European Village Renewal Award 2026 geht in die Schweiz
Das Graubündner Valposchiavo, bestehend aus den Gemeinden Poschiavo und Brusio, wurde von der internationalen, interdisziplinären Jury zum Sieger im Wettbewerb um den European Village Renewal Award 2026 (EV!RA) gekürt. Unter dem Motto „All different. All together“ gab es insgesamt 25 Einreichungen. Bemerkenswert war das hohe Niveau der Teilnehmer. Die Preisverleihung findet von 10. bis 12. September 2026 in Kostelní Lhota (Mittelböhmen, Tschechische Republik), der Siegergemeinde des letzten Wettbewerbes statt.
Der Wettbewerb um den European Village Renewal Award 2026 (EV!RA) ist entschieden: Eine interdisziplinäre internationale Jury hat dieser Tage nach einer umfassenden Begutachtung vor Ort bei der abschließenden Bewertungssitzung in München das Graubündner Valposchiavo, eine Kooperation der Gemeinden Poschiavo und Brusio, zum Sieger gekürt. „Im sehr peripher gelegenen Valposchiavo ist es gelungen, sich gegen Abwanderung zu stemmen und vor allem junge Menschen nach Ausbildung und ersten Berufserfahrungen zur Rückkehr zu bewegen, weil hier hohes gemeinschaftliches Engagement in über 100 Vereinen und Initiativen, inspirierende, auch grenzüberschreitende Netzwerke, Kultur, Bildung, Digitalisierung, Innovation, Pflege von Tradition und die Nähe zu den natürlichen Ressourcen in der Landwirtschaft, im sanften Tourismus, Gastronomie, Sport und Erholung für eine hohe Lebensqualität sorgen. Die Entwicklung kann Modell sein für viele europäische ländliche Regionen“, heißt es einleitend in der Jury-Begründung.
Neben Valposchiavo haben es noch sieben weitere Teilnehmer in die Kategorie „Gold“ geschafft und zählten damit zu den finalen Sieganwärtern. Gold wird jenen Teilnehmern zugesprochen, die sich den aktuellen Herausforderungen ihres Lebensraumes mit nachhaltigen, innovativen und zeitgemäßen Projekten stellen und ganzheitliche Entwicklungsprozesse von herausragender Qualität in Gang gebracht haben. An 13 Teilnehmer wird ein Europäischer Dorferneuerungspreis in Silber verliehen, vier werden in Bronze bewertet. Silber bzw. Bronze werden jenen Teilnehmern zugesprochen, die sich durch ausgezeichnete Projekte in mehreren (Silber) bzw. einzelnen (Bronze) Bereichen der Gemeinwesenentwicklung auszeichnen Alle Teilnehmer erwiesen sich also als in hohem Maße „preiswürdig“.
Ausschließlich Top-Projekte im Bewerb
Die 20-köpfige Jury unter dem Vorsitz von Universitätsprofessorin Nadja Häupl, Dessau, zeigte sich vom extrem hohen Niveau der Einreichungen begeistert. Tatsächlich würden aus den verschiedenen Ländern und Regionen faktisch nur noch absolute Top-Projekte für den EV!RA eingereicht werden, die sich in ausgesprochen zukunftsweisenden Entwicklungsprozessen befänden – eine höchst erfreuliche Situation, die allerdings dazu führe, dass es zunehmend schwierig werde, den einen Sieger zu küren, so die Bewertungskommission. Schon kleinste „Mängel“ oder weiße Flecken im Entwicklungsgeschehen führen außerdem in der Regel dazu, dass nicht Gold, sondern „nur“ Silber oder Bronze zuerkannt werden. „Noch vor wenigen Jahren wären fast alle diesjährigen Teilnehmer in die höchste Kategorie eingeordnet worden, weshalb es auch kaum möglich ist, Vergleiche mit der Bewertung von Dörfern oder Gemeinden anzustellen, die bei früheren Wettbewerben evaluiert wurden“, erläutert Theres Friewald-Hofbauer, Geschäftsführerin der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, die den Wettbewerb seit 1990 im Zwei-Jahresrhythmus durchführt.
Die Jury legte bei der Bewertung einen besonderen Fokus auf den Prozess und die Leitprojekte, beschäftigte sich ausgiebig mit den Startbedingungen eines Gemeinwesens und der unter diesen Vorzeichen erfolgten Entwicklung, legte großen Wert auf Strategien, Methodik, die Qualität der BürgerInnenbeteiligung und das Zusammenspiel der verschiedenen AkteurInnen in den teilnehmenden Dörfern und Gemeinden.
Ein Sieger, viele Gewinner!
Wie die Vorsitzende der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, bereits im Vorfeld der Jurysitzung erklärte, gibt es beim European Village Renewal Award keine Verlierer, ganz im Gegenteil: „Der EV!RA-Wettbewerb zeigt, wie viel Kreativität und Engagement in Europas Gemeinden stecken. Der internationale Austausch bringt wertvolle Impulse – und macht den Wettbewerb für alle Beteiligten zu einer Bereicherung.“
Besonders deutlich sichtbar wird das bei der Preisverleihung werden, die im September 2026 in der Siegergemeinde des vergangenen Wettbewerbes, nämlich im mittelböhmischen Kostelni Lhota (Tschechische Republik) stattfindet. Sie bildet den Höhepunkt einer mehrtägigen Veranstaltung mit Exkursionen, Ausstellungen, Workshops und kulturellen Begegnungen und wird sich als ein großes europäisches Fest erweisen, bei dem auch mehr denn je das diesjährige Wettbewerbsmotto „All different. All together“ spürbar sein wird und so manche kommunale Partnerschaften und Know how-Transfers eingeleitet werden.

Mehr Infos zum Jury-Entscheid finden Sie in angefügter Kurzbewertung:



