalen Gemeindezentrums als dörflicher Begegnungsraum und eine stetige Verbesserung der Lebensqualität.  Großer Wert wird dabei auf die Bewahrung und Stärkung des ausgeprägten sozialen Zusammenhalts sowie der hohen Identifikation gelegt. Höchste Beachtung verdienen weiters die Bemühungen im Rahmen der Teilnahme am e5 Programm, der kluge und vorausschauende Umgang mit dem Bauland sowie die Weiterentwicklung der Angebote für einen sanften Tourismus.

St-Martin, Wallis, Schweiz

Hervorzuheben sind der exemplarische Umgang mit dem Kulturerbe – insbesondere mit den typischen Alpenbauten – und den natürlichen Ressourcen, was insbesondere durch die Wiederherstellung der Bewässerungsgräben (Bisses) in den alpinen Aussenbereichen der Gemeinde und die Beteiligung am grenzüberschreitenden Naturpark deutlich wird. Neben dem Erhalt der traditionellen Land- und Forstwirtschaft sind der sanfte ländliche Tourismus mit den ausgeschilderten didaktischen Wanderwegen von Maurice Zermatten und der Agrotourismus mit seiner spezifischen Ausrichtung in Ossana zu erwähnen. Das Wir-Gefühl der Bürger/innen wird bei den zahlreichen sozio-kulturellen und sportlichen Vereinigungen und über das rege Vereinsleben gestärkt und besonders mit dem Projekt des Generationen¬hauses herausgestrichen.

St: Martin recoit le „Prix Européen pour des réalisations remarquables dans plusieurs domaines de développement des villages“.
Le respect exemplaire du patrimoine hérité et le traitement des valeurs naturelles sont a relever. Dans ce contexte sont a citer particulièrement les constructions architecturales typiques de la region alpine de même que la conservation et la propagation de la biodiversité moyennant le rétablissement des canaux d’irrigation, appelés „bisses“, dans la zone verte de la commune. Une attention particulière revient également dans la participation de la commune au parc naturel transfrontalier avec l’Italie du Nord en vue de l’obtention du label „biosphérique“.
A citer sont encore à coté du maintien de l’agriculture et sylviculture traditionelles, le développement du tourisme doux avec les sentiers didactiques fléchés de Maurice Zermatten et spécialement le lancement du projet agritouristique avec son orientation spécifique à Ossana. Le sentiment de la cohésion sociale des citoyen(ne)s est démontré de facon vivante dans les nombreuses associations socio-culturelles et sportives et trouve son apogée dans le projet de la maison des générations.

Wijk aan Zee, Nordholland, Niederlande

Wijk aan Zee hat sich als Initiator der Kulturdörfer Europas mit seinen länderübergreifenden Initiativen und Bemühungen um internationalen Kulturaustausch und Kommunikation einen herausragenden Namen gemacht. Gelebte Gastfreundschaft, europaweite, humanitäre Kontakte und eine weltoffene Lebenshaltung spiegeln sich im Ortsbild und bei den AkteurInnen in den zahlreichen Vereinen und Arbeitsgruppen wider. Besonders bemerkenswert ist die konstruktive Auseinandersetzung mit dem Arbeit gebenden Stahlgiganten, die letztlich zu einer eigenständigen, kreativen Entwicklung des Dorfes und seiner aktiven BewohnerInnen führte und heute Wijk aan Zee seine Identität als Kulturdorf Europas verleiht.

Europäischer Dorferneuerungspreis für besondere Leistungen in einzelnen Bereichen der Dorfentwicklung

Blankensee, Brandenburg, Deutschland

Blankensee beeindruckt auf mehrfache Weise: mit seiner Entschlossenheit zur Integration von Naturschutz und Seen- und Flussbewirtschaftung, mit einer beispielhaften Stärke, aus einer schwierigen Vergangenheit neue Möglichkeiten für das Leben und die Arbeit der DorfbewohnerInnen zu schaffen, sowie mit der erfolgreichen Bewahrung seines reichen kulturellen Erbes. Auch der Erhalt und Betrieb der Johanneischen Kirche als Kultur- und Veranstaltungszentrum für die Region ist hervorzuheben.

Gingst, Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland

Gingst überzeugt mit großartigen Leistungen im Bereich einer umfassenden, qualitätvollen und sensibelen  Revitalisierung alter Gebäudestrukturen Dabei wurde nicht nur auf die fachgerechte Erneuerung der Gebäude geachtet, sondern auch ihrer Vitalität im Hinblick auf die künftige Nutzung besondere Beachtung geschenkt. Ein Ergebnis dieser Arbeit ist das Freilichtmuseum, das durch die wöchentliche Abhaltung des “Grünen Marktes” eine gelungene Brücke zur Landwirtschaft und somit zur Vermarktung regionaler Produkte schlägt. Besonders bemerkenswert ist auch das Ganztagesschulmodell, das durch verschiedene Module (Partnerschaften/Kooperationen mit Gemeinde, Vereinen, Altenheim, Betrieben aus der Region) zu einer intensiven Auseinandersetzung der jungen BürgerInnen mit ihrer Gemeinde und ihrer Heimat führt und identitätsstifetend wirkt. Die Nutzung und Stärkung des sanften Tourismus durch verschiedene Maßnahmen hilft der lokalen Wirtschaft und unterstützt die Gemeinde in ihrem Bemühen, als zentraler Ort in Westrügen zu bestehen.

Gleinstätten, Steiermark, Österreich

Gleinstätten zeichnet sich durch eine beispielgebende kulturelle Belebung von Schloss und umgebendem LandArt Park als Beispiel für ein höchst harmonisches und sinnmachendes Verschmelzen von Kultur und Natur aus. Bestechend ist allem voran die mutige und ungewöhnliche Umgestaltung einer lebensfeindlichen und trennenden Durchzugsstraße in einen „Shared-Space“ mit ineinanderfließenden Straßenraumfunktionen.

Zdzieszowice, Opole, Polen

Zdzieszowice hat durch großes Engagement eine bemerkenswerte  wirtschaftliche Entwicklung genommen, wobei der Hauptort sich auch erfolgreich für die Entwicklung der umliegenden Dörfer einsetzt. Diese konnten in den vergangenen Jahren spürbar und erfolgreich die Instrumentarien der Ländlichen Entwicklung nutzen und damit deutlich spürbar an Zukunftsfähigkeit gewinnen.

24. September 2010

Europäische Dorferneuerungspreise 2010 verliehen!

Feiern Sie mit uns ein großes europäisches Fest des ländlichen Raumes –  hieß es am Beginn des Festaktes zur Verleihung der Europäischen Dorferneuerungspreise 2010. Und die weit über 1.000 Gäste aus mehr als 30 europäischen Regionen ließen sich nicht lange bitten: Sie feierten – mit allen Sinnen – bis in den Morgen hinein, überwanden Sprachbarrieren, informierten sich über einander, lernten einander kennen, knüpften Kontakte und vereinbarten nächste Treffen …

Drei Tage lang war die Südtiroler Gemeinde Sand in Taufers, Gewinnerin des Europäischen Dorferneuerungspreises 2008, Begegnungsraum, Bühne und Festplatz. Im Mittelpunkt stand natürlich die siegreiche Vorarlberger Gemeinde Langenegg, doch auch alle anderen 29 Wettbewerbsteilnehmer fühlten sich zurecht als Gewinner.

Nach vielen Jahren der Aussaat und der engagierten Bearbeitung des weiten Feldes einer ganzheitlichen und nachhaltigen Dorfentwicklung gestalteten sich die Tage in Sand in Taufers als Zeit der Ernte. Man spürte, dass man Besonderes geleistet hatte und dass diese Leistung  Anerkennung gefunden hatte.

Europa ist wieder ein Stück zusammengewachsen und die Menschen in den ländlichen Räumen haben ein Stück Optimismus, Motivation und Selbstvertrauen mit nach Hause genommen!

Liebe Leute in Sand in Taufers, liebe SüdtirolerInnen, Ihr ward großartige GastgeberInnen!

23. bis 25. September 2010

Mehr als 1.000 DorferneuerungsakteurInnen aus über 30 europäischen Regionen wohnten der stimmungsvollen Preisverleihung in der Südtiroler Gemeinde Sand in Taufers bei.

Die Vorarlberger Gemeinde Langenegg, Österreich, gewinnt den Europäischen Dorferneuerungspreis 2010. Mehr als 1.000 DorferneuerungsakteurInnen aus über 30 europäischen Regionen wohnten der stimmungsvollen Preisverleihung in der Südtiroler Gemeinde Sand in Taufers, Italien, der Gewinnerin des Europäischen Dorferneuerungspreises 2008, bei.

“Das diesjährige Motto des Europäischen Dorferneuerungswettbewerbes ‚Neue Energie für ein starkes Miteinander’ thematisierte zwei der wohl größten Herausforderungen unserer Zeit und verlangte nach innovativen Konzepten gegen den Klimawandel sowie nach effiziente Maßnahmen zum sozialen Zusammenhalt von Generationen, Geschlechtern und Kulturen. Wie sich herausstellte, echte Domänen der Vorarlberger Gemeinde Langenegg, die sich darüber hinaus durch eine ganzheitliche, zukunftsorientierte und auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Gemeindeentwicklung von höchster Qualität auf Basis einer ausgeprägten Bürgerbeteiligung auszeichnet. Damit bestand für die 19-köpfige internationale Jury kein Zweifel daran, dass der Sieger im Wettbewerb um den Europäischen Dorferneuerungspreis 2010 nur Langenegg heißen konnte“, erklärte der Vorsitzende der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, Niederösterreichs Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll, der Verleihung der Europäischen Dorferneuerungspreise 2010 am 24. September 2010 in der Südtiroler Gemeinde Sand in Taufers, Italien.

Vizebürgermeister von Langenegg Dr. Gebhard Bechter, Landesstatthalter Mag. Markus Wallner aus Vorarlberg, Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll aus Niederösterreich, der südtirolerische Landeshauptmann-Stv. Hans Berger, Bürgermeister von Langenegg Georg Moosbrugger und Altbürgermeister Peter Nußbaumer

Dem Festakt wohnten neben einer Reihe anderer hochrangiger Persönlichkeiten auch die Südtiroler Landesregierungsmitglieder Landeshauptmann Dr. Luis Durnwalder, Landeshauptmann-Stv. Hans Berger und Landesrat Dr. Michl Laimer, der Vorarlberger Landesstatthalter Mag. Markus Wallner sowie mehr als 1.000 DorferneuerungsaktivistInnenen aus über 30 europäischen Staaten bei. Konferenzen, Workshops, Open Space, Exkursionen, eine Ausstellung der Wettbewerbsprojekte, ein Festumzug, eine  Genussstrasse zur Präsentation regionaler Produkte und ein grandioses Fest der Begegnung, das sich über den ganzen Ort erstreckte und drei Tage andauerte, rundeten das Programm ab.

Ausrichterin des Wettbewerbes um den Europäischen Dorferneuerungspreis ist die Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, die seit 2009 eine Strukturförderung aus dem Programm “Europa für Bürgerinnen und Bürger” der Generaldirektion Bildung und Kultur der Europäischen Kommission erhält. Die Festlichkeiten rund um die Preisverleihung wurden in Kooperation mit der Gemeinde Sand in Taufers durchgeführt und von der Europäischen Kommission, Generaldirektion Landwirtschaft und Ländliche Entwicklung, gefördert.

12. bis 17. September 2010

40 lokale und regionale AkteurInnen sowie EntscheidungsträgerInnen aus Politik und Verwaltung der polnischen Woiwodschaft Großpolen befanden sich Mitte September 2010 fünf Tage lang auf einer Studienreise in Niederösterreich, die von der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung konzipiert und organisiert  worden war.

Am Beginn des Exkursionsrogramms stand ein Besuch bei Niederösterreichs erfolgreichem Teilnehmer am Wettbewerb um den Europäischen Dorferneuerungspreis 2010, der Gemeinde Prellenkirchen, wo geführt von Bürgermeister Johann Köck und Vizebürgermeister Heinz Gratzer eine Biogasanlage, der renovierte und teilweise umgenutzte Pfarrhof, der Arkadenhof der Familie Bayer mit Ferienwohnungen, Direktvermarktungsladen und Solaranlage, das Windinformationszentrum und die Kreativwerkstatt besichtigt wurden.

Weitere Stationen der Studienfahrt waren neben anderem Grafenwörth, wo Bürgermeister Landtagsabgeordneter Mag. Alfred Riedl über die Entwicklungsstrategien und -schwerpunkte in seiner Gemeinde informierte und exemplarisch das Haus der Musik samt Musikschulwesen sowie verschiedene Sozialkonzepte und -projekte, allem voran das “Betreute Wohnen” vorstellte. Auf besonderes Interesse der Teilnehmerinnen stieß auch das “SeneCura Pflege- und Sozialzentrum Grafenwörth”, das 110 pflegebedürftigen, älteren Menschen ein Zuhause bietet und neben Kurzzeit- und Urlaubspflegebetten auch über eine Demenzstation verfügt und durch die räumliche Verschränkung mit einem Kindergarten als Kommunikationszentrum für mehrere Generationen fungiert.

