Unter dem Motto „All different. All together“ erfolgte kürzlich die Auslobung des 19. European Village Renewal Awards.

Der renommierte Preis, an dem seit 1990 rund 440 Dörfer, Gemeinden und Interkommunale Allianzen aus 20 europäischen Staaten teilgenommen haben, wird künftig auch unter der einprägsamen Kurzform EV!RA laufen.

Ziel des Wettbewerbes bleibt es, herausragende Erneuerungs- und Entwicklungsprozesse in ländlichen Gemeinwesen zu evaluieren, auszuzeichnen und weit über regionale und Landesgrenzen hinaus bekannt zu machen – auch mit der Intention, andere Dörfer und Gemeinden an deren Wissen und Erfahrung partizipieren zu lassen. Dabei wird die internationale EV!RA-Jury ihre Bewertungen vor allem auf Basis umgesetzter Leitprojekte in den Teilnehmerorten vornehmen und ihr Hauptaugenmerk verstärkt auf die Resilienz, den innovativen Charakter und die kreative Herangehensweise bei der Projektentwicklung und -umsetzung legen.

Die Nennung von Teilnehmern kann noch bis Ende Jänner erfolgen. Die mehrstufige Evaluierungsphase, im Zuge derer jeder Teilnehmer von Jurorinnen und Juroren vor Ort begutachtet wird, endet Anfang Juli mit der finalen Bewertungssitzung. Die Preisverleihung findet vom 10. bis 12. September im Rahmen eines mehrtägigen Events mit informativem wie auch unterhaltsamem Rahmenprogramm im mitteböhmischen Kostelní Lhota, Gewinner des European Village Renewal Awards 2024, statt.

Building Climate Resilient Communities – unter diesem Thema stand das zweite online Dorferneuerungsfrühstück der ARGE im Dezember 2025. Dabei präsentierten VerantwortungsträgerInnen aus Feldbach (Steiermark, AT), Kostelní Lhota (Mittelböhmen, CZ), Wahrenholz (Niedersachsen, D) und Lanzenkirchen (Niederösterreich, AT) wichtige Basisinformationen und interessante Projektbeispiele für mehr Widerstandsfähigkeit gegenüber Extremwetterereignissen und bessere Anpassungsfähigkeit an Klimaveränderungen.

Die Stadt Feldbach, die auch regionales Zentrum der „Erlebnisregion Thermen- & Vulkanland Steiermark“ ist, hat es sich zur Aufgabe gemacht, auf verschiedensten Ebenen zur resilienten und robusten Gemeinde zu werden – von Gesundheit über Wirtschaft bis zu Infrastruktur und Energieversorgung. Sonja Skalnik, 1. Vizebürgermeisterin von Feldbach und Vorsitzende des Tourismusverbandes Thermen- & Vulkanland Steiermark, präsentierte Resilienz-Initiativen der Stadtgemeinde, die zu den 13 diesbezüglichen Pionierstädten Österreichs zählt. Sie erläuterte umfassende Maßnahmen, die in Feldbach in den Bereichen Klimaneutralität, Klimavorsorge, Energiewende, nachhaltige Mobilität und Krisenvorsorge gesetzt werden. Als absolutes Vorzeigeprojekt weit über die Region hinaus darf das Blackout-Vorsorgekonzept angesehen werden, das die Gemeinde in Kooperation mit Wissenschaft, Stakeholdern und Bevölkerung entwickelt hat. Skalnik betonte auch die regionale Zusammenarbeit im Tourismus – in der Region gibt es jährlich rund zwei Millionen Gästenächtigungen – und die Bedeutung des gemeinsamen Engagements aller BürgerInnen für eine resiliente Gemeinde.

