26 Teilnehmer aus ebenso vielen Regionen aus zwölf verschiedenen Staaten matchen sich um den begehrten Europäischen Dorferneuerungspreis 2020, der unter dem Motto „Lokale Antworten auf globale Herausforderungen“ steht. Die international und interdisziplinär besetzte Jury hat – COVID-bedingt mit einer mehrmonatigen Verspätung –  Anfang September im Rahmen eines Meetings in Prag mit dem mehrstufigen Bewertungs-Vorgang begonnen, der in den kommenden Wochen mit Vor-Ort-Besichtigungen der Wettbewerbs­orte seine Fortsetzung findet. Die Entscheidung fällt voraussichtlich im Frühsommer 2021, wann und in welchem Rahmen die Preisverleihung im Siegerort von 2018, der oberösterreichischen Gemeinde Hinterstoder, stattfindet, hängt von der Entwicklung der Pandemie ab. Den erfolgreichsten Teilnehmern winkt ein Eintrag auf einer Online-Roadmap der besten Dorf- und Gemeindeentwicklungsprojekte Europas.

„Gerade in Zeiten, in denen das Wort Krise viele zu lähmen, zu verunsichern oder zu deprimieren scheint, ist es von unschätzbarem Wert, wenn Menschen die Initiative ergreifen und aktiv die Zukunftsfähigkeit ihres unmittelbaren Lebens­raumes stärken. Genau das geschieht in den Dörfern, die sich um den
16. Europäischen Dorfer­neuerungspreis beworben haben“, zeigte sich der Vorsitzende der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, Landeshauptmann a. D. Erwin Pröll , anlässlich der ersten Bewertungssitzung Anfang September in Prag, Tschechien, überzeugt. Es sei beeindruckend, mit wie viel Mut, Kreativität, Beharrlichkeit, Weitblick und Offenheit Projekte umgesetzt werden, die nachhaltig die ökonomische Potenz, die ökologische Qualität, den sozialen Zusammenhalt und den kulturellen Reichtum der jeweiligen Dörfer festigen.

Eintrag in virtuelle „Roadmap“ winkt

Veranstalterin des Wettbewerbes, der seit 1990 im Zweijahresrhythmus ausgelobt wird, ist die Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung. Neben dem „Europäischen Dorferneue­rungs­preis 2020“ werden auch Europäische Dorferneuerungspreise in Gold, Silber und Bronze sowie „Lobende Anerkennungen“ vergeben. Neben Trophäe und Plakette winkt den erfolgreichsten Teilnehmern ein Eintrag in eine elektronische „Roadmap“, auf der die europaweit besten Dorferneuerungsorte auf einer virtuellen Landkarte per Mausklick auffind- und abrufbar sind.

Die Mitglieder der Wettbewerbsjury werden in den nächsten Wochen sowie gegebenenfalls auch im ersten Jahresdrittel 2021 alle teilnehmenden Orte zu besichtigen versuchen, ehe im Zuge einer weiteren Bewertungssitzung im Frühsommer 2021 die Entscheidung fällt. In welcher Form und zu welchem Zeitpunkt die Preis­verleihung in Hinterstoder, Oberösterreich, Österreich, der Siegergemeinde des Wett­bewerbes 2018, stattfinden wird, bleibt zum gegenwärtigen Zeitpunkt bedingt durch die Ungewissheiten im Zusammenhang mit der COVID-Entwicklung noch offen. Bewertet wird, wie das teilnehmende Gemeinwesen auf die festgestellten Stärken und Schwächen sowie internen und externen Gefahren und Chancen reagiert hat. Dabei geht es um konkrete Maßnahmen im Sinne einer wirtschaftlichen Entwicklung, der Schaffung zeitgemäßer sozialer Einrichtungen, der Architektur, Siedlungsentwicklung, Ökologie und Energieversorgung, Umgang mit der Digitalisierung sowie um kulturelle und Bildungsaktivitäten. In gleicher Weise von Bedeutung sind die gewählten Methoden und verfolgten Strategien, die von einem ganzheitlichen und nachhaltigen Ansatz sowie von Partizipation und Kooperation gekennzeichnet sein sollen.

Das Wettbewerbsmotto „Lokale Antworten auf globale Herausforderungen“ trägt der Tatsache Rechnung, dass jeder Ort, auch die kleinste Siedlung, mit überregionalen, kontinentalen und vielfach auch weltweiten Entwicklungen, seien es nun Gefahren oder Chancen, konfrontiert ist – Corona hat übrigens, auch wenn es diesen absolut nicht gebraucht hätte, einen weiteren Beweis dafür geliefert. Das Motto soll ein Signal dafür sein, diese Herausforderungen zu erkennen und sich ihnen zu stellen. Es wirft demgemäß einen besonderen Fokus auf jene Gemeinwesen, die sich ihrer Verantwortung über den eigenen Tellerrand hinaus bewusst sind und im Rahmen ihrer Möglichkeiten Antworten auf die großen Fragen des 21. Jahrhunderts finden, die dazu beitragen, das Leben auf unserem Planeten zu einem besseren zu machen.

„Ziel des Wettbewerbes ist es, Landgemeinden in ihrem Engagement zu bestätigen, zu weiteren Aktivitäten zu motivieren und den Erfahrungsaustausch mit anderen ländlichen Gemein­wesen in Europa zu fördern. Darüber hinaus wollen wir Dörfer und Regionen zur Nachahmung anregen, die gesamtgesellschaftliche Bedeutung der ländlichen Regionen der europäischen Öffentlichkeit bewusst machen und nicht zuletzt auch Europas Zusammenwachsen stärken“, erläutert die Geschäftsführerin der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, Theres Friewald-Hofbauer.

 

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