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Portrait
Intention
Die Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung versteht sich als ein BürgerInnen- und MultiplikatorInnen-Netzwerk, dessen Ziel es ist,
Aktivitäten
Davon ausgehend wurde mittlerweile eine Fülle von Aktivitäten in verschiedenen europäischen Regionen gesetzt, die sich auf ökologische, ökonomische, soziologische und kulturelle Fragen des Dorflebens konzentriert haben. Neben internationalen Kongressen, Seminaren, Netzwerktreffen und Diskussionsveranstaltungen, zahlreichen Publikationen, regelmäßigen Studienfahrten, Wettbewerben und Ausstellungen sind hier vor allem die Wettbewerbe um einen Europäischen Dorferneuerungspreis, die seit 1990 im Zwei-Jahres-Rhythmus durchgeführt werden, zu nennen.
Nutzen für die Allgemeinheit
Gemäß den Intentionen und den konkreten Aktivitäten lässt sich der Nutzen der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung für die Allgemeinheit folgendermaßen zusammenfassen:
Organisation und Mitgliedschaft
Die Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung wurde 1989 als eine Plattform des Ökosozialen Forums Österreich gegründet. Seit Februar 2007 ist sie ein eigenständiger, gemeinnütziger Verein mit Sitz in Pixendorf im Tullnerfeld, Niederösterreich, (vormals Wien und St. Pölten) zu dessen Mitgliedern vorrangig europäische Regionen, Länder und Staaten, aber auch Gemeinden und regionale bzw. nationale Vereine/Institutionen mit vergleichbaren Intentionen zählen. Die Mitglieder sind durch jeweils zwei wahl- und stimmberechtigte physische Personen, meist ein/e PolitikerIn und eine/en MitarbeiterIn der Verwaltung, in der Vollversammlung /Generalversammlung repräsentiert.
Den Vorstand der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung bilden der/die Vorsitzende und deren StellvertreterInnen. Der/die Vorsitzende wird alle vier Jahre, die stellvertretenden Vorsitzenden werden alle zwei Jahre aus dem Kreis der Vollversammlung gewählt. Die Geschäftsführung liegt in den Händen von Theres Friewald-Hofbauer.
Weitere Gremien der ARGE sind ein ständiger ExpertInnenbeirat, der auch als Jury bei den Europäischen Dorferneuerungswettbewerben fungiert, sowie ein sogenanntes Preisträgernetzwerk, zu dem sich erfolgreiche Dorferneuerungsgemeinden und -dörfer zusammengeschlossen haben.
Die Mitgliedschaft bei der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung kann jederzeit formlos beantragt werden. Sie setzt die Aufnahme durch die Vollversammlung sowie die Zahlung eines Mitgliedsbeitrages voraus, dessen Höhe sich an der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit sowie an der Einwohnerzahl des betreffenden Landes orientiert und formal vom Vorstand in Abstimmung mit dem Beitrittswerber beschlossen wird.
Finanzierung/Förderungen
Die Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung finanziert sich weit überwiegend durch Mitgliedsbeiträge. Dazu kommen Erlöse aus dem Verkauf von Publikationen, diverse Teilnahmegebühren, insbesondere bei den Wettbewerben um den Europäischen Dorferneuerungspreis. Wiederholte Male ist es auch gelungen, Projektförderungen (Programm „Informationsmaßnahmen“ Generaldirektion Landwirtschaft und Ländliche Entwicklung der Europäischen Kommission) bzw. strukturelle Unterstützungen (Programm „Europa für Bürgerinnen und Bürger“, Aktion „Aktive Zivilgesellschaft“) seitens der Europäischen Union zu lukrieren.
Abschließendes Statement
Im Verlaufe ihres langjährigen Bestehens konnte die Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung zahlreiche Veranstaltungen durchführen und Aktivitäten setzen, die wertvolle Beiträge zur Erhaltung der ländlichen Räume Europas und zur Erhöhung der Lebensqualität ihrer BewohnerInnen geleistet haben. Natürlich vermögen die Zahlen und Daten der Aktivitätenberichte zwar vieles auszusagen, aber der wahre Wert einer Einrichtung, wie sie die ARGE darstellt, ist letztlich nur schwer beziffer- und beschreibbar.