Tomáš Drobný, Bürgermeister der Gemeinde Kostelní Lhota, die den Europäischen Dorferneuerungspreis 2024 erringen konnte, stellte mehrere Umweltinitiativen seiner Gemeinde vor und erläuterte die Schwerpunkte der kommunalen Flur- und Kulturlandschaftsgestaltung. Exemplarisch nannte er die Grünraumgestaltung mit endemischen Gräsern und Pflanzen an, bei der man sich fachliche Unterstützung seitens des Botanischen Gartens in Prag holte. Schwerpunkte im Landschaftsplanungskonzept, das in Kooperation mit der Technischen Universität Prag erstellt und Schritt für Schritt umgesetzt wird, sind Renaturierungen, Wassermanagement, konsensorientierter Hochwasserschutz, Waldbarrieren zur Autobahn, Maßnahmen gegen Bodenerosion sowie ein umfassendes Landkonsolidierungsprojekt. Drobný erwähnte auch Energieeinsparmaßnahmen, etwa die Umrüstung der öffentlichen Beleuchtung auf LED-Leuchten, den Bau von Photovoltaik-Anlagen und die Anschaffung eines Elektrofahrzeugs. Zu den Maßnahmen, die gesetzt werden, zählen außerdem verschiedene Umwelt- und Renovierungsprojekte die Revitalisierung von Teichen, ein Re-Use-Center für gebrauchte Gegenstände, eine Radwegstrecke, die ohne Asphalt auskommt, und einen Schullandheim-Park.

Die Gemeinde Wahrenholz setzt auf dem Weg zur Klimaresilienz auf verschieden Strategien, wie Herbert Pieper, Bürgermeister der Gemeinde Wahrenholz, erklärte. Schwerpunkte liegen unter anderem auf Landwirtschaft, klimaresistenter Grünraumgestaltung im und außerhalb des Ortes sowie auf der Energieversorgung, die mit kommunaler Wärmeplanung und Windenergie neue Wege geht. Bemerkenswert sind die Einbindung der Bevölkerung, interkommunale Kooperationen sowie der höchst innovative Charakter von Projekten. Pieper erklärte, wie die Gemeinde durch das niedersächsische Beteiligungsgesetz an Windenergieprojekten teilhaben kann, wobei BürgerInnen eine finanzielle Beteiligung von 0,2 Cent pro Kilowattstunde erhalten. Das Projekt zielt darauf ab, ein Nahwärmenetz mit Wärmepumpen und Direktstrom aus einem Windpark zu knüpfen, um eine kostengünstige und treibhausgasneutrale Wärmeversorgung bis 2040 zu gewährleisten.

Über Maßnahmen in der Gemeinde Lanzenkirchen berichtete Bernhard Jeitler-Haindl, Amtsleiter der Marktgemeinde. Der Neugestaltung des Ortszentrums von Lanzenkirchen erfolgte auf Basis eines örtlichen Klima- und Umweltschutzmanifests, das Schritt für Schritt umgesetzt wird. Schwerpunkte darin sind insbesondere Entsiegelung, Fassaden- und Dachbegrünungen sowie eine klimaresistente Platzgestaltung mittels einer pflegearmen, trockenheitsresistenten und hitzereduzierenden Bepflanzung. Ein Schwerpunkt war auch die Implementierung des „Schwammstadtprinzips“ zur Speicherung von Regenwasser in Grund und Boden, um Klimaresilienz zu fördern und die Lebensqualität zu verbessern. Neben dem „klimafitten Ortszentrum“ werden auch Schwerpunkte bei der nachhaltigen Energieversorgung gesetzt, z. B. durch den Einsatz erneuerbarer Energien, insbesondere durch eine Hackschnitzel-Nahwärmeanlage.

Die Präsentationen der Referentinnen und Referenten können Sie hier downloaden:

Weiterführende Informationen zum Thema
Zum Thema „Orte zukunftsfit entwickeln“ hat außerdem die Abteilung Raumordnung des Landes Oberösterreich zwei neue Publikationen herausgebracht.

In der Broschüre „Fokus Innenentwicklung“ sind Wissen, Handlungsansätze und Good-practice-Beispiele für lebendige Gemeinden zusammengefasst. Orientiert an der oberösterreichischen Raumordnungsstrategie #upperREGION 2030 werden darin Wege aufgezeigt, wie die Gemeinden ihre Zentren wieder stärker beleben und sie vor Leerstand bewahren können.
Die zweite Broschüre beschäftigt sich mit dem Thema „Grünräume sichern und Siedlungsräume klimafit gestalten“. Sie soll Entscheidungsträger*innen in Städten und Gemeinden auf dem Weg zu einer qualitätsvollen Grünraumentwicklung unterstützen. Die Vielzahl an praktischen Beispielen liefert Ideen, die auch in der eigenen Gemeinde umgesetzt werden können.