In Engabrunn begaben sich die polnischen Gäste sowohl auf den Skulpturenweg mit Aussichtswarte als auch auf den “Weg des guten Gesprächs”, einen rund 200 Meter langen Stationenweg, der Wanderer zum persönlichen Gespräch inspirieren und motivieren soll. Besonders kommunikativ gestalteten sich auch der Besuch der Kellergasse und ein gemeinsamer, kulturell umrahmter Abend mit der Bevölkerung von Engabrunn, allen voran die Landesobfrau der NÖ Dorferneuerung Maria Forstner, eine Engabrunner Weinbäuerin.

Die letzte Nacht in Niederösterreich verbrachten die StudienfahrtsteilnehmerInnen im Sonnenplatz in Großschönau, wo erstmals in Europa die Möglichkeit zum Probewohnen geboten wird und somit die Vorteile eines Passivhauses hautnah zu erleben. Der im Vorfeld besichtigte Musterhauspark bietet eine Vielfalt an architektonischen und technischen Variationen ökologischer Bauweisen.

Abgerundet wurde das Programm der Studienfahrt, die von ARGE-Konsulent DI Peter Schawerda begleitet wurde, durch einen Informations-und Diskussionsvormittag in der Kremser Weinbauschule, bei dem Direktor Mag. Dieter Faltl seine Schule vorstellte, Maria Forstner die NÖ Dorferneuerungsstrukturen näher erläuterte und Geschäftsführerin Theres Friewald-Hofbauer über das Netzwerk der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung berichtete. Die Gäste aus Großpolen zeigten sich höchst interessiert und bekundeten sehr deutlich ihre Absicht, nach Opole und Niederschlesien als dritte polnische Woiwodschaft der ARGE beizutreten.

Liebe polnische Freunde, es war schön, euch ein Stück Europa näher zu bringen! Auch wir haben viel gelernt und freuen uns auf künftige Kooperationen!

10. Juli 2010

Die Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung vergibt heuer zum 11. Mal den Europäischen Dorferneuerungspreis – 30 Länder bzw. Regionen waren mit jeweils einem Projekt vertreten und schickten ihre besten Dörfer und Gemeinden ins Rennen:

Sieger: die Gemeinde Langenegg, Vorarlberg, Österreich

Der Wettbewerb um den Europäischen Dorferneuerungspreis 2010 ist entschieden: Eine hochrangige, internationale und interdisziplinär zusammengestellte Jury hat dieser Tage nach einer umfassenden Begutachtung vor Ort bei der abschließenden Bewertungssitzung im tschechischen Boretice die Gemeinde Langenegg, Vorarlberg, Österreich, zum Sieger gekürt. „Damit wird ein Projekt ausgezeichnet, dass dem Wettbewerbsmotto ,Neue Energie für ein starkes Miteinander’ auf überzeugende und mehrfache Weise gerecht wird und mit einer ganzheitlichen, nachhaltigen Entwicklung von herausragender Qualität besticht“, freute sich der Vorsitzende der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, Landeshauptmann Erwin Pröll, Niederösterreich, in einer ersten Reaktion.

Langenegg – eine Gemeinde mit Energie

Die Bregenzerwäldergemeinde Langenegg mit ihren 1062 EinwohnerInnen startete ihren beispielhaften Entwicklungsprozess Mitte der 1990er Jahre zunächst mit dem Ziel, die Lebensqualität in der eigenen Gemeinde deutlich zu verbessern, um der drohenden Abwanderung und dem Verlust von Dienstleistungseinrichtungen und Arbeitsplätzen entgegenzuwirken. Mit dem Beitritt zum Klimabündnis Österreich nur wenige Jahre später wurden auch der Klimaschutz und das Energiesparen wichtige Bestandteile der Aktivitäten von Gemeinde und BürgerInnenn und ziehen sich bis heute wie ein roter Faden durch die vielfältigen Projekte. Der hohe Grad der Vernetzung der einzelnen Maßnahmen, die unter der Prämisse stehen, einen möglichst hohen Nutzen für möglichst viele Langenegger BürgerInnen zu generieren, führte zu einem die Wettbewerbskommission im höchsten Maße beeindruckenden Ergebnis.

Unter Einbindung der Bevölkerung erarbeitet die Gemeinde zusammen mit der Universität Innsbruck und der FH Liechtenstein ein umfassendes Entwicklungskonzept. Initialprojekt war der gemeinsame Entschluss zur Sanierung eines geschichtsträchtigen, leer stehenden Gebäudes mitten im Ortszentrum. Parallel dazu gelang es der neu gegründeten Wirtschaftsgemeinschaft, im nunmehr vorbildlich sanierten Objekt wichtige Dienstleistungsfunktionen wie Arzt, Apotheke und Friseur sowie drei Wohneinheiten zu etablieren – ein wichtiger erster Schritt zu mehr Lebensqualität und Identität im Ort.

Daneben wurden zahlreiche Projekte auf den Weg gebracht, um eine effiziente Nutzung von Energie unter Einsatz erneuerbarer Energieträger zu etablieren. Die Nutzung der heimischen Weißtanne als Baumaterial für zahlreiche private und kommunale Bauprojekte trägt nicht nur zur Stärkung kleinräumiger Wirtschaftskreisläufe bei, sondern leistet auch einen wertvollen Beitrag zum ökologischen Bauen. Die hohe Qualität der Architektur wird niemals allein zum Selbstzweck, sondern beinhaltet in Langenegg immer auch die soziale und wirtschaftliche Komponente.

Biogasanlagen, Hackschnitzelheizanlagen und eine Vielzahl an Photovoltaik- und Solaranlagen, deren Errichtung von der Gemeinde gefördert wurde, machen Langenegg zu einem Vorreiter in Sachen Energieautarkie. Die Energie aller Bevölkerungsgruppen – auch der Menschen mit besonderen Bedürfnissen –, die sich in zahlreichen Aktivitäten manifestiert, leistet einen großartigen und unverzichtbaren Beitrag zur Ideenfindung und zur Umsetzung einer Fülle an Projekten aus unterschiedlichsten Bereichen wie etwa: Einbindung der „Langenegger Lebenshilfe Werkstätte“ in das Wirtschaftsleben, die im „Postlädle“ die Postdienste übernimmt und kunsthandwerkliche Produkte aus der Werkstätte verkauft; die Vorderwälder Mitfahrbörse; die „Langenegger Talente“ – eine Ersatzwährung, die dazu beiträgt, das Geld in der Gemeinde zu halten; ein gemeindeeigenes Carsharing-Auto; ausleihbare Jahreskarten für den Verkehrsverbund Vorarlberg sowie ein umfassendes Sozialkonzept für junge, alte und bedürftige MitbürgerInnen, um nur einige zu nennen.

Wettbewerbsprojekte von höchster Qualität

„Neue Energie für ein starkes Miteinander“, so das Motto des Wettbewerbs um den Europäischen Dorferneuerungspreis 2010, haben neben Langenegg auch alle anderen der insgesamt 30 Teilnehmer aus ebenso vielen europäischen Ländern bzw. Regionen bewiesen. Unter vielen guten Projekten wurden die zwölf Besten, die mit zu den Sieganwärtern gezählt hatten, mit einem „Europäischen Dorferneuerungspreis für ganzheitliche, nachhaltige und mottogerechte Dorfentwicklung von herausragender Qualität“ ausgezeichnet. 13 Teilnehmer dürfen sich über einen „Europäischen Dorferneuerungspreis für besondere Leistungen in mehreren Bereichen der Dorfentwicklung“ freuen. Mit einem „Europäischen Dorferneuerungspreis für besondere Leistungen in einzelnen Bereichen der Dorfentwicklung“ wurden vier Teilnehmer bedacht. Aufgrund der hohen Qualität der Wettbewerbsprojekte wurde diesmal keine „Lobende Anerkennung besonderer Leistungen“ vergeben.

Die Preisverleihung erfolgt am 24. September 2010 in Sand in Taufers, Südtirol, Italien, dem Gewinner des Europäischen Dorferneuerungspreises 2008.

10. Juli 2010

Eine Gemeinde mit viel Energie!

Die Bregenzerwäldergemeinde Langenegg mit ihren 1062 EinwohnerInnen startete ihren beispielhaften Entwicklungsprozess Mitte der 1990er Jahre zunächst mit dem Ziel, die Lebensqualität in der eigenen Gemeinde deutlich zu verbessern, um der drohenden Abwanderung und dem Verlust von Dienstleistungseinrichtungen und Arbeitsplätzen entgegenzuwirken. Mit dem Beitritt zum Klimabündnis Österreich nur wenige Jahre später wurden auch der Klimaschutz und das Energiesparen wichtige Bestandteile der Aktivitäten von Gemeinde und BürgerInnenn und ziehen sich bis heute wie ein roter Faden durch die vielfältigen Projekte. Der hohe Grad der Vernetzung der einzelnen Maßnahmen, die unter der Prämisse stehen, einen möglichst hohen Nutzen für möglichst viele Langenegger BürgerInnen zu generieren, führte zu einem die Wettbewerbskommission im höchsten Maße beeindruckenden Ergebnis.

Unter Einbindung der Bevölkerung erarbeitet die Gemeinde zusammen mit der Universität Innsbruck und der FH Liechtenstein ein umfassendes Entwicklungskonzept. Initialprojekt war der gemeinsame Entschluss zur Sanierung eines geschichtsträchtigen, leer stehenden Gebäudes mitten im Ortszentrum. Parallel dazu gelang es der neu gegründeten Wirtschaftsgemeinschaft, im nunmehr vorbildlich sanierten Objekt wichtige Dienstleistungsfunktionen wie Arzt, Apotheke und Friseur sowie drei Wohneinheiten zu etablieren – ein wichtiger erster Schritt zu mehr Lebensqualität und Identität im Ort.

Daneben wurden zahlreiche Projekte auf den Weg gebracht, um eine effiziente Nutzung von Energie unter Einsatz erneuerbarer Energieträger zu etablieren. Die Nutzung der heimischen Weißtanne als Baumaterial für zahlreiche private und kommunale Bauprojekte trägt nicht nur zur Stärkung kleinräumiger Wirtschaftskreisläufe bei, sondern leistet auch einen wertvollen Beitrag zum ökologischen Bauen. Die hohe Qualität der Architektur wird niemals allein zum Selbstzweck, sondern beinhaltet in Langenegg immer auch die soziale und wirtschaftliche Komponente.

Biogasanlagen, Hackschnitzelheizanlagen und eine Vielzahl an Photovoltaik- und Solaranlagen, deren Errichtung von der Gemeinde gefördert wurde, machen Langenegg zu einem Vorreiter in Sachen Energieautarkie. Die Energie aller Bevölkerungsgruppen – auch der Menschen mit besonderen Bedürfnissen –, die sich in zahlreichen Aktivitäten manifestiert, leistet einen großartigen und unverzichtbaren Beitrag zur Ideenfindung und zur Umsetzung einer Fülle an Projekten aus unterschiedlichsten Bereichen wie etwa: Einbindung der „Langenegger Lebenshilfe Werkstätte“ in das Wirtschaftsleben, die im „Postlädle“ die Postdienste übernimmt und kunsthandwerkliche Produkte aus der Werkstätte verkauft; die Vorderwälder Mitfahrbörse; die „Langenegger Talente“ – eine Ersatzwährung, die dazu beiträgt, das Geld in der Gemeinde zu halten; ein gemeindeeigenes Carsharing-Auto; ausleihbare Jahreskarten für den Verkehrsverbund Vorarlberg sowie ein umfassendes Sozialkonzept für junge, alte und bedürftige MitbürgerInnen, um nur einige zu nennen.

6. Juli 2010

Der 11. Europäische Dorferneuerungspreis geht nach Langenegg in Vorarlberg!

Der Wettbewerb um den Europäischen Dorferneuerungspreis 2010 ist entschieden: Eine hochrangige, internationale und  interdisziplinär zusammengestellte Jury hat am 6. Juli 2010 nach einer umfassenden Begutachtung vor Ort  bei der  abschließenden Bewertungssitzung im tschechischen Boretice die Gemeinde Langenegg, Vorarlberg, Österreich, zum Sieger gekürt. „Damit wird ein Projekt ausgezeichnet, dass dem Wettbewerbsmotto ,Neue Energie für ein starkes Miteinander’ auf überzeugende und mehrfache Weise gerecht wird und mit einer ganzheitlichen, nachhaltigen Entwicklung  von herausragender Qualität besticht“, freute sich der Vorsitzende der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, Landeshauptmann Erwin Pröll, Niederösterreich, in einer ersten Reaktion.

„Neue Energie für ein starkes Miteinander“ haben neben Langenegg auch alle anderen der insgesamt 30 Teilnehmer aus ebenso vielen europäischen Ländern bzw. Regionen bewiesen. Unter vielen guten Projekten wurden die zwölf Besten, die mit zu den Sieganwärtern gezählt hatten, mit einem „Europäischen Dorferneuerungspreis für ganzheitliche, nachhaltige und mottogerechte Dorfentwicklung von herausragender Qualität“ ausgezeichnet. 13 Teilnehmer dürfen sich über einen „Europäischen Dorferneuerungspreis für besondere Leistungen in mehreren Bereichen der Dorfentwicklung“ freuen. Mit einem „Europäischen Dorferneuerungspreis für besondere Leistungen in einzelnen Bereichen der Dorfentwicklung“ wurden vier Teilnehmer bedacht. Aufgrund der hohen Qualität der Wettbewerbsprojekt wurde diesmal keine „Lobende Anerkennung besonderer Leistungen“ vergeben.

