6. bis 10. Oktober 2014

Studienfahrt einer Delegation aus Großpolen zu Highlights der Dorferneuerung und Gemeindeentwicklung in NÖ

Anfang Oktober 2014 durfte die Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung 30 lokale und regionale Akteure der Dorfentwicklung sowie KommunalpolitikerInnen und BeamtInnen der Woiwodschaft Großpolen, Polen,in Niederösterreich empfangen. Drei Tage lang tourten die Gäste aus Polen durch Niederösterreich, um lokale, kommunale und regionale „Best Practice“-Beispiele“ für Landentwicklung und Dorferneuerung in kennenzulernen.

Auf der Agenda der Studienfahrt standen Besuche der Gemeinden Allhartsberg, Ybbsitz, Yspertal und Grafenwörth, auch in Engabrunn, im Mohndorf Armschlag und in Lugendorf wurde Station gemacht. Abgerundet wurde das Programm der Studienfahrt, die von ARGE-Konsulent Peter Schawerda begleitet wurde, durch einen Informations- und Diskussionsblock in der Landwirtschaftlichen Fachschule Krems mit einer Besichtigung des Weinkompetenzzentrums sowie mit einer Vorstellung der Europäischen ARGE Landent­wicklung und Dorferneuerung und der NÖ Dorferneuerungsstrukturen.

25. September 2014

Zu einem interessanten Erfahrungsaustausch zwischen der Woiwodschaft Kleinpolen und der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, die bald auch in einer ständigen Zusammenarbeit gipfeln könnte, kam es im Vorfeld und im Rahmen der 8. internationalen Landentwicklungskonferenz der Woiwodschaft Kleinpolen Ende September im Kongresszentrum der Landwirtschaftlichen Universität Krakau.

ARGE-Geschäftsführerin Theres Friewald-Hofbauer hielt dabei eine Keynote über „Gegenwärtige und künftige Herausforderungen für ländliche Regionen in Europa“. Sie verwies darauf, dass sich diese am Beginn des 21. Jahrhunderts vielerorts in einer Phase der Destrukturierung mit dem Auftrag zur Neustrukturierung befänden. Dabei gelte es Neues zu wagen, ohne auf jeden Trend aufzuspringen, Bewährtes zu vertiefen und auch Unbekanntes zuzulassen. Nicht zuletzt, so Friewald-Hofbauer weiter, gehe es darum, Resilienz zu beweisen und auf rasch und überraschend eintretende Veränderungen richtig zu reagieren, was nach Robustheit und Agilität, nach Toleranz und der Bereitschaft, das Gemeinsame statt dem Trennenden zu suchen, verlange. Um dabei erfolgreich zu sein, bedürfe es der Einbindung aller und der Bildung von Kooperationen und Netzwerken auf kommunaler, regionaler unter grenzüberschreitender Ebene.

An internationalen Rednern ebenfalls am Podium waren ARGE-Pionier Holger Magel von der TU München und Walter Seher von der BOKU Wien. Federführend von polnischer Seite eingebunden waren Prof. Jacek Pijanowski und Vize-Marschall Stanislaw Sorys.

12. September 2014

Ein Höhepunkt bei der Verleihung der Europäischen Dorferneuerungspreise 2014 in Vals, Schweiz, war für viele der Gäste die Festrede von Staatssekretär Camille Gira, Luxemburg, der das Wettbewerbsmotto „besser.leben.“ auf beeindruckende Weise beleuchtete. Wir freuen uns Ihnen hier seinen Vortrag zum Download bereitstellen zu können.

Festrede

11. bis 13. September 2014

Die ungarische Plattensee-Gemeinde Tihany gewinnt den Europäischen Dorferneuerungspreis 2014. Mehr als 1.000 DorferneuerungsakteurInnen aus ganz Europa wohnten der stimmungsvollen Preisverleihung in der Graubündner Gemeinde Vals, Schweiz, die den Wettbewerb vor zwei Jahren gewonnen hatte, bei. Der Festakt war in ein buntes Rahmenprogramm eingebettet, das sich vom 11. bis 13. September über drei Tage erstreckte, bei dem sich sowohl die Gastgebergemeinde als auch die 29 Wettbewerbsteilnehmer aus zwölf Staaten auf vielfältige Weise präsentierten und begegneten.

