25.09.2012

Ein Fest europäischer Lebensfreude!

Es war ein wahres Fest der Begegnung, voll Freude und Emotionen, voll Buntheit und Vielfalt, bei dem Europa von seiner schönsten und wertvollsten Seite erlebbar wurde: die Verleihung der Europäischen Dorferneuerungspreise 2012 in Vorarlberg, Österreich.

 
Rund 1000 Gäste aus 35 europäischen Regionen bzw. zwölf Nationen, von der Ostsee bis in die Südschweiz, von der Nordsee bis in die ungarische Puszta, gaben sich von 20. bis 22. September ein Stelldichein in der Bregenzerwälder Gemeinde Langenegg, die vor zwei Jahren den wohl begehrtesten und bedeutsamsten Preis zur Dorferneuerung und Landentwicklung in Europa, den Europäischen Dorferneuerungspreis, erringen konnte. Und die Langenegger mit Bürgermeister Georg Moosbrugger im Zentrum des Geschehens bewiesen, dass sie nicht nur Wettbewerbe gewinnen können, sondern auch großartige Gastgeber sind, die es verstehen, Professionalität und Herzlichkeit in Einklang zu bringen.

Während der Empfang der Gäste, die informativen Workshops, der lebhafte JurorInnen-Open-Space, der von kultureller und kulinarischer Vielfalt geprägte Marktplatz "Europa erleben" sowie die interessanten Dorfrundgänge und Exkursionen auf Langenegg konzentriert waren, fand der Festakt als Höhepunkt der Verleihungsveranstaltungen im "Cubus" der benachbarten Bezirksstadt Wolfurt einen bestens geeigneten Austragungsort. 

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An der Spitze der hochrangigen Gästeschar standen der Österreichische Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft und Umwelt Niki Berlakovich und der Vorarlberger Landeshauptmann Markus Wallner, der in seinem Grußwort betonte, dass Kommunen und Regionen wichtige Stützen der europäischen Integration seien und dass von der Begegnung und dem Dialog vor Ort auf der einen Seite und der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit andererseits alle Beteiligten profitieren würden: "Es geht darum, gemeinsam tragfähige und effiziente Antworten auf gegenwärtige und künftige Herausforderungen zu formulieren." Alt

 

Bundesminister Berlakovich verwies in seiner Festrede auf die Wichtigkeit vitaler ländlicher Regionen, die nur durch aktive Menschen zu verwirklichen seien. Die Möglichkeit zur Mitbestimmung bei Entwicklungsprozessen sei dabei eine zentrale Voraussetzung. Der Europäische Dorferneuerungswettbewerb zeige darüber hinaus deutlich auf, wie wichtig Pioniergeist sei und dass aus Visionen handfeste Projekte entwickelt und verwirklicht werden können.

In einer Gesprächsrunde zwischen Moderator Carlo Lejeune aus Belgien und Juryvorsitzendem Charles Konnen aus Luxemburg, Peter Kaltenegger von der Generaldirektion Landwirtschaft und Ländliche Entwicklung der Europäischen Kommission in Brüssel, dem Stv. Vorstandsvorsitzenden Johannes Ortner/Raiffeisenbank Vorarlberg sowie dem Langenegger Bürgermeister Georg Moosbrugger wurde deutlich, dass ländliche gegenüber den städtischen Räumen mehr Chancengleichheit brauchen. Die Förderung ländlicher Gebiete sei in optimierter Weise auch ein Ziel in der neuen Finanzierungsperiode der Europäischen Union (Kaltenegger). In Österreich werden derzeit 400 Millionen Euro jährlich für Regionalförderung ausgegeben. Die wichtigen Impulse der Basis in den Gemeinden vermögen viel zu bewegen, was von der Politik beachtet und gefördert werden müsse (Moosbrugger). 