Preisverleihung vom 23. bis 25. September 2010 in Sand in Taufers/Südtirol/Italien

Die Verleihung der Europäischen Dorferneuerungspreise 2010 erfolgt am 24. September des Jahres im Rahmen eines Festaktes, der Teil eines dreitägigen Veranstaltungsreigens ist, für den die Gemeinde Sand in Taufers als Gastgeberin, das Land Südtirol und die Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung gemeinsam verantwortlich zeichnen.

Die Details sind zwar noch nicht fixiert (wird Mitte/Ende Juli nach Vorliegen der Wettbewerbsergebnisse der Fall sein), bereits jetzt steht aber folgendes Grobkonzept fest:

  • Donnerstag, 23.9.: nachmittags Eintreffen der Gäste – Registrierung, Straßenfest, Festumzug, offizielle Begrüßung und Eröffnung der Verleihungsveranstaltung
  • Freitag, 24.9.: vormittags Exkursionen & Informationen; 15.00 bis 18.00 Uhr Festakt mit Preisverleihung; anschließend Fest der Begegnung mit Kultur und Kulinarik
  • Samstag, 25.9.: Frühschoppen mit Musik und lokalen Produkten, Bergsteigerimpressionen, Offener Markt mit lokalen und regionalen Erzeugnissen; etwa 14.00 Uhr: offizielle Verabschiedung der Gäste

In Abstimmung mit der Gastgeber-Gemeinde Sand in Taufers kümmert sich der Tourismusverein Sand in Taufers um die Quartiere für die Gäste. Bitte wenden Sie sich also zum Zwecke der Hotelreservierung direkt an den Tourismusverein:

Tourismusverein Sand in Taufers
Josef-Jungmann-Straße 8
I-39032 Sand in Taufers
Tel. +39 0474 678076 · Fax +39 0474 678922
info@taufers.com
www.taufers.com <http://www.taufers.com>

Hier finden Sie zum Download den Programmablauf und das Anmeldeformular (eine Wordversion des Anmeldeformulars schicken wir Ihnen gerne auf Anfrage zu).

13. bis 15. Juni 2010

Die Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung war Mitveranstalterin eines Seminars, das im polnisch/tschechischen Grenzgebiet, und zwar in Javornik / Jauering (Tschechische Republik) und Otmuchów / Ottmachau (Oppelner Woiwodschaft, Polen) stattfand. 30 TeilnehmerInnen aus mehreren polnischen Woiwodschaften sowie aus Tschechien, Deutschland und Österreich erläuterten dabei die Thematik, wie regionale Entwicklungsstrategien und kommunale bzw. lokale Initiativen und Entwicklungsprogramme in Einklang zu bringen sind.

Wertvolle Statements, die eine rege und lösungsorientierte Diskussion, die von ARGE-Geschäftsführerin Theres Friewald-Hofbauer moderiert wurde, in Gang brachten, gaben Angela Kunz, Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie des Freistaates Sachsen, Bernhard Haas, Leiter der Niederösterreichischen Landesgeschäftsstelle für Dorferneuerung, und der Opelner Woiwode Ryszard Wilczynski ab. So unterschiedlich die beruflichen, geographischen und persönlichen Zugänge der einzelnen DiskutantInnen waren, so kontroversiell man sich dem Thema annäherte, so einig war man sich dann doch in der generellen Erkenntnis, dass eine erfolgreiche Entwicklung der ländlichen Räume beides brauche: eigenständig agierende Dorfgemeinschaften und regionale Vernetzung unter einer generellen Leitidee.

Nur in den kleinen Einheiten, in Dörfern und Gemeinden also, könne dem Bottom-up-Prinzip voll und ganz Rechnung getragen werden, gelingt es in besonderem Maß, die BürgerInnen in Planungs-, Entscheidungs- und Umsetzungsprozesse einzubinden und damit Identifikation und Bleibebereitschaft zu steigern. Allerdings erreichen viele Aufgabenstellungen Dimensionen, die nur in interkommunalen Verbänden bewältigt werden können und bedürfen lokale Initiativen einer Einbindung in regionale Konzepte, um Widersprüchlichkeiten zu vermeiden, Synergieeffekte zu erzielen und um Regionen als “Marke” zu entwickeln. Hier den “goldenen Mittelweg” zu finden, wird viel Sensibilität, Flexibilität und Engagement von allen Seiten und allen Beteiligten erfordern.

Projektpräsentationen von Bürgermeisterinnen tschechischer und polnischer Gemeinden sowie zwei Workshops über “Stadt-Land-Verflechtungen” bzw. die besonderen Herausforderungen für Landgemeinden in der informationsgesellschaft rundeten das Programm ab und boten reichlich Gelegenheit zu Diskussion und Erfahrungsaustausch. Komplettiert wurde das Seminar durch drei interessante Exkursionen und Besichtigungen in Tschechien und Polen, die Einblick in das Entwicklungsgeschehen in der Gastgeberregion gewährten.

Programm

30. April 2010

Symposium anlässlich 25 Jahre Dorferneuerung in Niederösterreich

Das niederösterreichische Stift Göttweig war am Freitag, dem 30. April 2010, Schauplatz des Symposiums “Das soziale Miteinander in der Dorferneuerung”, zu dem die Niederösterreichische Dorferneuerung und die Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung eingeladen hatten.

Die niederösterreichische Dorferneuerung, die heuer ihr 25-jähriges Bestandsjubiläum feiert, wird sich künftig verstärkt sozialen Anliegen widmen. Diese Neuausrichtung spiegelt sich auch in den Themen wider, denen sich das Symposium widmete.

So befasste sich der erste Block mit dem Spannungsfeld Egoismus und Gemeinsinn, dem ein Brainstorming der TeilnehmerInnen über geeignete Rahmenbedingungen für eine Homogenisierung von Einzelbedürfnissen und Gemeinschaftsinteressen folgte. Am Nachmittag erörterten ExpertInnen und PraktikerInnen in sieben Arbeitsgruppen die Zukunftsperspektiven der Dorferneuerung aus dem Blickwinkel der Wirtschaft, der Kultur, des Marketings, der Jugend, der Generationen, der Umwelt&Energie sowie des sozialen Miteinanders.

Einladung

21. bis 22. März 2010

Landraum grenzenlos – lautete das Thema der Europäischen Dorferneuerungskonferenz 2010, die vom 21. bis 22. März 2010 in St. Vith, Belgien, stattfand. Die Veranstaltung bezog damit im belgisch-deutsch-luxemburgischen Grenzraum Quartier, wo fünf europäische Regionen, die Deuschsprachige Gemeinschaft Belgiens, die Wallonische Region, Luxemburg, Rheinland-Pfalz und Nordrhein Westfalen, aufeinander treffen.

Mehr als 70 BürgerInnen, ExpertInnen und PolitikerInnen, darunter “Gastgeberin” Ministerin Isabelle Weykmans aus der DG, Landwirtschaftsminister Romain Schneider aus Luxemburg und Landwirtschaftsminister Exkhard Uhlenberg aus Nordrhein-Westfalen, waren der Einladung nach St. Vith gefolgt und berieten gemeinsam, über Grenzen hinweg, über die vorrangigen Herausforderungen zur fruchtbaren Entwicklung ihres Lebensraumes. Dabei wurde den Bereichen Wohnen, Arbeit und Mobilität, die in allen Regionen als prioritäre Aufgaben angesehen wurden, besondere Aufmerksamkeit geschenkt.

Die Referate und Diskussionen machten deutlich, dass es in sämtlichen Problemfeldern sowohl regionale Unterschiede, zugleich aber auch Gemeinsames und Verbindendes gäbe und so manches nur in Kooperation zu bewältigen sein werde. Im Zentrum standen, ganz im Sinne von Bürgerpartizipation und gelebter Subsidiarität stets drei Fragen: Was können wir als BürgerInnen tun? Was kann die Kommune tun? Was kann die regionale bzw. nationale Öffentliche Hand tun?

Die Konferenz wurde durch regionale Workshops, die im Vorfeld abgehalten wurden, sowie durch zwei Exkursionen zu Best-practice-Beispielen in den fünf Regionen und einen “Markt der Meinungen und Möglichkeiten” abgerundet.

Die Europäische Dorferneuerungskonferenz 2010 war eine Kooperationsveranstaltung der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung und der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens.

Sie wurde gefördert aus Mitteln der Europäischen Union, Generaldirektion Bildung und Kultur, Programm Europa für Bürgerinnen und Bürger.

11. und 12. März 2010

Unter dem Motto „Neue Energie für ein starkes Miteinander“ bewerben sich 30 Gemeinden bzw. Regionen aus elf europäischen Nationen um eine der wohl begehrtesten Auszeichnungen im Bereich einer nachhaltigen Entwicklung ländlicher Kommunen, nämlich um den Europäischen Dorferneuerungspreis 2010.

Der Wettbewerb, der eine echte Leistungsschau der besten europäischen Landentwicklungs- und Dorferneuerungsprojekte darstellt, ist bereits voll in Gang und kommt nun in eine entscheidende Phase: Nachdem die internationale Wettbewerbsjury unter Vorsitz des Luxemburgers Charles Konnen Mitte März in Donnerskirchen, Burgenland, Österreich, zu ihrer ersten Bewertungssitzung zusammengetroffen war, werden in den kommenden Wochen und Monaten drei- bis vierköpfige Bewertungsteams alle Wettbewerbsgemeinden bereisen, um sich an Ort und Stelle ein Bild über den Stand der Entwicklungsaktivitäten zu machen. Dabei wird aber nicht nur die “strenge” Beurteilung im Vordergrund stehen, sondern in gelicher Weise wird es auch darum gehen, mit BürgerInnen, BehördenvertreterInnen und KomunalpolitikerInnen in eine Dialog zu treten und über Intentionen, Schwierigkeiten und Erfolge gesetzter und geplanter Maßnahmen zu diskutieren.

Der Wettbewerb um den 11. Europäischen Dorferneuerungspreis ist geleitet von der Intention, beispielhafte Aktivitäten und Initiativen zur nachhaltigen Stärkung der Zukunftsfähigkeit ländlicher Räume vor den Vorhang zu bitten und zu prämieren. Das Motto des Wettbewerbes forciert dabei insbesondere jene Dörfer und ländlichen Kommunen in Europa, in denen mit neuer Energie – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn – ans Werk gegangen wird, um die ökonomische Potenz, die ökologische Qualität und den sozialen Zusammenhalt maßgeblich zu stärken.

Veranstalterin des Wettbewerbes, der seit 1990 im Zweijahresrhythmus durchgeführt wird, ist die Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung. Neben dem „Europäischen Dorferneuerungspreis“ werden auch Auszeichnungen für „Herausragende ganzheitliche Entwicklungsprojekte“ und für „Besondere Leistungen in mehreren oder einzelnen Teilbereichen der Dorferneuerung“ vergeben. Die Preisträger werden von einer internationalen Wettbewerbsjury im Rahmen von zwei  Bewertungssitzungen und Vorortbesichtigungen aller teilnehmenden Gemeinden eruiert. Die Entscheidung fällt Anfang Juli 2010, die Preisverleihung erfolgt am 24. September 2010 in Sand in Taufers, Südtirol, der Siegergemeinde des Wettbewerbes 2008.

Bewertet werden neben der äußeren Erscheinung vor allem die inneren Qualitäten der Dörfer und Gemeinden, also Aktivitäten im Sinne einer Standort angepassten wirtschaftlichen Entwicklung, die Schaffung zeitgemäßer sozialer Einrichtungen, die Auseinandersetzung mit Architektur, Siedlungsentwicklung, Ökologie und Energieversorgung sowie kulturelle Initiativen und Weiterbildungsmaßnahmen. “Für den Sieg kommen allerdings nur Teilnehmer in Frage, die sich durch nachhaltige, vernetzte und ganzheitliche Konzepte auszeichnen, die von der Bevölkerung getragen werden, in regionale Kooperationen eingebunden sind und dem Wettbewerbsmotto deutlich Rechnung tragen “, ist ARGE-Vorsitzender Landeshauptmann Erwin Pröll, Niederösterreich, überzeugt.

Hoher Besuch bei der 1. Jurysitzung durch Landesrätin Verena Dunst, Mitglied der Burgenländischen Landesregierung; von links nach rechts: Jury-Vorsitzender Charles Konnen, LR Verena Dunst, ARGE-Geschäftsführerin Theres Friewald-Hofbauer und Hofrat Hans Fertl vom Amt der Burgenländischen Landesregierung

Die Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung wird mit einer Strukturförderung der Europäischen Union, Generaldirektion Bildung und Kultur, Programm “Europa für BürgerInnen und Bürger”, unterstützt.