Die beiden Broschüren findet man zur Ansicht und zum Download im Bereich Publikationen auf der Website: https://www.rmooe.at/publikationen/
Außerdem sind sie auf der Website des Landes OÖ unter https://www.land-oberoesterreich.gv.at/25701.htm abrufbar.

Die Mitglieder der Vollversammlung der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung haben in ihrer letzten Sitzung im September 2025 einstimmig der Aufnahme Ungarns, beginnend mit dem Jahr 2026, als Mitglied in die Europäischen ARGE zugestimmt. Die schon in der Vergangenheit enge und freundschaftliche Zusammenarbeit mit Ungarn – beispielsweise im Rahmen des alle zwei Jahre durchgeführten European Village Renewal Award (EV!RA) – wird damit auf eine neue Stufe gehoben.

Vertreten wird Ungarn in der ARGE durch Dr. Miklós Dukai und Eszter Laib. Dukai ist Staatssekretär für kommunale Angelegenheiten im Ministerium für öffentliche Verwaltung und Raumentwicklung. Als Staatssekretär ist er für die Vorbereitung fachpolitischer Entscheidungen verantwortlich, die das Funktionieren des kommunalen Systems betreffen, sowie für die Koordinierung staatlicher Maßnahmen zur Unterstützung der Aufgabenerfüllung der Gemeinden und Städte.

In seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf die finanzielle und operative Stabilität der Kommunen, auf die Abstimmung des rechtlichen Rahmens sowie auf die Koordinierung jener Maßnahmen, die die kommunale Aufgabenerfüllung unterstützen. Seine Führungserfahrung trägt zur Stärkung der Zusammenarbeit zwischen dem Staat und den Gemeinden bei und unterstützt die Umsetzung einer effizienten, dienstleistungsorientierten öffentlichen Verwaltung sowie einer Entscheidungsfindung, die die Interessen der Kommunen in den Mittelpunkt stellt.

Ein zentraler Bestandteil seiner Tätigkeit ist der kontinuierliche fachliche Dialog und die enge Zusammenarbeit mit den kommunalen Interessenvertretungen. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit wirkt er aktiv an der Abstimmung von kommunal relevanten Stadtentwicklungs-, Betriebs- und Gesetzgebungsprozessen mit. Sein Ziel ist es, auf der Grundlage fachlicher Erfahrungen und von Rückmeldungen auf kommunaler Ebene Lösungen zu entwickeln, die die Funktionsfähigkeit lokaler Gemeinschaften sowie deren Entwicklungsmöglichkeiten stärken. Die mehr als zehnjährige Erfahrung von Miklós Dukai in der öffentlichen Verwaltung und in Führungspositionen bildet eine solide Grundlage für eine konstruktive Partnerschaft und fördert eine wirksame Zusammenarbeit zwischen Kommunen und Regierung zur Umsetzung gemeinsamer fachpolitischer Ziele.

Eszter Laib ist derzeit Leiterin der Hauptabteilung für Kommunale Projektkoordination im Ministerium für Öffentliche Verwaltung und Raumentwicklung. Die Hauptabteilung nimmt innerhalb der zentralen öffentlichen Verwaltung eine einzigartige Rolle ein, da sie sich mit der Vorbereitung und Umsetzung nationaler und internationaler Entwicklungsprojekte befasst, die unmittelbar mit dem täglichen Betrieb der Kommunen sowie mit deren langfristiger Anpassungsfähigkeit verbunden sind.

Im Mittelpunkt der Projektaktivitäten stehen strategisch bedeutende Themen wie die lokale Klimaanpassung, die Stärkung der lokalen Resilienz, kommunale Instrumente zur Bewältigung von Dürre und Wasserknappheit sowie integrierte Lösungen zur Förderung des Aufholprozesses benachteiligter Regionen. Die von der Hauptabteilung koordinierten Projekte setzen nicht nur praktische Maßnahmen um, sondern tragen durch ihre Erfahrungen auch unmittelbar zur Fundierung und Weiterentwicklung der nationalen Fachpolitiken bei.

Im Rahmen ihrer Hochschulausbildung erwarb Eszter Laib Abschlüsse als Stadtplanungsingenieurin sowie als Agraringenieurin für Umweltmanagement, die ihr eine solide fachliche Grundlage für nachhaltige Stadt- und Regionalentwicklung sowie für die Anwendung eines integrierten räumlichen Ansatzes bieten.