Die ständig wachsende Bedeutung eines breiten Erfahrungsaustausches, eines wechselseitigen Know-How-Transfers sowie von Grenzen überschreitenden Kooperationen und Allianzen, insbesondere wenn es um die Entwicklung ländlicher Lebensräume geht, stehen außer Zweifel und werden allerorts – auf administrativer, politischer, wissenschaftlicher und persönlicher Ebene – eingefordert. Und das ist auch die besondere Leistung der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung: Sie bringt die Menschen des ländlichen Raumes, Bürgerinnen und Bürger, kommunale EntscheidungsträgerInnen, MeinungsbildnerInnen und BehördenvertreterInnen einander näher, lässt sie „BotschafterInnen“ ihres Dorfes und ihres Landes sein und gleichzeitig vom Wissen, Können und der Motivation anderer profitieren.
Leitbild
Im Dezember 2009 beschloss die Vollversammlung der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung ihr “Leitbild für eine nachhaltige Entwicklung europäischer Dörfer und Landgemeinden”, das in einem mehrmonatigen Prozess unter intensiver Beteiligung zahlreicher VertreterInnen der Mitgliedsregionen sowie des Expertenbeirates erarbeitet worden war.
Die Vollversammlung bekannte sich damit expressis verbis zu einem europaweiten Schulterschluss und dazu, dieses Leitbild nach besten Kräften umzusetzen und in der politischen Realität zu verankern. 2014 wurde das Leitbild geringfügig adaptiert und firmiert seither unter der Bezeichnung „Rural Roadmap. Leitbild für eine nachhaltige Entwicklung europäischer Dörfer und Landgemeinden“.
Das erste Leitbild der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung wurde am 28. Februar 1996 vom Offiziellen Beirat (heute: Vollversammlung) im Rahmen des 3. Europäischen Dorferneuerungskongresses in Konstanz als “Leitbild für Landentwicklung und Dorferneuerung in Europa” beschlossen und enthielt die wesentlichen Grundsätze einer europäischen Zusammenarbeit für die integrierte Entwicklung ländlicher Regionen. Seine zentrale Botschaft, nämlich das Bekenntnis zu einer umfassenden, nachhaltigen ländlichen Entwicklung, ist bis heute aktuell.
Europäischer Dorferneuerungspreis 2020 ausgelobt!
Europäischer Dorferneuerungspreis 2020 unter dem Motto „Lokale Antworten auf globale Herausforderungen“ ausgelobt!
Der Wettbewerb um den 16. Europäischen Dorferneuerungspreis ist geleitet von der Intention, besonders herausragende und beispielhafte Entwicklungs- und Erneuerungsprozesse in ländlichen Gemeinwesen „vor den Vorhang“ zu bitten und – unter Berücksichtigung der jeweiligen Ausgangsbedingungen, des ökonomischen und sozio-kulturellen Kontextes sowie der länderspezifischen Standards, Besonderheiten und Möglichkeiten – zu prämieren.
Vorrangiges Kriterium ist, dass die gesetzten Maßnahmen gemäß dem „Leitbild der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung für eine nachhaltige Entwicklung europäischer Dörfer und Landgemeinden“ zu einer Stärkung der Zukunftsfähigkeit ländlicher Räume und zu einer Hebung der Lebensqualität der DorfbewohnerInnen beitragen.
Der Wettbewerb forciert daher jene ländlichen Gemeinwesen,
Das Wettbewerbsmotto „Lokale Antworten auf globale Herausforderungen“ trägt der Tatsache Rechnung, dass jeder Ort, auch die kleinste Siedlung, mit überregionalen, kontinentalen und vielfach auch weltweiten Entwicklungen, seien es nun Gefahren oder Chancen, konfrontiert ist.
Es soll ein Signal dafür sein, diese Herausforderungen zu erkennen und sich ihnen zu stellen. Das Motto wirft demgemäß einen besonderen Fokus auf jene Gemeinwesen, die sich ihrer Verantwortung über den eigenen Tellerrand hinaus bewusst sind und im Rahmen ihrer Möglichkeiten Antworten auf die großen Fragen des 21. Jahrhunderts finden, die dazu beitragen, das Leben auf unserem Planeten zu einem besseren zu machen.