19. bis 21. Oktober 2009

Sand in Taufers, eine Südtiroler Gemeinde, die 365 Tage im Jahr im Zeichen der erneuerbaren Energien steht, war Austragungsort einer Internationalen Ökoenergie-Konferenz, die politische, wirtschaftliche und technologische Aspekte einer dringend notwendige Energiewende weg von fossil hin zu regenerativ thematisierte und diskutierte. Neben vielen anderen wohnten der Veranstaltung auch die Landesräte Michl Laimer und Hans Berger, der renommierte Zukunftsforscher Franz Josef Radermacher und der Präsident des europäischen Biomasseverbandes, Heinz Kopetz, bei.

„Während man andernorts über eine saubere, sichere Energieversorgung der Zukunft bloß spricht, wird sie in der Gemeinde Sand in Taufers, Siegerin im Wettbewerb um den Europäischen Dorferneuerungspreis 2008, und zahlreichen anderen Südtiroler Gemeinden längst in die Praxis umgesetzt“, erklärte der Geschäftsführer des Österreichischen Biomasse-Verbandes, Ernst Scheiber. Davon konnten sich die rund 250 TeilnehmerInnen im Zuge von höchst interessanten Fachexkursionen, die den Auftakt der Konferenz bildeten, überzeugen.

Ein zentrales Thema der Konferenz war die EU-Richtlinie für erneuerbare Energien und ihre Auswirkungen auf Österreich, Italien und ganz Europa. Das Energie- und Klimapaket der Europäischen Union – immerhin soll 2020 ein Fünftel der Endenergie aus erneuerbaren Quellen gewonnen werden – zeigt, dass die EU-Spitzen die Bedeutung einer Weichenstellung für die zukünftige europäische Energieversorgung erkannt haben.

Eine Schlüsselfunktion bei der Umsetzung der Ziele spielen zweifelsohne die ländlichen Regionen. Neben dem Veranstaltungsort selbst wurden daher mit Güssing im österreichischen Burgenland sowie Beckerich in Luxemburg und Ascha in Bayern noch andere „Energie-Pionier-Gemeinden“ von ihren Bürgermeistern vorgestellt. „Dass unter den vier präsentierten europäischen Alternativenergie-Top-Gemeinden gleich drei ausgezeichnete Teilnehmer des Europäischen Dorferneuerungswettbewerbs sind, freut mich und beweist, welch hohen Stellenwert dem Themenbereich Ökologie und Ressourcenschonung in der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung beigemessen wird“, betonte der stellvertretende Vorsitzende der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, Charles Konnen, bei seinem Eröffnungsstatement.

Schließlich wurden noch ausgewählte Bereiche der regenerativen Energiegewinnung beleuchtet und die jüngsten technologischen Machbarkeiten vorgestellt.

Die Internationale Ökoenergie-Konferenz war eine Kooperationsveranstaltung des Österreichischen Biomasse-Verbandes, der Marktgemeinde Sand in Taufers, der Landesregierung von Südtirol, des Südtiroler Biomasse-Verbandes, des Südtiroler Gemeindeverbandes und der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung. Sie wurde unterstützt durch die Europäische Union, Generaldirektion Bildung und Kultur, Programm „Europa für Bürgerinnen und Bürger“.

Dr. Heinz Kopetz, Präsident des Österreichischen Biomasse-Verbandes

Der Landeshauptmann-Stellvertreter von Südtirol Landesrat Hans Berger, Landesrat Dr. Michl Laimer, Direktor DI Charles Konnen und Bürgermeister Helmuth Innerbichler

21. bis 22. September 2009

Die Europäische Dorferneuerungskonferenz 2009 in Bratislava befasste sich mit dem europaweiten Phänomen des wachsenden Zuzugs in Stadtumland-Gemeinden bei gleichzeitiger Abwanderung aus städtischen Zentren und peripheren ländlichen Räumen. Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll forderte dabei mehr Flächenökonomie und den Mut, der hemmungslosen Zersiedelung klare Grenzen zu setzten, um den Verlust wertvoller Erholungsflächen und agrarischer Produktionsflächen zu stoppen. Die Vorsitzenden der Selbstverwaltungskreise Bratislava und Trnava, Vladimír Bajan und Tibor Mikuš, betonten, dass die Suche nach einer Balance der Lebensbedingungen in Stadt und Land eine große Herausforderung und ständige Begleiterin ihrer politischen Arbeit sei. Die KonferenzteilnehmerInnen sprachen sich resümierend dafür aus, dass es politisches Ziel sein müsse, eine Gleichwertigkeit der Lebensbedingungen in Stadt und Land anzustreben, nicht aber einer Gleichartigkeit das Wort zu reden.

Der Spiegelsaal des Primatialpalastes in Bratislava war Austragungsort der Europäischen Dorferneuerungskonferenz 2009, die Ende September des Jahres im Beisein von etwa 140 TeilnehmerInnen aus zehn Nationen ausgetragen wurde. Das Thema der Konferenz, an der neben zahlreichen anderen Ehrengästen auch der Landeshauptmann von Niederösterreich und Vorsitzende der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, Erwin Pröll, der Primator (Bürgermeister) der Hauptstadt Bratislava, Andrej Ďurkovský, sowie die Vorsitzenden der Selbstverwaltungskreise Bratislava und Trnava, Vladimír Bajan und Tibor Mikuš teilnahmen, lautete „(Kein) Land in Sicht. Ländliche Räume im Sog von Globalisierung und Suburbanisierung”.

Mit der Slowakei und der boomenden Metropole Bratislava war für die Konferenz ein Austragungsort gewählt worden, an dem die vorherrschenden Raumentwicklungstendenzen der jüngeren Vergangenheit und sicher auch noch der nächsten Zukunft deutlich sichtbar werden: Abwanderung aus den städtischen Zentren und aus den peripheren ländlichen Regionen in das Umland der Ballungsräume und damit Entstehung von immer größeren Vor- bzw. Zwischenstädten, vielfach als suburbane Räume bezeichnet.

Suburbanisierung – eine ungebremste, aber problematische Entwicklung

ReferentInnen und TagungsteilnehmerInnen waren sich uneinig darüber, ob dieser Entwicklung Einhalt geboten werden sollte, geschweige denn könnte. Viel Platz, billiger Grund, relative Nähe zu Stadt und Land – das seinen Kennzeichen des städtischen Unlandes, die vielfach als große Qualitäten empfunden würden und dementsprechend attraktiv wirkten. Weitaus größere Übereinstimmung herrschte bei der Beurteilung der Gefahren und Herausforderungen der Suburbanisierung:

  • Zersiedelung und hemmungsloser Landverbrauch
  • Verlust von Landschaft und Erholungsraum
  • Zunahme des motorisierten Individualverkehrs
  • Veränderung der Sozialstruktur
  • Identifikationsprobleme

Um diesen zu begegnen, seien allen voran Raumordnung und Regionalplanung gefordert. Mehr Flächenökonomie, Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs – nicht nur Richtung Zentrum, Sicherung von Freiflächen und Erholungsräumen, Schaffung und Vernetzung suburbaner Kleinzentren – das waren, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, die Empfehlungen der ExpertInnen zu einer nachhaltigen Verbesserung der Lebensqualität in stadtnahen Räumen insgesamt und im Stadtumland von Bratislava im besonderen.

Aktive „Sterbehilfe“ für entlegene Dörfer?

Während ein Teil der ländlichen Regionen mit Zuzug und Verstädterung konfrontiert ist, leiden zahlreiche andere, insbesonders periphere Räume unter Abwanderung, Überalterung und wirtschaftlicher Aushöhlung. Ihnen widmeten sich die Statements und Diskussionen des zweiten Konferenztages. Dabei wurde zwar auch laut darüber nachgedacht, ob es nicht in Einzelfällen sinnvoll sein könnte, aktive „Sterbehilfe“ zu leisten, überwiegend war man allerdings der Ansicht, dass es sich die Gesellschaft schon etwas kosten lassen müsse, um zu verhindern, dass ganze Landstriche entvölkert werden und damit wertvolle Kulturlandschaften, Lebens-, Erholungs- und Ausgleichsräume sowie auf krisenresistenter Kleinteiligkeit beruhende Wirtschaftsstandorte verloren gehen.

Mit Patentrezepten zur Sicherung der ländlichen Räume als eigenständige Lebens- und Wirtschaftsräume wusste niemand aufzuwarten, wohl aber mit generellen Leitgedanken wie Hebung der Wertschöpfung in der Land- und Forstwirtschaft, branchenübergreifende Kooperationen und Realisierung öffentlicher Anliegen mit ökologischen, sozialen und kulturellen Aspekten, jeweils unter Einbindung in und Abstimmung mit kommunalen, aber auch regionalen Gesamtkonzepten. Auch einem verstärkten Coaching der lokalen Akteure auf dem oft hürdenreichen Weg von der Projektidee zur Projektumsetzung wurde das Wort geredet.
Keinen Zweifel ließen die KonferenzsprecherInnen daran, dass es nicht darum gehen könne, Stadt und Land gegeneinander auszuspielen oder einander anzugleichen. Nicht gleichartige, sondern gleichwertige Lebensbedingungen sowie eine Balance, die eine hohe Lebensqualität sowohl in der Stadt als auch am Land gewährleistet, müssten angestrebt werden. Denn es dürfe nicht vergessen werden, dass Stadt und Land kommunizierende Gefäße und die gegenseitigen Abhängigkeiten enorm seien.

Die Europäische Dorferneuerungskonferenz 2009 wurde von der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung in Kooperation mit dem Land Niederösterreich, Abteilung Raumordnung und Regionalpolitik, den Selbstverwaltungskreisen Bratislava und Trnava sowie dem Magistrat von Bratislava und mit Unterstützung der Europäischen Union, Generaldirektion Bildung und Kultur, Programm „Europa für Bürgerinnen und Bürger“, durchgeführt. Inhaltliche und organisatorische Assistenz gewährten die Slowakische Umweltagentur und die Academia Nova Istropolitana.

Die Power-Point-Präsentationen im pdf-Format der beiden Tage finden Sie hier:

21. September 2009

22. September 2009

Einladung

Pozvánka

15. bis 18. Juni 2009

Visionär. Kreativ. Innovativ – lautet das Motto des „Europäischen Jahres der Kreativität und Innovation 2009“. Im Rahmen der 14. Dorferneuerungsstudienfahrt der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung wurde deutlich, dass dieser Slogan in zahlreichen europäischen Landgemeinden seit Jahren beherzigt und in zukunftweisenden Projekten realisiert wird.

36 SpezialistInnen und AktivistInnen der Dorf-, Gemeinde- und Regionalentwicklung aus Belgien, fünf deutschen Ländern, Luxemburg, Österreich, Polen, der Slowakei und Tschechien befanden sich dieser Tage auf Einladung der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung auf einer Studienreise, die zu Best-practice-Beispielen in Südtirol (Italien), Tirol und Vorarlberg (Österreich) sowie im Kanton Appenzell-Ausserrhoden (Schweiz) führte.

„Ziel dieser Exkursion, die wir seit den frühen 90er Jahren heuer bereits zum 14. Mal organisiert haben, war es, das gute Beispiel als Orientierungshilfe in die ‚Auslage‘ zu stellen, den Erfahrungsaustausch in Schlüsselfragen der ländlichen Entwicklung zu fördern und die TeilnehmerInnen zur aktiven Beteiligung an örtlichen und regionalen Entwicklungsprozessen zu motivieren. Ganz besonders ging es uns dabei aber auch darum, die europäische Gesinnung und die gemeinsame europäische Identität, basierend auf einer Einheit in Vielfalt, zu stärken“, erklärte dazu der Vorsitzende der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, der niederösterreichische Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll.

Die Südtiroler Gemeinde Sand in Taufers, Gewinnerin des Europäischen Dorferneuerungspreises 2008, wusste auf vielfache Weise, zu beeindrucken. Sie präsentierte sich mit einer bürgerfreundlichen, atmosphärisch äußerst ansprechenden Bibliothek, einem pädagogisch und optisch höchst anspruchsvollen Naturparkhaus und mit einem bunten Mix an alternativen Energieversorgungsquellen, allem voran ein allen ökologischen Erfordernissen gerecht werdendes Wasserkraftwerk, als zeitgemäße, umweltbewusste und energieautarke „Bildungsgemeinde“ mit hoher Lebensqualität.

Erneuerbare Energie – ein Themenbereich, der sich wie ein roter Faden durch das gesamte Exkursionsprogramm zog und in dem alle besichtigten Gemeinden Highlights vorzuweisen hatten, wie etwa die Gemeinde Gaschurn im Vorarlberger Montafon, die über ein Biomasseheizwerk mit Pufferspeicher verfügt, das mit heimischem Holz versorgt wird und damit einen wesentlichen Beitrag dazu leistet, die Umweltqualität, die Kulturlandschaft und die Wirtschaftskraft in einer sensiblen Berg- und Tourismusregion zu erhalten. Ähnliche Ziele, wenn auch mit anderen Mitteln, verfolgt die Initiative „bewusstmontafon“, wo Landwirte, Gastwirte, Tourismusvertreter und andere Wirtschaftstreibende an einem Strang ziehen, um die Vermarktung regionaler Erzeugnisse und die Kreation neuer Leitprodukte zu forcieren.