Ihre berufliche Laufbahn begann sie im Jahr 2002 bei der Ungarischen Gesellschaft für Städtebau, wo sie mehrere Jahre tätig war und später als Geschäftsführerin wirkte. Anschließend setzte sie ihre Karriere in der zentralen öffentlichen Verwaltung fort, wo sie im Bereich der kommunalen Angelegenheiten zunächst Positionen als stellvertretende Abteilungsleiterin und später als Abteilungsleiterin innehatte.

„Building Climate Resilient Communities“ ist das Thema des 2. online Dorferneuerungsfrühstücks am 4. Dezember 2025.

Resilienz ist facettenreich und sollte im Idealfall alle grundlegenden kommunalen Funktionen kennzeichnen. Im Rahmen des 2. Breakfasts for Village Renewers konzentrieren wir uns auf den Aspekt der Klimaresilienz und präsentieren Basisinformationen und Projektbeispiele für mehr Widerstandsfähigkeit gegenüber Extremwetterereignissen und bessere Anpassungsfähigkeit an Klimaveränderungen.

Input und Best Practise-Beispiele
Sonja Skalnik, 1. Vizebürgermeisterin von Feldbach und Vorsitzende des Tourismusverbandes Thermen- & Vulkanland Steiermark (Steiermark, A)
Tomáš Drobný, Bürgermeister der Gemeinde Kostelní Lhota (Mittelböhmen, CZ)
Herbert Pieper, Bürgermeister der Gemeinde Wahrenholz (Niedersachsen, DE)
Bernhard Karnthaler, Bürgermeister der Marktgemeinde Lanzenkirchen, und Bernhard Jeitler-Haindl, Amtsleiter der Marktgemeinde Lanzenkirchen (Niederösterreich, A)

Mit dem Dorferneuerungsfrühstück bietet die Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung ein Online-Format für all jene, die in Theorie und Praxis mit der Weiterentwicklung von Dörfern und Gemeinden befasst sind. Dabei werden Themenfelder der kommunalen Entwicklung aufgegriffen, Lösungen und Ideen präsentiert und mit allen Teilnehmenden diskutiert. Das Breakfast for Village Renewers dient dabei als Plattform, um Ideen und Inspirationen auszutauschen, wie man Herausforderungen und Probleme lösen könnte. Neben der Präsentation von Best-Practice-Beispielen aus verschiedenen Regionen Europas bietet es vor allem die Möglichkeit, sich mit Akteur:innen europaweit auszutauschen, von einander zu lernen und sich zu vernetzen.

Die Zahl der möglichen Teilnehmer:innen ist begrenzt. Es gilt das Prinzip „first come – first served“. Wir empfehlen daher, sich bei Interesse so rasch wie möglich per E-Mail an: info@landentwicklung.org zu melden.

Am Freitag, dem 12. September 2025, lud die Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung zur „Europäischen Dorferneuerungskonferenz 2025“ ins Schloss Luberegg ein.

Die Veranstaltung widmete sich insbesondere dem Schwerpunkt, welche zielführenden und notwendigen Strategien es zu entwickeln und zu verfolgen gilt, um Stadt und Land – trotz höchst unterschiedlicher Voraussetzungen – zu gleichWERTigen Lebens- und Arbeitsräumen weiterzuentwickeln, und war als unabhängiger Programmpunkt eingebettet in den Rahmen der 40-Jahr-Feiern der NÖ Dorf- und Stadterneuerung, die im Anschluss an die Konferenz in einem feierlichen Festsakt zelebriert wurde.

Rund 120 Teilnehmer:innen aus verschiedenen europäischen Ländern und Regionen folgten der Einladung der ARGE und ließen sich von einer hochkarätigen Expertenrunde und Best-Practice-Beispielen inspirieren.
Nach der Eröffnung und Begrüßung durch ARGE-Geschäftsführerin Theres Friewald-Hofbauer eröffnete Manfred Miosga, Universitätsprofessor an der Universität Bayreuth und Vorsitzender der Bayerischen Akademie Ländlicher Raum, mit einer Keynote zum Thema „Räumliche Gerechtigkeit für Stadt und Land“.

