13. bis 15. Juni 2010

Die Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung war Mitveranstalterin eines Seminars, das im polnisch/tschechischen Grenzgebiet, und zwar in Javornik / Jauering (Tschechische Republik) und Otmuchów / Ottmachau (Oppelner Woiwodschaft, Polen) stattfand. 30 TeilnehmerInnen aus mehreren polnischen Woiwodschaften sowie aus Tschechien, Deutschland und Österreich erläuterten dabei die Thematik, wie regionale Entwicklungsstrategien und kommunale bzw. lokale Initiativen und Entwicklungsprogramme in Einklang zu bringen sind.

Wertvolle Statements, die eine rege und lösungsorientierte Diskussion, die von ARGE-Geschäftsführerin Theres Friewald-Hofbauer moderiert wurde, in Gang brachten, gaben Angela Kunz, Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie des Freistaates Sachsen, Bernhard Haas, Leiter der Niederösterreichischen Landesgeschäftsstelle für Dorferneuerung, und der Opelner Woiwode Ryszard Wilczynski ab. So unterschiedlich die beruflichen, geographischen und persönlichen Zugänge der einzelnen DiskutantInnen waren, so kontroversiell man sich dem Thema annäherte, so einig war man sich dann doch in der generellen Erkenntnis, dass eine erfolgreiche Entwicklung der ländlichen Räume beides brauche: eigenständig agierende Dorfgemeinschaften und regionale Vernetzung unter einer generellen Leitidee.

Nur in den kleinen Einheiten, in Dörfern und Gemeinden also, könne dem Bottom-up-Prinzip voll und ganz Rechnung getragen werden, gelingt es in besonderem Maß, die BürgerInnen in Planungs-, Entscheidungs- und Umsetzungsprozesse einzubinden und damit Identifikation und Bleibebereitschaft zu steigern. Allerdings erreichen viele Aufgabenstellungen Dimensionen, die nur in interkommunalen Verbänden bewältigt werden können und bedürfen lokale Initiativen einer Einbindung in regionale Konzepte, um Widersprüchlichkeiten zu vermeiden, Synergieeffekte zu erzielen und um Regionen als „Marke“ zu entwickeln. Hier den „goldenen Mittelweg“ zu finden, wird viel Sensibilität, Flexibilität und Engagement von allen Seiten und allen Beteiligten erfordern.

Projektpräsentationen von Bürgermeisterinnen tschechischer und polnischer Gemeinden sowie zwei Workshops über „Stadt-Land-Verflechtungen“ bzw. die besonderen Herausforderungen für Landgemeinden in der informationsgesellschaft rundeten das Programm ab und boten reichlich Gelegenheit zu Diskussion und Erfahrungsaustausch. Komplettiert wurde das Seminar durch drei interessante Exkursionen und Besichtigungen in Tschechien und Polen, die Einblick in das Entwicklungsgeschehen in der Gastgeberregion gewährten.

Programm

30. April 2010

Symposium anlässlich 25 Jahre Dorferneuerung in Niederösterreich

Das niederösterreichische Stift Göttweig war am Freitag, dem 30. April 2010, Schauplatz des Symposiums „Das soziale Miteinander in der Dorferneuerung“, zu dem die Niederösterreichische Dorferneuerung und die Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung eingeladen hatten.

Die niederösterreichische Dorferneuerung, die heuer ihr 25-jähriges Bestandsjubiläum feiert, wird sich künftig verstärkt sozialen Anliegen widmen. Diese Neuausrichtung spiegelt sich auch in den Themen wider, denen sich das Symposium widmete.

So befasste sich der erste Block mit dem Spannungsfeld Egoismus und Gemeinsinn, dem ein Brainstorming der TeilnehmerInnen über geeignete Rahmenbedingungen für eine Homogenisierung von Einzelbedürfnissen und Gemeinschaftsinteressen folgte. Am Nachmittag erörterten ExpertInnen und PraktikerInnen in sieben Arbeitsgruppen die Zukunftsperspektiven der Dorferneuerung aus dem Blickwinkel der Wirtschaft, der Kultur, des Marketings, der Jugend, der Generationen, der Umwelt&Energie sowie des sozialen Miteinanders.