Steigerung des kulturhistorischen Bewusstseins und der touristischen Attraktivität – darauf zielen zahlreiche Maßnahmen in der Tiroler Gemeinde Umhausen im Ötztal ab. Neben dem qualitätvoll restaurierten Ortskern und dem erlebnisgerechten Klettergarten beim Stuibenfall, dem höchsten Wasserfall Tirols, versteht man es, mit einem touristischen Alleinstellungsmerkmal zu punkten, dem archäologischen Freilichtpark Ötzidorf“, wo auf einem Areal von 12.000 m2 das Zeitalter des Neolithikums in all seinen Facetten erlebbar und begreifbar wird.

Als ein beeindruckendes Beispiel für eine höchst erfolgreiche Trendumkehr vom Abwanderungsraum zum Innovationsstandort erwies sich die Gemeinde Urnäsch im Schweizerischen Appenzell. Herzstück dabei ist ein Feriendorf, das als Referenzprojekt für nachhaltige und moderne Architektur im ländlichen Raum angesehen werden darf und das sich durch eine nachahmenswerte Vernetzung von natürlichen, landwirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Ressourcen mit neuen Wertschöpfungsketten auszeichnet.

Der Umgang mit qualitätvoller zeitgemäßer Architektur bei gleichzeitiger Pflege des historischen Bauerbes genießt auch in Zwischenwasser, einer Gemeinde im Vorarlberger Rheintal, einen besonderen, ortsbildprägenden Stellenwert. Neben den „Formen“ sind es aber ganz besonders die Funktionen, die als vorbildhaft angesehen werden müssen. Hier gehen BürgerInnen, Kommunalpolitik, Verwaltung und ExpertInnen Schulter an Schulter mit neuen Energien – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn – ans Werk und finden kreative Lösungen für die aktuellen Herausforderungen, insbesondere auch im Sozialbereich, wie unter anderem die Projekte „Betreubares Wohnen“ im Mitdafinerhus und das Mehrzweckhaus „Sennerei Dafins“, wo Kindergarten und Seniorenheim unter einem Dach vereint sind und die Begegnung der Generationen auf vielfache Weise fördern.

Informations- und Diskussionsrunden mit RepräsentantInnen nationaler, regionaler und kommunaler Behörden, Begegnungen mit VertreterInnen lokaler Institutionen, Verbände und Vereine und ständiger Erfahrungs- und Gedankenaustausch zwischen den TeilnehmerInnen rundeten das Programm der Studienfahrt ab, die von ARGE-Geschäftsführerin Theres Friewald-Hofbauer geleitet und im Rahmen des Programmes „Aktive Zivilgesellschaft in Europa“ von der Europäischen Union, GD Bildung und Kultur, gefördert wurde.

3. bis 5. März 2009

Der Wettbewerb um den 11. Europäischen Dorferneuerungspreis wirft seinen Schatten voraus: Anfang März ist das neu formierte JurorInnengremium im luxemburgischen Beckerich, der Siegergemeinde von 1996, zu einer ersten Sitzung zusammengetroffen. Auf der Agenda standen die Evaluierung und Nachbesprechung des Dorferneuerungswettbewerbes 2008 sowie die Überarbeitung der Kriterien und die Fixierung eines Mottos, das “Neue Energie für ein starkes Miteinander” lautet.

Die Auslobung des Wettbewerbes mit Bekanntgabe der Kriterien, Termine und des Mottos wird im Mai 2009 erfolgen. Die Preisverleihung ist für Herbst 2010 in Sand in Taufers, Südtirol, Italien, geplant.

Bewertet werden neben der äußeren Erscheinung vor allem die inneren Qualitäten der Dörfer und Gemeinden, also Aktivitäten im Sinne einer Standort angepassten wirtschaftlichen Entwicklung, die Schaffung zeitgemäßer sozialer Einrichtungen, die Auseinandersetzung mit Architektur, Siedlungsentwicklung, Ökologie und Energieversorgung sowie kulturelle Initiativen und Weiterbildungsmaßnahmen. Von gleicher Bedeutung wie die inhaltlichen Kriterien sind die strategischen und methodischen Vorgehensweisen. Preiswürdig sind demnach Projekte, die sich durch nachhaltige, vernetzte und ganzheitliche Konzepte auszeichnen, die von der Bevölkerung getragen werden, in regionale Kooperationen eingebunden sind und dem Wettbewerbsmotto deutlich Rechnung tragen.

Was hat die Jury im Wettbewerb um den Europäischen Dorferneuerungspreis 2008 in den einzelnen Gemeinden und Dörfern  besonders angesprochen? Welche Leistungen hält sie für herausrgend und beispielhaft? Anworten darauf gibt der nachfolgende Text.

Der Europäische Dorferneuerungspreis 2008

Sand in Taufers, Südtirol, Italien

Sand in Taufers zählt 5100 EinwohnerInnen und startete seine Erneuerungsbewegung im Jahr 2000. Sie basiert auf der Erkenntnis, dass Bildung und Weiterbildung der Schlüssel zu einer nachhaltigen Gemeindeentwicklung sind und dass der Ideenreichtum der BürgerInnen neben der naturräumlichen und wirtschaftlichen Gunstlage die wertvollste Ressource der Gemeinde darstellen. Dieser Ansatz hat die JurorInnen ebenso beeindruckt wie der Anspruch auf Ganzheitlichkeit und der hohe Grad an thematischen, räumlichen und interkommunalen Vernetzungen gepaart mit Beispiel gebenden gesellschaftlichen Innovationen.

Folgerichtig ziehen sich Bildungsinitiativen – jährlich rund 80 Weiterbildungsveranstaltungen mit etwa 900 TeilnehmerInnen, eine „Genossenschaft für Weiterbildung“, die pro Jahr zwei Bildungsprogramme erstellt, mehrere Bildungszentren mit modern ausgestatteten Schulungsräumen, die Vergabe von Bildungschecks durch die Gemeinde an die BürgerInnen, eine multifunktionale Bibliothek, die auch mit neue Medien aufwartet – wie ein roter Faden quer durch alle Handlungsfelder.

Sehr viel Wert wird dabei auch auf die Qualifizierung der MitarbeiterInnen der Gemeindeverwaltung gelegt, um ihren Aufgaben in einer von einem hohen Grad an Bürgerbeteiligung geprägten Gemeinschaft gerecht werden zu können. Engagement und Eigeninitiative der Bevölkerung werden in Sand nämlich nicht nur zugelassen, sondern als das wichtigste Steuerungselement des  Entwicklungsprozesses angesehen, das es von Seiten der Gemeinde zu fördern gilt – mittels Infrastrukturen,  mittels Schulungen zur Befähigung zur Beteiligung, mittels Vorträgen von Experten und Impulsveranstaltungen, die Entscheidungshilfen bieten und zur Auseinandersetzung mit neuen Themen anregen.

Weitere Entwicklungsschwerpunkte sind:

  • Bewusstseinsbildung, Information und Aktion zum Thema erneuerbare Energie und Energiesparen: Energiekonzept; Niedrigenergiehäuser, Einsatz von Windenergie, Wasser, Erdwärme und Photovoltaik,  bäuerliche Biogasanlage zur Stromerzeugung mit Vorbildwirkung über Norditalien hinaus, Realisierung eines Hauses der Energie;
  • Highlights im Bereich von Wirtschaft und Landwirtschaft: Käsefestival, das rund 10.000 Besucher anzieht;  die Ahrntaler Aktivbauernhöfe, die auf  attraktive Angebote und professionelles Marketing setzen; Tourismusleitbild, das Wirtschaft und Natur einerseits und Gäste und Einheimische andererseits als gleichberechtigte Partner sieht;
  • im Naturschutzbereich: neu angelegter Naturlehrpfad; zahlreiche Naturschutzgebiete u. Biotope; Umgestaltung des Freibades zu einem See; „Naturparkhaus“ im Dorfzentrum von Sand in Taufers, das dem Besucher die Einzigartigkeit dieser Bergwelt in all ihren Facetten näher bringt;  Bewusstseinsbildung für die Naturschätze bereits in Kindergarten und Schule;
  • Mobilität und Siedlungsgestaltung: qualitätvolle Sanierung ortsbildprägender Gebäude und Schaffung eines attraktiven Zentrums, das vielfältigen Funktionen gerecht wird; kluges Verkehrskonzept, das motorisierten Verkehr einschränkt und Fahrrad und Fußgänger fördert; Eigeninitiativen von Unternehmern, die Verkehr vermeidende Aktivitäten ihrer Mitarbeiter unterstützen und belohnen; ein mit erneuerbarer Energie betriebener Citybus verbindet ab November 2008 das Dorfzentrum von Sand in Taufers mit den umliegenden Siedlungen;
  • Kultur und Identität: Projekt “Kulturmeile” – 31 Stätten mit kulturhistorischer, siedlungsgeschichtlicher, wirtschaftsgeschichtlicher oder kunstgeschichtlicher Bedeutung wurden als Taschenbuch aufbereitet; Sicherung von altem Wissen und alten Kulturtechniken, was nicht nur Identität stiftet, sondern auch  touristisch in Wert gesetzt wird;
  • Zeitgemäße soziale Einrichtungen: Altenbetreuung, Sommerkindergarten, gemeindeeigene Altenwohnungen, „Essen auf Rädern“, Sozialsprengel mit einer Vielzahl von Leistungen, „stille“ Nachbarschaftshilfe,  vielfältiges, beeindruckendes Projekt “Offene Jugendarbeit”, Frauenkreise (Diskussion, Motivation, Weiterbildung – beispielsweise für JungunternehmerInnen), “Haus für Brasilien” und andere Spendenaktionen mit starker Beteiligung der Bevölkerung;

Sand in Taufers besticht durch eine Vielzahl an miteinander vernetzten, aufeinander abgestimmten und in kommunale, regionale und in internationale Konzepte eingebundenen Projekten, die als markante Stationen auf dem Weg zu einer zukunftsorientierten und basisdemokratischen Bildungsgemeinde mit hoher Lebensqualität anzusehen sind. Soziale, wirtschaftliche, kulturelle und ökologische Aspekte werden dabei als gleichwertig behandelt, was in Kombination mit einem sehr ausgeprägten Problembewusstsein, insbesondere für Anliegen des Klimaschutzes und für neue Anforderungen infolge eines permanenten gesellschaftlichen Wandels, und einer klaren Innovationsorientierung die Überzeugung stärkt, dass in Sand in Taufers ein nachhaltiger Entwicklungsprozess in Gang gesetzt wurde, der noch viele Erfolge zeitigen wird.

Sieganwärter und ausgezeichnet mit:
Europäischer Dorferneuerungspreis für ganzheitliche, nachhaltige und mottogerechte Dorfentwicklung von herausragender Qualität

Ascha, Bayern, Deutschland
Besondere Leistungen gibt es in allen Teilbereichen der Dorfentwicklung, beginnend bei einer zukunftsorientierten, gentechnikfreien und selbstversorgenden Landwirtschaft, dem Erhalt und dem Aufbau standortgemäßer Erwerbsmöglichkeiten in Handel, Handwerk und Dienstleistungssektor, der qualitativ ausgerichteten Bausubstanz und Siedlungsstruktur, dem Wir-Gefühl der BürgerInnen, bis hin zu den zahlreichen sozialen und soziokulturellen Einrichtungen und Angeboten, die von einem sehr regen Vereinsleben begleitet werden. Absolutes Highlight ist aber sicher der verantwortungsvolle und zukunftsweisende Umgang mit den Ressourcen und erneuerbaren Rohstoffen, der Ascha zu einer nahezu energieautarken  Gemeinde werden ließ.

Liptovská Teplicka, Slowakei
Liptovská Teplicka besticht durch eine ganzheitliche Entwicklung, die landschaftlichen, bauräumlichen, sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Anliegen gerecht zu werden versucht.  Exemplarisch sei auf die radikale Umstellung auf biologisch-ökologische Grünland- und Weidewirtschaft mit ersten Ansätzen zur Veredelung verwiesen, die für die Erhaltung einer europaweit einzigartigen Kuturlandschaft verantwortlich zeichnet. Auch der bewusste Verzicht auf weitere oberflächenversiegelte Fahrbahnen, die erfolgreichen touristischen Initiativen, das durchgängige Kreislaufdenken, die engagierte Pflege der Taditionen, die höchst innovative Schule, die ausgeprägte Öffnung für moderen Informations- und Kommunikationsmedien durch einen eigenen Ortsfunk und wöchentliche, regionale Fernsehprogramme und nicht zuletzt
der beispielhafte Umgang mit den Romas, die 25 %  der Dorfbevölkerung ausmachen, die integriert werden, ohne sie assimilieren zu wollen, beeindrucken in hohem Maße.

