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Verleihung der Europäischen Dorferneuerungspreise 2004
7. und 8. Oktober 2004
Europas Dörfer unterwegs zur Einzigartigkeit!
„Der Europäische Dorferneuerungspreis 2004 geht an Ummendorf in Sachsen-Anhalt, das dem Wettbewerbsmotto ‚Aufbruch zur Einzigartigkeit’ durch eine vorbildhafte Bürgerbeteiligung und einen intelligenten Umgang mit den eigenen Stärken auf überzeugende Weise gerecht geworden ist und aus einer fast aussichtslosen Ausgangsposition heraus eine unglaubliche Eigenkraft mit bemerkenswerten Auswirkungen auf die Lebensqualität der DorfbewohnerInnen entwickelt hat. Es vermag damit allen Dörfern und ländlichen Gemeinschaften Europas Mut zum Engagement und Hoffnung auf den Erfolg zu geben“, betonte der Vorsitzende der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll, Wien, bei der Verleihung der Europäischen Dorferneuerungspreise 2004 in Raggal, Großes Walsertal, Vorarlberg, Österreich. Dem Festakt wohnten neben zahlreichen hochrangigen Persönlichkeiten und rund 800 Dorferneuerungsakteuren aus 15 europäischen Staaten auch der Vorarlberger Landesrat Manfred Rein bei.
“Das knapp über 1000 EinwohnerInnen zählende Ummendorf liegt im nordwestlichen Teil der Magdeburger Börde rund zehn Kilometer von der ehemaligen innerdeutschen Grenze entfernt. Es startete unmittelbar nach der Grenzöffnung ein Dorferneuerungsprogramm, das über eine Vielzahl an aufeinander abgestimmten Maßnahmen, die alle Lebens- und Wirtschaftsbereiche umfassen, zu sozio-ökonomischer Stabilität und kultureller Aufbruchstimmung geführt hat. Ebenfalls am Siegerpodest finden sich das Steirische Vulkanland, Steiermark, das für eine einzigartige, kreative und zeitgemäße Entwicklung im regionalen Verbund steht, und die Gemeinde Heinerscheid, Luxemburg, als ein herausragendes Beispiel für nachhaltige, innovative kommunale Wertschöpfung“, erklärte der Vorsitzende der 17-köpfigen, internationalen Wettbewerbsjury, Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Matthias Reichenbach–Klinke, Technische Universität München.
Die Courage zum „Aufbruch zur Einzigartigkeit haben neben den drei Finalisten auch alle anderen der insgesamt 32 Teilnehmer aus ebenso vielen europäischen Ländern bzw. Regionen bewiesen. Unter vielen guten Projekten wurden die elf Besten mit einem „Europäischen Dorferneuerungspreis für ganzheitliche, nachhaltige und mottogerechte Dorfentwicklung von herausragender Qualität“ ausgezeichnet. 13 Teilnehmer dürfen sich über einen „Europäischen Dorferneuerungspreis für besondere Leistungen in mehreren Bereichen der Dorfentwicklung“, sieben über eine „Besondere Anerkennung“ freuen.
Der Wettbewerb um den Europäischen Dorferneuerungspreis wurde 1990 von der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung mit dem Ziel, den Erfahrungsaustausch zu fördern und die gesamtgesellschaftliche Bedeutung der ländlichen Regionen der europäischen Öffentlichkeit bewusst zu machen, ins Leben gerufen. Er wird im 2-Jahresrhythmus veranstaltet und wurde heuer zum achten Mal vergeben. Bewertet wurden neben der äußeren Erscheinung vor allem die inneren Qualitäten der Dörfer. Fragen der Architektur, der Siedlungsentwicklung, der Ökologie und der Energieversorgung spielten dabei ebenso eine Rolle wie soziale Einrichtungen, kulturelle Initiativen und Bemühungen um eine regionsangepasste wirtschaftliche Entwicklung. Wesentlich dabei waren ein ganzheitlicher Ansatz, eine Orientierung in Richtung Nachhaltigkeit und eine von Bürgerbeteiligung, Eigeninitiaive und Kooperationsbereitschaft geprägte Methodik der Umsetzung. Nicht zuletzt ging es auch darum, dem Motto gerecht zu werden.
