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EV!RA 2026: European Village Renewal Award zum 19. Mal ausgelobt
Unter dem Motto „All different. All together“ erfolgte kürzlich die Auslobung des 19. European Village Renewal Awards.
Der renommierte Preis, an dem seit 1990 rund 440 Dörfer, Gemeinden und Interkommunale Allianzen aus 20 europäischen Staaten teilgenommen haben, wird künftig auch unter der einprägsamen Kurzform EV!RA laufen.
Ziel des Wettbewerbes bleibt es, herausragende Erneuerungs- und Entwicklungsprozesse in ländlichen Gemeinwesen zu evaluieren, auszuzeichnen und weit über regionale und Landesgrenzen hinaus bekannt zu machen – auch mit der Intention, andere Dörfer und Gemeinden an deren Wissen und Erfahrung partizipieren zu lassen. Dabei wird die internationale EV!RA-Jury ihre Bewertungen vor allem auf Basis umgesetzter Leitprojekte in den Teilnehmerorten vornehmen und ihr Hauptaugenmerk verstärkt auf die Resilienz, den innovativen Charakter und die kreative Herangehensweise bei der Projektentwicklung und -umsetzung legen.
Die Nennung von Teilnehmern kann noch bis Ende Jänner erfolgen. Die mehrstufige Evaluierungsphase, im Zuge derer jeder Teilnehmer von Jurorinnen und Juroren vor Ort begutachtet wird, endet Anfang Juli mit der finalen Bewertungssitzung. Die Preisverleihung findet vom 10. bis 12. September im Rahmen eines mehrtägigen Events mit informativem wie auch unterhaltsamem Rahmenprogramm im mitteböhmischen Kostelní Lhota, Gewinner des European Village Renewal Awards 2024, statt.
Klimaresilienz in Kommunen im Fokus
Building Climate Resilient Communities – unter diesem Thema stand das zweite online Dorferneuerungsfrühstück der ARGE im Dezember 2025. Dabei präsentierten VerantwortungsträgerInnen aus Feldbach (Steiermark, AT), Kostelní Lhota (Mittelböhmen, CZ), Wahrenholz (Niedersachsen, D) und Lanzenkirchen (Niederösterreich, AT) wichtige Basisinformationen und interessante Projektbeispiele für mehr Widerstandsfähigkeit gegenüber Extremwetterereignissen und bessere Anpassungsfähigkeit an Klimaveränderungen.
Die Stadt Feldbach, die auch regionales Zentrum der „Erlebnisregion Thermen- & Vulkanland Steiermark“ ist, hat es sich zur Aufgabe gemacht, auf verschiedensten Ebenen zur resilienten und robusten Gemeinde zu werden – von Gesundheit über Wirtschaft bis zu Infrastruktur und Energieversorgung. Sonja Skalnik, 1. Vizebürgermeisterin von Feldbach und Vorsitzende des Tourismusverbandes Thermen- & Vulkanland Steiermark, präsentierte Resilienz-Initiativen der Stadtgemeinde, die zu den 13 diesbezüglichen Pionierstädten Österreichs zählt. Sie erläuterte umfassende Maßnahmen, die in Feldbach in den Bereichen Klimaneutralität, Klimavorsorge, Energiewende, nachhaltige Mobilität und Krisenvorsorge gesetzt werden. Als absolutes Vorzeigeprojekt weit über die Region hinaus darf das Blackout-Vorsorgekonzept angesehen werden, das die Gemeinde in Kooperation mit Wissenschaft, Stakeholdern und Bevölkerung entwickelt hat. Skalnik betonte auch die regionale Zusammenarbeit im Tourismus – in der Region gibt es jährlich rund zwei Millionen Gästenächtigungen – und die Bedeutung des gemeinsamen Engagements aller BürgerInnen für eine resiliente Gemeinde.