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Für berührende Momente sorgte die beeindruckende Multimediashow von ARGE-Geschäftsführerin Theres Friewald-Hofbauer, die in poetischen Worten die Kriterien des Wettbewerbes und die besonderen Leistungen der Teilnehmergemeinden zusammenfasste. Den Rahmen dafür bildeten musikuntermalte Fotos aus den Wettbewerbsgemeinden, die von Doris Hobauer zu stimmungsvollen Impressionen arrangiert worden waren.

Wesentliche Beiträge zur künstlerischen Gestaltung lieferten auch der Musikverein Bergesecho, der Klassenchor der Volksschule Langenegg und die Langenegger Singvögel sowie Alphornbläser und Chöre aus der Siegergemeinde Vals.

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Schier grenzenlos waren Begeisterung und Jubel, als die Mitglieder der Wettbewerbskommission die einzelnen Teilnehmerorte präsentierten und Niki Berlakovich, Peter Kaltenegger, Charles Konnen und Theres Friewald-Hofbauer die Preise übergaben. Ihren Höhepunkt erreichte die Stimmung, wie nicht anders zu erwarten, als Gemeindepräsident Stefan Schmid für die Graubündner Gemeinde Vals die Siegestrophäe in Empfang nahm. 

 

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v.l.n.r: Bundesminister Niki Berlakovich, Peter Kaltenegger von der Europäischen Kommission, Gemeinderätin Hedwig Capaul-Peng aus Vals, Geschäftsführerin Theres Friewald-Hofbauer von der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung und Gemeindepräsident Stefan Schmid, Vals, Schweiz. Foto: Fototeam Digital

Wie schon bei der Eröffnung, die Begrüßungssätze in allen neun vertretenen Sprachen enthielt, demonstrierten die JurorInnen Ivona Cimermanová aus der Slowakei und Carlo Lejeune auch mit ihrer multilingualen Verabschiedung der knapp 1000 Festgäste, wie wundervoll vielfältig ein gemeinsames Europa zu klingen vermag. 

 

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Als es schließlich im Buskonvoi zurück nach Langenegg ging, wo Landesrat Erich Schwärzler gemeinsam mit Minister Berlakovich die Eröffnung des Marktplatzes "Europa erleben" vornahm, spürten viele der Abordnungen aus den 29 Wettbewerbsgemeinden, dass nach vielen Jahren der Aussaat und der engagierten Bearbeitung des weiten Feldes einer ganzheitlichen und nachhaltigen Dorfentwicklung nun einmal für ein paar Stunden und Tage die Zeit der Ernte gekommen war.

"Feiern Sie mit uns ein großes europäisches Fest des ländlichen Raumes. Ein Fest von und für Menschen, die Besonderes geleistet haben", hieß es beim Festakt. Und sie ließen sich nicht lange bitten und feierten mit allen Sinnen, überwanden Sprachbarrieren und Generationengrenzen, informierten sich übereinander, lernten von einander, lachten miteinander und versicherten sich gegenseitig, dass es bei dieser einen Begegnung nicht bleiben, sondern dass man sich vielleicht schon beim nächsten Treffen des Netzwerks erfolgreicher Dorferneuerungsgemeinden im Frühjahr 2013 wiedersehen würde.

 

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Als am Samstagnachmittag nach einem fröhlichen Gemeinschaftstanz ein sichtlich gerührter Bürgermeister Georg Moosbrugger seine "Freunde aus Europa" mit einem Erinnerungsgeschenk verabschiedete, stand eines fest: Europa ist wieder ein Stück zusammengewachsen und viele der Gäste aus den ländlichen Regionen haben etwas ganz Wertvolles aus Vorarlberg mit auf den Weg nach Hause genommen: Selbstvertrauen, Motivation und Zukunftsmut.

Der Wettbewerb um den Europäischen Dorferneuerungspreis 2012 wurde von der Zentralen Raiffeisenwerbung, der Raiffeisen-Bankengruppe Vorarlberg, der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien, der Novomatic AG und der Wirtschaftskammer Österreich unterstützt.

Fotos: Europäische ARGE/Gabriele Gober

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