Kriterien
Formular
Criteria
Form
Der Europäische Dorferneuerungspreis wird 30 Jahre
25. und 26. März 2019
Der Europäische Dorferneuerungspreis 30 Jahre alt
2020 wird der Europäische Dorferneuerungspreis 30 Jahre alt. Grund genug, die VertreterInnen der Mitgliedsländer und -organisationen zu einem Workshop einzuladen, um mit ihnen zu beraten, ob und welcher Veränderungen es bedarf, um den renommierten Wettbewerb erfolgreich in die Zukunft zu führen. Die Argumente waren wohlüberlegt, die Diskussionen intensiv, die Ergebnisse durchaus aufschlussreich und wegweisend.
Was uns allen, deutlicher noch als bisher, bewusst wurde: Europasländliche Gemeinwesen sind (glücklicherweise) von einer enormen Vielfalt und großer Unterschiedlichkeit gekennzeichnet. Nationale, regionale und kommunale Bestimmungen, Gesetze und Strategien verstärken diese Heterogenität. Dazu kommt eine wachsende Komplexität der Funktionen und Aufgabenstellungen, denen Entwicklungsprozesse Rechnung tragen müssen, um die ländliche Lebenswelt lebenswert und zukunftsfähig zu gestalten.
Fazit: Es wird auch 2020 nicht einfacher werden, die Gewinner zu ermitteln. Allerdings: Bei diesem Wettbewerb sind ohnehin nur die Besten ihres Landes im Rennen, allesamt Wegweiser, Trendsetter und Beispielgeber, qualifiziert für die Champions-League der europäischen Dorferneuerung und Landentwicklung. Sieger eben!
Leitbild 1996
Das erste Leitbild der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung wurde am 28. Februar 1996 vom Offiziellen Beirat (heute: Vollversammlung) im Rahmen des 3. Europäischen Dorferneuerungskongresses in Konstanz als “Leitbild für Landentwicklung und Dorferneuerung in Europa” beschlossen und enthielt die wesentlichen Grundsätze einer europäischen Zusammenarbeit für die integrierte Entwicklung ländlicher Regionen. Seine zentrale Botschaft, nämlich das Bekenntnis zu einer umfassenden, nachhaltigen ländlichen Entwicklung, ist bis heute aktuell.
Leitbild 1996
Hinterstoder als Sieger gekürt
24.09.2018
Champions-League der Dörfer: Hinterstoder als Sieger gekürt
Die Oberösterreichische Gemeinde Hinterstoder gewinnt den Europäischen Dorferneuerungspreis 2018, der von der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung unter ihrem Vorsitzenden Landeshauptmann Erwin Pröll diesmal unter dem Motto „we!ter denken“ ausgetragen wurde. Mehr als 1.000 Menschen aus ganz Europa wohnten der stimmungsvollen Preisverleihung in der Tiroler Gemeinde Fließ, die den Wettbewerb vor zwei Jahren für sich entschieden hatte, bei – unter ihnen der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter, Landeshauptmann-Stv. Richard Theiner aus Südtirol sowie zahlreiche Prominenz aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Der Festakt war in ein buntes Rahmenprogramm eingebettet, das sich vom 20. bis 22. September 2018 über drei Tage erstreckte und bei dem sich sowohl die Gastgeber als auch die 23 Wettbewerbsteilnehmer auf vielfältige Weise präsentierten und begegneten.
Das Motto des 15. Europäischen Dorferneuerungspreises lautete „we!ter denken“ und trug der Tatsache Rechnung, dass in einer zunehmend komplexen Welt ländliche und dörfliche Entwicklung zunehmend mit Herausforderungen konfrontiert sind, die weder in engen räumlichen Grenzen, noch mit kurzsichtigen oder engstirnigen Antworten zu bewältigen sind. „Dorferneuerung, so wie wir sie in der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung sehen, meint neben dem äußerem Erscheinungsbild und sichtbaren oder in Zahlen messbaren Maßnahmen auch die ‚inneren’, die ‚weichen’ Qualitäten einer Kommune, die es zu stärken gilt“, erläuterte der Vorsitzende der ARGE, Landeshauptmann Erwin Pröll, im Rahmen eines Talks. Gerade der Gestaltungswille und das bürgerschaftliche Engagement seien auch wirksames Mittel gegen die größten Bedrohungen Europas der Gegenwart, nämlich den Nationalismus und den Radikalismus.
