11.08.2006

Europäischer Dorferneuerungspreis 2002: "The winner is"

... wird es zwar erst Ende Juni 2002 bei der 2. Bewertungssitzung der Jury bzw. am 7. November 2002 bei der Preisverleihung in Verden, Niedersachsen, Deutschland, heißen, aber der Startschuss zum Wettbewerb um den Europäischen Dorferneuerungspreis 2002 ist längst gefallen. Denn bereits Mitte März 2002 hat sich die 16-köpfige internationale Jury unter Vorsitz von Univ.-Prof. Matthias Reichenbach-Klinke, Technische Universität München, in Salzburg zu ihrer ersten Bewertungssitzung zusammengefunden und die eingereichten Unterlagen einer umfassenden Prüfung unterzogen. Ab Anfang Mai 2000 sind die Juroren in Kleingruppen unterwegs, um sich vor Ort ein Bild zu machen und unter den vielen Guten die Besten herauszufinden.

Mehr als 30 europäische Länder und Regionen aus 11 Nationen haben die Einladung der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung angenommen und haben jeweils ein Dorf bzw. eine Gemeinde bzw. einen Gemeindeverbund zur Teilnahme am Wettbewerb um den 7. Europäischen Dorferneuerungspreis gemeldet. Sensationell ist aber nicht nur die hohe Beteiligung, sondern auch die geografische Dimension, die von Ostpolen bis Belgien und von Sardinien bis Rumänien reicht. „Nicht zuletzt dürften die diesjährigen Wettbewerbsprojekte insbesondere in qualitativer Hinsicht auf höchstem Niveau zu stehen“, ist der Vorsitzende der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, Landeshauptmann Erwin P r ö l l , überzeugt.

Bewertet werden neben der äußeren Erscheinung vor allem die inneren Qualitäten der Dörfer und Gemeinden. Aktivitäten im Sinne einer regionsangepassten wirtschaftlichen Entwicklung, kulturelle Initiativen und die Schaffung sozialer Einrichtungen spielen dabei ebenso eine Rolle wie die Auseinandersetzung mit Fragen der Architektur, der Siedlungsentwicklung, der Ökologie und der Energieversorgung. Wesentlich sind ein ganzheitlicher Ansatz, eine Orientierung in Richtung Nachhaltigkeit und eine Methodik, die von Bürgerbeteiligung, Eigeninitiative und Kooperationsbereitschaft geprägt ist. Schlussendlich geht es auch darum, dem Motto “Grenzen überschreiten” Rechnung zu tragen und deutliche Signale wider die fetten Linien auf den Landkarten, die Parteibücher, das Standesdenken und die Stacheldrähte in den Köpfen der Menschen zu setzen.

Beurteilungskriterien:

Der Europäische Dorferneuerungspreis steht diesmal unter dem Motto "Grenzen überschreiten". Bewertet werden daher beispielhafte Aktivitäten und Initiativen, die im Sinne der Agenda 21 zu einer Stärkung der
Zukunftsfähigkeit ländlicher Räume beitragen und entsprechend dem Motto besonders auf mutige, innovative und engagierte räumliche, inhaltliche und ideologische "Grenzüberschreitungen" setzen. 


Gemäß dem ”Leitbild für Landentwicklung und Dorferneuerung in Europa” zählen dazu vor allem:

A. INHALTE

  1. Stärkung und Einbindung der Land- und Forstwirtschaft in regionale
    Kreisläufe
  2. Erhaltung und Aufbau standortgerechter Erwerbsmöglichkeiten
  3. Ökologisch verträgliche Ver- und Entsorgung sowie Nutzung
    erneuerbarer Rohstoffe
  4. Symbiose von alter, schützenswerter und neuer, zeitgemäßer
    Bausubstanz sowie ressourcensparende und ortstypische Siedlungs-
    entwicklung
  5. Entwicklung und Erhaltung der Kulturlandschaft unter Berücksichtigung der
    ökologischen Zusammenhänge
  6. Stärkung der Identität und des Selbstbewusstseins der DorfbewohnerInnen
    insbesondere durch Kulturinitiativen und Weiterbildung im Dorf
  7. Wiederbelebung traditioneller und Schaffung zeitgemäßer soziokultureller
    und sozialer Qualitäten und Einrichtungen

B. ZUSAMMENSCHAU DER MASSNAHMEN

Maßgeblich sind dabei für alle Bereiche umfassende, vernetzte und ganzheitliche Konzepte,
die auf eine 
— nachhaltige Entwicklung ausgerichtet sind und von
— Vision, Phantasie und Courage gekennzeichnet sind.