Das Motto des 13. Europäischen Dorferneuerungspreises lautete „besser.leben“ und war ein Signal dafür, dass „schneller, höher, weiter“ nur selten ein Erfolgsrezept für ländliche Räume ist und dass daher weniger quantitative als vielmehr qualitative Verbesserungen des Lebensalltages im Vordergrund stehen sollten. Der luxemburgische Staatssekretär für Nachhaltigkeit, Camille Gira, widmete seine Festrede bei der Preisverleihung diesem Thema und kam zu dem Schluss, dass es zur Erhöhung der Lebensqualität nicht ein Mehr an Konsum brauche, sondern einer Gewährleistung der tatsächlichen Grundbedürfnisse wie Gesundheit, Sicherheit, Respekt, gesellschaftliches Miteinander und intakte Umwelt bedürfe. Als die drei Schlüsselbegriffe für eine zukunftsfähige Entwicklung ländlicher Gemeinwesen nannte Gira Toleranz, Resilienz und Netzwerke.

Der Einladung zum Festakt waren neben Staatssekretär Gira und mehr als 1.000 DorferneuerungsaktivistInnen aus über 30 europäischen Regionen eine lange Reihe weiterer hochrangiger Persönlichkeiten wie der polnische Woiwode Ryszard Wilczynski, der Vizedirektor des Eidgenössischen Bundesamtes für Landwirtschaft Christian Hofer und als Mitglied der Graubündener Kantonalregierung Regierungsrat Hansjörg Trachsel gefolgt. Dieser betonte in seinem Grußwort, dass Dörfer attraktive Arbeitsplätze und Zukunftsperspektiven brauchen, die bei den regionalen Stärken ansetzen. Diese Potenziale kämen aber nur dort zur Entfaltung, wo sie von der Bevölkerung mit Schaffenskraft, Ideenreichtum und Unternehmergeist genutzt würden, so Trachsel.

Dorfführungen, Besichtigungen – etwa der weltberühmten Valser Therme –, ein Open Space mit den WettbewerbsjurorInnen, eine Ausstellung der Wettbewerbsprojekte mit Verkostungen regionaler Produkte und ein mitreißendes wie auch berührendes kulturelles Programm, das von Gastgebern und Gästen gemeinsam gestaltet wurde, ließen Vals zum Schauplatz für ein grandioses dreitägiges Fest der Begegnung werden, bei dem Europa nicht als abstraktes Gebilde, sondern als vielfältige, pulsierende Gemeinschaft erlebt wurde.

Erstmals eine ungarische Gemeinde als Siegerin

Die 1.358 EinwohnerInnen zählende Gemeinde Tihany zeichnet sich durch eine malerische Lage am Plattensee sowie eine große Zahl an kulturhistorischen Sehenswürdigkeiten aus. Trotz dieser Attraktivität durchlebte der Ort nach der Wende eine tiefgreifende Verfallsperiode. Die in der Blütezeit des Massentourismus ausgebaute Infrastruktur veraltete zusehends, die ökologische Qualität und die Siedlungsentwicklung ließen zu wünschen übrig und die Dienstleistungen waren längst nicht mehr zeitgemäß. Die Folgen waren ein erheblicher Einbruch des Tourismus sowie umfassende soziale Depressionen.

2006 startete Tihany einen ambitionierten Entwicklungsprozess mit dem Ziel, die Lebensbedingungen der Menschen ganzheitlich zu verbessern und die Wertschöpfung aus dem Tourismus zu erhöhen. Kanalisation, eine energiesparende Straßenbeleuchtung, verkehrsberuhigende und Barrieren abbauende Gestaltungsmaßnahmen standen am Anfang. Es folgten die Errichtung von Fahrrad- und Fußwegen, von Rastplätzen und Besucherzentren für die Abtei und den Nationalpark sowie die Erneuerung der Freilichtbühne, die Eröffnung einer Galerie und die Schaffung weiterer kultureller Angebote. Bildungsinitiativen, die Einrichtung von sozialen Dienstleistungen und die Entwicklung der Selbstverwaltungsbehörde zu einer serviceorientierten Anlaufstelle für Bürgeranliegen ließen ebenfalls nicht lange auf sich warten. Umwelt – und Naturschutz werden heute nicht mehr als Behinderung, sondern als Chance gesehen und Gastronomie und Hotelerie investieren wieder in qualitätvolle Verbesserungen ihrer baulichen Substanz und ihres Angebotes. Parallel dazu engagiert man sich für eine Verbreiterung der wirtschaftlichen Basis durch die Produktion und Verarbeitung lokaler Erzeugnisse.