Die enorme Bedeutung der Dorferneuerung für prosperierende ländliche Räume mit hoher Lebensqualität betonte auch der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter: „Das Zusammenspiel von ökonomischen, ökologischen, gestalterischen, sozialen, kulturellen und sozio-kulturellen Maßnahmen kann der Landflucht erfolgreich die Stirn bieten, vor allem dann, wenn die Erneuerungsprozesse wie beispielsweise im gastgebenden Dorf Fließ von großen Teilen der Bevölkerung und den zahlreichen Vereinen getragen werde.
Die Herausforderungen für die ländlichen Räume Europas sind enorm, demografische Veränderungen, Stadt- und Landflucht, Klimawandel, Ressourcenknappheit, infrastrukturelle Ausdünnung und schrumpfende Wertschöpfung zählen zu den zentralen Problemen, die es zu lösen gelte. Die finanziellen Mittel wie auch die strukturellen Rahmenbedingungen dafür sind vielfach alles andere als optimal. „Umso wichtiger ist es für Dörfer, Gemeinden und Kleinregionen, zuweilen auch unkonventionelle Wege an den Tag zu legen“, zeigten sich der Vorsitzende der international und interdisziplinär besetzten Jury, der Luxemburger Charles Konnen, und Jurorin Nadja Häuplvon der TU München überzeugt. Der Fließer Bürgermeister Hans-Peter Bockführte darüber hinaus die besondere Rolle der Frauen im ländlichen Raum ins Treffen, wenn es um Zukunftsfähigkeit gehe.
Dorfführungen, Besichtigungen, ein Open Space mit den WettbewerbsjurorInnen, eine Ausstellung der Wettbewerbsprojekte mit Verkostungen regionaler Produkte und ein mitreißendes wie auch berührendes kulturelles Programm, das von Gastgebern und Gästen gemeinsam gestaltet wurde, ließen Fließ zum Schauplatz für ein grandioses dreitägiges Fest der Begegnung werden, bei dem Europa nicht als abstraktes Gebilde, sondern als vielfältige, pulsierende Gemeinschaft erlebt wurde.
Hinterstoder überzeugt auf allen Ebenen
Die siegreiche Gemeinde Hinterstoder konnte dank eines über zwei Jahrzehnte konsequent umgesetzten, umfassenden Erneuerungsprozesses, der sich in mehr als 30 kleineren und größeren Projekten von höchster Qualität manifestiert hat, die Trendwende von der Abwanderungsgemeinde hin zu einem Ort mit stabiler Bevölkerung schaffen. In der Begründung der Jury werden dabei insbesondere die Hebung der Lebensqualität, der rege Ideenaustausch in zahlreichen Kooperationen mit ruralen wie auch urbanen Lebenswelten sowie die vorbildliche Partizipationskultur hervorgehoben.
Enorm hohe Qualität aller teilnehmenden Dörfer – drei Vizeeuropameister aus Österreich
Neben der Siegergemeinde haben es noch weitere 13 der insgesamt 23 teilnehmenden Dörfer, Gemeinden oder Regionalverbände in die höchste Kategorie geschafft, die jene Teilnehmer umfasst, die sich durch eine ganzheitliche, nachhaltige und mottogerechte Dorfentwicklung von herausragender Qualität auszeichnen. Darunter befinden sich auch alle drei weiteren Teilnehmer aus Österreich, die sich damit als Vizeeuropameister bezeichnen dürfen: Hopfgarten in Defereggen (Tirol), St. Andrä (Kärnten) und Waidhofen an der Ybbs (Niederösterreich).
Erstmals wurde darüber hinaus ein „Innovationspreis in memoriam Camille Gira“ an die niedersächsiche Dörfergemeinschaft Flegessen-Hasperde-Klein Süntel verliehen, die in besonderer Weise regionale Antworten auf globale Herausforderungen gefunden hat. Der Preis wurde zu Ehren des im Mai 2018 überraschend verstorbenen Luxemburger Staatssekretärs für Nachhaltigkeit, Camille Gira, gestiftet, der 15 Jahre lang der Jury zum Europäischen Dorferneuerungspreis angehört hatte.