Einladung

21. bis 22. März 2010

Landraum grenzenlos – lautete das Thema der Europäischen Dorferneuerungskonferenz 2010, die vom 21. bis 22. März 2010 in St. Vith, Belgien, stattfand. Die Veranstaltung bezog damit im belgisch-deutsch-luxemburgischen Grenzraum Quartier, wo fünf europäische Regionen, die Deuschsprachige Gemeinschaft Belgiens, die Wallonische Region, Luxemburg, Rheinland-Pfalz und Nordrhein Westfalen, aufeinander treffen.

Mehr als 70 BürgerInnen, ExpertInnen und PolitikerInnen, darunter „Gastgeberin“ Ministerin Isabelle Weykmans aus der DG, Landwirtschaftsminister Romain Schneider aus Luxemburg und Landwirtschaftsminister Exkhard Uhlenberg aus Nordrhein-Westfalen, waren der Einladung nach St. Vith gefolgt und berieten gemeinsam, über Grenzen hinweg, über die vorrangigen Herausforderungen zur fruchtbaren Entwicklung ihres Lebensraumes. Dabei wurde den Bereichen Wohnen, Arbeit und Mobilität, die in allen Regionen als prioritäre Aufgaben angesehen wurden, besondere Aufmerksamkeit geschenkt.

Die Referate und Diskussionen machten deutlich, dass es in sämtlichen Problemfeldern sowohl regionale Unterschiede, zugleich aber auch Gemeinsames und Verbindendes gäbe und so manches nur in Kooperation zu bewältigen sein werde. Im Zentrum standen, ganz im Sinne von Bürgerpartizipation und gelebter Subsidiarität stets drei Fragen: Was können wir als BürgerInnen tun? Was kann die Kommune tun? Was kann die regionale bzw. nationale Öffentliche Hand tun?

Die Konferenz wurde durch regionale Workshops, die im Vorfeld abgehalten wurden, sowie durch zwei Exkursionen zu Best-practice-Beispielen in den fünf Regionen und einen „Markt der Meinungen und Möglichkeiten“ abgerundet.

Die Europäische Dorferneuerungskonferenz 2010 war eine Kooperationsveranstaltung der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung und der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens.

Sie wurde gefördert aus Mitteln der Europäischen Union, Generaldirektion Bildung und Kultur, Programm Europa für Bürgerinnen und Bürger.

11. und 12. März 2010

Unter dem Motto „Neue Energie für ein starkes Miteinander“ bewerben sich 30 Gemeinden bzw. Regionen aus elf europäischen Nationen um eine der wohl begehrtesten Auszeichnungen im Bereich einer nachhaltigen Entwicklung ländlicher Kommunen, nämlich um den Europäischen Dorferneuerungspreis 2010.

Der Wettbewerb, der eine echte Leistungsschau der besten europäischen Landentwicklungs- und Dorferneuerungsprojekte darstellt, ist bereits voll in Gang und kommt nun in eine entscheidende Phase: Nachdem die internationale Wettbewerbsjury unter Vorsitz des Luxemburgers Charles Konnen Mitte März in Donnerskirchen, Burgenland, Österreich, zu ihrer ersten Bewertungssitzung zusammengetroffen war, werden in den kommenden Wochen und Monaten drei- bis vierköpfige Bewertungsteams alle Wettbewerbsgemeinden bereisen, um sich an Ort und Stelle ein Bild über den Stand der Entwicklungsaktivitäten zu machen. Dabei wird aber nicht nur die „strenge“ Beurteilung im Vordergrund stehen, sondern in gelicher Weise wird es auch darum gehen, mit BürgerInnen, BehördenvertreterInnen und KomunalpolitikerInnen in eine Dialog zu treten und über Intentionen, Schwierigkeiten und Erfolge gesetzter und geplanter Maßnahmen zu diskutieren.

Der Wettbewerb um den 11. Europäischen Dorferneuerungspreis ist geleitet von der Intention, beispielhafte Aktivitäten und Initiativen zur nachhaltigen Stärkung der Zukunftsfähigkeit ländlicher Räume vor den Vorhang zu bitten und zu prämieren. Das Motto des Wettbewerbes forciert dabei insbesondere jene Dörfer und ländlichen Kommunen in Europa, in denen mit neuer Energie – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn – ans Werk gegangen wird, um die ökonomische Potenz, die ökologische Qualität und den sozialen Zusammenhalt maßgeblich zu stärken.