Erlebnisland Maikammer, Rheinland-Pfalz, Deutschland
Das Erlebnisland Maikammer besteht aus den Ortsgemeinden Maikammer, Kirrweiler und St. Martin und zeichnet sich auf vielfache Weise aus. Als besondere Highlights sind zu nennen:

  • eine erfolgreiche Weinbergsneuordnung mit der klaren Zielsetzung, die Zukunftsfähigkeit der Weinbaubetriebe und die typische Weinbaulandschaft unter besonderer Beachtung des Naturschutzes  zu sichern;
  • eine vorbildliche Innenentwicklung mit Revitalisierung und Inwertsetzung alter qualitätvoller Bausubstanz, insbesondere für die Direktvermarktung des Naturproduktes Wein und für touristische Zwecke;
  • verkehrsberuhigende Maßnahmen und die gelungene Gestaltung der öffentlichen Straßen- und Platzräume inklusive Anlage von Themengärten;
  • ein hohes Maß an Bürgerbeteiligung und gesellschaftlichem Zusammenhalt gepaart mit zeitgemäßen Infrastrukturen für Kinder, Jugendliche und für die ältere Bevölkerung.

Seeham, Salzburg, Österreich
Seehams herausragende Leistungen sind vielfältig und reichen vom wirtschaftlichen über den sozialen bis hin zum kulturellen Bereich. Trotz des Siedlungsdrucks aus der nahen Landeshauptstadt Salzburg, dem offensiv begegnet wird, gelang es, dörfliche Struktur und Eigenart zu wahren und sich durch bemerkenswerte gesellschaftliche Innovationen erfolgreich auf den Weg in eine nachhaltige Entwicklung zu begeben. Herzstücke sind die denkmalgerechte Sanierung und Umnutzung des Schmidbauernhofes, die Ausrichtung der Landwirtschaft auf biologische Produktionsweisen, das Forcieren regionaler Kreislaufwirtschaft,  die Nutzung alternativer Energien, ein Mehrgenerationenhaus, eine gemeindeeigene Sozialarbeiterin,  eine motivierte Bevölkerung, deren Beteiligung gefördert und unterstützt wird, sowie zahlreiche Beispiele für praktizierte Kooperationsbereitschaft und gelebte Netzwerkorientierung.

Urnäsch, Appenzell Ausserrhoden, Schweiz
Urnäsch ist ein beeindruckendes Beispiel für eine höchst erfolgreiche Trendumkehr vom Abwanderungsraum zum vorbildhaften Innovationsstandort. Herzstück der Entwicklungsmaßnahmen ist die Errichtung eines REKA-Feriendorfes, das schlichtweg als Referenzprojekt für nachhaltige, qualitätvolle Architektur und Bautechnik im ländlichen Raum anzusehen ist. Höchste Anerkennung verdienen dabei auch die Finanzierung und die Realisierung des Projektes, die auf einem optimalen  Zusammenspiel von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik unter starker Einbindung der Bevölkerung, die 11 Millionen SF in Form von Spenden aufzubringen vermochte,  basieren. Darüber hinaus wird am Feriendorf deutlich, was Urnäsch insgesamt auszeichnet: Es steht für eine Beispiel gebende Vernetzung von natürlichen, landwirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Ressourcen mit neuen Wertschöpfungsketten, die die Einkommenschancen und die Lebensqualität aller EinwohnerInnen zu verbessern imstande ist.

Europäischer Dorferneuerungspreis für ganzheitliche, nachhaltige und mottogerechte Dorfentwicklung von herausragender Qualität

Gaschurn, Vorarlberg, Österreich
Gaschurn beeindruckt durch bemerkenswerte Aktivitäten und Projekte in allen maßgeblichen Bereichen der Dorfentwicklung, die auf einem ganzheitlichen Leitbild basiert und von aktivierenden Prozessen zur Bürgerbeteiligung und professioneller Prozessbegleitung gekennzeichnet ist. Vorbildlichen Maßnahmen stellen neben anderen die Errichtung eines Biomasseheizwerkes, die 25%-ige Solarförderung durch die Gemeinde, die Sanierung alter Bausubstanz und gleichzeitige Forcierung zeitgemäßer Gestaltungsformen, eine interkommunale Plattform zur Vermarktung landwirtschaftlichern Produkte und eine Wirtschaftsgemeinschaft dar. Höchst bemerkenswert sind auch die Initiativen zur Verschränkung von Tourismus und Genussregion Montafon, das Anlegen eines Landschaftspfades und eines naturnahen, erlebnisorientierten Wasserparks, die Verlegung des Kindergartens, die Initiierung einer Sommerbetreuung für Kinder und die Schaffung eines Jugendraumes, der von den Jugendlichen selbst verwaltet wird.

Mompach, Luxemburg
Mompach überzeugt in allen wesentlichen Bereichen der Dorfentwicklung, allem voran mit nachhaltiger, umweltschonender Land- und Waldwirtschaft, vorbildlichen Naturschutzprojekten, einem sorgsamen Umgang mit dem baukulturellen Erbe sowie mit beispielhaften Energiekonzepten. Das vielfältige bürgerschaftliche Engagement wird von der Gemeinde durch die Schaffung zeitgemäßer sozialer Infrastruktur für alle Alters- und Interessengruppen gefördert. Hervorzuheben sind auch mehrere grenzüberschreitende Kooperationsprojekte mit der deutschen Nachbarkommune, die Ressourcen schonen und Menschen zusammenführen.

Nebelschütz, Sachsen, Deutschland
Die Leistungen sind in vielen Teilbereichen der Dorfentwicklung herausragend: Erhalt und Aufbau von Erwerbsmöglichkeiten in Handel, Handwerk und Dienstleistungssektor, verantwortungsvoller und zukunftsweisender Umgang mit den Ressourcen und erneuerbaren Rohstoffen, Nutzung alter schützenswerter Bausubstanz, Schaffung von Stoff- und Energiekreisläufen sowie Weiterentwicklung von innovativen technologischen Synergien legen eine tragfähige wirtschaftliche Basis. In soziokultureller Hinsicht beeindrucken die Inwertsetzung der sorbischen Tradition als touristisches Alleinstellungsmerkmal, das rege Vereinsleben und der Zusammenhalt in der dörflichen Gemeinschaft und in der Region. Partnerschaften mit Freunden in aller Welt machen Nebelschütz zu einem weltoffenen Dorf mit Zukunft.

Rohrlack, Brandenburg, Deutschland
Rohrlack zeigt eine ganzheitliche, nachhaltige und mottogerechte Dorfentwicklung von herausragender Qualität, wobei die behutsame Entwicklung des Dorfes, gelegen in einem typischen Ungunstraum, im Zusammenspiel von DorfeinwohnerInnen, Zugezogenen und Auswärtigen hervorstechen. Aus diesem Zusammenspiel erwuchs die sensible und vorbildliche Integration von Menschen mit Behinderung in das Dorf, das zudem in deutlichem Maße auf Vernetzung setzt. All das wird durch das hohe Engagement der DorfeinwohnerInnen für ihr Belange möglich, die durch ihren ganzheitlichen Ansatz eindrucksvoll Zukunft schaffen.

Schönbach, Niederösterreich, Österreich
Schönbach ist durch ein außerordentlich  hohes Maß an bürgerschaftlichem Engagement und die Bereitschaft zur Umsetzung innovativer Ideen, insbesondere im wirtschaftlichen und kulturellen Bereich, gekennzeichnet. Herausragend präsentieren sich dabei insbesonders die Sanierung  und Revitalisierung des Klosterkomplexes, die Einrichtung einer Erlebniswerkstatt mit überregionalen Ausbildungslehrgängen für traditionelle Handwerkstechniken, die Schaffung von (europäischen) Bauernmärkten und einer Bauernholzbörse, die Bereitschaft zur Nutzung alternativer Energien, wie Sonnenkellektoren und  Biomasse in Form von Hackschnitzel und Sonnenblumenkernen, eine auf höchst innovative und bemerkenswerte Methoden und Ideen setzende Schule sowie Initiativen zur flächendeckenden Breitbandversorgung.

Europäischer Dorferneuerungspreis für besondere Leistungen in einzelnen oder mehreren Bereichen der Dorfentwicklung

Brontallo, Tessin, Schweiz
Brontallo ist es auf bemerkenswerte Weise gelungen, seinem scheinbar vorgezeichneten Schicksal  als auslaufender Wohnstandort inmitten einer verfallenden Kulturlandschaft Paroli zu bieten und einen zukunftsfähigen Agrotourismus zu entwickeln, der sich als Ersatz- und Begleitökonomie zur traditionellen Landwirtschaft versteht. Wesentliche Maßnahmen stellten dabei die Rodung der zuwachsenden Selven, die Instandsetzung der Trockensteinterrassen und diverser Kleinbauten sowie der Ausbau der traditionellen Turmhäuser zu vermietbaren Ferienwohnungen dar.

Dechow, Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland
Dechow setzt erfolgreich auf das Konzept eines „lebendigen Dorfes“, das trotz ungünstigster Voraussetzungen im vergangenen Jahrzehnt zielstrebig, ganzheitlich, nachhaltig und kreativ angedacht und schrittweise umgesetzt wurde. Die junge, aber sehr heterogene Bevölkerung hat zusammen gefunden und arbeitet engagiert, insbesondere in soziokulturellen, gestalterischen und umweltrelevanten Bereichen sowie im Sinne des Aufbaus eines sanften Tourismus, für ihr „junges“ Dorf.

Dolenja vas, Slowenien
Dolenja vas beeindruckt durch herausragende gemeinschaftliche Leistungen im sozialen und kulturellen Bereich, wobei der Transfer von Wissen und traditionellen Fertigkeiten eine große Rolle spielt.  Besondere Anerkennung verdient das Engagement der Dorfgemeinschaft beim Bau des neuen, multifunktionalen Kulturzentrums, das in beispielhafter Weise  ausschließlich durch Eigenarbeit und mit Eigenmitteln der Dorfgemeinschaft errichtet wird und maßgeblich zur Festigung des dörflichen Gemeinwesens und zur Bereicherung der infrastrukturell bedingten Lebensqualität  beitragen kann.

Eckstedt, Thüringen, Deutschland
Eckstedt zeichnet sich allem voran durch die Sanierung und Umnutzung traditionsreicher Gebäude unter tatkräftiger Mitwirkung der Bevölkerung aus, wobei die Restaurierung der beeindruckenden Barockkirche, die heute auch für Konzertaufführungen genutzt wird, besonders zu erwähnen ist. Zahlreiche Initiativen und Maßnahmen zur Erhöhung der Attraktivität der Gemeinde sowie das reichhaltige Vereinsleben mit vielen gesellschaftlichen Aktivitäten, an denen alle Generationen beteiligt sind, sind ebenfalls als beispielhafte Leistungen einzuschätzen und wirken sich sehr positiv auf die Lebensqualität der BewohnerInnen aus.

Elsendorp, Niederlande
Elsendorp zeichnet sich allem voran durch ein vorbildliches Engagement in den Bereichen gesellschaftlicher Zusammenhalt, BürgerInnenengagement und soziale Einrichtungen aus. Zu erwähnen sind unter anderem die Schaffung eines Seniorenzentrums, das Möglichkeiten zur Kommunikation, aber auch medizinische Betreuung bietet, die Einrichtung eines wöchentlichen Mittagstisches, der die Generationen zusammen führt,  und eine Schule, die nicht nach den Schwächen, sondern den Stärken der SchülerInnen sucht. Besondere Leistungen sind auch hinsichtlich der Erhaltung landwirtschaftlicher Betriebe, des Natur- und Umweltschutzes und der Siedlungsentwicklung zu nennen.

Havlovice, Böhmen, Tschechische Republik
Havlovice überzeugt insbesondere durch die Errichtung eines vorbildlichen Sportareals für die gesamte Region, den Ausbau des Wander- und Radwegenetzes und die Realisierung weiterer touristischer Maßnahmen, die auch den Einheimischen zugute kommen, sowie durch die bauliche Aufwertung des Kulturhauses. Diese Initiativen haben in Verbindung mit einem reichhaltigen Vereinsleben mit vielen gesellschaftlichen Aktivitäten aller Generationen wesentlichen Anteil daran, dass es gelungen ist, die  Attraktivität der Gemeinde und die Lebensqualität der Bevölkerung spürbar zu verbessern.

Hügelland östlich von Graz, Steiermark, Österreich
Das Hügelland östlich von Graz umfasst einen regionalen Verbund von 24 Gemeinden und besticht allem voran durch  beispielhafte und herausragende Leistungen im wirtschaftlichen Bereich. Besondere Anerkennung verdienen die erfolgreichen Bemühungen, im Sog der Landeshauptstadt Graz Maßnahmen zur Stärkung der regionalen Identität sowie zu neuer Wertschöpfung in den Bereichen Selbstvermarktung sowie Freizeit und Erholung zu realisieren. Kreative „Mittel zum Zweck“ sind dabei regionale Marktplätze, die auch anspruchsvolle neue Ortszentren darstellen und strategisch darauf abzielen, nicht nur Produkte an den Konsumenten zu verkaufen, sondern dabei auch die hohe Wertigkeit von Lebensmitteln besonders zu betonen und Bewusstseinsbildung zu erzielen.