„Der Wettbewerb um den Europäischen Dorferneuerungspreis 2004 hat ganz deutlich gezeigt: Viele Bewohnerinnen und VerantwortungsträgerInnen der ländlichen Räume Europas haben den Auftrag zur eigeninitiativen Zukunftsgestaltung angenommen und bewiesen, dass sie über genug Kraft, Know-how und Courage verfügen, ihre Geschichte selbst zu schreiben“, schloss Erwin Pröll.
Hohe Lebensqualität in allen Regionen
Das Land Vorarlberg freut sich, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am 8. Europäischen Dorferneuerungspreis im Großen Walsertal begrüßen zu dürfen, betont Landeshauptmann Dr. Herbert Sausgruber. Mit diesem Preis werden besonders herausragende und beispielhafte Aktivitäten und Initiativen, die die Zukunftsfähigkeit ländlicher Räume nachhaltig stärken, vor den Vorhang gebeten und ausgezeichnet. Gemeinsam mit den Gemeinden ist das Land bemüht, für eine möglichst hohe Lebensqualität in allen Regionen des Landes zu sorgen. Dies geschieht durch die Bereitstellung von finanziellen Mitteln, aber auch durch ideelle Unterstützungsmaßnahmen, so Landeshauptmann Sausgruber.
Im Jahr 2002 wurde dem Großen Walsertal mit dem Projekt „Biosphärenpark“ der Dorferneuerungspreis zuerkannt – ein klassisches Beispiel für gelebte Zusammenarbeit aller Beteiligten, nachhaltige Nutzung der Ressourcen und die Stärkung der eigenen Identität. Das diesjährige Motto des Wettbewerbes „Aufbruch zur Einzigartigkeit“ will jene ländlichen Gemeinden und Regionen stärken, die – vor dem Hintergrund der Globalisierung und der internationalen Vereinheitlichung – ihre Unverwechselbarkeit und Einzigartigkeit in äußerer Erscheinung und innerer Qualität sichern wollen.
Durch die europäische Ausrichtung des Wettbewerbes werden auch grenzüberschreitende Kontakte im „Europa der Regionen“ gefördert. Die Auseinandersetzung mit den Lösungsansätzen Anderer erleichtert auch die Beurteilung, was im Spannungsfeld von Kontinuität und Veränderung für den eigenen Lebensraum „sinnvoll“ ist. Denn der Blick über die Grenze dient nicht nur dazu, Neues zu finden, sondern auch um zu erkennen, was der Wert des Eigenen ist.
Maßnahmen des Landes
Das Land ist seit jeher ein Partner der Gemeinden: Auf Basis verschiedener Richtlinien fördert das Land die Gemeinden entweder über echte Landesbeiträge oder aus Bedarfszuweisungen gemäß Finanzausgleich. Kleinere strukturschwache Gemeinden werden zudem aus dem Strukturfonds unterstützt. Insgesamt kommen so unsere Gemeinden jährlich auf Zuschüsse vom Land von mittlerweile gut 100 Millionen Euro.
Neben der Bereitstellung finanzieller Mittel leistet das Land aber auch mittels zahlreicher Projekte und Initiativen wertvolle Hilfestellung bei der Gemeinde- und Regionalentwicklung:
„Lebenswert leben“
Das Projekt „Lebenswert leben“, das in der Bevölkerung ein Bewusstsein für Lebensqualität durch Nahversorgung schaffen soll, läuft schon seit Jahren sehr erfolgreich. Seit den Anfängen im Jahr 1997 haben sich inzwischen 25 Gemeinden aus ganz Vorarlberg den Leitsätzen der Nahversorgung verschrieben.
Besonders wird in letzter Zeit auch auf die soziale Nahversorgung (Solidarität, Identität, Nachbarschaftshilfe) geachtet. Die Erhaltung dieses Sozialkapitals unterstützt wesentlich den langfristigen Erfolg einer Region. Besonderes Augenmerk wurde in den letzten Jahren auch auf die Einbindung von Jugendlichen durch Bewusstseinsbildung für einen nachhaltigen Lebensstil und Hervorhebung von jugendlichem Engagement gelegt.