Veranstalterin des Wettbewerbes, der seit 1990 im Zweijahresrhythmus durchgeführt wird, ist die Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung. Neben dem „Europäischen Dorferneuerungspreis“ werden auch Auszeichnungen für „Herausragende ganzheitliche Entwicklungsprojekte“ und für „Besondere Leistungen in mehreren oder einzelnen Teilbereichen der Dorferneuerung“ vergeben. Die Preisträger werden von einer internationalen Wettbewerbsjury im Rahmen von zwei  Bewertungssitzungen und Vorortbesichtigungen aller teilnehmenden Gemeinden eruiert. Die Entscheidung fällt Anfang Juli 2010, die Preisverleihung erfolgt am 24. September 2010 in Sand in Taufers, Südtirol, der Siegergemeinde des Wettbewerbes 2008.

Bewertet werden neben der äußeren Erscheinung vor allem die inneren Qualitäten der Dörfer und Gemeinden, also Aktivitäten im Sinne einer Standort angepassten wirtschaftlichen Entwicklung, die Schaffung zeitgemäßer sozialer Einrichtungen, die Auseinandersetzung mit Architektur, Siedlungsentwicklung, Ökologie und Energieversorgung sowie kulturelle Initiativen und Weiterbildungsmaßnahmen. „Für den Sieg kommen allerdings nur Teilnehmer in Frage, die sich durch nachhaltige, vernetzte und ganzheitliche Konzepte auszeichnen, die von der Bevölkerung getragen werden, in regionale Kooperationen eingebunden sind und dem Wettbewerbsmotto deutlich Rechnung tragen “, ist ARGE-Vorsitzender Landeshauptmann Erwin Pröll, Niederösterreich, überzeugt.

Hoher Besuch bei der 1. Jurysitzung durch Landesrätin Verena Dunst, Mitglied der Burgenländischen Landesregierung; von links nach rechts: Jury-Vorsitzender Charles Konnen, LR Verena Dunst, ARGE-Geschäftsführerin Theres Friewald-Hofbauer und Hofrat Hans Fertl vom Amt der Burgenländischen Landesregierung

Die Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung wird mit einer Strukturförderung der Europäischen Union, Generaldirektion Bildung und Kultur, Programm „Europa für BürgerInnen und Bürger“, unterstützt.

19. bis 21. Oktober 2009

Sand in Taufers, eine Südtiroler Gemeinde, die 365 Tage im Jahr im Zeichen der erneuerbaren Energien steht, war Austragungsort einer Internationalen Ökoenergie-Konferenz, die politische, wirtschaftliche und technologische Aspekte einer dringend notwendige Energiewende weg von fossil hin zu regenerativ thematisierte und diskutierte. Neben vielen anderen wohnten der Veranstaltung auch die Landesräte Michl Laimer und Hans Berger, der renommierte Zukunftsforscher Franz Josef Radermacher und der Präsident des europäischen Biomasseverbandes, Heinz Kopetz, bei.

„Während man andernorts über eine saubere, sichere Energieversorgung der Zukunft bloß spricht, wird sie in der Gemeinde Sand in Taufers, Siegerin im Wettbewerb um den Europäischen Dorferneuerungspreis 2008, und zahlreichen anderen Südtiroler Gemeinden längst in die Praxis umgesetzt“, erklärte der Geschäftsführer des Österreichischen Biomasse-Verbandes, Ernst Scheiber. Davon konnten sich die rund 250 TeilnehmerInnen im Zuge von höchst interessanten Fachexkursionen, die den Auftakt der Konferenz bildeten, überzeugen.

Ein zentrales Thema der Konferenz war die EU-Richtlinie für erneuerbare Energien und ihre Auswirkungen auf Österreich, Italien und ganz Europa. Das Energie- und Klimapaket der Europäischen Union – immerhin soll 2020 ein Fünftel der Endenergie aus erneuerbaren Quellen gewonnen werden – zeigt, dass die EU-Spitzen die Bedeutung einer Weichenstellung für die zukünftige europäische Energieversorgung erkannt haben.