Seinem Impulsvortrag folgten sechs europäische Beispiele, die eindrucksvoll unter Beweis stellten, dass kreatives, innovatives und vernetztes Handeln, verschiedenste Kooperationen und das Nutzen neuer Technologien so manche Unzulänglichkeit im Stadt-Land-Gefälle aufwiegen und Lösungen für die Menschen am Land bringen können. Denn, dass Stadt und Land als Lebens- und Arbeitsräume naturgemäß von großen Unterschieden gekennzeichnet – mit spezifischen Vorzügen und Schwächen beiderseits steht außer Zweifel. Nicht selten mangelt es in ländlichen Regionen an grundlegenden Infrastrukturen, was zu deutlichen Nachteilen für die Bewohnenden führt.

Wie es gelingen kann, nicht gleichartige, aber gleichWERTige Lebensbedingungen in Stadt und Land zu schaffen zeigten unter anderem die Best-Practice-Beispiele, die im Rahmen der Konferenz präsentiert wurden:
– Um „Synergien und kurze Wege – Hürm“ ging es im Beitrag von Johannes Zuser, Bürgermeister der Marktgemeinde Hürm (Niederösterreich).
– Sara Lohr und Sabrina Plückebaum, Projektverantwortliche und Dorf-Digital-Lotsinnen in Himmighausen präsentierten – online zugeschaltet – „Smart Countryside – Himmighausen“ (Nordrhein-Westfalen).
– „Regionale Wertschöpfung und regionale Identität – Region Pielachtal beziehungsweise ,Dirndltal`“ waren das Thema von Kurt Wittmann, Obmann der Regionalplanungsgemeinschaft Pielachtal und Bürgermeister von Rabenstein (Niederösterreich).
– Mit „Arbeit und Ausbildung – LEADER Region Hermagor“ (Kärnten) setzte sich der Beitrag von Michael Malderle, Regionalentwickler im Amt der Kärntner Landesregierung, auseinander.
– Einblicke zu „Coworking im Future Lab – Waidhofen an der Ybbs“ (Niederösterreich) gab Werner Krammer, Bürgermeister der Stadtgemeinde Waidhofen an der Ybbs.
– Den Abschluss der Präsentationen bildetete „Interkommunale Zusammenarbeit – Reidener Kanton“ (Luxemburg} von Thierry Lagoda, Präsident der Interkommunalen Allianz Reidener Kanton und Bürgermeister der Gemeinde Beckerich, der auch online zur Konferenz zugeschaltet wurde.

Beim Schlusstalk diskutierten Johanna Mikl-Leitner, Landeshauptfrau von NÖ und Vorsitzende der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, Nadja Häupl, Univ. Prof. an der Universität Anhalt und Jury-Vorsitzende zum Europäischen Dorferneuerungspreis sowie Manfred Miosga unter der Leitung von Johannes Wischenbart (NÖ Dorf- und Stadterneuerung).

Eine Initiative, die seit 40 Jahren stetig an Bedeutung und Erfolg gewonnen hat, darauf kann der „Vater der NÖ Dorferneuerung“ sowie Mitbegründer und langjährige Vorsitzende der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, Landeshauptmann a.D. Erwin Pröll, zurecht stolz sein. Neben dem ersten Obmann der NÖ Dorferneuerung, Werner Grolly, stellten sich auch die aktuell Verantwortlichen in Niederösterreich sowie Repräsentanten der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung sowie Jury-Mitglieder zum Europäischen Dorferneuerungspreis zum Jubiläum als Gratulanten ein.

Nachfolgend finden Sie Präsentationen der ReferentInnen der Europäischen Dorferneuerungskonferenz 2025

Derzeit können wir den Impulsvortrag von Professor Manfred Miosga, Professur für Stadt- und Regionalentwicklung an der Universität Bayreuth, hier leider nicht zum Download anbieten. Gerne können wir aber das PDF auf Anfrage unter info@landentwicklung.org per E-Mail übermitteln.

12. September 2025, Schloss Luberegg

12:30 Uhr          Konferenz

17:00 Uhr          Ausstellungseröffnung

18:00 Uhr          Gala mit anschließendem Emfpang

Mit Niederösterreich feiert eines der Gründungsländer der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, das seit Jahrzehnten zu den aktivsten und prägendsten Mitgliedsregionen zählt, am 12. September 2025 auf Schloss Luberegg in Emmersdorf an der Donau das 40-Jahr-Jubiläum seines Dorferneuerungsprogrammes.