Die ungarische Plattensee-Gemeinde Tihany gewinnt den Europäischen Dorferneuerungspreis 2014. Mehr als 1.000 DorferneuerungsakteurInnen aus ganz Europa wohnten der stimmungsvollen Preisverleihung in der Graubündner Gemeinde Vals, Schweiz, die den Wettbewerb vor zwei Jahren gewonnen hatte, bei. Der Festakt war in ein buntes Rahmenprogramm eingebettet, das sich vom 11. bis 13. September über drei Tage erstreckte, bei dem sich sowohl die Gastgebergemeinde als auch die 29 Wettbewerbsteilnehmer aus zwölf Staaten auf vielfältige Weise präsentierten und begegneten.

Die Gemeinde Tihany geht ihren Weg nicht allein: Sie kooperiert mit den Nachbarorten, der Stadt Balatonfüred sowie mit Universitäten und sie lässt vor allem die Menschen mitreden, mitentscheiden und mitgestalten. Tihany selbst sieht sich noch lange nicht am Ziel, plant und realisiert bereits die nächsten Projekte, obwohl „besser.leben“ längst keine Vision mehr, sondern gelebte Realität ist, wie die 18-köpfige internationale Jury feststellte .

Enorm hohe Qualität aller teilnehmenden Dörfer

Neben der Siegergemeinde Tihany haben es noch weitere zwölf Gemeinden oder Orte in die höchste Kategorie geschafft, die jene Teilnehmer umfasst, die sich durch eine ganzheitliche, nachhaltige und mottogerechte Dorfentwicklung von herausragender Qualität auszeichnen. An weitere elf Teilnehmer wurde der Preis für besondere Leistungen in mehreren Bereichen der Dorfentwicklung verliehen. Fünf Gemeinden oder Orte durften sich über einen Dorferneuerungspreis für besondere Leistungen in einzelnen Bereichen der Dorfentwicklung freuen.

Der Wettbewerb um den Europäischen Dorferneuerungspreis wurde 1990 von der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung mit dem Ziel, den Erfahrungsaustausch zu fördern, Europas Zusammenwachsen zu begünstigen und die gesamtgesellschaftliche Bedeutung der ländlichen Regionen der europäischen Öffentlichkeit bewusst zu machen, ins Leben gerufen. Er wird seit 1990 im 2-Jahresrhythmus veranstaltet und bewertet neben der äußeren Erscheinung vor allem die inneren Qualitäten der Dörfer und Gemeinden, also Aktivitäten im Sinne einer Standort angepassten wirtschaftlichen Entwicklung, die Schaffung zeitgemäßer sozialer Einrichtungen, die Auseinandersetzung mit Architektur, Siedlungsentwicklung, Ökologie, Ressourcenverantwortung und Energieversorgung sowie kulturelle Initiativen und Weiterbildungsmaßnahmen. Wesentlich dabei sind ein ganzheitlicher Ansatz, eine Orientierung in Richtung Nachhaltigkeit und eine von Bürgerbeteiligung, Eigeninitiative und Kooperationsbereitschaft geprägte Methodik der Umsetzung.