Lebenswert leben hat aber auch mit der aktiven Beteiligung der BürgerInnen zu tun, denn Nahversorgung kann nicht „verordnet“ oder ausschließlich durch Förderungen aufrechterhalten werden, sondern nur von den Menschen durch aktives Tun (z.B. Änderung des Einkaufsverhaltens) langfristig gesichert werden.
Entwicklungskonzept Klostertal
Ein klares Bild einer erlebbaren Identität wird derzeit im Klostertal unter Mitwirkung vieler aktiver Menschen geschaffen. Grundlage dafür bietet das Entwicklungskonzept Klostertal, das die Erhaltung bzw. Verbesserung der Lebensqualität zum Ziel hat. Dabei wird die Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden und den angrenzenden Regionen groß geschrieben. Die Klostertalgemeinden sind an den Talenden mit der Stadt Bludenz und der Tourismusregion Arlberg engstens verflochten und es wird darauf geachtet, bei diesem Veränderungsprozess diese Grenzen bewusst wahrzunehmen.
Grundlage für den Entwicklungsprozess war die Bewusstseinsbildung für den Zusammenhang von Lebensqualität, Nähe und soziale Strukturen („Lebenswert leben“). Dadurch wurde ein Klima für die Erarbeitung eines Tal weiten Leitbildes mit intensiver BürgerInnenbeteiligung geschaffen. Angeregt durch eine Jugendstudie wurde mit der gezielten Einbindung von Jugendlichen begonnen, wobei die Hauptschule mit zahlreichen Projekten mitarbeitet.
Als erster konkreter Schritt für eine nachhaltige strukturelle Veränderung wird derzeit an einem Regionalmanagement gearbeitet, das den begonnenen Prozess in Gang halten und Maßnahmen zur Stärkung der regionalen Identität und Wertschöpfung koordinieren soll. Eine Wirkungsanalyse der geplanten Maßnahmen (Unternehmen.V) soll zu einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess führen.
„Unternehmen.V“
„Unternehmen.V“, ein Modell zur Begleitung von Nachhaltigen Entwicklungsprozessen in Gemeinden und Städten, wurde vom Büro für Zukunftsfragen entwickelt und läuft seit 2002. Damit wurde ein Instrumentarium geschaffen, mit dem die Gemeindeentwicklung fachübergreifend analysiert, dargestellt und vor allem in Richtung Nachhaltigkeit gesteuert werden kann.
Der abstrakte Begriff der Nachhaltigkeit füllt sich so mit Leben und Inhalten und dient als Richtschnur für die kommunale Entwicklung. Nach erfolgreichem Start in Vorarlberg stößt es nun auch in anderen Regionen auf großes Interesse. Die Mitgliedsregionen der „Bodensee Agenda“ sind derzeit in einem 3 Jahre laufenden Projekt dabei, Unternehmen.V zu übernehmen. Außerdem laufen konkrete Gespräche mit den Ländern Niederösterreich, Oberösterreich und Salzburg über eine Übernahme und eine gemeinsame Weiterentwicklung.
Gewinner des Europäischen Dorferneuerungspreises 2002
Der Tradition, dass die Verleihungsveranstaltung der Europäischen Dorferneuerungspreise jeweils in der Region des letzten Siegers ausgetragen wird, kommt das Große Walsertal gerne nach und lädt gemeinsam mit dem Land Vorarlberg die VertreterInnen der 32 teilnehmenden Gemeinden, sowie Interessierte vom Land und Tal ein. „Der UNESCO Biosphärenpark Großes Walsertal freut sich, dass er dieses Jahr Gastgeber für die Verleihung des Europäischen Dorferneuerungspreises 2004 sein darf“, so der Obmann der Regionalplanungsgemeinschaft Großes Walsertal anlässlich der Pressekonferenz am 7.10.2004 in Marul.