Neben einer Ausstellung, die einen Rückblick über vier Jahrzehnte bietet, aktuelle Leuchtturm-Projekte beleuchtet und auch besonders erfolgreiche NÖ Teilnehmerorte am Europäischen Dorferneuerungspreis vorstellt, steht insbesondere die festliche Gala im Mittelpunkt der Feierlichkeiten. Mit ihrer Vorsitzenden, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, sowie der Jury-Vorsitzenden zum Europäischen Dorferneuerungspreis, Nadja Häupl, durfte auch die ARGE ihre prominentesten Vertreterinnen für das Gala-Podium entsenden.

Wir laden herzlich dazu ein, sich als Gratulantinnen und Gratulanten einzufinden und mit Niederösterreich dieses besondere Jubiläum zu begehen.

Das erste online Dorferneuerungsfrühstück am 6. August 2025, 8:30 bis 10:00 Uhr, beschäftigt sich mit der Notwendigkeit und den Möglichkeiten, leerstehenden Gebäuden – privaten, gewerblichen wie auch öffentlichen – neues Leben einzuhauchen. Sei es durch die Schaffung von öffentlichen Einrichtungen zur Daseinsvorsorge und neuen sozialen und kulturellen Treffpunkten, durch die Aktivierung von neuem Wohnraum oder das Etablieren neuer Optionen für Wirtschaftstreibende vor Ort.

Mit dem Dorferneuerungsfrühstück, das ein regelmäßiger Fixpunkt werden soll, beabsichtigt die Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung ein neues Online-Format für all jene zu etablieren, die in Theorie und Praxis mit der Weiterentwicklung von Dörfern und Gemeinden befasst sind.

Jedes Frühstück wird sich einem besonderen Themenfeld der kommunalen Entwicklung widmen und vor allem eines bieten: Ideen und Inspirationen, wie man Herausforderungen und 
Probleme lösen könnte.

Im Zentrum steht dabei die Präsentation von Best Practice Beispielen aus verschiedenen Regionen Europas und die Möglichkeit, sich mit Akteur:innen vor Ort auszutauschen, voneinander zu lernen und sich zu vernetzen.

Input beim ersten Dorferneuerungsfrühstück kommt von:
Roland Gruber, Architekt und professioneller Dorf- und Stadtentwickler (nonconform.at) und Vizebürgermeister von Moosburg (Kärnten, A);
Heiko Vogt, Sächsisches Staatsministerium für Infrastruktur und Landesentwicklung (D);
Balbina Zikesch, Amt der Tiroler Landesregierung (A);
Fritz Kaltenegger, Geschäftsführer café+co International Holding GmbH (A).

Als Best-Practise-Beispiele werden vorgestellt:
Lichtensteig (Kanton St. Gallen, CH) von Mathias Müller, Gemeindepräsident: Die Kleinstadt Lichtensteig hatte mit dem Funktionsverlust als regionales Zentrum sowie zahlreichen industriellen und gewerblichen Leerständen zu kämpfen – und es ist ihr gelungen, sich im Kampf gegen diese Leerstände als Mini.Stadt erfolgreich neu zu erfinden.

Gemeinde-Allianz Hofheimer Land (Bayern, D) von Philipp Lurz, Allianz-Geschäftsführer: In den sieben Gemeinden des ländlich geprägten und peripher gelegenen Hofheimer Landes wurden durch gezielte Maßnahmen innerhalb weniger Jahre mehr als 350 öffentliche und private Leerstände revitalisiert.

Esbeek (ProvinZ Nordbrabant, NL) von Wiet van Meel, ehrenamtlich engagierter Bürger: Mit unkonventionellen und mutigen Ideen zur Revitalisierung von Leerständen, darunter sogar die säkularisierte Kirche, konnte im rund 1.200 Einwohnende zählenden Esbeek das Dorfzentrum als lebendiger Ort bewahrt werden.

Die Zahl der möglichen Teilnehmer:innen ist begrenzt. Es gilt das Prinzip „first come – first served“. Wir empfehlen daher, sich bei Interesse so rasch wie möglich per E-Mail an: info@landentwicklung.org zu melden.

