24. bis 28. Juni 2014

Der Wettbewerb um den Europäischen Dorferneuerungspreis 2014 ist entschieden: Eine hochrangige, interdisziplinär zusammengestellte, internationale Jury hat dieser Tage nach einer umfassenden Begutachtung vor Ort bei der abschließenden Bewertungssitzung in München die Gemeinde Tihany, Bezirk Veszprém, Ungarn, zum Sieger gekürt. „Tihany beeindruckt mit einem beispielhaften, von den Gemeindeverantwortlichen initiierten, den BürgerInnen getragenen und von ExpertInnen begleiteten Entwicklungsprozess, der auf den vorhandenen Stärken und Chancen aufbaut und von einem umfassenden Problembewusstsein zeugt. Die zahlreichen bereits realisierten und projektierten Maßnahmen haben dazu geführt, dass das Wettbewerbsmotto ,besser.leben’ in Tihany Realität geworden ist. Dass erstmals der Teilnehmer eines Landes, das bis 1989 ,hinter dem Eisernen Vorhang` gelegen hat, mit dem Europäischen Dorferneuerungspreis ausgezeichnet wird, macht einerseits deutlich, welch große Entwicklungsfortschritte dort im letzten Vierteljahrhundert erreicht werden konnten, und ist andererseits ein Beweis für die hohe Sensibilität, die fachliche Kompetenz und das Vermögen der Jury, nicht nur erreichte Ziele, sondern auch zurückgelegte Wegstrecken zu messen und zu bewerten“, zeigt sich der Vorsitzende der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, der niederösterreichischen Landeshauptmann Erwin Pröll, in einer ersten Reaktion begeistert.

29 Einreichungen aus ganz Europa auf hohem und höchstem Niveau

Neben der Siegergemeinde Tihany haben es noch weitere zwölf Gemeinden oder Orte in die höchste Kategorie geschafft, die jene Teilnehmer umfasst, die sich durch eine ganzheitliche, nachhaltige und mottogerechte Dorfentwicklung von herausragender Qualität auszeichnen. An elf Teilnehmer wird ein Europäischer Dorferneuerungspreis für besondere Leistungen in mehreren Bereichen der Dorfentwicklung verliehen. Fünf Gemeinwesen dürfen sich über einen Dorferneuerungspreis für besondere Leistungen in einzelnen Bereichen der Dorfentwicklung freuen. Aufgrund der hohen Qualität der Einreichungen wurde diesmal keine „lobende Anerkennung besonderer Leistungen“ vergeben (Details zu den Ergebnissen in der Anlage).

Die Preisverleihung, die den Höhepunkt einer mehrtägigen Veranstaltung mit Workshops, Exkursionen und Ausstellungen bildet und ein großes europäisches Fest sein wird, findet vom 11. bis 13. September in der Siegergemeinde des vergangenen Wettbewerbes, nämlich in Vals, Kanton Graubünden, Schweiz, statt.

Presseaussendung

Bewertung mit Erklärung der Jury

27. bis 29. März 2014

Europaweiter Erfahrungsaustausch erfolgreicher Dorferneuerungsorte

Auf Einladung von Ministerin Isabelle Weykmans fand das 5. Netzwerktreffen erfolgreicher Teilnehmer am Europäischen Dorferneuerungspreis vom 27. bis 29. März 2014 in der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens statt. Zentrales Thema war diesmal die „Innenentwicklung von Dörfern“, dabei wurden Probleme der Zersiedlung und der Siedlungsentwicklung allgemein genauso zur Sprache gebracht wie der Umgang mit und das Verhindern von Leerständen im Ortskern. Viel Raum nahm die Besichtigung von Best-Practice-Beispielen in der DG Belgiens ein, unter anderem führte die Exkursion auch nach Maldingen, dem belgischen Teilnehmer am Wettbewerb um den Europäischen Dorferneuerungspreis 2014.

Die Gründung eines Netzwerkes erfolgreicher Dorferneuerungsgemeinden geht auf eine Idee der Gemeinde Sand in Taufers zurück und wurde im September 2010 beschlossen. Das Netzwerk will gewährleisten, dass die Teilnahme an einem Wettbewerb um den Europäischen Dorferneuerungspreis für die betreffenden Dörfer und Gemeinden kein einmaliges Ereignis bleibt, sondern vielmehr den Beginn eines beständigen Erfahrungsaustausches und Know-how-Transfers markiert und darüber hinaus einen maßgeblichen Beitrag zum Zusammenwachsen Europas und zur Ausbildung einer gemeinsamen europäischen Identität leistet.