C. METHODEN/STRATEGIEN

Darüber hinaus finden die Strategien und Methoden, die zur Erreichung der Ziele verfolgt werden, also

  • Eigeninitiative und Bürgerbeteiligung
  • Dialog der PolitikerInnen, ExpertInnen und Behörden mit den BürgerInnen und
  • Kooperationen in nachbarschaftlichen und kommunalen Allianzen sowie in regionalen Partnerschaften,

besondere Berücksichtigung.

Preiskategorien

  • Vergeben wird der ”Europäische Dorferneuerungspreis 2002”;
  • daneben werden jene Orte ausgezeichnet, die auf eine ”ganzheitliche und nachhaltige Dorfentwicklung von herausragender Qualität” verweisen können;
  • weiters werden Preise für ”besondere Leistungen in einzelnen oder mehreren Teilbereichen” vergeben;
  • alle Teilnehmer werden mit einer Anerkennung bedacht.

Teilnahmebedingungen

Pro Land bzw. Region ist nur eine Nennung möglich. Nennungsberechtigt sind die für die Dorferneuerung und Landentwicklung der jeweiligen Staaten, Länder und Regionen zuständigen PolitikerInnen bzw. ReferentInnen, aber auch Nicht-Regierungs-Organisationen (NGOs), sofern keine Einreichungen von offizieller, behördlicher Stelle vorliegen.

Die ”Teilnahmegebühr” beträgt:

  • 550 EURO für Orte/Gemeinden aus Mitgliedsstaaten, -ländern bzw. -regionen der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung,
  • 1.700 EURO für alle anderen

Bankverbindung: Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien, BLZ.: 32000, Kontonummer 83444

Einreichunterlagen

Generell gilt, soviel wie notwendig und so wenig wie möglich!

  • Kurzgefasste Darstellung der gesetzten und geplanten Dorfentwicklungsmaßnahmen unter konkreter Bezugnahme auf die Wettbewerbskriterien und das Wettbewerbsmotto – max. 3000 Zeichen;
  • Auf das Wesentliche beschränkte Aussagen über Ausgangssituation, Entwicklungsoptionen, besondere Bedingungen und Zielvorstellungen, die dem besseren Verständnis des Dorfes, des Raumes, der Menschen und der gesetzten Maßnahmen dienen – maximal 1500 Zeichen;
  • Angaben über langfristige Einwohnerentwicklung: 1850/1900/1950/1970/1980/1990/2000 oder jünger;
  • Bekanntgabe von Daten zur Wirtschaft: Anzahl der land- bzw. forstwirtschaftlichen Betriebe, Angaben über Haupt- und Nebenerwerb; Anzahl der Gewerbebetriebe und der Beschäftigten; Informationen über Dienstleistungs- und Fremdenverkehrsunternehmen; Anzahl der Aus- und Einpendler;
  • Zum Verständnis erforderliche und präsentationsgeeignete Pläne, Fotos, Erläuterungen, Grafiken, Vorher-Nachher-Darstellungen, etc., die insgesamt nicht mehr als zwei Schautafeln im Format 88/123 cm füllen sollten.
  • Ein Kartenblatt mit landschaftlichem Umgriff M 1:50.000 bzw. 1:25.000 und Höhenlinien sowie, falls vorhanden, historische Kartenblätter.
  • Mindestens drei bis maximal fünf Fotos – Menschen, Landschaft, Bauwerke – für Pressearbeit und allfällige Publikationen der ARGE, nach Möglichkeit auch in digitaler Form (Textteile als Word-Dokument und Bilder als tif oder jpg, Auflösung 200 bis 400 dpi via E-Mail (glatz@oesfo.at) bzw. ISDN, Nr. +43/(0)1/533 07 97-48)
  • Weitere Unterlagen wie Dorferneuerungsplan, Pressenotizen, Hintergrundinformationen, Videofilme usw. können beigefügt werden.

Alle Unterlagen sind an folgende Adresse zu senden:
Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung
Franz Josefs-Kai 13, A-1010 Wien

Termine
Juni 2001:               Auslobung des Wettbewerbes (deutsch, englisch,
                                  französisch)
1. Februar 2002:    Einsendeschluss für Bewerbungsunterlagen
März 2002:              1. Bewertungssitzung der Jury
April/Mai 2002:       Bereisung aller Teilnehmerorte durch Jurygruppen
Juni 2002:               2. Bewertungssitzung der Jury, Beschlussfassung
Herbst 2002:          Vergabe des 7. Europäischen Dorferneuerungspreises in
                                  Niedersachsen

Weitere Informationen: Theres Friewald-Hofbauer, Tel: ++43/1/533 84 01-14;
Fax: ++43/1/535 49 44; E-Mail: friewald.club.noe@nextra.at

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