Der Biosphärenpark Großes Walsertal war 2002 Sieger des Europäischen Dorferneuerungspreises, der damals unter dem Motto „Grenzen überschreiten“ stand. Von einer internationalen Jury wurde die Arbeit im Großen Walsertal, die gemeindeübergreifend gemäß dem Biosphärenpark Leitbild umgesetzt wird, mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Eine solch begehrte Auszeichnung spornt an – viele neue Projekte konnten in den letzten beiden Jahren mit neuem Schwung in Angriff genommen werden.
In Kooperation mit dem Land Vorarlberg haben die Gemeinden des Tales gemeinsam mit dem Biosphärenparkmanagement alle Hebel in Bewegung gesetzt, um der Verleihung einen würdigen Rahmen zu geben und den 850 Teilnehmern einen unvergesslichen Aufenthalt zu ermöglichen. „Eine solche Großveranstaltung stellt für eine kleine Region wie das Große Walsertal eine große Herausforderung an, die wir aber sehr gerne wahrgenommen haben“, so REGIO Obmann Türtscher. Umrahmt wird der feierliche Festakt am Donnerstag, den 8.10.2004 mit Alphornklängen und dem Buchbodner Jugendchor Arc-en-ciel. Verwöhnt werden die Teilnehmer mit einem Buffet aus regionalen Biosphärenpark-Produkten. Am Freitag werden Exkursionen zu den Themen Käse, Architektur, Energie und Wirtschaft, Kultur und Berglandwirtschaft angeboten, damit die Teilnehmer das Große Walsertal besser kennen lernen können und sich über die Projekte im Biosphärenpark informieren können. Am Mittag treffen sich alle zum gemeinsamen Suppenessen, wo es dann auch die Möglichkeit gibt, Walser Produkte als Mitbringsel oder als Proviant für die Heimreise zu kaufen.
Europäischer Dorferneuerungspreis 2004 – Bewertung
Europäischer Dorferneuerungspreis 2004
Ummendorf, Sachsen-Anhalt, Deutschland
Europäische Dorferneuerungspreise für ganzheitliche, nachhaltige und mottogerechte Dorfentwicklung von herausragender Qualität – Sieganwärter
Heinerscheid, Luxemburg
Steirisches Vulkanland, Steiermark, Österreich
Bertsdorf-Hörnitz, Sachsen, Deutschland
Dobbertin, Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland
Griffen, Kärnten, Österreich
Höfen, Nordrhein-Westfalen, Deutschland
Rodaki, Klucze, Malopolska, Polen
St. Alban, Rheinland-Pfalz, Deutschland
Vilémov, Vysocina, Tschechische Republik
Weyarn, Bayern, Deutschland
Zwischenwasser, Vorarlberg, Österreich
Europäische Dorferneuerungspreise für besondere Leistungen in einzelnen oder mehreren Bereichen der Dorfentwicklung
Amönau, Wetter, Hessen, Deutschland
Bildein, Burgenland, Österreich
Gompertshausen, Thüringen, Deutschland
Herrnbaumgarten, Niederösterreich, Österreich
Hrusov, Velky Krtís, Slowakische Republik
Mils, Tirol, Österreich
Nectiny, Westböhmen, Tschechische Republik
Neumarkt am Wallersee, Salzburg, Österreich
Sierakowo Slawienskie, Sianów, Zachodniopomorskie, Polen
Thyrow, Trebbin, Brandenburg, Deutschland
Wiesteniederung, Niedersachsen, Deutschland
Wolfersheim, Blieskastel, Saarland, Deutschland
Zengövárkony, Südtransdanubien, Ungarn
Lobende Anerkennung für besondere Leistungen
Golczewo, Parchowo, Pomorskie, Polen
Javor – Jance Obststraße, Ljubljana, Slowenien,
Magyarszombatfa-Velemér, Westungarische Region, Ungarn
Mauren, Fürstentum Liechtenstein
Rodt, St. Vith, Deutschsprachige Gemeinschaft, Belgien
Wijster, Midden-Drenthe, Niederlande
Zyrowa, Zdzieszowice, Opole, Polen
Projektbeschreibungen
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Europäischer Dorferneuerungspreis 2004: Die Jury hat entschieden!