 

Das Netzwerktreffen wurde auch zum Anlass genommen, die Ausstellung der ARGE „European Rural Visions 2020“ zu präsentieren und damit einmal mehr aufzuzeigen, wie wunderbar vielfältig Europas Kulturlandschaften – „created by farmers“ – sind.

März 2014

European Rural Visions 2020 – Ende März gastierte unsere gleichnamige Ausstellung im Südtiroler Landhaus in Bozen. Auch Landesrat Richard Theiner stattete ihr einen Besuch ab.

Eine der Kernbotschaften der Ausstellung: Vielfältige Kulturlandschaften sind ein besonderer Reichtum Europas. Sie sind das Produkt naturräumlicher Gegebenheiten, bäuerlichen Schaffens und menschlicher Siedlungstätigkeit. Sie spiegeln Innovationsvermögen, Gestaltungskraft und Visionen von Generationen wider. Sie wirken als Blickfang und Augenweide, stiften Identität und Attraktivität.

Kulturlandschaften unterliegen einem steten Wandel und erweisen sich als permanente Herausforderung auf der Suche nach einer Balance zwischen dem Nützen und Schützen, dem Erhalten und Gestalten, dem Gestern, dem Heute und dem Morgen.

21. März 2014

Rückblick auf den Veranstaltungszyklus „European Rural Visions 2020“

Im Rahmen einer Pressekonferenz informierten der Vorsitzende der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll sowie Geschäftsführerin Theres Friewald-Hofbauer über das EU-geförderte Projekt „European Rural Visions 2020“ und damit auch über Zukunftsperspektiven für Landentwicklung und Dorferneuerung in Europa.

„Die Menschen in den Dörfern Niederösterreichs genauso wie in anderen europäischen Regionen stehen heute gewaltigen Heraus­forderungen gegenüber, die nach raschen, zugleich aber nachhaltigen und zukunftsfähigen Entscheidungen verlangen. Europaweiter Erfahrungsaustausch und Know-How-Transfer erweist sich dabei zunehmend als wichtiger Wegbegleiter“, erklärte der Vorsitzende der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorf­erneuerung, Niederösterreichs Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll, St. Pölten, heute bei einer Pressekonferenz im NÖ Landhaus.

Als vorrangige Aufgaben, die es zu bewältigen gelte, nannte Pröll die Themen

  • Überalterung und eine immer bunter werdende Gesellschaft,
  • Klimawandel und Energieversorung,
  • Ressourcen- und Nahrungsmittelverknappung,
  • schrumpfende Finanzhaushalte sowie
  • Verstädterung, Land- und Stadtflucht.

Ländlicher Raum ist mehr als Landwirtschaft!

Pröll machte deutlich, dass die ländlichen Gebiete einen besonderen Reichtum Europas darstellen und sich eine Politik zu ihren Gunsten zum Wohle der gesamten Gesellschaft erweise.  Diese müsse im Bewusstsein handeln, dass ländliche Räume nicht auf die agrarische Dimension reduziert werden dürfen, und darauf ausgerichtet sein, die ökonomische Potenz und die Beschäftigung in den ländlichen Kommunen zu fördern, die natürlichen Ressourcen nicht zuletzt durch eine umsichtige Raumplanung zu schützen sowie die Lebensqualität ihrer BewohnerInnen maßgeblich zu heben, was nach einer zeitgemäßen Nahversorgung und innovativen Infrastrukturen den Bereichen Gesundheit, Pflege, Betreuung und Bildung verlange. Der Schlüssel für eine erfolgreiche Entwicklung, so Pröll weiter, sei aber das menschliche Potenzial der Dörfer als Orte, in denen Betroffene zu Beteiligten, das Ehrenamt und Hilfe zur Selbsthilfe gepflegt und das soziale Miteinander über gesellschaftliche Gruppen hinweg gelebt würden.

„Dörfer haben das Potenzial, sich als soziale Oasen und Quellen der Gesellschaft zu erweisen. Das ist eine Auftrag und eine Chance zugleich“, betonte Landeshauptmann Pröll und verwies darauf, dass dies eine der wesentlichen Erkenntnisse des einjährigen Projektzyklus „European Rural Visions 2020“ sei, der nun mit der Abhaltung einer Internationalen Dorferneuerungs-Konferenz im polnischen Wroclaw zum Thema „Krisen. Wandel. Chancen“ und mit der Herausgabe einer „Rural Roadmap“, einem praxistauglichen Leitbild für eine nachhaltige Entwicklung europäischer Dörfer und Landgemeinden, seinen Abschluss finde.