Im Rahmen des „Internationalen Kongresses zur Erneuerung und Entwicklung der Dörfer von 8. bis 10. Mai 2025 in Posen, der größten Veranstaltung im Rahmen der polnischen EU-Ratspräsidentschaft, mit mehr als 4.000 nationalen wie internationalen BesucherInnen, über 50 hochkarätigen Vortragenden aus weiten Teilen Europas und zahlreichen regionalen Ausstellern, die vom polnischen Landwirtschaftsministerium ausgerichtet wurde, bekam auch die Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung Gelegenheit sich im Plenumssaal zu präsentieren und ihre Positionen vorzustellen.

Geschäftsführerin Theres Friewald-Hofbauer nutzte die große Bühne, um über Ziele, Intentionen und Aktivitäten der ARGE zu informieren und unterstrich dabei auch die bereits seit vielen Jahren bestehenden und gut gepflegten Beziehungen zu mehreren Organisationen, Institutionen und Woiwodschaften in Polen.

Nach einem kurzen Überblick über die Geschichte der ARGE, die 1989 als unbürokratischer Zusammenschluss von mehreren Regionen und Ländern auf Initiative von Bayern, Baden-Württemberg, Niederösterreich und der Steiermark, gegründet wurde, und seit 2007 als eingetragener Verein mit derzeit 21 Mitgliedern aus verschiedenen europäischen Regionen, Ländern und Organisationen als Plattform des internationalen Austausches, der Zusammenarbeit und des Wissenstransfers aktiv ist, widmete sie sich insbesondere auch den Herausforderungen, denen sich Dörfer und ländliche Räume aktuell gegenübersehen: Von Klimawandel und seinen katastrophalen Auswirkungen, über die Verknappung von Rohstoffen und Energie, den demografischen Wandel und seine dramatischen Folgen für Gesellschaft und Wirtschaft – nicht nur betreffend die Überalterung, sondern auch die zunehmende Heterogenität der Bevölkerung, was zu unterschiedlichen, oft auch gegensätzlichen Ansprüchen an den Lebensraum führe – bis zur Digitalisierung, die längst alle Lebens- und Wirtschaftsbereiche erfasst hat, manche überfordere, aber auch eine große Chance gerade für die Regionen abseits der Zentren biete. Weitere gesellschaftliche Knackpunkte verortete sie in den Bereichen Versorgungssicherheit mit Lebensmitteln, Energie, Gütern und Dienstleistungen sowie in gesellschaftlichen Brüchen und Spaltungen, die bereits tiefer gehen würden, als dies Gesellschaft und Politik wahrhaben wollen.

Diesen Herausforderungen positiv und nachhaltig entgegenzutreten und sie zu bewältigen, dafür brauche es nicht nur rasches Reagieren und vorausschauendes Agieren, sondern auch ein starkes Miteinander auf lokaler, kommunaler, regionaler und europäischer Ebene.

Die ARGE sei hier ein Mittler, der internationale ExpertInnen und lokale AkteurInnen miteinander vernetze und nicht zuletzt im Rahmen des im 2-Jahresrhythmus stattfindenden Europäischen Dorferneuerungspreises auch jene Dörfer, Regionen und Kommunen vor den Vorhang bitte und auszeichne, die sich der Vielzahl an Herausforderungen, denen sich ländliche Räume gegenüber sehen, mit besonders innovativen Antworten und resilienzbasierten Entwicklungen stellen.

Die Einladung, sich mit der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung zu vernetzen und die Vorteile einer Mitgliedschaft in der ARGE bekräftigte auch der Stv.-Vorsitzende der ARGE, Ryszard Wilczinsky, in einem anschließenden Statement.

Während der Konferenz fand im Gebäude der „Poznań International Fair“ auch eine sehr gut besuchte Ausstellung statt, bei der sich Regionen und Dörfer eindrucksvoll mit ihren Produkten, Leistungen, touristischen Angeboten, Kunsthandwerk und auch künstlerischen Darbietungen präsentieren konnten. Auch die ARGE war hier mit der Publikation „Rural Roadmap“ und einem Image-Film am Stand des PSORW (Polnisches Netzwerk für ländliche Erneuerung und Entwicklung) vertreten.

Neben dem fachlichen Austausch und Input waren Konferenz und Ausstellung in Posen auch wieder eine wunderbare Gelegenheit zu Begegnungen, um neue Kontakte zu knüpfen und bestehende freundschaftliche Verbindungen zu erneuern und zu vertiefen.