30. Juni bis 1. Juli 2004
Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung vergibt zum achten Mal den Europäischen Dorferneuerungspreis – 32 Länder bzw. Regionen mit einem Projekt vertreten – Sieger: Ummendorf in Sachsen-Anhalt – im Finale der drei Besten: Auersbach/Region Steirisches Vulkanland in der Steiermark und Heinerscheid in Luxemburg
„Die ,Würfel’ im Wettbewerb um den 8. Europäischen Dorferneuerungspreis sind gefallen: Eine interdisziplinär zusammengestellte Jury von 17 hochrangigen internationalen Experten hat sich nach einer intensiven Begutachtung vor Ort vergangenes Wochenende in Innsbruck bei der abschließenden Bewertungssitzung nach langen, intensiven Diskussionen für ein Signal der Ermutigung zur eigenständigen Entwicklung trotz schwierigster Ausgangsbedingungen und damit für Ummendorf in Sachsen-Anhalt als Sieger entschieden“, erklärte der Vorsitzende der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll, Wien, in einer ersten Stellungnahme. Ebenfalls am Siegerpodest – und nur in einer denkbar knappen Abstimmung, bei der es vor allem um die diesmalige „Wettbewerbsbotschaft“ ging, „unterlegen“ – finden sich Auersbach/Region Steirisches Vulkanland in der Steiermark, das für eine einzigartige, kreative und zeitgemäße Entwicklung im regionalen Verbund steht, und die Gemeinde Heinerscheid in Luxemburg als ein herausragendes Beispiel für nachhaltige, innovative kommunale Wertschöpfung.
Das knapp über 1000 EinwohnerInnen zählende Ummendorf liegt im nordwestlichen Teil der Magdeburger Börde rund zehn Kilometer von der ehemaligen innerdeutschen Grenze entfernt und war in den Jahrzehnten vor der Wende von jeglichen Entwicklungsimpulsen ausgeschlossen. Aus einer fast aussichtslosen Situation startete die hoch motivierte und eigeninitiative Dorfgemeinschaft, angeregt durch die Patenschaft mit einem niedersächsischen Dorf, unmittelbar nach der Grenzöffnung ein Dorferneuerungsprogramm, das zu sozio-ökonomischer Stabilität und kultureller Aufbruchstimmung geführt hat.
Aus einer Vielzahl an aufeinander abgestimmten Maßnahmen seien exemplarisch angeführt:
Über eine vorbildhafte Bürgereinbindung und einen intelligenten Umgang mit den eigenen Stärken ist es Ummendorf gelungen aufzuzeigen, wie man aus einer fast aussichtslosen Ausgangsposition eine unglaubliche Eigenkraft von großer Ausstrahlung entwickeln und den Aufbruch zur Einzigartigkeit schaffen kann. Es vermag damit allen Dörfern und ländlichen Gemeinschaften Europas Mut zum Engagement und Hoffnung auf den Erfolg zu geben.
Die Courage zum „Aufbruch zur Einzigartigkeit“, so das Motto des Wettbewerbs um den Europäischen Dorferneuerungspreis 2004, haben neben den drei Finalisten auch alle anderen der insgesamt 32 Teilnehmer aus ebenso vielen europäischen Ländern bzw. Regionen bewiesen. Unter vielen guten Projekten wurden die elf Besten mit einem „Europäischen Dorferneuerungspreis für ganzheitliche, nachhaltige und mottogerechte Dorfentwicklung von herausragender Qualität“ ausgezeichnet. 13 Teilnehmer dürfen sich über einen „Europäischen Dorferneuerungspreis für besondere Leistungen in einzelnen oder mehreren Bereichen der Dorfentwicklung“, sieben über eine „Lobende Anerkennung“ freuen.
Die Preisverleihung erfolgt am 7. und 8. Oktober 2004 im Großen Walsertal, Vorarlberg, Österreich.