Tomáš Drobný, Bürgermeister der Gemeinde Kostelní Lhota, die den Europäischen Dorferneuerungspreis 2024 erringen konnte, stellte mehrere Umweltinitiativen seiner Gemeinde vor und erläuterte die Schwerpunkte der kommunalen Flur- und Kulturlandschaftsgestaltung. Exemplarisch nannte er die Grünraumgestaltung mit endemischen Gräsern und Pflanzen an, bei der man sich fachliche Unterstützung seitens des Botanischen Gartens in Prag holte. Schwerpunkte im Landschaftsplanungskonzept, das in Kooperation mit der Technischen Universität Prag erstellt und Schritt für Schritt umgesetzt wird, sind Renaturierungen, Wassermanagement, konsensorientierter Hochwasserschutz, Waldbarrieren zur Autobahn, Maßnahmen gegen Bodenerosion sowie ein umfassendes Landkonsolidierungsprojekt. Drobný erwähnte auch Energieeinsparmaßnahmen, etwa die Umrüstung der öffentlichen Beleuchtung auf LED-Leuchten, den Bau von Photovoltaik-Anlagen und die Anschaffung eines Elektrofahrzeugs. Zu den Maßnahmen, die gesetzt werden, zählen außerdem verschiedene Umwelt- und Renovierungsprojekte die Revitalisierung von Teichen, ein Re-Use-Center für gebrauchte Gegenstände, eine Radwegstrecke, die ohne Asphalt auskommt, und einen Schullandheim-Park.
Die Gemeinde Wahrenholz setzt auf dem Weg zur Klimaresilienz auf verschieden Strategien, wie Herbert Pieper, Bürgermeister der Gemeinde Wahrenholz, erklärte. Schwerpunkte liegen unter anderem auf Landwirtschaft, klimaresistenter Grünraumgestaltung im und außerhalb des Ortes sowie auf der Energieversorgung, die mit kommunaler Wärmeplanung und Windenergie neue Wege geht. Bemerkenswert sind die Einbindung der Bevölkerung, interkommunale Kooperationen sowie der höchst innovative Charakter von Projekten. Pieper erklärte, wie die Gemeinde durch das niedersächsische Beteiligungsgesetz an Windenergieprojekten teilhaben kann, wobei BürgerInnen eine finanzielle Beteiligung von 0,2 Cent pro Kilowattstunde erhalten. Das Projekt zielt darauf ab, ein Nahwärmenetz mit Wärmepumpen und Direktstrom aus einem Windpark zu knüpfen, um eine kostengünstige und treibhausgasneutrale Wärmeversorgung bis 2040 zu gewährleisten.
Über Maßnahmen in der Gemeinde Lanzenkirchen berichtete Bernhard Jeitler-Haindl, Amtsleiter der Marktgemeinde. Der Neugestaltung des Ortszentrums von Lanzenkirchen erfolgte auf Basis eines örtlichen Klima- und Umweltschutzmanifests, das Schritt für Schritt umgesetzt wird. Schwerpunkte darin sind insbesondere Entsiegelung, Fassaden- und Dachbegrünungen sowie eine klimaresistente Platzgestaltung mittels einer pflegearmen, trockenheitsresistenten und hitzereduzierenden Bepflanzung. Ein Schwerpunkt war auch die Implementierung des „Schwammstadtprinzips“ zur Speicherung von Regenwasser in Grund und Boden, um Klimaresilienz zu fördern und die Lebensqualität zu verbessern. Neben dem „klimafitten Ortszentrum“ werden auch Schwerpunkte bei der nachhaltigen Energieversorgung gesetzt, z. B. durch den Einsatz erneuerbarer Energien, insbesondere durch eine Hackschnitzel-Nahwärmeanlage.
Die Präsentationen der Referentinnen und Referenten können Sie hier downloaden:
Weiterführende Informationen zum Thema
Zum Thema „Orte zukunftsfit entwickeln“ hat außerdem die Abteilung Raumordnung des Landes Oberösterreich zwei neue Publikationen herausgebracht.
In der Broschüre „Fokus Innenentwicklung“ sind Wissen, Handlungsansätze und Good-practice-Beispiele für lebendige Gemeinden zusammengefasst. Orientiert an der oberösterreichischen Raumordnungsstrategie #upperREGION 2030 werden darin Wege aufgezeigt, wie die Gemeinden ihre Zentren wieder stärker beleben und sie vor Leerstand bewahren können.
Die zweite Broschüre beschäftigt sich mit dem Thema „Grünräume sichern und Siedlungsräume klimafit gestalten“. Sie soll Entscheidungsträger*innen in Städten und Gemeinden auf dem Weg zu einer qualitätsvollen Grünraumentwicklung unterstützen. Die Vielzahl an praktischen Beispielen liefert Ideen, die auch in der eigenen Gemeinde umgesetzt werden können.
Die beiden Broschüren findet man zur Ansicht und zum Download im Bereich Publikationen auf der Website: https://www.rmooe.at/publikationen/
Außerdem sind sie auf der Website des Landes OÖ unter https://www.land-oberoesterreich.gv.at/25701.htm abrufbar.