Incourt, Wallonie, Belgien
Incourt ist durch pilothafte Projekte hinsichtlich einer Stärkung der sozialen Bindungen der BewohnerInnen, des Erhalts qualitätvoller Lebensbedingungen sowie der ökologischen und wirtschaftliche Entwicklung gekennzeichnet. Im Zentrum steht dabei die Nutzbarmachung des ehemaligen Steinbruchgeländes mit vielen ruinösen Baukörpern zu einem neuen Ortszentrum mit verschiedenen Funktionen: einem See mit reicher Flora und Fauna, einem Haus der Natur als Beratungs- und Fortbildungsstelle für alle Energiefragen und einer Wohnanlage für alle Generationen. Gestützte Gemeinde-Mietwohnungen für junge Familien, die Bewahrung des kulturellen Erbes, das Engagement für Natur und Umweltschutz, die Bemühungen um neue Beschäftigungsmöglichkeiten und die ausgeprägte Bürgerbeteiligung verdienen ebenfalls besondere Anerkennung.

Kazár, Ungarn
Der Gemeinde Kazár sind seit Beginn des Dorferneuerungsprozesses wesentliche Entwicklungen gelungen. Vor allen Dingen die Beiträge zur kulturellen Identifikation der Dorfgemeinschaft, zahlreiche Restaurierungen und Revitalisierungen, die Bereitschaft zu überörtlichen Kooperationen und die Schaffung von zeitgemäßen Einrichtungen zur Erhöhung der Lebensqualität sind hervorzuheben. Auch die Maßnahmen zur wirtschaftlichen Neuorientierung und Neupositionierung des Ortes lassen richtige Tendenzen erkennen und beginnen zu greifen.

Kuniów, Opole, Polen
Kuniów fasziniert mit realistischen und zugleich visionären Ideen und bereits gegenständlichen vernetzten Projekten sowie mit dem persönlichen Einsatz und dem engagierten, mitreißenden Schwung seiner BürgerInnen. Besondere Erwähnung verdienen dabei die Herausarbeitung der eigenen Werte und Ziele sowie die Wahrung und Pflege traditioneller Handwerke in Kombination mit erlebnis- und bildungstouristischer Ausrichtung. Ein Musterprojekt ist das „Kulturhaus“ – eine Schule, die Raum bietet für Kindergarten, Jugend- und Bürgerarbeit,  und als Generationen übergreifendes Zentrum für Bildung, Begegnung und Betreuung sowie auch als Plattform der Ideenentwicklung fungiert.

Liptál, Mähren, Tschechische Republik
Liptál zeichnet sich durch eine ausgeprägte Traditionspflege sowie Initiativen zur Stärkung der Dorfgemeinschaft und der Teilhabe aller gesellschaftlichen Gruppen am dörflichen Leben, insbesondere durch die bauliche Kombination von Schule und altengerechtem Wohnen, aus. Auch im ökonomischen Bereich sind Erfolge zu verzeichnen, die sich in neu entstanden kleingewerblichen Betrieben und ersten touristischen Infrastrukturen manifestieren.

Radenthein, Kärnten, Österreich
Radenthein überzeugt mit hervorragenden Projekten in verschiedenen Teilgebieten der Gemeindeentwicklung. Besondere Anerkennung verdienen die Bemühungen im Sozialbereich, die der negativen Grundstimmung nach dem Niedergang der örtlichen Industrie entgegenwirken. Durch das Engagement von Schlüsselpersonen konnte eine Umkehr erreicht werden, die BürgerInnen Halt und neue Zukunftsperspektiven gibt. Auch die Initiativen der Gemeinde zusammen mit örtlichen Betrieben – Erlebniswelten Granatium und Sagamundo – sind sehr bemerkenswert. Dadurch erhält der Ort ein neues, modernes Image, entsteht Anziehungskraft für Urlauber in der Region und wird nicht zuletzt ein Beitrag zur wirtschaftlichen Belebung geleistet.

Ramsdorf, Nordrhein-Westfalen, Deutschland
Ramsdorf beeindruckt mit  besonderen Leistungen in mehreren Bereichen der Dorfentwicklung. Die soziale Nähe und das intakte gesellschaftliche Netzwerk, die hohe Bereitschaft zur Eigenleistung und die zukunftsgerichteten Initiativen zur Stärkung des sozialen Zusammenhaltes stechen dabei hervor. Große Anerkennung verdient darüber hinaus die ausgeprägte Sensibilität für ein intaktes, dem kulturellen Erbe angepasstes Dorfbild, dem durch qualitätvolle Sanierungen und ein einfühlsames Bauen Rechnung getragen wird.

Romrod, Hessen, Deutschland
Romrod zeichnet sich durch mehrere qualitätvolle Leistungen aus. Alles aber wird überstrahlt von der ausgeprägten Mottogerechtigkeit der Entwicklungsorientierung. Basierend auf einer hohen Sensibilität für die mannigfaltigen Auswirkungen des  demografischen Wandels und der Veränderungen der dörflichen Gesellschaft wird den Problemen der Landflucht und der Überalterung aktiv mit engagiertem Nachdenken und innovativen Projekte begegnet. Zahlreiche Aktivitäten und Maßnahmen in verschiedenen Bereichen der Dorfentwicklung wurden erfolgreich umgesetzt und zeitigen dank einer guten Vernetzung Synergieeffekte und Breitenwirkung.

Roßbach, Sachsen-Anhalt, Deutschland
Roßbach überzeugt mehrfach, insbesondere mit der sehr vorausblickende Leistung der Schaffung und Erhaltung von standortgemäßen Arbeitsplätzen mit Gewerbe- und Handwerksbetrieben, denen ein professioneller Unternehmergeist zu Grunde liegt, der sich auch in der stilgerechten Revitalisierung des Ortskernes unter Berücksichtigung der zeitgemäßen Bedürfnisse widerspiegelt. Im Selbstverständnis um die eigenen Stärken entstand unter Mithilfe der BürgerInnen und Vereine eine solide Basis für einen zu erwartenden Qualitätstourismus, zu dem sowohl die Aktivitäten der beiden Glaubensgemeinschaften wie auch die innovativen Winzer beitrugen. Das
Weindorf Roßbach hat damit für seine Zukunft als lebenswerte Gemeinde bestens vorgesorgt.

Steffeshausen, Deutschsprachige Gemeinschaft, Belgien
Steffeshausen in der belgischen Eifel kann mit dem Pfund einer herrlichen Landschaft im Dreiländereck Belgien-Luxemburg-Deutschland wuchern. Vom Ausgangspunkt eines traditionsgeleiteten Dorfes arbeitet eine selbstorganisierte, intakte Gemeinschaft an der Zukunftsfähigkeit ihres Dorfes. Die gemeinsame Umsetzung zahlreicher Kleinprojekte unter Einbeziehung aller Generationen sichert die starke Bindung der BewohnerInnen an ihren  Lebensraum. Die Ansätze zur Entwicklung des sanften Tourismus werden als Chance gewertet.

Umhausen, Tirol, Österreich
Umhausen fand auf der Suche nach Steigerung seiner touristischen Attraktivität und im Bewusstsein um seine Lage an einer historischen Passstraße eine besondere Nische: Schaffung eines Archäologieparkes unter der Patronanz des populären Ötzis. Der archäologische Freilichtpark, der immer mehr BesucherInnen anzieht, die qualitätvolle agrotouristische Weiterentwicklung und die Restrukturierung der traditionellen Kulturlandschaft stärkten das Selbstbewusstsein und den Zukunftsglauben  der Umhausener BürgerInnen und stellen preiswürdige Leistungen dar.

Wienhausen und Eicklingen, Niedersachsen, Deutschland
Die Gemeinden Eicklingen und Wienhausen weisen in ihren Dörfern sehr intakte Dorfgemeinschaften auf, die in qualitativ sehr guten Einzelprojekten, gepaart mit einer hohen Arbeitsbereitschaft der DorfeinwohnerInnen, Zukunft geschaffen haben. Das Projekt der dezentralen Abwasserklärung sticht dabei als besonders innovativer Beitrag neben vielen sehr gelungenen Sanierungen und Umnutzungen von Altbausubstanz besonders hervor.

Lobende Anerkennung für besondere Leistungen

Kein Teilnehmer

25. bis 27. September 2008

Seit 1990 ruft die Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung alle zwei Jahre zum Wettbewerb um den Europäischen Dorferneuerungspreis auf. Heuer ging diese begehrte Auszeichnung erstmals nach Italien, und zwar an die 5.200 EinwohnerInnen zählende Gemeinde Sand in Taufers in Südtirol. “Sie stellt mit mutigen gesellschaftlichen Innovationen im Rahmen einer nachhaltigen und ganzheitlichen Gemeindeentwicklung eindrucksvoll unter Beweis, dass sie willens ist, ihre Zukunft selbst zu gestalten“, betonte die Geschäftsführerin der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, Theres Friewald-Hofbauer, Wien, bei der Verleihung der Europäischen Dorferneuerungspreise 2008 im friesländischen Ort Koudum, Niederlande, dem Gewinner des Wettbewerbes 2006.

Dem Festakt wohnten neben einer Reihe hochrangiger Persönlichkeiten und rund 850 Dorferneuerungsaktivisten aus zahlreichen europäischen Staaten auch der Beauftragte der Königin der Provinz Friesland, Johannes Arnoldus Jorritsma, und der 2. Vorsitzende der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, Wojewode Riszard Wilczynski, Opole, Polen, bei. Workshops, Exkursionen und ein grandioses Fest der Begegnung, das sich über den ganzen Ort erstreckte und drei Tage andauerte, rundeten das Programm der Veranstaltung ab, die von der Europäischen Kommission, Generaldirektion Landwirtschaft und Ländliche Entwicklung, gefördert und von der ARGE in Kooperation mit Koudum, der Gemeinde Nijefurd und dem Club Niederösterreich durchgeführt wurde.

Sand in Taufers – eine basisdemokratische Bildungsgemeinde

Die Erneuerungsbewegung von Sand in Taufers basiert auf der Erkenntnis, dass Bildung und Weiterbildung der Schlüssel zu einer nachhaltigen Gemeindeentwicklung sind und dass der Ideenreichtum der BürgerInnen – neben der naturräumlichen und wirtschaftlichen Gunstlage – die wertvollste Ressource der Kommune darstellt. Gemäß diesem innovativen Ansatz und dem Anspruch auf Ganzheitlichkeit besticht Sand in Taufers durch eine Vielzahl an Projekten, die miteinander vernetzt, aufeinander abgestimmt und in kommunale und regionale Konzepte eingebunden sind. Sie präsentieren sich als markante Stationen auf dem Weg zu einer basisdemokratischen Bildungsgemeinde mit hoher Lebensqualität. Soziale, wirtschaftliche, kulturelle und ökologische Aspekte werden dabei als gleichwertig behandelt.

Die gesetzten und projektierten Maßnahmen sind von einer klaren Innovationsorientierung und einem sehr hohen Problembewusstsein, insbesondere für Anliegen des Klimaschutzes und für neue Anforderungen infolge eines permanenten gesellschaftlichen Wandels, gekennzeichnet.

Wettbewerbsprojekte von Nachhaltigkeit und Ganzheitlichkeit geprägt

Der 10. Wettbewerb um den Europäischen Dorferneuerungspreis stand unter dem Motto „Zukunft durch gesellschaftliche Innovationen“ und zeichnete sich durch eine große Teilnehmerzahl (29 Orte bzw. Gemeinden bzw. Mikroregionen aus ebenso vielen europäischen Regionen) sowie ein außerordentlich hohes Niveau aus. Unter vielen guten Projekten wurden die zehn besten, die mit zu den Sieganwärtern gezählt hatten, mit einem „Europäischen Dorferneuerungspreis für ganzheitliche, nachhaltige und mottogerechte Dorfentwicklung von herausragender Qualität“ ausgezeichnet. 18 Teilnehmer dürfen sich über einen „Europäischen Dorferneuerungspreis für besondere Leistungen in mehreren Bereichen der Dorfentwicklung“ freuen.

Ziel des Wettbewerbes war es, besonders herausragende und beispielhafte Aktivitäten und Initiativen der Dorf- und Gemeindeentwicklung „vor den Vorhang“ zu bitten und unter Berücksichtigung des ökonomischen und kulturellen Kontextes zu prämieren. Vorrangiges Kriterium war, dass die gesetzten Maßnahmen gemäß dem „Leitbild für Landentwicklung und Dorferneuerung in Europa“ und im Sinne der Lokalen Agenda 21 darauf abzielen, zu einer nachhaltigen Stärkung der Zukunftsfähigkeit ländlicher Räume beizutragen. Das Motto des Wettbewerbes 2008 – „Zukunft durch gesellschaftliche Innovationen“ – war als Signal dafür gedacht, einen besonderen Fokus auf die soziale Dimension der Lebensqualität zu legen. Es sollte dazu anregen, sich sehr bewusst mit den vielfältigen Veränderungen der Sozial-gemeinschaft Dorf auseinander zu setzen und Antworten auf den demografischen Wandel, auf neue Rollenbilder und neue Familienstrukturen zu suchen.