Geschäftsführerin Theres Friewald-Hofbauer informierte über Gründungsmotive, Intentionen, Strukturen und Aktivitäten der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, wobei sie die bislang 30 Studienfahrten und 18 Wettbewerbe um den Europäischen Dorferneuerungspreis mit insgesamt 440 Teilnehmern als Highlights der 36-jährigen Vereinsgeschichte hervorhob. Denn diese seien in besonderer Weise geeignet, den internationalen Erfahrungsaustausch, den Wissenstransfer, das Selbstbewusstsein der DorfbewohnerInnen und die Inspiration zu neuen Projekten zu fördern. Darüber hinaus hätten sie das Potenzial, herausragende Leistungen der Landbevölkerung sichtbar zu machen sowie das europäische Miteinander und die Wahrnehmung der gesamtgesellschaftlichen Bedeutung der ländlichen Regionen zu stärken.

Ryszard Wilczynski erklärte, dass in seiner Region, der Woiwodschaft Oppeln, etliche Herausforderungen, wie etwa das Thema Innenentwicklung oder die Beteiligung der BürgerInnen, erst durch den Austausch mit den Mitgliedern der ARGE erkannt und in Angriff genommen wurden. Darüber hinaus sei die ARGE eine wahre Fundgrube für zielführende Lösungsansätze und viele neue Projektideen, weshalb er den polnischen Woiwodschaften eine Mitgliedschaft in der ARGE wärmstens empfehle. Auch Niederschlesiens Delegation, angeführt von Natalia Gołąb, Mitglied des Woiwodschaftsrates, und Łukasz Kubiak, Vorsitzender des Polnischen Netzwerks für ländliche Erneuerung und Entwicklung (PSORW), betonten, wie sehr sie von der Zusammenarbeit mit der ARGE profitieren. Oppeln zählt ebenso wie Niederschlesien und PSORW zu den 21 offiziellen Mitgliedern der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung.

Das Get-together erwies sich als eine inspirierende Begegnung, bei der die spezifischen Probleme der polnischen ländlichen Räume ebenso wie die gewaltigen Aufgabenstellungen und aktuellen Themen, mit denen die europäischen Landgemeinden gegenwärtig konfrontiert sind und denen sich die ARGE in den kommenden Monaten schwerpunktmäßig widmen wird, diskutiert wurden. Als zum Abschluss gemeinsam mit einem Glas Wein auf die Zukunft europäischer Landgemeinden angestoßen wurde und dabei zahlreiche Fragen zur ARGE und ihren Aktivitäten gestellt wurden, verstärkte sich der Eindruck, dass es auch ein geeignetes und vielversprechendes Event war, um das MultiplikatorInnen- und BürgerInnennetzwerk, als das sich die Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung versteht, zu vergrößern und zu stärken.

Bereits am Nachmittag waren Mitglieder der Vollversammlung und des ExpertInnenbeirates der ARGE zusammengetroffen, um den im März 2024 in Lichtensteig, Schweiz, gestarteten Dialogprozess zur zeitgemäßen Weiterentwicklung des Vereins und seiner Aktivitäten fortzusetzen. Im Mittelpunkt standen Beratungen über strukturelle Neuerungen und inhaltliche Vertiefungen des Wettbewerbes um den Europäischen Dorferneuerungspreis 2026, der im Spätsommer des laufenden Jahres ausgelobt wird. Sie sprachen sich deutlich dafür aus, innovative und kreative Strategien zu forcieren, angesichts der Bedrohungen durch Klima- und demografischen Wandel der Resilienz der Landgemeinden besondere Aufmerksamkeit zu schenken und ein Motto zu wählen, das in Zeiten gesellschaftlicher Spaltung und weit verbreiteter Zukunftsängste das Miteinander in einer Gemeinschaft, das die Individualität der einzelnen respektiert und die Lebensfreude zu mehren vermag.

Die beiden Zusammenkünfte fanden im Vorfeld eines Kongress des polnischen Landwirtschaftsministeriums, der vom 8.-10. Mai im Rahmen der polnischen Ratspräsidentschaft in Posen abgehalten wurde und sich der Erneuerung und Entwicklung der Dörfer und ländlichen Räume widmete, statt.