Ungarn neues Mitglied der ARGE
Die Mitglieder der Vollversammlung der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung haben in ihrer letzten Sitzung im September 2025 einstimmig der Aufnahme Ungarns, beginnend mit dem Jahr 2026, als Mitglied in die Europäischen ARGE zugestimmt. Die schon in der Vergangenheit enge und freundschaftliche Zusammenarbeit mit Ungarn – beispielsweise im Rahmen des alle zwei Jahre durchgeführten European Village Renewal Award (EV!RA) – wird damit auf eine neue Stufe gehoben.
Vertreten wird Ungarn in der ARGE durch Dr. Miklós Dukai und Eszter Laib. Dukai ist Staatssekretär für kommunale Angelegenheiten im Ministerium für öffentliche Verwaltung und Raumentwicklung. Als Staatssekretär ist er für die Vorbereitung fachpolitischer Entscheidungen verantwortlich, die das Funktionieren des kommunalen Systems betreffen, sowie für die Koordinierung staatlicher Maßnahmen zur Unterstützung der Aufgabenerfüllung der Gemeinden und Städte.
In seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf die finanzielle und operative Stabilität der Kommunen, auf die Abstimmung des rechtlichen Rahmens sowie auf die Koordinierung jener Maßnahmen, die die kommunale Aufgabenerfüllung unterstützen. Seine Führungserfahrung trägt zur Stärkung der Zusammenarbeit zwischen dem Staat und den Gemeinden bei und unterstützt die Umsetzung einer effizienten, dienstleistungsorientierten öffentlichen Verwaltung sowie einer Entscheidungsfindung, die die Interessen der Kommunen in den Mittelpunkt stellt.
Ein zentraler Bestandteil seiner Tätigkeit ist der kontinuierliche fachliche Dialog und die enge Zusammenarbeit mit den kommunalen Interessenvertretungen. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit wirkt er aktiv an der Abstimmung von kommunal relevanten Stadtentwicklungs-, Betriebs- und Gesetzgebungsprozessen mit. Sein Ziel ist es, auf der Grundlage fachlicher Erfahrungen und von Rückmeldungen auf kommunaler Ebene Lösungen zu entwickeln, die die Funktionsfähigkeit lokaler Gemeinschaften sowie deren Entwicklungsmöglichkeiten stärken. Die mehr als zehnjährige Erfahrung von Miklós Dukai in der öffentlichen Verwaltung und in Führungspositionen bildet eine solide Grundlage für eine konstruktive Partnerschaft und fördert eine wirksame Zusammenarbeit zwischen Kommunen und Regierung zur Umsetzung gemeinsamer fachpolitischer Ziele.
Eszter Laib ist derzeit Leiterin der Hauptabteilung für Kommunale Projektkoordination im Ministerium für Öffentliche Verwaltung und Raumentwicklung. Die Hauptabteilung nimmt innerhalb der zentralen öffentlichen Verwaltung eine einzigartige Rolle ein, da sie sich mit der Vorbereitung und Umsetzung nationaler und internationaler Entwicklungsprojekte befasst, die unmittelbar mit dem täglichen Betrieb der Kommunen sowie mit deren langfristiger Anpassungsfähigkeit verbunden sind.
Im Mittelpunkt der Projektaktivitäten stehen strategisch bedeutende Themen wie die lokale Klimaanpassung, die Stärkung der lokalen Resilienz, kommunale Instrumente zur Bewältigung von Dürre und Wasserknappheit sowie integrierte Lösungen zur Förderung des Aufholprozesses benachteiligter Regionen. Die von der Hauptabteilung koordinierten Projekte setzen nicht nur praktische Maßnahmen um, sondern tragen durch ihre Erfahrungen auch unmittelbar zur Fundierung und Weiterentwicklung der nationalen Fachpolitiken bei.
Im Rahmen ihrer Hochschulausbildung erwarb Eszter Laib Abschlüsse als Stadtplanungsingenieurin sowie als Agraringenieurin für Umweltmanagement, die ihr eine solide fachliche Grundlage für nachhaltige Stadt- und Regionalentwicklung sowie für die Anwendung eines integrierten räumlichen Ansatzes bieten.
Ihre berufliche Laufbahn begann sie im Jahr 2002 bei der Ungarischen Gesellschaft für Städtebau, wo sie mehrere Jahre tätig war und später als Geschäftsführerin wirkte. Anschließend setzte sie ihre Karriere in der zentralen öffentlichen Verwaltung fort, wo sie im Bereich der kommunalen Angelegenheiten zunächst Positionen als stellvertretende Abteilungsleiterin und später als Abteilungsleiterin innehatte.