Europäischer Dorferneuerungspreis 2004 mit 32 Teilnehmern
‚1. und 2. April 2004
Europäischer Dorferneuerungspreis 2004 geht in die erste Runde – Leistungsschau der besten europäischen Landentwicklungs- und Dorferneuerungsprojekte unter dem Motto ,,Aufbruch zur Einzigartigkeit“
,,Der Wettbewerb um den 8. Europäischen Dorferneuerungspreis ist geleitet von der Intention, beispielhafte Aktivitäten und Initiativen im Sinne einer nachhaltigen Stärkung der Zukunftsfähigkeit ländlicher Räume vor den Vorhang zu bitten und zu prämieren“, erklärte der Vorsitzende der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll, Wien, im Vorfeld der 1. Bewertungssitzung der internationalen Wettbewerbsjury am 1. und 2. April 2004 in Eisenstadt. Das Motto des Wettbewerbes ,,Aufbruch zur Einzigartigkeit“, so Pröll weiter, forciere vor allem jene ländlichen Gemeinden und Regionen in Europa, die ihre Unverwechselbarkeit und Einzigartigkeit in äußerer Erscheinung und innerer Qualität gerade in Zeiten von Globalisierung und internationaler Vereinheitlichung als unverzichtbaren Wert erkannt hätten und in dynamischen Entwicklungsprozessen zu sichern versuchten.
Der Wettbewerb um den Europäischen Dorferneuerungspreis der ARGE Landentwick-lung und Dorferneuerung wird seit 1990 im Zweijahresrhythmus durchgeführt. Neben dem Europäischen Dorferneuerungspreis werden auch Auszeichnungen für ,,Herausragende ganzheitliche Dorfentwicklungsprojekte“ und für ,,Besondere Leistungen in Teilbereichen der Dorferneuerung“ vergeben. Die Entscheidung wird im Sommer 2004 fallen, die Preisverleihung erfolgt im Oktober 2004 im Großen Walsertal, Vorarlberg. Gefordert sind vor allem:
,,Letztendlich werden nur Gemeinden für den Sieg in Frage kommen, die sich durch nachhaltige, vernetzte und ganzheitliche Konzepte auszeichnen, die von der Bevölkerung initiiert und getragen werden und auf kommunalen Allianzen und regionalen Partnerschaften aufbauen“, schloss Pröll.
Europas Dörfer setzen auf Tourismus und Direktvermarktung
15. bis 18. September 2003
10. Dorferneuerungsexkursion der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung führte vom 15. bis 18. September 2003 zu beispielhaften Projekten ländlicher Entwicklung in Rheinland-Pfalz und Luxemburg – 40 OsteuropäerInnen nutzten die Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch.
„Kein Standort ist nur benachteiligt, jeder Ort verfügt über ein Chancenpotenzial, das es mit Innovationsgeist, Kreativität und Motivationsarbeit zu nutzen gilt“, erklärten die Vertreter der luxemburgischen Gemeinde Heinerscheid, die mit ihrem umfassenden Programm zu den europaweit besten Dorferneuerungsgemeinden zählt, den TeilnehmerInnen der von der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, Wien, unter Federführung von Theres Friewald-Hofbauer und Peter Schawerda, Franz Kattler und Team (Rheinland-Pfalz) sowie Charles Konnen und Arno Frising (beide Luxemburg) heuer zum zehnten Mal organisierten Dorferneuerungsexkursion. Stehen in Heinerscheid eine bäuerliche Produktions-, Verarbeitungs- und Vermarktungseinrichtung sowie eine Frauenbeschäftigungsinitiative und ein Windpark im Vordergrund, so zeichnet sich Munshausen, die zweite luxemburgische Gemeinde, die besichtigt wurde, vor allem durch die Revitalisierung alter Handwerkstraditionen, die Umnutzung leer stehender Gebäude, touristische Aktivitäten und ein ausgeprägtes soziales Engagement aus.