ARGE-Geschäftsführerin Theres Friewald-Hofbauer nannte als weitere Bestandteile der EU-geförderten Maßnahme „European Rural Visions 2020“ einen Fotowettbewerb mit mehr als 700 Einreichungen, der den Reichtum Europas an vielfältigen Landschaften ins rechte Licht rückte, eine darauf aufbauende mobile Ausstellung mit Stationen in Berlin (Grüne Woche), Polen, Belgien, Italien und im Landhaus St. Pölten, eine europäische Studienfahrt zu beispielhaften Gemeinde- und Regionalentwicklungsprojekten in Niederösterreich und im Burgenland sowie eine internationale Konferenz in München über Kulturlandschaften und Boden im Spannungsfeld von Tradition, Produktion und Innovation.

Pressetext

Europäische Konferenz in Wroclaw beriet darüber, wie aus Krisen und Wandel Chancen erwachsen können.
Rund 150 Interessierte aus zehn Ländern Europas sind am 6. und 7. März 2014 einer Einladung der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung zur Konferenz „European Rural Visions 2020. Krisen – Wandel – Chancen“ ins polnische Wroclaw gefolgt und beschäftigten sich zwei Tage lang mit den mannigfaltigen Zukunftsfragen, die Europas ländliche Regionen bewegen und herausfordern. Der niederösterreichische Landeshauptmann und Vorsitzende der ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, Erwin Pröll, brachte es in einem einleitenden Statement auf den Punkt: „Die Entwicklung von Dörfern und ländlichen Regionen kann längst nicht mehr auf die Landwirtschaft reduziert werden, sondern reicht erheblich weiter. Wir müssen uns mit der ganzheitlichen Dimension auseinandersetzen und die großen Herausforderungen in Angriff nehmen, mit denen sich unsere Gesellschaft konfrontiert sieht.“

Vom 17. bis 26. Jänner 2014 war die Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung erstmals bei der Internationalen Grünen Woche in Berlin vertreten – und das gleich in mehrfacher Form, nämlich mit einer Fotoausstellung und einem Messestand sowie der Teilnahme von Geschäftsführerin Theres Friewald-Hofbauer an einem Talk über die Zukunftsfähigkeit der ländlichen Räume Europas.

Eine besondere Herausforderung und bereichernde Aufgabe war es dabei, dem sehr heterogenen, nicht zuletzt auch (groß-)städtischen Publikum die enorme Vielfalt an Funktionen, die ländliche Regionen für die Gesamtgesellschaft zu erfüllen haben, näher zu bringen, handelt es sich dabei doch nicht nur um den Lebens-, Arbeits- und Wirtschaftsraum für rund die Hälfte aller BewohnerInnen des Kontinents, sondern auch um einen Regenerations-, Ausgleichs-, Freizeit- und Erholungsraum für alle EuropäerInnen.

Unsere Ausstellung, die die schönsten und aussagekräftigsten Bilder unseres im vergangenen Jahr europaweit durchgeführten Fotowettbewerbes zeigte und durch kurze, prägnante Texte die Bedeutung der ländlichen Räume bewusst machte, erwies sich im wahrsten Sinne des Wortes als Blickfänger. Zahlreiche MessebesucherInnen bekamen auf diese Weise Lust darauf, mehr über den Themenkreis ländliche Entwicklung und Dorferneuerung zu erfahren – Informationen, die wir vor Ort mündlich in anregenden Gesprächen, aber auch „zum Mitnehmen“ in Form unserer Publikationen, allen voran der soeben erschienenen „Rural Roadmap“, geben durften.

 

Sehr erfreulich war es für die Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung auch, dass sie auch in das Bühnenprogramm der Internationalen Grünen Woche involviert war. Auf Einladung der Agrarsozialen Gesellschaft e. V. nahm Theres Friewald-Hofbauer am 24. Jänner an einem Talk teil, der sich mit der Zukunftsfähigkeit ländlicher Räume beschäftigte. Eines der zentralen Themen dabei waren die Erfahrungen damit, wie sehr Wettbewerbe auf Landes-, Bundes- und europäischer Ebene Dorferneuerungsprozesse forcieren, zu bürgerschaftlichem Engagement motivieren und die ländliche Entwicklung insgesamt vorantreiben – für die ARGE als Ausrichterin des Europäischen Dorferneuerungspreises freilich ein „Paradethema“.

 

Fazit: Das „Grüne Woche-Debut“ erwies sich als eine gute Gelegenheit, die Anliegen der ländlichen Räume Europas den mehr als 400.000 BesucherInnen näher zu bringen. Und sie war bestens dazu geeignet, unser Netzwerk zu promoten, mehr über andere Akteure in den ländlichen Räumen Europas zu erfahren, Kontakte zu knüpfen und Beziehungen zu vertiefen.