Eine Schlüsselfunktion bei der Umsetzung der Ziele spielen zweifelsohne die ländlichen Regionen. Neben dem Veranstaltungsort selbst wurden daher mit Güssing im österreichischen Burgenland sowie Beckerich in Luxemburg und Ascha in Bayern noch andere „Energie-Pionier-Gemeinden“ von ihren Bürgermeistern vorgestellt. „Dass unter den vier präsentierten europäischen Alternativenergie-Top-Gemeinden gleich drei ausgezeichnete Teilnehmer des Europäischen Dorferneuerungswettbewerbs sind, freut mich und beweist, welch hohen Stellenwert dem Themenbereich Ökologie und Ressourcenschonung in der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung beigemessen wird“, betonte der stellvertretende Vorsitzende der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, Charles Konnen, bei seinem Eröffnungsstatement.

Schließlich wurden noch ausgewählte Bereiche der regenerativen Energiegewinnung beleuchtet und die jüngsten technologischen Machbarkeiten vorgestellt.

Die Internationale Ökoenergie-Konferenz war eine Kooperationsveranstaltung des Österreichischen Biomasse-Verbandes, der Marktgemeinde Sand in Taufers, der Landesregierung von Südtirol, des Südtiroler Biomasse-Verbandes, des Südtiroler Gemeindeverbandes und der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung. Sie wurde unterstützt durch die Europäische Union, Generaldirektion Bildung und Kultur, Programm „Europa für Bürgerinnen und Bürger“.

Dr. Heinz Kopetz, Präsident des Österreichischen Biomasse-Verbandes

Der Landeshauptmann-Stellvertreter von Südtirol Landesrat Hans Berger, Landesrat Dr. Michl Laimer, Direktor DI Charles Konnen und Bürgermeister Helmuth Innerbichler

21. bis 22. September 2009

Die Europäische Dorferneuerungskonferenz 2009 in Bratislava befasste sich mit dem europaweiten Phänomen des wachsenden Zuzugs in Stadtumland-Gemeinden bei gleichzeitiger Abwanderung aus städtischen Zentren und peripheren ländlichen Räumen. Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll forderte dabei mehr Flächenökonomie und den Mut, der hemmungslosen Zersiedelung klare Grenzen zu setzten, um den Verlust wertvoller Erholungsflächen und agrarischer Produktionsflächen zu stoppen. Die Vorsitzenden der Selbstverwaltungskreise Bratislava und Trnava, Vladimír Bajan und Tibor Mikuš, betonten, dass die Suche nach einer Balance der Lebensbedingungen in Stadt und Land eine große Herausforderung und ständige Begleiterin ihrer politischen Arbeit sei. Die KonferenzteilnehmerInnen sprachen sich resümierend dafür aus, dass es politisches Ziel sein müsse, eine Gleichwertigkeit der Lebensbedingungen in Stadt und Land anzustreben, nicht aber einer Gleichartigkeit das Wort zu reden.

Der Spiegelsaal des Primatialpalastes in Bratislava war Austragungsort der Europäischen Dorferneuerungskonferenz 2009, die Ende September des Jahres im Beisein von etwa 140 TeilnehmerInnen aus zehn Nationen ausgetragen wurde. Das Thema der Konferenz, an der neben zahlreichen anderen Ehrengästen auch der Landeshauptmann von Niederösterreich und Vorsitzende der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, Erwin Pröll, der Primator (Bürgermeister) der Hauptstadt Bratislava, Andrej Ďurkovský, sowie die Vorsitzenden der Selbstverwaltungskreise Bratislava und Trnava, Vladimír Bajan und Tibor Mikuš teilnahmen, lautete „(Kein) Land in Sicht. Ländliche Räume im Sog von Globalisierung und Suburbanisierung“.

Mit der Slowakei und der boomenden Metropole Bratislava war für die Konferenz ein Austragungsort gewählt worden, an dem die vorherrschenden Raumentwicklungstendenzen der jüngeren Vergangenheit und sicher auch noch der nächsten Zukunft deutlich sichtbar werden: Abwanderung aus den städtischen Zentren und aus den peripheren ländlichen Regionen in das Umland der Ballungsräume und damit Entstehung von immer größeren Vor- bzw. Zwischenstädten, vielfach als suburbane Räume bezeichnet.