24. bis 28. Juni 2014

Der Wettbewerb um den Europäischen Dorferneuerungspreis 2014 ist entschieden: Eine hochrangige, interdisziplinär zusammengestellte, internationale Jury hat dieser Tage nach einer umfassenden Begutachtung vor Ort bei der abschließenden Bewertungssitzung in München die Gemeinde Tihany, Bezirk Veszprém, Ungarn, zum Sieger gekürt. „Tihany beeindruckt mit einem beispielhaften, von den Gemeindeverantwortlichen initiierten, den BürgerInnen getragenen und von ExpertInnen begleiteten Entwicklungsprozess, der auf den vorhandenen Stärken und Chancen aufbaut und von einem umfassenden Problembewusstsein zeugt. Die zahlreichen bereits realisierten und projektierten Maßnahmen haben dazu geführt, dass das Wettbewerbsmotto ,besser.leben’ in Tihany Realität geworden ist. Dass erstmals der Teilnehmer eines Landes, das bis 1989 ,hinter dem Eisernen Vorhang` gelegen hat, mit dem Europäischen Dorferneuerungspreis ausgezeichnet wird, macht einerseits deutlich, welch große Entwicklungsfortschritte dort im letzten Vierteljahrhundert erreicht werden konnten, und ist andererseits ein Beweis für die hohe Sensibilität, die fachliche Kompetenz und das Vermögen der Jury, nicht nur erreichte Ziele, sondern auch zurückgelegte Wegstrecken zu messen und zu bewerten“, zeigt sich der Vorsitzende der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, der niederösterreichischen Landeshauptmann Erwin Pröll, in einer ersten Reaktion begeistert.

29 Einreichungen aus ganz Europa auf hohem und höchstem Niveau

Neben der Siegergemeinde Tihany haben es noch weitere zwölf Gemeinden oder Orte in die höchste Kategorie geschafft, die jene Teilnehmer umfasst, die sich durch eine ganzheitliche, nachhaltige und mottogerechte Dorfentwicklung von herausragender Qualität auszeichnen. An elf Teilnehmer wird ein Europäischer Dorferneuerungspreis für besondere Leistungen in mehreren Bereichen der Dorfentwicklung verliehen. Fünf Gemeinwesen dürfen sich über einen Dorferneuerungspreis für besondere Leistungen in einzelnen Bereichen der Dorfentwicklung freuen. Aufgrund der hohen Qualität der Einreichungen wurde diesmal keine „lobende Anerkennung besonderer Leistungen“ vergeben (Details zu den Ergebnissen in der Anlage).

Die Preisverleihung, die den Höhepunkt einer mehrtägigen Veranstaltung mit Workshops, Exkursionen und Ausstellungen bildet und ein großes europäisches Fest sein wird, findet vom 11. bis 13. September in der Siegergemeinde des vergangenen Wettbewerbes, nämlich in Vals, Kanton Graubünden, Schweiz, statt.

Presseaussendung

Bewertung mit Erklärung der Jury

27. bis 29. März 2014

Europaweiter Erfahrungsaustausch erfolgreicher Dorferneuerungsorte

Auf Einladung von Ministerin Isabelle Weykmans fand das 5. Netzwerktreffen erfolgreicher Teilnehmer am Europäischen Dorferneuerungspreis vom 27. bis 29. März 2014 in der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens statt. Zentrales Thema war diesmal die „Innenentwicklung von Dörfern“, dabei wurden Probleme der Zersiedlung und der Siedlungsentwicklung allgemein genauso zur Sprache gebracht wie der Umgang mit und das Verhindern von Leerständen im Ortskern. Viel Raum nahm die Besichtigung von Best-Practice-Beispielen in der DG Belgiens ein, unter anderem führte die Exkursion auch nach Maldingen, dem belgischen Teilnehmer am Wettbewerb um den Europäischen Dorferneuerungspreis 2014.

Die Gründung eines Netzwerkes erfolgreicher Dorferneuerungsgemeinden geht auf eine Idee der Gemeinde Sand in Taufers zurück und wurde im September 2010 beschlossen. Das Netzwerk will gewährleisten, dass die Teilnahme an einem Wettbewerb um den Europäischen Dorferneuerungspreis für die betreffenden Dörfer und Gemeinden kein einmaliges Ereignis bleibt, sondern vielmehr den Beginn eines beständigen Erfahrungsaustausches und Know-how-Transfers markiert und darüber hinaus einen maßgeblichen Beitrag zum Zusammenwachsen Europas und zur Ausbildung einer gemeinsamen europäischen Identität leistet.

 

Das Netzwerktreffen wurde auch zum Anlass genommen, die Ausstellung der ARGE „European Rural Visions 2020“ zu präsentieren und damit einmal mehr aufzuzeigen, wie wunderbar vielfältig Europas Kulturlandschaften – „created by farmers“ – sind.