Bewertet wurden neben der äußeren Erscheinung vor allem die inneren Qualitäten der Dörfer. Fragen der Architektur, der Siedlungsentwicklung, der Ökologie und der Energieversorgung spielten dabei ebenso eine Rolle wie soziale Einrichtungen, kulturelle Initiativen und Bemühungen um eine wirtschaftliche Entwicklung. Wesentlich dabei waren ein ganzheitlicher Ansatz, eine Orientierung in Richtung Nachhaltigkeit und eine von Bürgerbeteiligung, Eigeninitiative und Kooperations-bereitschaft geprägte Methodik.

Europäischer Dorferneuerungspreis – Lobbying für den Ländlichen Raum

„Ich bin sehr froh, dass die Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung den Europäischen Dorferneuerungspreis kontinuierlich seit 1990 vergibt. Denn dieser Wettbewerb fördert die Europäische Integration und trägt wesentlich dazu bei, dass die ländlichen Räume Europas auf der politischen Tagesordnung bleiben“, so ein Kommentar des „Gastgebers“ und Königlichen Kommissars J.A. Jorritsma.

4. Juli 2008

Der Wettbewerb um den Europäischen Dorferneuerungspreis 2008 ist entschieden: Eine interdisziplinär zusammengestellte Jury von 18 hochrangigen internationalen ExpertInnen hat nach einer intensiven Begutachtung vor Ort bei der abschließenden Bewertungssitzung dieser Tage in München nach eingehender Beratung die Gemeinde Sand in Taufers, Südtirol, Italien, zum Sieger gekürt. „Damit wird ein Projekt ausgezeichnet, das dem Wettbewerbsmotto ,Zukunft durch gesellschaftliche Innovationen’ auf überzeugende und mehrfache Weise gerecht wird und mit einer ganzheitlichem, nachhaltigen Entwicklung von herausragender Qualität besticht“, freute sich der Vorsitzende der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll, Niederösterreich, in einer ersten Reaktion.

Bildung und Bürgerbeteiligung als Erfolgsgaranten

Sand in Taufers zählt 5100 EinwohnerInnen und startete seine Erneuerungsbewegung im Jahr 2000. Sie basiert auf der Erkenntnis, dass Bildung und Weiterbildung der Schlüssel zu einer nachhaltigen Gemeindeentwicklung sind und dass der Ideenreichtum der BürgerInnen neben der naturräumlichen und wirtschaftlichen Gunstlage die wertvollste Ressource der Gemeinde darstellen. Dieser Ansatz hat die JurorInnen ebenso beeindruckt wie der Anspruch auf Ganzheitlichkeit und der hohe Grad an thematischen, räumlichen und interkommunalen Vernetzungen gepaart mit Beispiel gebenden gesellschaftlichen Innovationen.

Der Teilnehmer besticht durch eine Vielzahl an Projekten, die sich als markante Stationen auf dem Weg zu einer zukunftsorientierten und basisdemokratischen Bildungsgemeinde mit hoher Lebensqualität präsentieren. Soziale, wirtschaftliche, kulturelle und ökologische Aspekte werden dabei als gleichwertig behandelt, was in Kombination mit einem sehr ausgeprägten Problembewusstsein, insbesondere für Anliegen des Klimaschutzes und für neue Anforderungen infolge eines permanenten gesellschaftlichen Wandels, und einer klaren Innovationsorientierung die Überzeugung stärkt, dass in Sand in Taufers ein nachhaltiger Entwicklungsprozess in Gang gesetzt wurde, der noch viele Erfolge zeitigen wird.

Sensationell hohes Niveau der Wettbewerbsprojekte

Grund zum Feiern haben aber nicht nur die Sander, sondern auch alle anderen der insgesamt 29 Teilnehmer aus ebenso vielen europäischen Ländern bzw. Regionen. Unter den vielen guten und sehr guten Projekten wurden die zehn Besten, die mit zu den Sieganwärtern gezählt hatten, mit einem „Europäischen Dorferneuerungspreis für ganz-heitliche, nachhaltige und mottogerechte Dorfentwicklung von herausragender Qualität“ ausgezeichnet. 18 Teilnehmer dürfen sich über einen „Europäischen Dorferneuerungspreis für besondere Leistungen in einzelnen oder mehreren Bereichen der Dorfentwicklung“ freuen. Die hohe Qualität der Wettbewerbsprojekte hatte zur Folge, dass sich 2008 kein Teilnehmer in der Kategorie „Lobende Anerkennung besonderer Leistungen“ findet (siehe Anlage).

Vom 25. bis 27. September 2008 wird es soweit sein: Die Auszeichnungen werden verliehen – im Rahmen eines Festaktes, eingebettet in Workshops, Exkursionen, einen Abend der Begegnung mit Dorfgemeinschaften aus mehr als 30 europäischen Regionen, eine Ausstellung der Wettbewerbsprojekte und ein dreitägiges Dorffest mit. Austragungsort ist der Gewinner des Europäischen Dorferneuerungspreises 2006.

Die Preisverleihung erfolgt am 26. September 2008 in Koudum (Sieger 2006), Gemeinde Nijefurd, Niederlande, im Rahmen eines Festaktes, der in einen dreitägigen  Veranstaltungsreigen mit Workshops, Exkursionen und unzähligen kulturellen und kulinarischen Highlights eingebunden ist.

24. und 25. April 2008

Das Umweltzentrum in Oberlauterbach, Ortsteil der Stadt Falkenstein in Sachsen, war Gastgeber des 1. Dorferneuerungs-Stammtisches, der Ende April 2008 von der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung in Kooperation mit dem Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft veranstaltet wurde. Ein Austragungsort, der dem Thema des Stammtisches “Neues Leben in alten Mauern” mehr als gerecht wurde, gibt er doch als ehemaliges Rittergut ein großartiges Beispiel dafür ab, wie es gelingen kann, eine wertvolle historische Bausubstanz nicht nur fachgerecht zu restaurieren, sondern auch sinnvoll zu revitalisieren.

Im Zentrum des Workshops stand die Auseinandersetzung mit Vor- und Nachteilen von Umnutzung und Neubau in ländlichen Siedlungen und damit ein Teilbereich des wichtigen und umfassenden Themenkomplexes „Siedeln, Bauen und Wohnen“, der in jeder ganzheitlichen Gemeindeentwicklung besondere Aufmerksamkeit genießen sollte, wie ARGE-Geschäftsführerin Theres Friewald-Hofbauer in ihrem Eröffnungsstatement betonte. Denn jeder Lebensraum, ob Haus, Dorf oder Landschaft, gibt Zeugnis von den Erfahrungen, Wagnissen und Sehnsüchten seiner BewohnerInnen und deren Vorfahren, spiegelt deren Lebensalltag und Lebensträume wider und ist damit wesentlicher Kristallisationspunkt für Identität und Identifikation.

Henning Kuschnig, Referent für Dorfentwicklung im Referat für Ländliche Entwicklung des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft, erklärte, dass man in Sachsen vorrangig auf Umnutzungen, die eine Baulandeinsparung im Ausmaß von 3,4 Millionen m2 zu bringen vermögen, setze. „Neubauten werden bei uns daher nicht mehr gefördert“, so Kuschnig, der im Hinblick auf die Landflucht auch dafür plädierte, Dörfer attraktiver für Frauen zu  machen.

Mit interessanten Ergebnissen einer Studie, die darauf ausgerichtet war, Neubauten und Umnutzungsobjekte hinsichtlich ihrer Stoff-, Energie-, Emissions- und Kostenbilanzen miteinander zu vergleichen, wusste Wolfram Worm von der Sächsischen Landesanstalt für Landwirtschaft aufzuwarten. Er verwies darauf, dass es dabei zahlreiche Faktoren wie den baulichen Zustand, Abweichung der Zielnutzung von der ursprünglichen Verwendung, Baukörpergröße etc. zu berücksichtigen gebe, die großen Einfluss auf endgültige Bilanzen hätten, dass aber summa summarum ein bemerkenswert großen Plus für Umnutzungen zu verzeichnen sei.

Peter Schawerda, Konsulent der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, warf einen Blick auf Projekte, die er im Rahmen seiner Jurorentätigkeit im Wettbewerb um den Europäischen Dorferneuerungspreis kennen gelernt hatte. Etwa auf die Region Artland in Niedersachsen, wo es mit viel Engagement gelungen ist, leer fallende bzw. leer gefallene, Jahrhunderte alte und einzigartige Bauernhöfe unter Wahrung der baukulturellen Substanz und der umgebenden idealtypischen Parklandschaft erfolgreich umzunutzen und zusätzlich durch eine sinnvolle Vernetzung der einzelnen Nutzungsformen zu einer Erhöhung der Wertschöpfung beizutragen. Bemerkenswert auch das niederländische Bredevoort, ein 1600 EinwohnerInnen zählender Ort mit einem denkmalgeschützten, mittelalterlichen Stadtkern, wo es innerhalb von nur fünf Jahren gelang, sich als grenzüberschreitende Bücherstadt zu etablieren und rund 40 leerstehende Gebäude zu mehr als 20 Antiquariaten, einem Buchbinde- und ein Dokumentationszentrum für Regionalgeschichte sowie mehreren Kunstgalerien umzufunktionieren. Ein blühender Kulturtourismus mit höchst positiven Auswirkungen auf Wirtschaft und Landwirtschaft war nur eine der Konsequenzen dieser kreativen Idee.

Über seine reichen Erfahrungen mit dem Landeswettbewerb „Ländliches Bauen“ berichtete dessen Juryvorsitzender, Architekt Dietmar Schröder. Der Wettbewerb wird seit 1993 vom Freistaat Sachsen – seit dem Jahr 2003 gemeinsam mit dem Landesverein Sächsischer Heimatschutz e. V. – ausgerichtet, um vorbildliche Ergebnisse der Sanierung, der Umnutzung sowie des Neubaus ländlicher und landwirtschaftlicher Wohn- und Wirtschaftsgebäude und anderer landschaftstypischer baulicher Anlagen zu würdigen. Dahinter steht die Intention, künftige Bauherren dazu anzuregen, sich die gelungenen Beispiele als Vorbild zu nehmen. Näheres dazu unter:  http://www.smul.sachsen.de/laendlicher_raum/331.htm

Sozialwissenschafterin Ute Roericht von der Sächsischen Landesanstalt für Landwirtschaft schließlich gewährte Einblicke in die Ergebnisse einer Befragung von Familien hinsichtlich ihrer Vorstellungen von Wohnqualität und an ihre Ansprüche und Erwartungen an das Wohnen. Ihr Resumée mit den Worten einer Befragten: Junge Leute und alte Häuser – das passt zusammen!

Neben den oben genannten Fachleuten waren auch die Teilnehmer – VertreterInnen von Behörden, Vereinen und vor allem Gemeinden und Dörfern, die an einem der Wettbewerbe um den Europäischen Dorferneuerungspreis teilgenommen haben – eingeladen, über einzelne Projekte und ihre Erfahrungen mit Renovierung, Umnutzung und Revitalisierung von alten Bausubstanzen zu berichten. Bürgermeister Willibald Kessler aus Lupburg Bayern), Architekt Norbert Seitz vom Amt für Ländliche Entwicklung Oberpfalz (Bayern), Bürgermeister Reinhard Falke aus Ummendorf (Sachsen-Anhalt), Bürgermeisterin Gisela Schöley aus Neustadt im Vogtland (Sachsen), die Vereinsobleute Walter Hammerl und Franz Höfer aus Schönbach (Niederösterreich) und Rainer Jessen von der Gesellschaft zur Förderung musischer Erziehung e.V. (Brandenburg) machten davon Gebrauch und spannten dabei einen weiten thematischen Bogen von denkmalgeschützten Einzelobjekten für private Wohnzwecke zu umfassenden kommunalen und lokalen Revitalisierungsprojekten für  kulturelle, soziale, wirtschaftliche oder wohnliche Nutzung.

Angeregte Diskussionen und vielfältiger Erfahrungsaustausch der TeilnehmerInnen rundeten den Dorferneuerungs-Stammtisch ab und mündeten in der Erkenntnis, dass die Planung des zweiten Stammtisches bald in Angriff genommen werden sollte

29 ausgewählte Dörfer, Gemeinden bzw. Regionen haben sich dem Wettbewerb um den Europäischen Dorferneuerungspreis 2008 und seinen Kriterien gestellt. Eine große Herausforderung für die Teilnehmer, aber auch für die JurorInnen, vor allem angesichts der Tatsache, dass außergewöhnliche Qualität und Zukunftsfähigkeit oft erst auf den zweiten Blick sichtbar werden, wenn nicht überhaupt nur spürbar sind.

Umso bedeutender ist es, dass dieser Wettbewerb von einer Jury entschieden wurde, die von vielseitiger Sachkompetenz, ausgeprägter Sensibilität und einem Höchstmaß an Verantwortungsbewusstsein gekennzeichnet ist.

Das sind sie, die JurorInnen 2008:

Josef Attenberger                     Johan W. Boekhoven

Ivona Cimermanová                  Hannes Clauß

Angelika Diesenreiter               Beatrix Drago

Alfons Dworsky                           Jan Florian

Camille Gira                                Peter Haider

Klaus Juen                                  Charles Konnen

Carlo Lejeune                             Marija Markes

Karl Mayr                                     Heike Roos

Peter Schawerda                       Hartwig Wetschko