Auch in Rheinland-Pfalz, wo neben anderen die Weinbaugemeinde Maikammer, das Umland von Kaiserslautern sowie die Gemeinden Konken, Fischbach und Ludwigswinkel besucht wurden, wurde den 40 StudienfahrtsteilnehmerInnen, allesamt Dorferneuerungs-SpezialistInnen und -AktivistInnen aus 17 vorwiegend osteuropäischen Regionen aus 10 Staaten – von Russland über Litauen bis Rumänien –, Großartiges in Sachen integrierte ländliche Entwicklung geboten: eine revitalisierte Burg, die heute mit mehreren Museen und einer Jugendherberge als Gästemagnet wirkt, ein Biosphärenhaus mit Baumwipfelpfad, wo Natur und ökologische Kreisläufe erfahr- und erlebbar gemacht werden, Aktivitäten im Sinne einer beispielhaften Landschaftspflege und Ortsbildgestaltung sowie erfolgreiche Maßnahmen zur Existenzsicherung bäuerlicher Betriebe und zur Umnutzung funktionslos gewordener landwirtschaftlicher bzw. militärischer Bausubstanzen für Tourismus, aber auch für Wohnen, Wirtschaften und Freizeit.
Informations- und Diskussionsrunden mit hochrangigen Politikern, wie dem Innenminister von Rheinland-Pfalz, Heinz Zuber, mit Kennern der EU, wie dem Sprecher der GD-Landwirtschaft der Europäischen Kommission, Philippe Tabary, sowie mit Vertretern der Dorfgemeinschaften rundeten das Programm ab und trugen dazu bei, dass das vom Vorsitzenden der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, Landeshauptmann Erwin Pröll, formulierte Ziel der viertägigen Studienfahrt „das gute Beispiel als Orientierungshilfe in die ‚Auslage‘ zu stellen und den Erfahrungsaustausch zwischen Dorferneuerern in Ost und West zu verstärken“ erreicht werden konnte.
Europäischer Dorferneuerungspreis 2004 – Countdown
11. und 12. März 2003
Auf die Plätze, fertig, los …
Der Countdown für den Europäischen Dorferneuerungspreis 2004 läuft – Internationales Expertengremium fixiert Kriterien – Neues Wettbewerbsmotto „Aufbruch zur Einzigartigkeit“ als Signal gegen Globalisierung und Vereinheitlichung
Die Siegerregion des Europäischen Dorferneuerungspreises 2002, das Große Walsertal in Vorarlberg, Österreich, war diese Woche Schauplatz eines zweitägigen Meetings hochkarätiger internationaler Experten, die als JurorInnen über die Vergabe des Europäischen Dorferneuerungspreises 2004 entscheiden werden. Das Treffen diente vor allem der Erarbeitung der Wettbewerbskriterien und der Fixierung eines Wettbewerbsmottos, das „Aufbruch zur Einzigartigkeit“ lauten wird. Das Motto soll, geht es nach Meinung der JurorInnen und ihres Vorsitzenden, dem Münchner Univ.-Prof. Matthias Reichenbach-Klinke, die ländlichen Gemeinden und Regionen in Europa darin bestärken, ihre Unverwechselbarkeit und Einzigartigkeit in äußerer Erscheinung und innerer Qualität als Wert zu erkennen und in dynamischen Entwicklungsprozessen zu forcieren.
Neben dem Motto wurden auch die Beurteilungskriterien für den 8. Europäischen Dorferneuerungspreis, der im April dieses Jahres ausgelobt und im Oktober 2004 nach zwei Bewertungssitzungen und Vor-Ort-Besichtigungen vergeben werden wird, erarbeitet. Bewertet werden demnach:
A. INHALTE
B. ZUSAMMENSCHAU DER MASSNAHMEN
Maßgeblich sind dabei für alle Bereiche vernetzte und ganzheitliche Konzepte, die auf eine
C. METHODEN/STRATEGIEN
Darüber hinaus finden die Strategien und Methoden, die zur Erreichung der Ziele verfolgt werden, also
besondere Berücksichtigung.
Für den Vorsitzenden der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll, gewährleisten diese anspruchsvollen Kriterien und das gerade in Zeiten der Globalisierung und internationalen Vereinheitlichung besonders zeitgemäße Motto, dass den Sieg im Wettbewerb um den Europäischen Dorferneuerungspreis 2004 nur ein Teilnehmer erringen wird können, der sich durch einen ganzheitlichen, nachhaltigen, innovativen und zukunftsorientierten ländlichen Entwicklungsprozess auszeichnet.