Suburbanisierung – eine ungebremste, aber problematische Entwicklung

ReferentInnen und TagungsteilnehmerInnen waren sich uneinig darüber, ob dieser Entwicklung Einhalt geboten werden sollte, geschweige denn könnte. Viel Platz, billiger Grund, relative Nähe zu Stadt und Land – das seinen Kennzeichen des städtischen Unlandes, die vielfach als große Qualitäten empfunden würden und dementsprechend attraktiv wirkten. Weitaus größere Übereinstimmung herrschte bei der Beurteilung der Gefahren und Herausforderungen der Suburbanisierung:

  • Zersiedelung und hemmungsloser Landverbrauch
  • Verlust von Landschaft und Erholungsraum
  • Zunahme des motorisierten Individualverkehrs
  • Veränderung der Sozialstruktur
  • Identifikationsprobleme

Um diesen zu begegnen, seien allen voran Raumordnung und Regionalplanung gefordert. Mehr Flächenökonomie, Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs – nicht nur Richtung Zentrum, Sicherung von Freiflächen und Erholungsräumen, Schaffung und Vernetzung suburbaner Kleinzentren – das waren, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, die Empfehlungen der ExpertInnen zu einer nachhaltigen Verbesserung der Lebensqualität in stadtnahen Räumen insgesamt und im Stadtumland von Bratislava im besonderen.

Aktive „Sterbehilfe“ für entlegene Dörfer?

Während ein Teil der ländlichen Regionen mit Zuzug und Verstädterung konfrontiert ist, leiden zahlreiche andere, insbesonders periphere Räume unter Abwanderung, Überalterung und wirtschaftlicher Aushöhlung. Ihnen widmeten sich die Statements und Diskussionen des zweiten Konferenztages. Dabei wurde zwar auch laut darüber nachgedacht, ob es nicht in Einzelfällen sinnvoll sein könnte, aktive „Sterbehilfe“ zu leisten, überwiegend war man allerdings der Ansicht, dass es sich die Gesellschaft schon etwas kosten lassen müsse, um zu verhindern, dass ganze Landstriche entvölkert werden und damit wertvolle Kulturlandschaften, Lebens-, Erholungs- und Ausgleichsräume sowie auf krisenresistenter Kleinteiligkeit beruhende Wirtschaftsstandorte verloren gehen.

Mit Patentrezepten zur Sicherung der ländlichen Räume als eigenständige Lebens- und Wirtschaftsräume wusste niemand aufzuwarten, wohl aber mit generellen Leitgedanken wie Hebung der Wertschöpfung in der Land- und Forstwirtschaft, branchenübergreifende Kooperationen und Realisierung öffentlicher Anliegen mit ökologischen, sozialen und kulturellen Aspekten, jeweils unter Einbindung in und Abstimmung mit kommunalen, aber auch regionalen Gesamtkonzepten. Auch einem verstärkten Coaching der lokalen Akteure auf dem oft hürdenreichen Weg von der Projektidee zur Projektumsetzung wurde das Wort geredet.
Keinen Zweifel ließen die KonferenzsprecherInnen daran, dass es nicht darum gehen könne, Stadt und Land gegeneinander auszuspielen oder einander anzugleichen. Nicht gleichartige, sondern gleichwertige Lebensbedingungen sowie eine Balance, die eine hohe Lebensqualität sowohl in der Stadt als auch am Land gewährleistet, müssten angestrebt werden. Denn es dürfe nicht vergessen werden, dass Stadt und Land kommunizierende Gefäße und die gegenseitigen Abhängigkeiten enorm seien.

Die Europäische Dorferneuerungskonferenz 2009 wurde von der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung in Kooperation mit dem Land Niederösterreich, Abteilung Raumordnung und Regionalpolitik, den Selbstverwaltungskreisen Bratislava und Trnava sowie dem Magistrat von Bratislava und mit Unterstützung der Europäischen Union, Generaldirektion Bildung und Kultur, Programm „Europa für Bürgerinnen und Bürger“, durchgeführt. Inhaltliche und organisatorische Assistenz gewährten die Slowakische Umweltagentur und die Academia Nova Istropolitana.

Die Power-Point-Präsentationen im pdf-Format der beiden Tage finden Sie hier:

21. September 2009

22. September 2009

Einladung

Pozvánka